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Miete & Rendite

Laufende Kosten für Haus und Wohnung: Betriebskosten, Rücklage, Steuern

Laufende Kosten für Haus und Eigentumswohnung: Betriebskosten je m², Rücklage nach WEG, Grundsteuer, Versicherung und Instandhaltung in AT, DE und CH.

Christian EckmairAktualisiert: 12 Min. Lesezeit12 quellenGeprüft von Josef Eckmair MBA
Dachdecker erneuern die Ziegel eines Einfamilienhauses, das teuerste Beispiel für laufende Instandhaltungskosten
Seit 1. Jänner 2026 müssen Eigentümergemeinschaften in Österreich mindestens 1,12 € je Quadratmeter Nutzfläche und Monat in die Rücklage einzahlen. Bild: Porcinipal, CC0, via Wikimedia Commons

Wer ein Haus kauft, rechnet die Kreditrate aus und hält sie für die Miete, die er künftig an sich selbst zahlt. Die zweite Hälfte der Rechnung fehlt dann: Was die Gemeinde verlangt, was die Versicherung kostet, was das Dach in fünfzehn Jahren kosten wird. Dieser Beitrag legt die Kostenlandkarte für Österreich, Deutschland und die Schweiz nebeneinander, mit Gesetzesstellen und Durchschnittswerten, und rechnet ein niederösterreichisches Haus und eine Wiener Wohnung Zeile für Zeile durch. Für Vermieter ist die Kostenseite die andere Hälfte der Frage, welche Miete sie verlangen können; für Käufer ist sie der Teil der Leistbarkeit, den in Österreich und Deutschland keine Bank prüft.

Laufende Kosten für Haus und Wohnung: sieben Kostenblöcke in drei Ländern

Kostenblock Österreich Deutschland Schweiz
Betriebs- und Nebenkosten Katalog des § 21 MRG: Wasser, Kanal, Müll, Rauchfangkehrer, Beleuchtung, Versicherung, Verwaltung, Hausbetreuung, öffentliche Abgaben6 Betriebskosten des Gebäudes, im Wohnungseigentum über das Hausgeld Nebenkosten: Wasser, Abwasser, Kehricht, Hauswartung, Heizung
Rücklage der Gemeinschaft Seit 2026 mindestens 1,12 € monatlich je m² Nutzfläche2, darüber „angemessen“ nach § 31 WEG3 Angemessene Erhaltungsrücklage nach § 19 WEG7 Erneuerungsfonds der Stockwerkeigentümer, Höhe im Reglement
Instandhaltung im eigenen Bereich Therme, Fenster, Bäder, Böden; beim Haus alles vom Dach bis zum Kanalanschluss dieselben Posten dieselben Posten; die Bank rechnet eine Pauschale
Grundsteuer, Liegenschaftssteuer Einheitswert mal Messzahl mal Hebesatz, meist niedrig4 Grundsteuerwert mal 0,31 Promille mal Hebesatz seit 202585 Liegenschaftssteuer in einigen Kantonen, Eigenmietwert bis zum Systemwechsel9
Versicherung Eigenheim- oder Haushaltsversicherung; im Zinshaus Feuer, Haftpflicht, Leitungswasser als Betriebskosten6 Wohngebäude- und Elementarversicherung, Prämie nach ZÜRS-Klasse10 Kantonale oder private Gebäudeversicherung, Hausrat separat
Energie Heizung, Warmwasser, Strom; der Energieausweis zeigt den Bedarf dieselben Posten dieselben Posten
Finanzierung Zinsen und Tilgung, Kontoführung dieselben Posten Hypothekarzins, Amortisation der zweiten Hypothek

Vier Blöcke sind planbar, zwei schwanken, und einer wird chronisch unterschätzt: die Instandhaltung, weil sie in guten Jahren nichts kostet und in einem einzigen schlechten Jahr fünfstellig wird.

Was österreichische Eigentümer zahlen: Betriebskostenkatalog, WEG-Rücklage, Grundsteuer, Versicherung

Betriebskosten: der Katalog des MRG und die Bewirtschaftungskosten im Wohnungseigentum

Das Mietrechtsgesetz zählt abschließend auf, was als Betriebskosten gilt: die Wasserversorgung, die regelmäßige Rauchfangkehrung, Kanalräumung, Unratabfuhr und Schädlingsbekämpfung, die Beleuchtung der allgemeinen Teile, die Feuerversicherung in Höhe des Wiederherstellungswerts, die Haftpflicht- und Leitungswasserversicherung, die Auslagen für die Verwaltung nach § 22 und die Aufwendungen für die Hausbetreuung nach § 23, dazu die laufenden öffentlichen Abgaben6. Der Vermieter darf sie als gleichbleibende Monatspauschale einheben und muss bis zum 30. Juni des Folgejahres abrechnen6. Die Verwaltungskosten sind gedeckelt: pro Quadratmeter Nutzfläche und Jahr höchstens der Kategoriebetrag nach § 15a Abs. 3 Z 1 MRG, auf zwölf Monatsraten verteilt6.

Im Wohnungseigentum ist die Liste offen. Das WEG spricht von Bewirtschaftungskosten ohne abschließende Aufzählung; zu den Posten des MRG kommen dort etwa Rechtsanwaltskosten bei Streitigkeiten der Gemeinschaft und Bankspesen für das Gemeinschaftskonto, und das Honorar eines gewerblichen Verwalters unterliegt keiner gesetzlichen Grenze11. Die Größenordnung liefert der Mikrozensus: 2,7 € je m² und Monat im Durchschnitt aller Hauptmietwohnungen, 176,5 € je Wohnung, Stand 2. Quartal 20261. Ein Haus mit Lift, Tiefgarage und Gartenpflege liegt darüber, ein Zinshaus ohne Lift darunter.

Rücklage: 1,12 € je Quadratmeter sind das Minimum, nicht das Ziel

Wohnungseigentümer haben eine angemessene Rücklage zu bilden und dabei die voraussichtliche Entwicklung der Aufwendungen zu berücksichtigen, ausdrücklich auch künftige Ausgaben für die thermische Sanierung; der monatliche Gesamtbeitrag darf einen valorisierten Mindestbetrag je Quadratmeter Nutzfläche nur ausnahmsweise unterschreiten, etwa bei Neubauten oder einer bereits hohen Rücklage3. Dieser Mindestbetrag lag ab 1. Juli 2022 bei 0,90 €, ab 1. Jänner 2024 bei 1,06 € und seit 1. Jänner 2026 bei 1,12 € je Quadratmeter und Monat; für 80 m² sind das 89,60 €2. Die Rücklage ist auf einem eigenen, für jeden Eigentümer einsehbaren Konto verzinst anzulegen311, und der Verwalter muss jährlich eine Vorausschau vorlegen, welche Erhaltungsarbeiten anstehen und welche Beiträge dafür nötig sind3.

Der Mindestbetrag ist ein Boden, kein Richtwert. Ein Haus aus 1972 mit Originalfenstern, alter Gasetagenheizung und ungedämmter Fassade braucht ein Mehrfaches, sonst kommt die Sanierung als Sonderzahlung, die mancher Eigentümer nur mit einem Kredit stemmt. Beim Kauf einer Eigentumswohnung sind deshalb drei Fragen wichtiger als die Farbe der Küche: Wie hoch ist der Rücklagenstand, was steht in der letzten Vorausschau, und gab es in den letzten fünf Jahren eine Sonderzahlung?

Grundsteuer: warum sie in Österreich so niedrig ist

Besteuerungsgrundlage ist der Einheitswert4, ein steuerlicher Wert aus vergangenen Hauptfeststellungen, der weit unter dem Verkehrswert liegt. Auf ihn wird die Steuermesszahl angewendet: allgemein 2 Promille, bei Einfamilienhäusern ermäßigt auf 0,5 Promille für die ersten 3.650 € und 1 Promille für die folgenden 7.300 € des Einheitswerts4. Den so ermittelten Steuermessbetrag multipliziert die Gemeinde mit ihrem Hebesatz, den sie nach dem Finanzausgleichsgesetz festsetzt4. Bei einem Einheitswert von 25.000 € ergibt das einen Messbetrag von 37,23 € und bei einem angenommenen Hebesatz von 500 % eine Jahressteuer von rund 186 €. Was Einheitswert, Grundsteuerwert und Verkehrswert unterscheidet, erklärt der Beitrag zu Einheitswert und Verkehrswert.

Versicherung: Neuwert, Haftpflicht, Naturgefahren

Beim Einfamilienhaus tragen Sie die Eigenheimversicherung selbst: Feuer, Sturm, Leitungswasser, Glasbruch und die Haftpflicht des Grundeigentümers, dazu je nach Lage Hochwasser- und Erdbebendeckung, die oft nur begrenzt versichert wird. Im Mehrparteienhaus sind Feuer-, Haftpflicht- und Leitungswasserversicherung Teil der Betriebskosten6, die Haushaltsversicherung für das Innere bleibt bei Ihnen. Prüfen Sie jedes Jahr zwei Dinge: ob die Versicherungssumme noch dem Wiederherstellungswert entspricht, sonst droht der Einwand der Unterversicherung, und ob Ihre Adresse in einer Hochwasserzone liegt; wie Sie das feststellen, zeigt der Beitrag zur Hochwasserkarte für Ihre Adresse.

Hausgeld, Erhaltungsrücklage und neue Grundsteuer: die deutschen Kostenzeilen

Das Hausgeld ist die monatliche Vorauszahlung an die Eigentümergemeinschaft nach dem Wirtschaftsplan des Verwalters. Es bündelt die Betriebskosten des Gebäudes, die Verwaltervergütung und den Beitrag zur Erhaltungsrücklage; deren Ansammlung gehört wie die Versicherung des gemeinschaftlichen Eigentums zum Neuwert und die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht zur ordnungsmäßigen Verwaltung7. Eine gesetzliche Mindesthöhe wie in Österreich kennt das deutsche WEG nicht; „angemessen“ legt die Gemeinschaft fest, und Streit darüber ist häufig.

Die Grundsteuer wurde zum 1. Januar 2025 neu veranlagt5. Im Bundesmodell folgt sie seither drei Faktoren: dem Grundsteuerwert des Finanzamts, der Steuermesszahl von 0,31 Promille für Wohngrundstücke (0,34 Promille für unbebaute und sonstige Grundstücke, ermäßigt um 25 % bei gefördertem Wohnraum)8 und dem Hebesatz der Gemeinde. Ein Grundsteuerwert von 350.000 € ergibt einen Messbetrag von 108,50 €; bei einem angenommenen Hebesatz von 470 % sind das rund 510 € im Jahr. Weil einige Länder eigene Bewertungsmodelle anwenden, lohnt sich der Blick in den Bescheid: Fläche, Baujahr und Bodenrichtwert sind die Stellen, an denen Fehler stecken.

Bei der Versicherung ist Deutschland das Land der Gefährdungsklassen. Die Versicherer haben über 22 Millionen Adressen in vier Überschwemmungsklassen eingeteilt; ein Deich zählt nur, wenn er mindestens ein hundertjährliches Hochwasser abhält, und Gebäude bis 100 Meter vom Bach bekommen eine eigene Bachzonen-Kennung. Dazu kommen drei Starkregenklassen: knapp 12 % aller Adressen liegen in der höchsten, etwa 66 % in der mittleren, über 22 % in der niedrigsten10. Die Klasse bestimmt, ob und zu welcher Prämie Sie den Baustein „erweiterte Naturgefahren“ bekommen, und damit eine Kostenzeile, die zwischen zwei Straßen um Hunderte Euro schwanken kann.

Unterhaltspauschale, Gebäudeversicherung, Eigenmietwert: wie die Schweiz Besitzkosten rechnet

Die Schweiz rechnet Besitzkosten an einer Stelle, an der Österreich und Deutschland gar nicht rechnen: bei der Kreditvergabe. In der Tragbarkeitsrechnung setzt die Bank nicht den aktuellen Hypothekarzins an, sondern einen kalkulatorischen Zins, dazu die Amortisation der zweiten Hypothek und eine Pauschale für Unterhalt und Nebenkosten, die als Prozentsatz des Liegenschaftswerts gerechnet wird; die Summe soll nach Bankpraxis einen festen Anteil des Bruttoeinkommens nicht übersteigen. Die Eckwerte dafür legen die Banken in ihrer Selbstregulierung fest, den konkreten Satz nennt Ihnen Ihre Bank. Sie preist den Unterhalt also pauschal ein, nicht nach dem Zustand Ihres Dachs.

Die Gebäudeversicherung ist in vielen Kantonen bei einer kantonalen Anstalt abzuschließen, in den übrigen bei privaten Versicherern; versichert wird in der Regel zum Neuwert. Nebenkosten bei Stockwerkeigentum laufen über die Gemeinschaft, die Erneuerung über den Erneuerungsfonds, dessen Höhe das Reglement bestimmt.

Der eigentümliche Posten ist der Eigenmietwert. Wer eine Liegenschaft selbst nutzt, versteuert ihn heute als Einkommen und darf dafür Schuldzinsen und Unterhaltskosten abziehen9. Am 28. September 2025 haben die Stimmberechtigten die Reform der Wohneigentumsbesteuerung mit 57,7 % Ja angenommen: Der Eigenmietwert entfällt für Erst- und Zweitliegenschaften, im Gegenzug fallen der Unterhaltsabzug weg und der Schuldzinsenabzug wird stark begrenzt; das Inkrafttreten beschließt der Bundesrat9. Für die Kostenrechnung bedeutet das einen Wechsel der Logik: Bisher senkte jede Sanierungsrechnung die Steuer, künftig zahlt sie der Eigentümer allein.

Instandhaltung planen: Pauschale je Quadratmeter oder Bauteil-Lebenszyklus

Zwei Methoden liefern die wichtigste Zahl der ganzen Rechnung.

Die Pauschale nimmt einen festen Betrag je Quadratmeter oder einen Prozentsatz des Gebäudewerts pro Jahr. Sie ist einfach, gleichmäßig und blind für das Alter des Hauses. Der gesetzliche WEG-Mindestbetrag von 1,12 € je m² und Monat2 ist eine solche Pauschale, gedacht als Untergrenze für Gemeinschaften, nicht als Prognose für Ihr Haus.

Der Bauteil-Lebenszyklus zerlegt das Gebäude in seine großen Teile, schätzt für jedes die Restlebensdauer und die Erneuerungskosten und teilt die Kosten durch die Jahre. Das ist die Methode, die hinter der Vorausschau eines guten Verwalters steht3, und sie ergibt für ein Haus aus 1985 ein anderes Bild als für einen Neubau.

Bauteil (Beispielannahmen, keine Normwerte) Erneuerungskosten Restlebensdauer Jahresbetrag
Dacheindeckung samt Spenglerarbeiten 38.000 € 12 Jahre 3.167 €
Heizkessel und Warmwasserbereitung 16.000 € 6 Jahre 2.667 €
Fenster und Außentüren 24.000 € 8 Jahre 3.000 €
Fassade, Putz und Anstrich 22.000 € 10 Jahre 2.200 €
Bäder, Leitungen, Elektrik 30.000 € 15 Jahre 2.000 €
Summe 130.000 € 13.033 €

Die Tabelle beschreibt ein Haus, an dem seit dem Bau 1985 wenig gemacht wurde: 13.000 € im Jahr wären nötig, um in fünfzehn Jahren alles einmal erneuert zu haben. Bei einem Haus, dessen Dach und Fenster 2015 getauscht wurden, schrumpft die Summe auf die Heizung und die Fassade. Genau deshalb ist der Bauakt beim Kauf mehr wert als das Exposé: Er verrät, welche Zeilen in dieser Tabelle schon bezahlt sind.

Ein Jahr Eigentum in Zahlen: Haus in Tulln, Wohnung in Wien

Alle Beträge sind Beispielwerte ohne echte Adresse; Annahmen sind als solche bezeichnet. Das Haus: 140 m² Wohnfläche, 800 m² Grund, Baujahr 1985, Bezirk Tulln. Statistik Austria weist für Häuser aus den Baujahren 1961 bis 1990 auf durchschnittlich großen Grundstücken im Bezirk je nach Wohnfläche 2.784 bis 3.922 € je m² aus, für mehr als 130 m² die 2.784 € (Transaktionen 2021 bis 2025, auf das Preisniveau 2025 angepasst)12; das Beispiel setzt 400.000 €. Die Wohnung: 70 m², Wien-Landstraße, Baujahr 1975; für Wohnungen mit 54 bis 77 m² aus derselben Bauperiode nennt Statistik Austria dort 4.538 € je m² ohne Außenflächen12, im Beispiel 320.000 €.

Kostenzeile pro Jahr Haus Tulln, 140 m² Wohnung Wien, 70 m²
Grundsteuer Einheitswert 25.000 € (Annahme), Messbetrag 37,23 €4, Hebesatz 500 % (Annahme): 186 € in den Betriebskosten enthalten11
Betriebskosten der Gemeinschaft entfällt 2,7 € je m² × 70 m² × 121: 2.268 €
Gemeindegebühren Wasser, Kanal, Müll (Annahme) 1.400 € enthalten
Rauchfangkehrer (Annahme) 150 € enthalten
Versicherung Eigenheimversicherung mit Haftpflicht (Annahme): 700 € Haushaltsversicherung (Annahme): 220 €; Gebäude über Betriebskosten6
Energie: Heizung, Warmwasser, Strom (Annahme) 3.400 € 1.500 €
Rücklage oder Instandhaltung, Methode Pauschale 1,12 € je m² × 140 m² × 122: 1.882 € Rücklage 1,12 € je m² × 70 m² × 122: 941 €
Instandhaltung im eigenen Bereich (Annahme 0,5 % des Werts) in der Lebenszyklusrechnung enthalten 1.600 €
Summe mit Pauschale 7.718 €, also 643 € im Monat 6.529 €, also 544 € im Monat
Summe mit Bauteil-Lebenszyklus statt Pauschale 13.033 € statt 1.882 €: 18.869 €, also 1.572 € im Monat

Zwei Dinge fallen auf. Erstens liegt die Wohnung mit 544 € im Monat nicht weit unter dem Haus, obwohl sie halb so groß ist, weil Lift, Hausbetreuung und Verwaltung in den Betriebskosten stecken und Hauseigentümer diese Arbeit selbst machen. Zweitens hängt beim Haus fast alles an der Instandhaltungsmethode: Mit dem WEG-Minimum als Pauschale sieht das Haus günstig aus, mit der Bauteilrechnung kostet es mehr als das Doppelte. Die Wahrheit für ein Haus aus 1985 liegt näher an der zweiten Zahl, und wer die erste in seine Leistbarkeit einträgt, finanziert die Differenz später mit einem Kredit.

Was CheckValue zu den Besitzkosten zeigt

Der Bericht für eine Adresse schätzt die Besitzkosten und stellt sie neben die Wertspanne und die Mietschätzung. Für Käufer ist das die Zeile, die in der Kreditrechnung der Bank fehlt; für Vermieter die Brücke von der Bruttomiete zur Rendite, die der Beitrag zur Berechnung der Mietrendite weiterführt. Zwei weitere Seiten des Berichts hängen direkt an dieser Kostenrechnung: Die Hochwasserkarte sagt, ob die Versicherungszeile teuer wird, und die Energie- und Lärmkarten ordnen ein, ob die Heizkosten der Gegend eher oben oder unten liegen.

Was die Schätzung nicht kann: Sie kennt weder den Rücklagenstand Ihrer Eigentümergemeinschaft noch den Zustand Ihres Dachs, und sie ersetzt weder die Betriebskostenabrechnung noch ein Sachverständigengutachten. Sie ist der Ausgangspunkt, den Sie mit den Zahlen aus diesem Beitrag überschreiben. Die Seite mit Besitzkosten und Rendite sehen Sie im Berliner Musterbericht; für Ihr eigenes Objekt zeigt die kostenlose Vorschau die Besitzkosten für Ihre Adresse im Aufbau, bevor Sie sich für den Bericht entscheiden.

Bei Hausbesichtigungen frage ich als Erstes nach dem Jahr, in dem Dach, Fenster und Heizung zuletzt getauscht wurden, und erst danach nach dem Preis. Die Antwort auf die erste Frage hat in meiner Erfahrung mehr Käufe entschieden als die auf die zweite, auf Teneriffa wie in Österreich.
Christian Eckmair, Mitgründer von CheckValue

Kosten senken: Abrechnung prüfen, Versicherung vergleichen, energetisch sanieren

  1. Betriebskostenabrechnung lesen. Der Vermieter muss bis zum 30. Juni des Folgejahres abrechnen und Belegeinsicht gewähren6. Prüfen Sie den Verteilungsschlüssel, die Verwaltungspauschale gegen den zulässigen Betrag je Quadratmeter6 und jede Position, die nicht im Katalog steht. Im Wohnungseigentum vergleichen Sie das Verwalterhonorar mit Angeboten, denn es ist gesetzlich nicht begrenzt11.
  2. Versicherung neu ausschreiben. Alle drei bis fünf Jahre lohnt ein Vergleich, vor allem nach einer Sanierung, die die Versicherungssumme verändert. In Deutschland entscheidet die Gefährdungsklasse über den Elementarbaustein10; in Österreich fragen Sie nach der Hochwasserdeckung und ihrer Obergrenze.
  3. Energie zuerst dort sparen, wo der Energieausweis rot ist. Fenster und Dämmung senken die größte schwankende Kostenzeile und stehen ohnehin auf der Lebenszyklusliste; wer beides verbindet, zahlt die Sanierung einmal. Was eine bessere Energieklasse am Ende für den Wert bedeutet, zeigt der Beitrag über Energieausweis, Lärmkarte und Lagefaktoren.

Eigentümer- und Vermietersicht auf dieselben Kosten

Dieselbe Kostenzeile hat für den Selbstnutzer und den Vermieter ein anderes Vorzeichen.

Zeile Selbstnutzer Vermieter in Österreich
Betriebskosten nach § 21 MRG einschließlich Grundsteuer und Gebäudeversicherung trägt sie verrechnet sie als Durchlaufposten weiter6
Verwaltung trägt sie im Rahmen des § 22 MRG überwälzbar6
Rücklage der Eigentümergemeinschaft trägt sie bleibt beim Vermieter, nicht überwälzbar
Erhaltung in der Wohnung, Therme, Küche trägt sie bleibt beim Vermieter
Leerstand kein Thema entgangene Miete plus weiterlaufende Kosten
Energie trägt sie zahlt der Mieter
Kredit trägt sie bleibt beim Vermieter, Zinsen sind Werbungskosten

Für Vermieter ist die rechte Spalte der Grund, warum die Bruttomiete nie die Rendite ist: Rücklage, Erhaltung und Leerstand bleiben bei ihnen, nur der Katalog des § 21 MRG wandert zum Mieter6. In Deutschland regelt die Betriebskostenverordnung, welche Posten auf den Mieter umgelegt werden dürfen; Verwaltung und Erhaltungsrücklage gehören nicht dazu. Wer vor der Entscheidung steht, ob er eine frei gewordene Wohnung behält oder verkauft, findet die vollständige Rechnung im Beitrag vermieten oder verkaufen.

Dies ist eine allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung. Beträge, Messzahlen und Fristen tragen das Jahr ihrer Quelle; was sich seither geändert hat, steht in der jeweils aktuellen Fassung dort.

Häufige Fragen

Was kostet ein Haus im Jahr an laufenden Kosten?

Ohne Kredit sind es sechs Blöcke: Grundsteuer, Gemeindegebühren für Wasser, Kanal und Müll, Rauchfangkehrer, Gebäudeversicherung, Energie und die Instandhaltung, die kein Vermieter und keine Gemeinschaft für Sie ansparen. Ein 140-Quadratmeter-Haus aus 1985 in Niederösterreich kommt im Beispiel auf rund 7.700 € im Jahr, wenn nur das gesetzliche Rücklagenminimum angesetzt wird, und auf rund 18.900 €, wenn Dach, Heizung, Fenster, Fassade und Leitungen nach ihrer Restlebensdauer angespart werden.

Wie hoch sind die Betriebskosten einer Eigentumswohnung pro m²?

Der Mikrozensus von Statistik Austria weist für Hauptmietwohnungen im 2. Quartal 2026 durchschnittliche Betriebskosten von 2,7 € je Quadratmeter und Monat aus, das sind 176,5 € je Wohnung. Eigentumswohnungen liegen in einer ähnlichen Größenordnung, weil dieselben Posten anfallen: Wasser, Müll, Rauchfangkehrer, Versicherung, Hausbetreuung, Verwaltung und Grundsteuer. Nicht enthalten ist die Rücklage der Eigentümergemeinschaft, die seit 1. Jänner 2026 mindestens 1,12 € je Quadratmeter Nutzfläche im Monat beträgt.

Wie hoch muss die Rücklage im Wohnungseigentum sein?

Angemessen, sagt § 31 des Wohnungseigentumsgesetzes, und zwar mit Blick auf die voraussichtlichen Aufwendungen einschließlich einer thermischen Sanierung. Als Untergrenze schreibt das Gesetz einen valorisierten Mindestbetrag je Quadratmeter Nutzfläche vor, der seit 1. Juli 2022 bei 0,90 € lag und mit 1. Jänner 2026 auf 1,12 € stieg. Für 80 Quadratmeter sind das 89,60 € im Monat. Ein Haus aus den Siebzigerjahren mit Originalfassade braucht deutlich mehr; nur Neubauten dürfen darunter bleiben.

Wie hoch ist die Grundsteuer in Österreich und Deutschland?

In Österreich wird die Grundsteuer aus dem Einheitswert berechnet: Steuermesszahl von 2 Promille, bei Einfamilienhäusern ermäßigt auf 0,5 Promille für die ersten 3.650 € und 1 Promille für die nächsten 7.300 €, multipliziert mit dem Hebesatz der Gemeinde. Weil die Einheitswerte weit unter den Verkehrswerten liegen, ergibt ein Einheitswert von 25.000 € bei 500 % Hebesatz nur 186 € im Jahr. In Deutschland gilt seit der Hauptveranlagung zum 1. Januar 2025 im Bundesmodell: Grundsteuerwert mal 0,31 Promille für Wohngrundstücke mal Hebesatz der Gemeinde.

Was ist das Hausgeld in Deutschland?

Das Hausgeld ist die monatliche Vorauszahlung der Wohnungseigentümer an die Gemeinschaft, berechnet aus dem Wirtschaftsplan des Verwalters. Es deckt die Betriebskosten des Gebäudes, die Verwaltung und die Zuführung zur Erhaltungsrücklage, deren Ansammlung nach § 19 WEG zur ordnungsmäßigen Verwaltung gehört, ebenso wie die Versicherung des gemeinschaftlichen Eigentums zum Neuwert. Vermieter dürfen nur den umlagefähigen Teil an Mieter weitergeben; Verwaltung und Rücklage bleiben bei ihnen.

Wie rechnen Schweizer Banken die Unterhaltskosten in die Tragbarkeit ein?

Nicht mit Ihren tatsächlichen Rechnungen, sondern mit Pauschalen. Die Bank setzt einen kalkulatorischen Hypothekarzins, die Amortisation und einen Pauschalbetrag für Unterhalt und Nebenkosten an, den sie als Prozentsatz des Liegenschaftswerts rechnet, und prüft, ob die Summe in ein festes Verhältnis zum Bruttoeinkommen passt. Die Eckwerte dafür legen die Banken in ihrer Selbstregulierung fest. Fragen Sie Ihre Bank nach dem konkreten Satz; er entscheidet über die Kaufpreisgrenze.

Zeigt CheckValue die Besitzkosten für meine Adresse?

Ja, der Bericht schätzt die Besitzkosten für die eingegebene Adresse und stellt sie neben die Wertspanne und die Mietschätzung, dazu Karten zu Hochwasser, Energie und Lärm, die auf Versicherung und Heizkosten wirken. Ihre Betriebskostenabrechnung, der Rücklagenstand Ihrer Gemeinschaft und der Energieausweis bleiben die genaueren Quellen; der Bericht ist eine Orientierung, kein Sachverständigengutachten.

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Zahlen und Regeln tragen das Jahr ihrer Veröffentlichung; die aktuelle Fassung finden Sie in der zitierten Quelle.

Christian Eckmair
Christian Eckmair
Mitgründer von CheckValue · Über 20 Jahre Immobilienerfahrung auf Teneriffa und in Österreich · Geprüft von Josef Eckmair MBA

Christian Eckmair ist Mitgründer von CheckValue und der CBDNOL GmbH (Ansfelden, Österreich). Er ist seit über 20 Jahren auf Teneriffa und in Österreich im Immobiliengeschäft tätig – Kauf, Sanierung, Vermietung und Verkauf von Wohnimmobilien – und schreibt über Immobilienwerte, Kaufprüfung und Grundbuch.

Artikel von Christian Eckmair →

Quellen

  1. 1
    statisticsWohnkosten: Mieten und Betriebskosten für Hauptmietwohnungen (Mikrozensus)
    Statistik Austria · 2026
    Mikrozensus 2. Quartal 2026 (Tabelle „Ergebnisse im Überblick“, erstellt am 8. September 2026): Betriebskosten durchschnittlich 2,7 € je m² und 176,5 € je Hauptmietwohnung, Nettomiete 7,9 € je m², Miete inklusive Betriebskosten 10,5 € je m².
    statistik.at ↗
  2. 2
    guidanceInstandhaltungsrücklage im Wohnungseigentum (Mindestrücklage 1,12 €/m² ab 2026)
    Infina · 2026
    Mindestrücklage nach der WEG-Novelle 2022: 0,90 € je m² Nutzfläche ab 1. Juli 2022, 1,06 € ab 1. Jänner 2024, 1,12 € ab 1. Jänner 2026, Anpassung alle zwei Jahre an die Inflation; Neubauten dürfen darunter bleiben; Beispiel 80 m² ergibt 89,60 € im Monat.
    infina.at ↗
  3. 3
    lawWohnungseigentumsgesetz 2002 (WEG), § 31 Rücklage
    RIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026
    § 31 Abs. 1: angemessene Rücklage unter Bedachtnahme auf künftige Aufwendungen, insbesondere thermische Sanierung, mit einem ab 2024 alle zwei Jahre valorisierten Mindestbetrag je m² Nutzfläche (Grundbetrag 0,90 €), Ausnahmen bei hoher Rücklage, Neubau oder durchgreifender Sanierung; Abs. 2: Anlage auf einem einsehbaren Eigen- oder Anderkonto; § 20 Abs. 2: jährliche Vorausschau des Verwalters.
    ris.bka.gv.at ↗
  4. 4
    lawGrundsteuergesetz 1955 (GrStG), Bundesrecht konsolidiert
    RIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026
    § 12: Besteuerungsgrundlage ist der Einheitswert; § 19: Steuermesszahl 2 Promille, bei Einfamilienhäusern 0,5 Promille für die ersten 3.650 € und 1 Promille für die folgenden 7.300 €; § 27: Hebesatz der Gemeinde nach dem Finanzausgleichsgesetz.
    ris.bka.gv.at ↗
  5. 5
    law§ 36 GrStG: Sondervorschriften für die Hauptveranlagung 2025
    Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026
    Auf den 1. Januar 2025 fand in Deutschland eine Hauptveranlagung der Grundsteuermessbeträge statt; die neuen Messbeträge gelten ab dem Kalenderjahr 2025.
    gesetze-im-internet.de ↗
  6. 6
    lawMietrechtsgesetz (MRG), Bundesrecht konsolidiert
    RIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026
    § 21 Betriebskostenkatalog (Wasser, Rauchfangkehrung, Kanalräumung, Unratabfuhr, Schädlingsbekämpfung, Beleuchtung, Feuer-, Haftpflicht- und Leitungswasserversicherung, Verwaltung, Hausbetreuung, öffentliche Abgaben), Jahrespauschalverrechnung und Abrechnung bis 30. Juni mit Belegeinsicht; § 22 Verwaltungskostenpauschale je m²; § 23 Hausbetreuung.
    ris.bka.gv.at ↗
  7. 7
    law§ 19 WEG: Regelung der Verwaltung, Erhaltungsrücklage
    Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026
    Zur ordnungsmäßigen Verwaltung gehören die Versicherung des gemeinschaftlichen Eigentums zum Neuwert samt Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht sowie die Ansammlung einer angemessenen Erhaltungsrücklage.
    gesetze-im-internet.de ↗
  8. 8
    law§ 15 GrStG: Steuermesszahl
    Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026
    Steuermesszahl 0,31 Promille für Wohngrundstücke (Ein- und Zweifamilienhäuser, Mietwohngrundstücke, Wohnungseigentum), 0,34 Promille für unbebaute und übrige Grundstücke, Ermäßigung um 25 % für geförderten Wohnraum, 10 % für Baudenkmäler.
    gesetze-im-internet.de ↗
  9. 9
    officialReform der Wohneigentumsbesteuerung: Volksabstimmung vom 28. September 2025 (57,7 % Ja)
    Eidgenössisches Finanzdepartement (EFD) · 2025
    Heute wird der Eigenmietwert als Einkommen versteuert, Schuldzinsen und Unterhalt sind abziehbar; nach der mit 57,7 % angenommenen Reform entfallen Eigenmietwert und Unterhaltsabzug, der Schuldzinsenabzug wird stark begrenzt, ein befristeter Ersterwerberabzug bleibt; das Inkrafttreten beschließt der Bundesrat.
    efd.admin.ch ↗
  10. 10
    studyZÜRS Geo: Zonierungssystem für Überschwemmungsrisiko (22 Millionen Adressen, Gefährdungsklassen)
    Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) · 2026
    Über 22 Millionen Adressen in vier Überschwemmungs-Gefährdungsklassen, Deichschutz gegen ein hundertjährliches Hochwasser als Kriterium, Bachzone bis 100 m; drei Starkregen-Gefährdungsklassen mit knapp 12 % der Adressen in Klasse 3, etwa 66 % in Klasse 2 und über 22 % in Klasse 1.
    gdv.de ↗
  11. 11
    guidanceLaufende Aufwendungen des Wohnungseigentümers (Betriebskosten, Rücklage)
    oesterreich.gv.at (Bundeskanzleramt) · 2026
    Das WEG kennt keine abschließende Betriebskostenliste; Wohnungseigentümer tragen anteilig auch Grundsteuer, Rechtskosten und Bankspesen; das Honorar gewerblicher Verwalter ist gesetzlich nicht begrenzt; die Rücklage ist auf einem eigenen Konto verzinst anzulegen.
    oesterreich.gv.at ↗
  12. 12
    statisticsImmobilien-Durchschnittspreise: Häuser- und Wohnungspreise nach Bezirken (Datenbasis 2021 bis 2025)
    Statistik Austria · 2026
    Tabellen vom 28. Mai 2026, geometrische Mittel aus Transaktionen 2021 bis 2025 auf Preisniveau 2025: Häuserpreise Bezirk Tulln, durchschnittliche Grundstücke (Kategorie B), Baujahr 1961 bis 1990: 3.922 € je m² Wohnfläche unter 90 m², 3.195 € bei 90 bis 130 m², 2.784 € über 130 m²; Wohnungspreise Wien 3., Landstraße, 54 bis 77 m², Baujahr 1961 bis 1990: 4.538 € je m² ohne Außenflächen.
    statistik.at ↗

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