„Jetzt Haus verkaufen oder warten?“ ist die Frage, die Eigentümer am häufigsten stellen, und fast immer steckt darin die Hoffnung auf eine Prognose. Die gibt es hier nicht. Was es gibt, sind amtliche Indizes mit Datum, ein Indikator der Nationalbank für Über- und Unterbewertung, Tempo-Signale aus Ihrem Bezirk und drei Steuerfristen, die den Termin oft stärker bewegen als der Markt. Was der Verkauf selbst kostet, von der Provision bis zur Immobilienertragsteuer, steht im Leitfaden zu den Kosten beim Hausverkauf; hier geht es um das Wann.
Drei Uhren laufen beim Verkauf: der Zyklus, die Saison und Ihr Leben
Die erste Uhr ist der Zyklus: Wo stehen die Preise gegenüber dem Vorjahr und dem Höchststand, wie viele Objekte werden gehandelt? Sie läuft in Quartalen, gestellt von Statistik Austria, Destatis, dem Bundesamt für Statistik und der OeNB. Die zweite Uhr ist die Saison: In welchen Monaten besichtigen Käufer, und wann konkurrieren Sie mit den meisten anderen Inseraten? Sie läuft in Wochen. Die dritte Uhr ist Ihr Leben: Scheidung, Erbschaft, Jobwechsel, Pflegefall, ein Kredit mit Fixzinsende, und dazu die Steuerfristen, die in Österreich über 30 % des Gewinns entscheiden4.
Die drei Uhren zeigen selten dieselbe Zeit. Der häufigste Fehler: Jemand liest nur die Zyklus-Uhr, wartet auf den Index, obwohl seine Hauptwohnsitzfrist längst erfüllt ist, und zahlt jeden Monat Kreditrate und Betriebskosten für ein Haus, das er nicht mehr braucht.
Wo der Zyklus 2026 steht: Häuserpreisindex, OeNB-Index und Fundamentalpreisindikator
Österreich: zwei amtliche Indizes, zwei Messmethoden
Der Häuserpreisindex (HPI) von Statistik Austria wird aus den im Grundbuch hinterlegten Kaufverträgen berechnet, also aus bezahlten Preisen, nicht aus Inseraten1. Für das 2. Quartal 2026 weist er vorläufig 105,00 Punkte auf der Basis 2025 aus, 5,1 % mehr als im 2. Quartal 2025; bestehender Wohnraum steht bei 105,27 Punkten (+5,1 %), neuer Wohnraum bei 104,13 (+4,9 %)1. Die Jahreswerte zeigen den Zyklus im Zeitraffer: 2023 sanken die Preise um 2,6 %, 2024 blieben sie kaum verändert, 2025 stiegen sie um 2,6 %, und für das 1. Halbjahr 2026 meldete Statistik Austria ein Rekordniveau1. Der Wert für das 3. Quartal erscheint am 18. Dezember 20261.
Die Oesterreichische Nationalbank rechnet einen eigenen Wohnimmobilienpreisindex aus Quadratmeterpreisen neuer und gebrauchter Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser, qualitätsbereinigt mit einem statistischen Modell, das Ausstattung und Lage herausrechnet6. Für das Jahr 2025 kommt er zu einer vorsichtigeren Zahl als der HPI: Im Jänner 2026 meldete die OeNB nominell +2,1 %, bei 3,8 % Inflation also ein weiteres reales Minus; Wien legte 2,9 % zu, Österreich ohne Wien 1,6 %, und gegenüber dem Stand vor den Leitzinserhöhungen im 3. Quartal 2022 fehlten Ende 2025 noch 3,3 %7. Wo diese Reihen und ihre Rohdaten liegen, listet der Beitrag zu den amtlichen Datenquellen für Immobilienwerte.
Der Fundamentalpreisindikator der OeNB beantwortet eine andere Frage: nicht, ob die Preise steigen, sondern ob sie sich von dem entfernen, was Einkommen, Mieten und Zinsen rechtfertigen. Er misst die Abweichung vom fundamental gerechtfertigten Preis in Prozent; im 3. Quartal 2020 zeigte er für Wien +24 % und für Österreich +17 %8. Die OeNB warnt selbst vor dem Kurzschluss: Von einer Blase spricht sie erst, wenn Preise über längere Zeit erheblich von den Fundamentalfaktoren abweichen8. Für Verkäufer ist er ein Thermometer der Käuferseite, keine Verkaufsempfehlung.
Deutschland und die Schweiz: flach im Bundeswert, gespalten nach Region
Destatis meldete für das 2. Quartal 2026 ein Plus von 0,6 % zum Vorjahresquartal, aber mit gegenläufigen Regionen: In den sieben größten Metropolen gaben Eigentumswohnungen 0,4 % nach, in kreisfreien Großstädten außerhalb stiegen sie um 2,0 %, in dicht besiedelten ländlichen Kreisen fielen sie um 1,8 %, während Ein- und Zweifamilienhäuser dort 1,0 % zulegten2. Wer in Deutschland verkauft, liest die Zeile seines Kreistyps, nicht den Bundeswert.
In der Schweiz stieg der IMPI des Bundesamts für Statistik im 2. Quartal 2026 um 0,7 % zum Vorquartal auf 127,7 Punkte (4. Quartal 2019 = 100), getragen von Eigentumswohnungen (+1,6 %), während Einfamilienhäuser 0,4 % nachgaben; zum Vorjahresquartal betrug die Teuerung 3,5 %3. Auch hier gilt: Der Landeswert ist ein Durchschnitt aus Regionen, die sich gegenläufig bewegen können.
| Land | Index und Herausgeber | Letzter Stand | Veränderung | Datenbasis |
|---|---|---|---|---|
| Österreich | Häuserpreisindex, Statistik Austria1 | 2. Quartal 2026, 105,00 Punkte (2025 = 100), vorläufig | +5,1 % zum Vorjahresquartal | Kaufverträge aus dem Grundbuch |
| Österreich | Wohnimmobilienpreisindex, OeNB67 | Jahr 2025 | +2,1 % nominell, real gesunken | Quadratmeterpreise, qualitätsbereinigt |
| Deutschland | Häuserpreisindex, Destatis2 | 2. Quartal 2026 | +0,6 % zum Vorjahresquartal | Kaufpreise nach Kreistyp und Objektart |
| Schweiz | IMPI, Bundesamt für Statistik3 | 2. Quartal 2026, 127,7 Punkte (Q4 2019 = 100) | +0,7 % zum Vorquartal, +3,5 % zum Vorjahr | Transaktionspreise für Wohneigentum |
Frühjahr oder Frühherbst? Was die Saison bringt und was der Bezirk entscheidet
Die Saison ist die Uhr mit dem schwächsten Ausschlag und dem stärksten Glauben. Erfahrungsgemäß kommen von März bis Juni und von September bis Mitte November die meisten Anfragen, weil Familien vor dem Schulbeginn umziehen wollen, Gärten grün sind und zwischen Weihnachten und Dreikönig niemand Häuser ansieht. Dieselbe Saison sehen aber alle Verkäufer, und im April steht Ihr Inserat neben den meisten Konkurrenten. Eine amtliche Saisonstatistik für Österreich gibt es nicht; die Indizes erscheinen quartalsweise und glätten den Monat weg1. Der Angebotsbestand im Bezirk zählt deshalb mehr als der Kalender.
Zählen Sie, wie viele vergleichbare Objekte in Ihrem Bezirk gerade inseriert sind und wie lange sie schon online stehen. Sind es wenige und die meisten frisch, ist jeder Monat ein guter Monat. Stehen viele seit dem Frühjahr, gewinnt, wer im Spätsommer oder im Jänner inseriert: Die Konkurrenz hat ihre Preise gesenkt oder aufgegeben, und die Käufer, die im Frühjahr leer ausgegangen sind, suchen weiter. Ein Makler muss Ihnen seine Vermarktungsdauern der letzten zwölf Monate im Bezirk zeigen können; was ihn sonst vom Privatverkauf unterscheidet, steht im Beitrag mit oder ohne Makler verkaufen.
Vermarktungsdauer, Preisnachlässe, Angebotsbestand: das Tempo Ihres Bezirks lesen
Die Vermarktungsdauer ist die Zeit vom ersten Inserat bis zur Deaktivierung und das ehrlichste Tempo-Signal ohne amtliche Daten. Portale und Makler rechnen sie unterschiedlich (bis zur Reservierung, bis zum Kaufvertrag, mit Neustart bei jeder Preisänderung), deshalb vergleichen Sie nur Zahlen derselben Quelle über die Zeit. Kurze Dauern und wenige Preissenkungen bedeuten Nachfrageüberhang: Sie inserieren am oberen Ende der Wertspanne. Lange Dauern und häufige Nachlässe bedeuten Verhandlungsspielraum der Käufer: Der erste Preis muss sitzen, weil eine sichtbare Senkung nach acht Wochen mehr kostet als ein realistischer Start. Wie Sie den ersten Preis finden, der verkauft und trotzdem nichts verschenkt, steht im Beitrag zur Preisstrategie beim Inserat.
Das zweite Signal ist das Verhältnis von Angebots- zu Kaufpreis, in Österreich prüfbar, weil Kaufpreise im Grundbuch stehen; wie Sie an diese Kaufpreise aus dem Grundbuch kommen, beschreibt ein eigener Beitrag.
Das dritte Signal sind die Transaktionszahlen, und dafür gibt es amtliche Daten. Der WKÖ-Immobilienpreisspiegel 2026 zählt für 2025 rund 91.000 Immobilientransaktionen in Österreich, 8,98 % mehr als im Jahr davor9. Die OeNB zählte zuletzt rund 10.700 Verkäufe gebrauchter Eigentumswohnungen je Quartal, knapp über dem langjährigen Durchschnitt von 10.500, im Neubau dagegen rund 2.500 gegenüber einem Durchschnitt von 3.1007. Zwischen der ersten Leitzinserhöhung und Mitte 2024 waren die Verkäufe im Neubau je Quartal um 61 % eingebrochen, im Bestand um 26 %7. Für Verkäufer eines Bestandsobjekts heißt das: Das Tempo ist wieder normal, nicht heiß; für Bauträger ist der Markt noch dünn7.
Zinsen und Kreditvergabe: EZB-Leitzins, Fixzinsphasen und das Erbe der KIM-Verordnung
Die Zinsuhr bewegt die Käuferseite. Die EZB hob die Leitzinsen am 27. Juli 2022 zum ersten Mal an und senkte sie am 12. Juni 2024 zum ersten Mal wieder; die OeNB datiert den Wendepunkt der Preise genau auf diese erste Anhebung7. Gebrauchte Eigentumswohnungen reagierten deutlich empfindlicher als neue: Zwischen dem 3. Quartal 2022 und dem 2. Quartal 2024 verloren sie in Wien 9,4 % und im übrigen Österreich 6,5 %, während neue Wohnungen in Wien mit minus 0,1 % praktisch stabil blieben7. Der Einlagesatz der EZB fiel bis zum 11. Juni 2025 auf 2,00 % und wurde am 17. Juni 2026 auf 2,25 % sowie am 16. September 2026 auf 2,50 % angehoben10. Steigen die Zinsen, sinkt die Kreditsumme, die ein Käufer bei gleicher Rate tragen kann, und die Bankzusage dauert länger.
In Österreich kommt die Kreditvergabe dazu. Die KIM-Verordnung der Finanzmarktaufsicht band private Wohnkredite bis zu ihrem Auslaufen am 30. Juni 2025 an Mindesteigenmittel, eine Obergrenze der Schuldendienstquote und eine Höchstlaufzeit; als Leitlinie des Finanzmarktstabilitätsgremiums gelten dieselben Eckwerte weiter, höchstens 90 % Beleihungsquote, höchstens 40 % des Nettoeinkommens für den Schuldendienst und höchstens 35 Jahre Laufzeit, und die Banken erfüllten sie beim Auslaufen bei 86 % der neuen Kredite11. Für Verkäufer heißt das: Die Finanzierungszusage eines Käufers braucht Zeit, und eine knappe Finanzierungsfrist im Kaufvertrag ist ein Risiko für beide Seiten.
Wann Haus verkaufen ohne Steuer? ImmoESt-Fristen, Zehnjahresfrist und Besitzesdauer
Kein Index bewegt den Nettoerlös so schnell wie eine Steuerfrist. In Österreich unterliegt der Gewinn aus einem privaten Grundstücksverkauf der Immobilienertragsteuer mit dem Sondersteuersatz von 30 %4. Steuerfrei bleibt er, wenn Sie Eigenheim oder Eigentumswohnung (samt Grund bis 1.000 m²) seit Anschaffung oder Fertigstellung ohne Unterbrechung mindestens zwei Jahre bewohnt haben oder wenn das Objekt in den zehn Jahren vor dem Verkauf mindestens fünf Jahre Ihr Hauptwohnsitz war; in beiden Fällen geben Sie den Hauptwohnsitz auf4. Wer im Frühjahr 2025 gekauft und eingezogen ist, erfüllt den ersten Tatbestand im Frühjahr 2027; ein Verkauf drei Monate früher kostet 30 % des Gewinns, bei 40.000 € Wertzuwachs also 12.000 €. Stammt der Gewinn aus einer Umwidmung, kommt für Verkäufe ab dem 1. Juli 2025 ein Umwidmungszuschlag von 30 % auf diesen Teil dazu4.
Deutschland kennt keine eigene Immobiliensteuer beim Verkauf; der Gewinn fällt unter § 23 EStG, umgangssprachlich die Spekulationsfrist: Er ist als privates Veräußerungsgeschäft steuerpflichtig, wenn der Verkauf höchstens zehn Jahre nach dem Kauf erfolgt. Steuerfrei bleibt, wer das Haus seit dem Kauf ausschließlich selbst bewohnt hat oder wenigstens im Verkaufsjahr und in den beiden Kalenderjahren davor5. Rechnen Sie die zehn Jahre taggenau nach, bevor Sie einen Notartermin fixieren; wenige Wochen zu früh, und der gesamte Gewinn ist steuerpflichtig5.
In der Schweiz erhebt jeder Kanton eine Grundstückgewinnsteuer nach eigenem Tarif12. Für den Zeitpunkt zählt die Besitzesdauer: Kurzfristig erzielte Gewinne belasten alle Kantone höher, dazu verpflichtet sie das Steuerharmonisierungsgesetz, meist über einen Zuschlag; alle Kantone außer Obwalden ermäßigen die Steuer, je länger die Liegenschaft im Eigentum war12.
| Land | Steuer auf den Gewinn | Frist, die den Zeitpunkt ändert | Was Warten bringt |
|---|---|---|---|
| Österreich | Immobilienertragsteuer 30 %4 | Zwei Jahre Hauptwohnsitz seit Anschaffung oder fünf Jahre innerhalb der letzten zehn4 | Befreiung des gesamten Gewinns |
| Deutschland | Einkommensteuer auf private Veräußerungsgeschäfte5 | Zehn Jahre zwischen Anschaffung und Veräußerung; Eigennutzung im Verkaufsjahr und den zwei Vorjahren5 | Steuerfreiheit des Gewinns |
| Schweiz | Grundstückgewinnsteuer, kantonal12 | Besitzesdauer: Zuschlag bei kurzer, Ermäßigung bei langer Haltedauer12 | Niedrigerer Satz je Kanton |
Dies ist eine allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung. Ob eine Frist bei Ihnen erfüllt ist, hängt an Kaufvertragsdatum, Meldezettel und Nutzung, und das prüft Ihre Steuerberatung, bevor Sie den Notartermin fixieren.
Eine Wiener Bestandswohnung im Zyklus seit 2020: Index, Steueruhr und Inseratsmonat
Ein Beispiel mit angenommenen Zahlen, keine echte Adresse: Eine 70 m² große Bestandswohnung in Wien, gekauft im 3. Quartal 2020 um 330.000 € und seither Hauptwohnsitz, soll 2026 verkauft werden. Die OeNB-Reihe für gebrauchte Wiener Eigentumswohnungen liefert die Marktbewegung seit dem Kauf: +20,5 % bis zum 2. Quartal 2022, dann minus 9,4 % bis zum 2. Quartal 2024, dann +2,8 % bis Ende 20257. Fortgeschrieben auf den Kaufpreis:
| Zeitpunkt | Marktbewegung (OeNB, gebrauchte Eigentumswohnungen Wien)7 | Indexierter Wert der Beispielwohnung |
|---|---|---|
| 3. Quartal 2020, Kauf | Ausgangspunkt | 330.000 € |
| 2. Quartal 2022, Höchststand | +20,5 % | 397.650 € |
| 2. Quartal 2024, Tief | −9,4 % | 360.271 € |
| 4. Quartal 2025 | +2,8 % | 370.359 € |
Der Wiener Markt für Bestandswohnungen stand Ende 2025 also rund 7 % unter dem Höchststand von Mitte 2022 und rund 12 % über dem Kaufniveau; der Zyklus hat gedreht, aber nicht zurück auf den Gipfel7. Warten auf den alten Höchststand ist eine Wette auf weitere 7 %, die niemand seriös terminieren kann.
Die Steueruhr steht auf Grün: Die Wohnung war seit der Anschaffung durchgehend Hauptwohnsitz, der erste Tatbestand ist seit dem 3. Quartal 2022 erfüllt, der Gewinn von rund 40.000 € bleibt bei Aufgabe des Hauptwohnsitzes steuerfrei; ohne Befreiung wären es rund 12.000 € Immobilienertragsteuer4. Warten bringt beim Fiskus nichts mehr.
Die Tempo-Uhr entscheidet den Monat. Angenommen, im Bezirk stehen im September 14 vergleichbare Wohnungen online, fünf davon seit dem Frühjahr und zweimal im Preis gesenkt; die Transaktionszahlen im Bestand liegen österreichweit auf Normalniveau7. Dann spricht vieles für ein Inserat im Jänner: Die Frühjahrskonkurrenz ist noch nicht online, die Altlasten des Vorjahres sind verkauft oder korrigiert, und der Angebotspreis liegt am oberen Rand der Wertspanne, aber unter den fünf Ladenhütern. Zeigt der Häuserpreisindex am 18. Dezember 2026 ein weiteres Plus1, verschiebt das die Spanne um Prozentpunkte, nicht die Entscheidung.
Was CheckValue zum Verkaufszeitpunkt zeigt: Preisindex und Markttempo für die Adresse
Drei Teile des Berichts gehören in genau diese Entscheidung. Der amtliche Preisindex steht neben der Wertspanne der Adresse, für Österreich von Statistik Austria, für Deutschland von Destatis, für die Schweiz vom Bundesamt für Statistik, jeweils mit Datum; Sie sehen, ob Ihr Inseratspreis auf einem steigenden oder fallenden Quartal aufsetzt. Das Markttempo schätzt die Zeit bis zum Verkauf für die Gegend, also die Uhr, die im Rechenbeispiel den Inseratsmonat bestimmt hat; neben die Restlaufzeit Ihres Fixzinskredits oder den Stichtag Ihrer Steuerfrist gelegt, ist das die Zahl, an der sich „jetzt“ von „im Frühjahr“ scheidet. Und die Wertspanne mit dem Quadratmeterpreis gegen den Bezirksdurchschnitt ersetzt die Indexrechnung von oben durch eine Zahl für Ihr Objekt.
Ebenso deutlich, was der Bericht nicht kann: Er prognostiziert keinen Preis für 2027, er kennt Ihre Steuerfristen nicht, und er ist kein Gutachten, das Gericht oder Bank verlangen könnten; er ist eine KI-Bewertung mit nummerierten amtlichen Quellen, die Ihnen die Zyklus- und die Tempo-Uhr für eine Adresse zeigt. Wie die Seite mit Preisindex und Markttempo aussieht, zeigt der Wiener Musterbericht auf der Startseite; für Ihre Adresse legt die kostenlose Vorschau mit Preisindex und Markttempo den Aufbau offen, bevor Sie etwas bezahlen.
Den Höchststand eines Marktes habe ich weder auf Teneriffa noch in Österreich je am Tag selbst erkannt, immer erst ein Jahr später in den Kaufverträgen. Seither setze ich den Verkaufstermin nach den eigenen Fristen und lese den Index als Lesehilfe, nicht als Wette.
Wann Warten Geld kostet: laufende Kosten, Lebensereignisse, Fristen
„Warten“ klingt kostenlos und ist es nie. Wer ein leeres Haus ein Jahr hält, zahlt Betriebskosten, Versicherung, Heizung gegen Frost, Instandhaltung und die Kreditrate, und er trägt das Risiko, dass der Index im nächsten Jahr wieder nach unten zeigt, wie 20231. Was ein Jahr Eigentum tatsächlich kostet, rechnet der Beitrag zu den jährlichen Besitzkosten eines Hauses durch; stellen Sie diese Summe dem erhofften Preisplus gegenüber. Wer nicht leer stehen lassen will, prüft die Alternative im Beitrag vermieten oder verkaufen; in Österreich hat sie eine steuerliche Nebenwirkung, weil für die Hauptwohnsitzbefreiung nur Wohnsitzjahre zählen, Vermietungsjahre nicht4.
Drei Situationen, in denen Warten fast immer die teurere Wahl ist:
- Lebensereignisse mit Frist. Scheidungsvergleich, Verlassenschaft mit mehreren Erben, Umzug wegen der Arbeit: Der Termin ist gesetzt, die Aufgabe ist der richtige Preis, nicht das Timing.
- Steuerfristen, die schon erfüllt sind. Wer Hauptwohnsitzbefreiung oder Zehnjahresfrist hinter sich hat, gewinnt beim Fiskus durch Warten nichts mehr45; ab jetzt zählen nur Zyklus und Tempo.
- Ein Kredit, dessen Fixzinsphase endet. Läuft die Zinsbindung aus, steigt die Rate auf das aktuelle Niveau, und jeder Monat Warten wird teurer10.
Und eine Situation, in der Warten fast immer richtig ist: eine Steuerfrist, die in wenigen Monaten fällt45. Ein Quartal Betriebskosten ist billiger als 30 % des Gewinns.
Häufige Fragen
Jetzt Haus verkaufen oder warten?
Lesen Sie zuerst Ihre eigenen Uhren, dann den Markt. Fällt eine Steuerfrist in wenigen Monaten, warten Sie; ist sie erfüllt oder ohne Belang, zählen Zyklus und Tempo. Der Häuserpreisindex lag im 2. Quartal 2026 in Österreich 5,1 % über dem Vorjahr, Deutschland meldete 0,6 %, die Schweiz 0,7 % zum Vorquartal. Das beschreibt die Gegenwart, nicht das nächste Jahr; wer auf einen alten Höchststand wartet, wettet, und ein leeres Haus kostet jeden Monat Geld.
Sinken die Immobilienpreise wieder?
Niemand kann das seriös vorhersagen, und dieser Beitrag versucht es nicht. Messbar ist die Vergangenheit: Nach der ersten Leitzinserhöhung im Juli 2022 fielen die Preise gebrauchter Eigentumswohnungen in Wien laut OeNB bis Mitte 2024 um 9,4 %, seit der ersten Zinssenkung steigen sie wieder moderat. Für 2025 meldete die OeNB nominell 2,1 % bei 3,8 % Inflation, real also ein weiteres Minus. Der Fundamentalpreisindikator zeigt, wie weit Preise von Einkommen, Mieten und Zinsen abweichen.
Wann kann ich mein Haus ohne Steuer verkaufen?
In Österreich, wenn Eigenheim oder Eigentumswohnung samt Grund bis 1.000 m² seit dem Kauf ohne Unterbrechung mindestens zwei Jahre oder in den letzten zehn Jahren mindestens fünf Jahre Ihr Hauptwohnsitz waren und Sie diesen aufgeben; sonst fallen 30 % Immobilienertragsteuer auf den Gewinn an. In Deutschland bleibt der Gewinn steuerfrei nach mehr als zehn Jahren oder bei Eigennutzung im Verkaufsjahr und den beiden Vorjahren. In der Schweiz senkt eine lange Besitzesdauer den kantonalen Satz.
Was sagt die Vermarktungsdauer über den Markt?
Sie misst die Zeit vom ersten Inserat bis zur Deaktivierung. Kurze Dauern und wenige Preissenkungen zeigen einen Nachfrageüberhang, in dem Sie am oberen Ende der Wertspanne inserieren können; lange Dauern und häufige Nachlässe zeigen Verhandlungsspielraum der Käufer, in dem der erste Preis sitzen muss. Vergleichen Sie nur Zahlen derselben Quelle, weil Portale und Makler unterschiedlich zählen. Der CheckValue-Bericht schätzt das Markttempo, also die Zeit bis zum Verkauf, für die Gegend der Adresse.
Wann ist die beste Jahreszeit für den Verkauf?
Frühjahr und Frühherbst bringen erfahrungsgemäß die meisten Besichtigungen, weil Familien vor dem Schulbeginn umziehen und zwischen Weihnachten und Dreikönig kaum jemand Häuser ansieht. Dieselbe Saison sehen aber alle Verkäufer, und im April steht Ihr Inserat neben den meisten Konkurrenten. Entscheidend ist der Angebotsbestand in Ihrem Bezirk: Wenige frische Inserate machen jeden Monat zu einem guten Monat; viele Ladenhüter aus dem Frühjahr sprechen für den Jänner oder den Spätsommer.
Wie lese ich den Häuserpreisindex?
Der Häuserpreisindex von Statistik Austria setzt die Preise eines Basisjahres auf 100 und zeigt je Quartal, wie sich bezahlte Kaufpreise aus dem Grundbuch verändert haben. 105,00 Punkte im 2. Quartal 2026 auf der Basis 2025 heißen 5,0 % über dem Durchschnitt des Jahres 2025; die Veränderung zum Vorjahresquartal betrug 5,1 %. Lesen Sie neuen und bestehenden Wohnraum getrennt, und schreiben Sie einen älteren Kaufpreis mit dem Verhältnis zweier Indexstände fort, um ihn auf heute zu bringen.
Was ist der Fundamentalpreisindikator der OeNB?
Ein Maß der Oesterreichischen Nationalbank dafür, wie weit die Wohnimmobilienpreise in Prozent von dem abweichen, was Fundamentalfaktoren wie Einkommen, Mieten und Zinsen rechtfertigen. Im 3. Quartal 2020 zeigte er für Wien +24 % und für Österreich +17 %. Von einer Blase spricht die OeNB erst, wenn die Abweichung erheblich ist und lange anhält. Für Verkäufer ist er ein Thermometer der Käuferseite, keine Verkaufsempfehlung.
Wie entwickeln sich die Preise in Deutschland und der Schweiz?
Flach und regional gespalten. Destatis meldete für das 2. Quartal 2026 bundesweit 0,6 % mehr als im Vorjahr; Eigentumswohnungen in den sieben Metropolen gaben 0,4 % nach, in kreisfreien Großstädten außerhalb stiegen sie um 2,0 %. In der Schweiz legte der IMPI des Bundesamts für Statistik im 2. Quartal 2026 um 0,7 % zum Vorquartal auf 127,7 Punkte zu, Eigentumswohnungen plus 1,6 %, Einfamilienhäuser minus 0,4 %, zum Vorjahresquartal plus 3,5 %.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Zahlen und Regeln tragen das Jahr ihrer Veröffentlichung; die aktuelle Fassung finden Sie in der zitierten Quelle.
Quellen
- 1statisticsHäuserpreisindex und OOH PI (Quartalsdaten, 2. Quartal 2026)Statistik Austria · 2026HPI 2. Quartal 2026 vorläufig 105,00 Punkte (Basis 2025), +5,1 % zum Vorjahresquartal, bestehender Wohnraum 105,27 (+5,1 %), neuer Wohnraum 104,13 (+4,9 %); Datenbasis sind Kaufverträge aus dem Grundbuch; Pressemitteilungen: 2023 minus 2,6 %, 2024 kaum verändert, 2025 +2,6 %, 1. Halbjahr 2026 Rekordniveau; nächste Veröffentlichungen 18.12.2026 und 25.03.2027.statistik.at ↗
- 2statisticsPreise für Wohnimmobilien im 2. Quartal 2026: +0,6 % zum VorjahresquartalStatistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 336 vom 24. September 2026 · 2026Häuserpreisindex Deutschland 2. Quartal 2026: +0,6 % zum Vorjahresquartal, +0,3 % zum Vorquartal; Eigentumswohnungen in den Top-7-Metropolen minus 0,4 %, in kreisfreien Großstädten außerhalb +2,0 %, in dicht besiedelten ländlichen Kreisen minus 1,8 %, Ein- und Zweifamilienhäuser dort +1,0 %.destatis.de ↗
- 3statisticsDie Preise für Wohneigentum sind im 2. Quartal 2026 um 0,7 % gestiegen (IMPI 127,7 Punkte)Bundesamt für Statistik (BFS), Medienmitteilung 30.07.2026 · 2026IMPI 2. Quartal 2026: +0,7 % zum Vorquartal, 127,7 Punkte (4. Quartal 2019 = 100); Einfamilienhäuser minus 0,4 %, Eigentumswohnungen +1,6 %; Teuerung zum Vorjahresquartal +3,5 %.edi.admin.ch ↗
- 4guidanceImmobilienverkäufe: Steuerfolgen im privaten Bereich (ImmoESt 30 %, Altvermögen 4,2 %, Hauptwohnsitzbefreiung)Wirtschaftskammer Österreich (WKO) · 2026Sondersteuersatz 30 % auf den Veräußerungsgewinn; Hauptwohnsitzbefreiung für Eigenheime und Eigentumswohnungen samt Grund bis 1.000 m² bei mindestens zwei Jahren durchgehend ab Anschaffung oder Herstellung (1. Tatbestand) oder fünf Jahren innerhalb der letzten zehn Jahre (2. Tatbestand), jeweils mit Aufgabe des Hauptwohnsitzes; Umwidmungszuschlag 30 % für Veräußerungen ab 1. Juli 2025.wko.at ↗
- 5law§ 23 EStG: Private Veräußerungsgeschäfte (Zehnjahresfrist, Eigennutzung)Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026Steuerpflicht, wenn zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als zehn Jahre liegen; ausgenommen Wirtschaftsgüter, die ausschließlich oder im Jahr der Veräußerung und den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden.gesetze-im-internet.de ↗
- 6statisticsWohnimmobilienpreisindex (neue und gebrauchte Eigentumswohnungen, Einfamilienhäuser)Oesterreichische Nationalbank (OeNB) · 2026Der OeNB-Wohnimmobilienpreisindex beruht auf Quadratmeterpreisen neuer und gebrauchter Eigentumswohnungen sowie Einfamilienhäuser und wird qualitätsbereinigt berechnet, bis 2017 mit einem hedonischen Regressionsmodell, seither mit Doppelimputation und einem generalisierten additiven Modell (OeNB, DataScience Service GmbH, TU Wien).oenb.at ↗
- 7statisticsNationalbank: Anstieg der Wohnimmobilienpreise bleibt unter der Inflation (Presseaussendung 29.01.2026)Oesterreichische Nationalbank (OeNB) · 2026Wohnimmobilienpreise 2025 nominell +2,1 % bei 3,8 % Inflation, Wien +2,9 %, Österreich ohne Wien +1,6 %; seit dem 3. Quartal 2022 minus 3,3 %; gebrauchte Eigentumswohnungen in Wien +20,5 % (Q3 2020 bis Q2 2022), minus 9,4 % (Q3 2022 bis Q2 2024), +2,8 % (Q3 2024 bis Q4 2025), im übrigen Österreich minus 6,5 % in der Zinsphase, neue Wohnungen in Wien minus 0,1 %; Transaktionen je Quartal im Neubau minus 61 %, im Bestand minus 26 %, aktuell rund 10.700 gebrauchte (Durchschnitt 10.500) und 2.500 neue (Durchschnitt 3.100); erste Leitzinserhöhung 27.07.2022, erste Senkung 12.06.2024.oenb.at ↗
- 8studyImmobilienmarktanalyse der OeNB: Fundamentalpreisindikator für WohnimmobilienOesterreichische Nationalbank (OeNB) · 2021Der Fundamentalpreisindikator misst die Abweichung der Wohnimmobilienpreise vom fundamental gerechtfertigten Niveau in Prozent; 3. Quartal 2020: Wien +24 %, Österreich +17 %; von einer Blase spricht die OeNB erst bei erheblicher und länger anhaltender Abweichung.oenb.at ↗
- 9statisticsDer WKÖ-Immobilienpreisspiegel 2026: 91.000 Transaktionen, gebrauchte Eigentumswohnungen Ø 2.278,72 €/m², Neubau Ø 3.602,97 €/m²Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) · 2026Immobilienpreisspiegel 2026 (24.03.2026): rund 91.000 Immobilientransaktionen 2025 in Österreich, 8,98 % mehr als 2024; gebrauchte Eigentumswohnungen im Schnitt 2.278,72 €/m² (+1,82 %), Neubauwohnungen 3.602,97 €/m².wko.at ↗
- 10officialKey ECB interest rates (Leitzinsen der EZB)Europäische Zentralbank (EZB) · 2026Einlagesatz 2,00 % ab 11.06.2025, 2,25 % ab 17.06.2026 und 2,50 % ab 16.09.2026 (Hauptrefinanzierungssatz 2,65 %, Spitzenrefinanzierungssatz 2,90 %).ecb.europa.eu ↗
- 11guidancePrivate Wohnimmobilienkredite: Warum gute Vergabestandards wichtig sind (OeNB-Blog, 10.04.2026)Oesterreichische Nationalbank (OeNB) · 2026Die KIM-Verordnung ist am 30. Juni 2025 ausgelaufen; als Leitlinie des Finanzmarktstabilitätsgremiums gelten weiter höchstens 90 % Beleihungsquote, höchstens 40 % des Nettoeinkommens für den Schuldendienst und höchstens 35 Jahre Laufzeit, gestützt durch das FMA-Rundschreiben zu Wohnimmobilienkrediten; 2020 erfüllten 14 % der neuen Kredite die Leitlinie, beim Auslaufen 86 %.oenb.at ↗
- 12officialBesteuerung der Grundstückgewinne (Steuerinformationen, Ausgabe Februar 2024)Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) · 2024Kantonale Grundstückgewinnsteuer: alle Kantone belasten kurzfristig erzielte Gewinne stärker (Art. 12 Abs. 5 StHG), meist mit einem Zuschlag; alle Kantone außer Obwalden ermäßigen die Steuer bei längerer Besitzesdauer; Steueraufschub bei Ersatzbeschaffung selbstgenutzten Wohneigentums.estv2.admin.ch ↗





