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Verkauf · Leitfaden

Haus verkaufen: Kosten, Steuern und was Ihnen netto bleibt

Haus verkaufen Kosten 2026: Maklerprovision, ImmoESt, Energieausweis, Pfandrechtslöschung und Vertragskosten in AT, DE und CH bis zum Nettoerlös.

Josef Eckmair MBAAktualisiert: 11 Min. Lesezeit12 quellenGeprüft von Christian Eckmair
Schlüsselübergabe vor einem Einfamilienhaus nach dem Verkauf, Sinnbild für Verkaufskosten und Nettoerlös
Grunderwerbsteuer und Eintragungsgebühr zahlt in Österreich der Käufer; Provision, Pfandrechtslöschung und Immobilienertragsteuer bleiben beim Verkäufer. Bild: advokatsmart.no, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Wer ein Haus verkauft, rechnet mit dem Angebotspreis und wundert sich am Ende über die Überweisung des Treuhänders. Zwischen beiden liegen sechs Kostenposten, von denen nur einer, die Provision, allgemein bekannt ist. Dieser Beitrag geht sie in der Reihenfolge durch, in der sie im Verkauf anfallen, für Österreich zuerst, für Deutschland und die Schweiz jeweils daneben, und rechnet am Ende ein oberösterreichisches Einfamilienhaus bis zum Nettoerlös durch. Wer noch beim Preis steht, findet die Grundlagen im Leitfaden zum Immobilienwert; hier geht es um das, was davon übrig bleibt.

Haus verkaufen: welche Kosten der Verkäufer trägt und welche der Käufer

Posten Österreich Deutschland Schweiz
Maklerprovision Verkäufer und Käufer je bis 3 % plus 20 % USt bei Werten über 36.336,42 €12 Wer beauftragt, zahlt mindestens gleich viel wie die andere Seite5 Verkäufer, Honorar frei vereinbar
Steuer auf den Gewinn ImmoESt 30 %, Befreiungen möglich3 Einkommensteuer, wenn Anschaffung und Verkauf nicht mehr als zehn Jahre auseinanderliegen6 Grundstückgewinnsteuer, kantonal7
Steuer auf den Erwerb Käufer: Grunderwerbsteuer 3,5 %4 Käufer: Grunderwerbsteuer nach Landessatz Handänderungssteuer, kantonal, teils geteilt7
Grundbuch Käufer: Eintragungsgebühr 1,1 %4; Verkäufer: Löschung seines Pfandrechts Käufer: Grundbuchkosten; Verkäufer: Löschung der Grundschuld Kantonale Gebühren
Vertrag und Abwicklung Notariat oder Kanzlei, üblicherweise Käufer, Treuhand für beide4 Notar, trägt der Käufer Öffentliche Beurkundung, kantonale Tarife
Energieausweis Verkäufer, Vorlage- und Aushändigungspflicht10 Verkäufer, Vorlage spätestens bei der Besichtigung GEAK, kantonal geregelt
Kreditablösung Verkäufer: Restschuld, Vorfälligkeitsentschädigung höchstens 1 %11 Verkäufer: Restschuld, Vorfälligkeitsentschädigung nach Bankberechnung Verkäufer: Restschuld, Ausstiegskosten der Festhypothek

Die Tabelle zeigt das Muster: Der Käufer zahlt für den Erwerb, der Verkäufer zahlt für seine Vergangenheit, also für den Kredit, das Pfandrecht und den Gewinn. Die Provision ist der einzige Posten, den beide Seiten tragen können.

Maklerprovision: Höchstsatz in Österreich, Halbteilung in Deutschland, Verhandlung in der Schweiz

In Österreich setzt die Immobilienmaklerverordnung den Höchstbetrag als Prozentsatz des Wertes fest: 4 % bei einem Wert bis 36.336,42 € und 3 % bei einem höheren Wert1, jeweils zuzüglich 20 % Umsatzsteuer, also 3,6 % brutto bei fast jedem Hausverkauf2. Das ist eine Obergrenze, kein Tarif; eine niedrigere Provision kann jederzeit vereinbart werden, und beim Kauf gilt kein Bestellerprinzip, sodass der Makler üblicherweise von beiden Seiten kassiert2. Für den Verkäufer heißt das: Bei 480.000 € Kaufpreis macht die Provision im Alleinauftrag 17.280 € aus, und die Frage, ob der Makler diese Summe wert ist, hat eine ehrliche Antwort nur, wenn man weiß, was ein Privatverkauf kostet. Der Beitrag Haus verkaufen ohne Makler rechnet beide Wege gegeneinander.

In Deutschland gilt seit Ende 2020 für Wohnungen und Einfamilienhäuser § 656d BGB: Hat nur eine Partei den Maklervertrag geschlossen, ist eine Vereinbarung, die die andere zur Zahlung verpflichtet, nur wirksam, wenn der Auftraggeber mindestens in gleicher Höhe zahlungspflichtig bleibt; der Anspruch gegen die andere Seite wird erst fällig, wenn der Auftraggeber seinen Teil bezahlt und nachgewiesen hat5. Der Verkäufer, der den Makler holt, trägt also mindestens die Hälfte.

In der Schweiz kennt das Obligationenrecht keinen gesetzlichen Prozentsatz für den Mäklerlohn; das Honorar ist Verhandlungssache und wird in der Regel als Prozentsatz des Verkaufspreises vereinbart, zahlbar bei Erfolg. Was in Zürich üblich ist, ist es im Jura nicht; holen Sie zwei Angebote.

Vertrag, Treuhand, Grundbuch: die Abwicklung und ihre Kosten

Der österreichische Kaufvertrag wird üblicherweise von einer Rechtsanwaltskanzlei oder einem Notariat errichtet und beglaubigt unterschrieben; dieselbe Stelle berechnet die Grunderwerbsteuer, zeigt den Erwerb dem Finanzamt an und führt den Kaufpreis treuhändig, bis der Käufer im Grundbuch steht4. Wer die Vertragserrichtung zahlt, ist Verhandlungssache; in der Praxis ist es der Käufer, weil er den Vertragserrichter aussucht und die Eintragung seines Eigentums braucht. Die Treuhandschaft schützt beide Seiten: Der Käufer zahlt auf ein Anderkonto, der Verkäufer bekommt das Geld, wenn Lastenfreiheit und Eigentumseintragung gesichert sind, nicht früher.

Für den Verkäufer sind zwei Kosten aus der Abwicklung typisch. Erstens die Lastenfreistellung: Das Pfandrecht Ihrer Bank steht im C-Blatt und muss gelöscht werden, wozu die Bank eine Löschungsquittung ausstellt. Für diese Quittung und ihre Beglaubigung darf die Bank kein Entgelt verlangen; der Oberste Gerichtshof hat 2025 ein Entgelt von 130 € als gröblich benachteiligend eingestuft, und bereits bezahlte Beträge können bis zu 30 Jahre zurückgefordert werden8. Übrig bleiben die Gerichtsgebühr für das Löschungsgesuch und der Aufwand des Vertragserrichters. Zweitens Sonderwünsche im Vertrag: Eine Räumungsfrist, ein Wohnrecht für einige Monate oder eine Ratenzahlung kosten Vertragsarbeit, die jemand bezahlt.

In Deutschland ist die Rollenverteilung fester: Der Käufer trägt Notar und Grundbuch, der Verkäufer die Löschung seiner Grundschuld und die Beschaffung der Löschungsbewilligung. In der Schweiz beurkundet das Notariat öffentlich, die Gebühren sind kantonal und werden je nach Kanton geteilt oder dem Käufer zugewiesen.

Steuern beim Verkauf: ImmoESt, Spekulationsfrist, Grundstückgewinnsteuer

Die Immobilienertragsteuer erfasst in Österreich den Gewinn aus privaten Grundstücksverkäufen mit einem festen Satz von 30 %, der seit dem 1. Jänner 2016 gilt3. Der Gewinn ist Veräußerungserlös minus Anschaffungskosten; Herstellungsaufwand wie Anbau oder Aufstockung und Instandsetzungsaufwand wie der Tausch wesentlicher Gebäudeteile erhöhen die Anschaffungskosten, laufende Instandhaltung wie Ausmalen oder Böden schleifen nicht9. Abziehen dürfen Sie außerdem die Kosten der Mitteilung ans Finanzamt und der Selbstberechnung; Maklergebühren, Inserate und Gutachten bleiben steuerlich unbeachtet9. Die Steuer berechnet und überweist der Parteienvertreter, also Notar oder Rechtsanwalt, wenn er auch die Grunderwerbsteuer des Käufers selbst berechnet9. Sie sehen die ImmoESt also nicht als Steuerbescheid, sondern als Abzug in der Treuhandabrechnung.

Hauptwohnsitz- und Herstellerbefreiung

Steuerfrei bleibt der Verkauf von Eigenheimen mit höchstens zwei Wohnungen und von Eigentumswohnungen samt Grund bis 1.000 m², wenn das Objekt dem Verkäufer durchgehend ab der Anschaffung mindestens zwei Jahre oder innerhalb der letzten zehn Jahre mindestens fünf Jahre als Hauptwohnsitz gedient hat und der Hauptwohnsitz aufgegeben wird9. Die Finanzverwaltung toleriert beim ersten Tatbestand ein Jahr Verzögerung beim Einzug und ein Jahr Vorlauf beim Auszug, beim zweiten ein Jahr Verbleib nach dem Verkauf9. Wer die Wohnung geerbt oder geschenkt bekommen hat, muss die Fristen selbst erfüllt haben; Zeiten als Mitbewohner der Eltern zählen beim Fünfjahrestatbestand mit9. Was das für ein geerbtes Haus bedeutet, führt der Beitrag zu Erbschaft, Steuer und Bewertung weiter.

Die Herstellerbefreiung stellt den Gewinn aus einem selbst hergestellten Gebäude frei, also einem Bau, bei dem der Verkäufer das Baurisiko getragen hat. Sie erfasst nur das Gebäude, nicht den Grund, geht nicht auf Geschenknehmer über und entfällt, wenn das Gebäude in den letzten zehn Jahren vermietet war; treffen beide Befreiungen zu, hat die Hauptwohnsitzbefreiung Vorrang9.

Altvermögen: 4,2 % vom Erlös

Für Grundstücke, die vor dem 1. April 2002 angeschafft wurden und am 31. März 2012 nicht mehr steuerverfangen waren, gilt statt der Gewinnrechnung eine Pauschale: 86 % des Erlöses gelten als Anschaffungskosten, die restlichen 14 % werden mit 30 % besteuert, was 4,2 % des Verkaufserlöses ergibt39. Wurde das Grundstück nach dem 31. Dezember 1987 in Bauland umgewidmet, sind es 18 %3. Ein 1985 gekauftes Haus, das heute um 480.000 € verkauft wird, kostet also 20.160 € ImmoESt, unabhängig davon, wie hoch der Gewinn wirklich ist; greift die Hauptwohnsitzbefreiung, entfällt auch diese Pauschale.

In Deutschland gibt es keine eigene Steuer, sondern § 23 EStG: Liegen zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als zehn Jahre, ist der Gewinn mit dem persönlichen Einkommensteuersatz zu versteuern; ausgenommen sind Objekte, die ausschließlich oder im Jahr der Veräußerung und den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden6. In der Schweiz erhebt jeder Kanton eine Grundstückgewinnsteuer; die Eidgenössische Steuerverwaltung beschreibt sie in ihrem Dossier Steuerinformationen ebenso wie die kantonale Handänderungssteuer7. In den meisten Kantonen sinkt der Satz mit der Haltedauer und steigt bei kurzer Haltedauer mit einem Zuschlag; wer nach drei Jahren verkauft, zahlt anders als wer nach zwanzig verkauft.

Dies ist eine allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung. Bei der ImmoESt entscheiden Details wie Umwidmung, Vermietung oder ein Erbfall, und die klärt Ihre Steuerberatung.

Vor dem Inserat: Energieausweis, Unterlagen, Reparaturen, Räumung

Der Energieausweis ist in Österreich Pflicht des Verkäufers: Er muss den Kaufinteressenten rechtzeitig vor deren Vertragserklärung einen höchstens zehn Jahre alten Ausweis vorlegen und ihn binnen 14 Tagen nach Vertragsabschluss aushändigen; beim Verkauf einer einzelnen Wohnung darf er zwischen dem Ausweis für das Gebäude und dem für die Wohnung wählen, ausschließen lässt sich die Pflicht nicht10. Bestellen Sie ihn, bevor das Inserat online geht, denn ein Käufer, der beim ersten Besichtigungstermin nach dem Heizwärmebedarf fragt und keine Antwort bekommt, verhandelt danach anders.

Unterlagen, die Käufer und deren Banken sehen wollen: Grundbuchauszug, Bauakt mit Bewilligungen und Fertigstellungsanzeige, Pläne, bei Eigentumswohnungen Wohnungseigentumsvertrag, Rücklagenstand und Protokolle. Alles, was der Käufer nicht findet, wird zum Preisabzug oder zur Verzögerung.

Reparaturen lohnen sich vor dem Verkauf nur, wenn sie ein sichtbares Problem beseitigen: die tropfende Armatur, den defekten Rollladen, den Schimmelfleck im Bad. Eine neue Küche für den Käufer ist eine Investition in den Geschmack eines Fremden. Was Käufer wirklich bezahlen, steht im Beitrag zur Wertsteigerung einer Immobilie.

Räumung: Ein leeres Haus verkauft sich anders als ein volles. Kalkulieren Sie Entrümpelung und Endreinigung ein; sie sind keine großen Posten, aber sie fallen vor der Auszahlung an, nicht danach.

Kredit ablösen: Löschungsquittung und Vorfälligkeitsentschädigung

Die Restschuld Ihres Kredits wird aus dem Treuhandkonto direkt an die Bank überwiesen; im Gegenzug gibt die Bank die Löschungsquittung frei. Zwei Dinge können hier Geld kosten.

Bei einem Fixzinskredit darf die Bank für die vorzeitige Rückzahlung eine Entschädigung verlangen. Das Hypothekar- und Immobilienkreditgesetz begrenzt sie zweifach: Sie darf die Zinsen, die Sie bis zum Ende der Laufzeit für den zurückgezahlten Betrag gezahlt hätten, nicht übersteigen, und sie ist mit 0,5 % des vorzeitig zurückgezahlten Betrags gedeckelt, wenn bis zum vereinbarten Ende höchstens ein Jahr fehlt, sonst mit 1 %11. Für Zeiträume ohne festen Sollzinssatz, also bei variabler Verzinsung, darf die Bank gar keine Entschädigung verlangen11. Fragen Sie Ihre Bank in jedem Fall schriftlich nach dem Ablösebetrag zu einem konkreten Datum, bevor Sie das Anbot annehmen.

Für die Löschungsquittung und deren Beglaubigung darf die Bank nichts verlangen8. Wenn Ihre Bank es dennoch tut, verweisen Sie auf die Entscheidung des OGH von 2025; wenn sie es früher getan hat, holen Sie das Geld mit dem Musterbrief der Arbeiterkammer zurück8.

In Deutschland berechnet die Bank die Vorfälligkeitsentschädigung nach dem Zinsschaden, ohne die österreichische Prozentgrenze; nach zehn Jahren ab Vollauszahlung ist eine Kündigung mit sechsmonatiger Frist ohne Entschädigung möglich (§ 489 BGB). In der Schweiz kostet der vorzeitige Ausstieg aus einer Festhypothek die Differenz zwischen vereinbartem Zins und Wiederanlagezins über die Restlaufzeit; bei langen Restlaufzeiten ist das der größte Posten des ganzen Verkaufs, und die Übernahme der Hypothek durch den Käufer wird zum Verhandlungsargument.

Was von 480.000 € in Linz-Land netto bleibt, mit und ohne Hauptwohnsitzbefreiung

Ein Einfamilienhaus im Bezirk Linz-Land, 2015 um 330.000 € gekauft, wird 2026 um 480.000 € verkauft; auf dem Haus lastet ein Fixzinskredit mit 150.000 € Restschuld und vier Jahren Restlaufzeit. Alle Beträge sind Beispielwerte, keine echte Adresse. Die linke Spalte zeigt den Verkauf des Hauptwohnsitzes, die rechte den Verkauf eines vermieteten Hauses ohne Befreiung.

Position Rechnung Hauptwohnsitz Vermietet
Verkaufspreis 480.000 € 480.000 €
Maklerprovision 3 % plus 20 % USt12 14.400 € + 2.880 € 17.280 € 17.280 €
Energieausweis (Annahme) Angebot des Ausstellers 400 € 400 €
Löschung Pfandrecht Löschungsquittung kostenlos8, Gerichtsgebühr (Annahme) 50 € 50 €
Entrümpelung und Endreinigung (Annahme) 1.500 € 1.500 €
Vertragserrichtung und Treuhand trägt laut Vereinbarung der Käufer 0 € 0 €
Kreditablösung Restschuld 150.000 € 150.000 €
Vorfälligkeitsentschädigung, höchstens 1 %11 150.000 € × 1 % 1.500 € 1.500 €
Immobilienertragsteuer 30 %3 (480.000 € minus 330.000 € minus 500 € Kosten der Selbstberechnung, Annahme) × 30 % befreit9 44.850 €
Nettoerlös 309.270 € 264.420 €

Ohne Steuer und ohne die Restschuld selbst kosten Verkauf und Kreditablösung im Beispiel 20.730 €, also 4,3 % des Preises; die Hauptwohnsitzbefreiung ist mit 44.850 € der größte Einzelposten der ganzen Rechnung. Genau deshalb gehört die Frage, ob und wie lange Sie im Haus gewohnt haben, an den Anfang jeder Verkaufsüberlegung, nicht ans Ende. Hätte der Verkäufer 2015 zusätzlich 40.000 € in ein neues Dach gesteckt, würde der Instandsetzungsaufwand den Gewinn in der rechten Spalte um diesen Betrag senken und die Steuer um 12.000 €9; die Rechnungen dafür sind also elf Jahre lang bares Geld.

Wertspanne, Verkaufskosten und Vermarktungsdauer im Bericht, die ImmoESt rechnen Sie selbst

Für einen Verkäufer sind drei Seiten des Berichts der Anfang dieser Rechnung. Die Wertspanne setzt den realistischen Verkaufspreis, den die Tabelle oben voraussetzt, und zeigt den Quadratmeterpreis gegen den Bezirksdurchschnitt. Direkt daneben stehen die geschätzten Verkaufskosten und der Nettoerlös für die Adresse, gerechnet mit den im Land üblichen Sätzen für Provision und Abwicklung; das ist die Zeile, die Rechner auf Portalen als Prozentsatz abkürzen. Und die Vermarktungsdauer der Gegend sagt, wie lange Sie den Kredit voraussichtlich weiterbedienen, bevor der Treuhänder auszahlt.

Was der Bericht nicht kennt, ist Ihre Vergangenheit: den Anschaffungspreis, die Jahre als Hauptwohnsitz, die Dachrechnung von 2015. Die Immobilienertragsteuer und die Kreditablösung bleiben deshalb Ihre Zeilen, und ein Gutachten oder eine Steuerauskunft ersetzt der Bericht nicht. Die Seite mit Verkaufskosten und Nettoerlös sehen Sie im Musterbericht Wien auf der Startseite; für Ihre eigene Adresse zeigt die kostenlose Vorschau den Aufbau vor dem Kauf.

Der Moment, in dem ein Verkauf ins Stocken gerät, ist selten die Unterschrift. Es ist die Woche davor, wenn die Löschungsquittung der Bank fehlt und der Treuhänder nicht auszahlen darf. Ich lasse sie heute anfordern, bevor das Inserat online geht.
Josef Eckmair, Mitgründer von CheckValue

Kosten senken: Provision, Privatverkauf, Zeitpunkt

Drei Stellschrauben bewegen den Nettoerlös, in absteigender Wirkung:

  1. Die Steuer durch Timing. Zwei Jahre durchgehender Hauptwohnsitz ab der Anschaffung oder fünf Jahre innerhalb der letzten zehn entscheiden über 30 % des Gewinns9. Wer knapp davor steht, verkauft später. In Deutschland ist die Zehnjahresfrist des § 23 EStG dieselbe Art von Kalenderfrage6.
  2. Die Provision. 3 % plus USt sind ein Höchstbetrag12. Verhandeln Sie den Satz vor dem Alleinauftrag, nicht danach, und lassen Sie sich sagen, was der Makler dafür tut: Bewertung, Unterlagen, Besichtigungen, Verhandlung, Abwicklung bis zur Treuhand. Der Privatverkauf spart die Provision und kostet Zeit, Inserate, einen Energieausweis, den Sie ohnehin brauchen, und die Bewertung; wie sich das rechnet, steht im Beitrag zum Verkauf ohne Makler.
  3. Der Marktzeitpunkt. Der Häuserpreisindex von Statistik Austria lag im 2. Quartal 2026 vorläufig 5,1 % über dem Vorjahresquartal, bestehender Wohnraum ebenfalls 5,1 %, neuer Wohnraum 4,9 %; 2025 hatten sich Wohnimmobilien um 2,6 % verteuert12. Ein Jahr Warten hat in diesem Umfeld mehr gebracht als jede Provisionsverhandlung, aber Indizes beschreiben die Vergangenheit. Wann Verkaufen sinnvoll ist, behandelt der Beitrag zum richtigen Verkaufszeitpunkt, und wie der Angebotspreis gesetzt wird, ohne Geld liegen zu lassen, der Beitrag zur Festlegung des Angebotspreises. Wer stattdessen vermieten will, findet den Vergleich im Beitrag vermieten oder verkaufen.

Was Sie nicht senken können, sind die Posten des Käufers, und die bestimmen mit, was er zahlen kann: Zu seinen 480.000 € kommen Grunderwerbsteuer, Eintragungsgebühr und Vertragserrichtung4. Ein Verkäufer, der das mitdenkt, versteht, warum das Anbot unter dem Inseratspreis liegt.

Dies ist eine allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung. Sätze, Fristen und Grenzen tragen das Jahr ihrer Quelle; die geltende Fassung finden Sie dort.

Häufige Fragen

Was kostet es, ein Haus zu verkaufen?

In Österreich trägt der Verkäufer die Maklerprovision von höchstens 3 % plus 20 % Umsatzsteuer bei Preisen über 36.336,42 €, den Energieausweis, die Löschung seines Pfandrechts, gegebenenfalls eine Vorfälligkeitsentschädigung an die Bank und die Immobilienertragsteuer, wenn keine Befreiung greift. Grunderwerbsteuer, Eintragungsgebühr und in der Regel die Vertragserrichtung übernimmt der Käufer. Ohne Steuer und Kreditablösung ist die Provision mit bis zu 3,6 % brutto der größte Posten.

Wie hoch ist die Immobilienertragsteuer, und wie berechne ich sie?

Die ImmoESt beträgt seit 2016 30 % des Veräußerungsgewinns, also Verkaufserlös minus Anschaffungskosten, erhöht um Herstellungs- und Instandsetzungsaufwand und gekürzt um die Kosten der Selbstberechnung. Maklergebühren, Inserate und Gutachten dürfen nicht abgezogen werden. Bei Altvermögen, das vor dem 1. April 2002 angeschafft wurde, gelten pauschal 86 % des Erlöses als Anschaffungskosten; die Steuer beträgt dann 4,2 % des Erlöses. Notar oder Rechtsanwalt berechnen und überweisen sie.

Wann bin ich von der ImmoESt befreit?

Die Hauptwohnsitzbefreiung greift für Eigenheime mit höchstens zwei Wohnungen und Eigentumswohnungen samt Grund bis 1.000 m², wenn das Objekt durchgehend ab der Anschaffung mindestens zwei Jahre oder innerhalb der letzten zehn Jahre mindestens fünf Jahre Ihr Hauptwohnsitz war und Sie ihn aufgeben. Die Herstellerbefreiung stellt selbst errichtete Gebäude frei, aber nur das Gebäude und nur, wenn es in den letzten zehn Jahren nicht vermietet war.

Wie hoch ist die Maklerprovision für Verkäufer?

In Österreich legt die Immobilienmaklerverordnung Höchstbeträge fest: 4 % des Wertes bis 36.336,42 € und 3 % darüber, jeweils plus 20 % Umsatzsteuer, für jede Seite, die den Makler beauftragt hat. Weniger ist immer verhandelbar. In Deutschland muss die Partei, die den Makler beauftragt hat, mindestens so viel zahlen wie die andere; Verkäufer tragen also mindestens die Hälfte. In der Schweiz ist das Honorar frei vereinbar.

Wer zahlt Notar und Grundbuch beim Verkauf?

In Österreich zahlt der Käufer Grunderwerbsteuer von 3,5 %, die Eintragungsgebühr von 1,1 % und üblicherweise die Vertragserrichtung; der Verkäufer trägt, was mit seiner Vergangenheit zu tun hat, also die Lastenfreistellung und die Kosten seines Kredits. Notariat oder Kanzlei wickeln den Kaufpreis treuhändig ab und zahlen ihn erst aus, wenn Eigentum und Lastenfreiheit gesichert sind. In Deutschland trägt der Käufer Notar und Grundbuch, in der Schweiz gelten kantonale Tarife.

Was kostet die Löschung des Pfandrechts?

Weniger, als viele Banken früher verlangt haben. Der Oberste Gerichtshof hat 2025 entschieden, dass Banken für die Löschungsquittung und deren Beglaubigung keine Gebühren verlangen dürfen; ein Entgelt von 130 € wurde als gröblich benachteiligend eingestuft, und bereits bezahlte Entgelte können bis zu 30 Jahre zurückgefordert werden. Was bleibt, ist die Gerichtsgebühr für das Löschungsgesuch und der Aufwand des Vertragserrichters, der es einbringt.

Welche Steuern fallen in Deutschland und der Schweiz beim Verkauf an?

In Deutschland ist der Gewinn steuerpflichtig, wenn zwischen Anschaffung und Verkauf nicht mehr als zehn Jahre liegen; ausgenommen sind Häuser, die durchgehend oder im Verkaufsjahr und den beiden Jahren davor selbst bewohnt wurden. In der Schweiz erhebt jeder Kanton eine Grundstückgewinnsteuer, deren Satz in den meisten Kantonen mit der Haltedauer sinkt; dazu kommt in vielen Kantonen eine Handänderungssteuer, die Käufer, Verkäufer oder beide tragen.

Berechnet CheckValue den Nettoerlös?

Der Bericht schätzt für die eingegebene Adresse die Verkaufskosten und den Nettoerlös neben der Wertspanne, mit den im Land üblichen Sätzen und der Vermarktungsdauer der Gegend. Die Immobilienertragsteuer kann er nicht kennen, weil sie von Ihrem Anschaffungspreis und Ihrer Wohnsitzgeschichte abhängt; diese Zeile rechnen Sie mit den Regeln aus diesem Beitrag oder mit Ihrer Steuerberatung nach. Ein Gutachten oder eine Steuerauskunft ist der Bericht nicht.

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Zahlen und Regeln tragen das Jahr ihrer Veröffentlichung; die aktuelle Fassung finden Sie in der zitierten Quelle.

Josef Eckmair MBA
Josef Eckmair MBA
Mitgründer von CheckValue · Geschäftsführer der CBDNOL GmbH · Über 20 Jahre Immobilienerfahrung auf Teneriffa und in Österreich · Geprüft von Christian Eckmair

Josef Eckmair MBA ist Mitgründer von CheckValue und Geschäftsführer der CBDNOL GmbH (Ansfelden, Österreich). Er hat über 20 Jahre Immobilienerfahrung auf Teneriffa und in Österreich und schreibt über Gutachten, Steuern, Verkaufskosten und Bewertungen für Profis.

Artikel von Josef Eckmair →

Quellen

  1. 1
    lawImmobilienmaklerverordnung (IMV): Standes- und Ausübungsregeln für Immobilienmakler, Höchstprovisionen
    RIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026
    § 15 IMV: Höchstbetrag der Provision in Prozent des Wertes, 4 % bis 36.336,42 € und 3 % bei höherem Wert.
    ris.bka.gv.at ↗
  2. 2
    guidanceMaklerprovision: Höchstsätze beim Kauf (3 % über 36.336 Euro) und bei der Miete
    Arbeiterkammer (AK) · 2026
    Zu den Höchstsätzen kommen 20 % Umsatzsteuer; es sind Höchstgrenzen, eine niedrigere Provision ist jederzeit vereinbar; beim Kauf gilt kein Bestellerprinzip.
    arbeiterkammer.at ↗
  3. 3
    officialImmobilienertragsteuer (ImmoESt): 30 %, Altvermögen 4,2 %
    Unternehmensserviceportal (USP), Bundesministerium für Finanzen · 2026
    Steuersatz 30 % seit 1. Jänner 2016; für Grundstücke, die vor dem 1. April 2002 angeschafft wurden, Pauschalierung mit 4,2 % des Erlöses, bei Umwidmung 18 %; Umwidmungszuschlag von 30 % für Umwidmungen nach dem 31. Dezember 2024.
    usp.gv.at ↗
  4. 4
    guidanceEine Wohnung kaufen: Grunderwerbsteuer 3,5 %, Eintragungsgebühr 1,1 %, Pfandrecht 1,2 %
    oesterreich.gv.at (Bundeskanzleramt) · 2026
    Kosten der Käuferseite als Gegenstück: Grunderwerbsteuer 3,5 %, Eintragungsgebühr 1,1 %, 1,2 % für die Pfandrechtseintragung; Vertragserrichtung durch Kanzlei oder Notariat, Abwicklung samt Steueranzeige.
    oesterreich.gv.at ↗
  5. 5
    law§ 656d BGB: Vereinbarungen über die Maklerkosten (Käufer zahlt höchstens die Hälfte)
    Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026
    Beauftragt nur eine Partei den Makler, bleibt sie mindestens in gleicher Höhe zahlungspflichtig wie die andere; der Anspruch gegen die andere Partei wird erst nach Zahlungsnachweis fällig.
    gesetze-im-internet.de ↗
  6. 6
    law§ 23 EStG: Private Veräußerungsgeschäfte (Zehnjahresfrist, Eigennutzung)
    Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026
    Steuerpflicht bei nicht mehr als zehn Jahren zwischen Anschaffung und Veräußerung; ausgenommen Objekte, die ausschließlich oder im Veräußerungsjahr und den beiden Vorjahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden.
    gesetze-im-internet.de ↗
  7. 7
    officialDossier Steuerinformationen (Grundstückgewinnsteuer, Handänderungssteuer, Erbschaftssteuern, Eigenmietwert)
    Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) · 2026
    Übersichten zur Besteuerung der Grundstückgewinne (Ausgabe Februar 2024) und zur Handänderungssteuer (Ausgabe November 2022) als kantonale Steuern.
    estv.admin.ch ↗
  8. 8
    guidanceLöschungsquittung: Die Kosten trägt die Bank (OGH 2025)
    Arbeiterkammer (AK) · 2026
    Banken dürfen für Löschungsquittung, Löschungsurkunde und deren Beglaubigung kein Entgelt verlangen; der OGH hat 2025 ein Entgelt von 130 € für unzulässig erklärt; Rückforderung bis 30 Jahre nach Zahlung.
    arbeiterkammer.at ↗
  9. 9
    guidanceImmobilienverkäufe: Steuerfolgen im privaten Bereich (ImmoESt 30 %, Altvermögen 4,2 %, Hauptwohnsitzbefreiung)
    Wirtschaftskammer Österreich (WKO) · 2026
    Gewinnermittlung, abziehbarer Herstellungs- und Instandsetzungsaufwand, nicht abziehbare Werbungskosten, Hauptwohnsitzbefreiung (zwei Jahre oder fünf von zehn Jahren, Grund bis 1.000 m²), Herstellerbefreiung, Einhebung durch Parteienvertreter.
    wko.at ↗
  10. 10
    guidanceEnergieausweis: Vorlage- und Aushändigungspflicht (zehn Jahre gültig, Übergabe binnen 14 Tagen)
    oesterreich.gv.at (Bundeskanzleramt) · 2026
    Verkäufer müssen einen höchstens zehn Jahre alten Energieausweis vor der Vertragserklärung vorlegen und binnen 14 Tagen nach Abschluss aushändigen; bei einer einzelnen Wohnung wahlweise Gebäude- oder Wohnungsausweis.
    oesterreich.gv.at ↗
  11. 11
    lawHypothekar- und Immobilienkreditgesetz (HIKrG), Bundesrecht konsolidiert
    RIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026
    Die Entschädigung für vorzeitige Rückzahlung darf die bis Laufzeitende geschuldeten Zinsen nicht übersteigen und höchstens 0,5 % des zurückgezahlten Betrags bei bis zu einem Jahr Restlaufzeit, sonst 1 % betragen.
    ris.bka.gv.at ↗
  12. 12
    statisticsHäuserpreisindex und OOH PI (Quartalsdaten, 2. Quartal 2026)
    Statistik Austria · 2026
    Häuserpreisindex 2. Quartal 2026 vorläufig +5,1 % zum Vorjahresquartal, bestehender Wohnraum +5,1 %, neuer Wohnraum +4,9 %; Wohnimmobilien 2025 um 2,6 % teurer.
    statistik.at ↗

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