In gut zwanzig Jahren im Immobiliengeschäft habe ich Verkäufe mit Makler und Verkäufe von privat begleitet, und beide Wege enden am selben Tisch: beim Vertragserrichter, der den Kaufpreis treuhändig abwickelt. Der Unterschied liegt in den Wochen davor, also in der Frage, wer den Preis setzt, die Anfragen beantwortet und mit dem Käufer verhandelt. Dieser Beitrag legt die Regeln der drei Länder nebeneinander, geht den Privatverkauf Schritt für Schritt durch und rechnet an einem steirischen Einfamilienhaus, was die drei Wege netto bringen. Die übrigen Kostenposten eines Verkaufs, von der Immobilienertragsteuer bis zur Pfandrechtslöschung, behandelt der Leitfaden zu Verkaufskosten und Nettoerlös; hier geht es um die Provision und um das, was sie ersetzt.
Mit oder ohne Makler verkaufen: die Regeln in Österreich, Deutschland und der Schweiz
In Österreich deckelt die Immobilienmaklerverordnung die Provision: 4 % sind erlaubt, solange der Wert 36.336,42 € nicht übersteigt, darüber sind es 3 %1. Dazu kommen 20 % Umsatzsteuer, und der Betrag darf von jeder Seite verlangt werden, die einen Maklervertrag geschlossen hat; die Sätze sind gesetzliche Höchstgrenzen, keine Fixpreise2. Das Bestellerprinzip, nach dem nur der Auftraggeber zahlt, gilt seit 1. Juli 2023 ausschließlich für Mietwohnungen; beim Kauf bleibt es bei den allgemeinen Regeln2. Das Maklergesetz sichert die Gegenleistung: Provision gibt es nur, wenn das Geschäft durch die verdienstliche Tätigkeit des Maklers zustande kommt, der Anspruch entsteht mit der Rechtswirksamkeit des Vertrags, und ein Vorschuss steht dem Makler nicht zu4.
In Deutschland gilt für Wohnungen und Einfamilienhäuser § 656d BGB: Beauftragt allein der Verkäufer den Makler, darf er die Kosten nur dann teilweise auf den Käufer überwälzen, wenn er selbst wenigstens denselben Betrag schuldet; fällig wird der Anteil des Käufers erst, nachdem der Verkäufer seine Zahlung nachgewiesen hat3. Mehr als die Hälfte landet damit nie beim Käufer. Der Kaufvertrag selbst braucht in Deutschland die notarielle Beurkundung5.
In der Schweiz gibt es keine Verordnung nach österreichischem Muster; das Honorar steht im Maklervertrag und wird meist als Prozentsatz des Verkaufspreises bei Erfolg vereinbart. Das Grundbuch führen die Kantone, die dafür Gebühren erheben, und in den meisten Kantonen unterliegt die Eigentumsübertragung einer Rechtsverkehrsteuer6; Name der Eigentümerschaft und Erwerbsdatum sind dort ohne Interessennachweis erhältlich6.
| Österreich | Deutschland | Schweiz | |
|---|---|---|---|
| Provision des Verkäufers | 3 % des Kaufpreises über 36.336,42 € zuzüglich 20 % USt, ein Höchstsatz12 | Mindestens so viel wie der Käufer, wenn der Verkäufer beauftragt hat3 | Frei vereinbart, meist Prozentsatz bei Erfolg |
| Provision des Käufers | Bis zu demselben Höchstbetrag, kein Bestellerprinzip beim Kauf2 | Höchstens die Hälfte3 | Frei vereinbart |
| Vertrag und Eigentumsübergang | Vertragserrichtung durch Notar oder Rechtsanwalt, Treuhand, Eintragungsgebühr 1,1 %8 | Notarielle Beurkundung Pflicht5, Grundbuchamt | Kantonales Grundbuchamt, Gebühren und meist Handänderungssteuer kantonal6 |
| Energieausweis | Nicht älter als zehn Jahre; Vorlage vor der Vertragserklärung, Übergabe binnen 14 Tagen7 | Vorlagepflicht des Verkäufers | Kantonal geregelt (GEAK) |
Was der Makler für seine Provision leistet: Alleinauftrag, Standesregeln, Entschädigungsklauseln
Ein guter Makler verkauft nicht nur, er filtert. Er bewertet, beschafft Grundbuchauszug, Bauakt und Energieausweis, schreibt das Exposé, fotografiert, beantwortet Anfragen, sortiert Besichtigungstouristen aus, prüft die Finanzierung des Käufers, verhandelt und koordiniert den Vertragserrichter. Für einen Verkäufer, der 300 Kilometer entfernt wohnt oder in acht Wochen übergeben muss, ist das die Provision wert; für einen, der Zeit hat und seine Straße kennt, ist ein Teil davon Arbeit, die er selbst erledigen kann.
Das Maklergesetz ordnet das Verhältnis. Der Makler hat die Interessen des Auftraggebers redlich und sorgfältig zu wahren, auch wenn er zugleich für den Käufer tätig ist4. Verpflichten Sie sich, keinen anderen Makler zu nehmen, liegt ein Alleinvermittlungsauftrag vor; der Makler muss sich dann nach Kräften bemühen, und der Auftrag darf nur befristet auf angemessene Dauer geschlossen und verlängert werden4. Eine Entschädigung ohne Vermittlungserfolg ist nur bis zur Höhe der Provision und nur in den gesetzlich genannten Fällen zulässig, etwa wenn der Auftraggeber während des Alleinauftrags über einen anderen Makler oder selbst verkauft4. Lesen Sie diese Klausel, bevor Sie unterschreiben, denn sie entscheidet, was ein Verkauf an den Nachbarn kostet. Die Verordnung ergänzt die Standesregeln: Sorgfalt eines ordentlichen Immobilienmaklers und der ausdrückliche Hinweis auf Provisionspflicht und Provisionshöhe1.
Die Provision ist verhandelbar, und zwar vor dem Auftrag. Drei Hebel funktionieren in der Praxis: eine Staffel mit niedrigerem Satz oberhalb eines vereinbarten Zielpreises, eine kurze Befristung des Alleinauftrags mit Verlängerung nur bei nachweisbarer Aktivität und der Verzicht des Maklers auf die Käuferprovision, damit der Käufer diesen Betrag in den Kaufpreis legen kann. Was der Makler bei Ihrem Kaufpreis höchstens verlangen darf, zeigt der Provisionsrechner der Arbeiterkammer9; alles darunter ist eine Frage des Gesprächs.
Haus verkaufen ohne Makler: der Privatverkauf Schritt für Schritt vom Preis bis zur Grundbucheintragung
- Preis aus Kaufverträgen, nicht aus Inseraten. In Österreich kann jede Person das Grundbuch einsehen, und zwar Hauptbuch und Urkundensammlung, also auch die Kaufverträge der Nachbarschaft10. Dazu die Häuserpreistabelle der Statistik Austria, die den Bezirksdurchschnitt nach Grundstücksgröße, Wohnfläche und Bauperiode ausweist12. Wie aus der Spanne ein Inseratspreis wird, steht im Beitrag zum Festlegen des Angebotspreises.
- Energieausweis bestellen, bevor das Inserat online geht. Zulässig ist ein Ausweis, der nicht älter als zehn Jahre ist; der Käufer bekommt ihn rechtzeitig vor seiner Vertragserklärung zu sehen und spätestens 14 Tage nach dem Abschluss als Kopie in die Hand7.
- Unterlagen sammeln: Grundbuchsauszug, Bauakt mit Bewilligungen und Fertigstellungsanzeige, Pläne, Betriebskostenübersicht, bei Eigentumswohnungen Wohnungseigentumsvertrag, Rücklagenstand und Protokolle. Käufer und ihre Banken fragen danach in der ersten Woche.
- Inserat: Fotos bei Tageslicht und aufgeräumt, Grundriss mit Maßen, ehrlicher Text mit Baujahr, Heizung, letzten Sanierungen und Energiekennzahl. Privatinserate auf willhaben, ImmoScout24 oder Homegate sind kostenpflichtig; rechnen Sie das ein.
- Anfragen und Besichtigungen: Termine bündeln, Fragen zu Dach, Fenstern, Heizung und Nachbarschaft vorbereiten, nach der Finanzierung fragen, bevor Sie einen zweiten Termin vergeben.
- Kaufanbot: schriftlich, mit Preis, Übergabetermin, Finanzierungsvorbehalt und Frist für die Annahme. Nehmen Sie es erst an, wenn Sie den Vertragserrichter ausgewählt haben.
- Vertragserrichtung: Notar oder Rechtsanwalt errichten den Kaufvertrag, identifizieren beide Seiten, berechnen die Grunderwerbsteuer des Käufers und die Immobilienertragsteuer des Verkäufers selbst und beglaubigen die Unterschriften.
- Treuhand: Der Käufer zahlt auf ein Anderkonto; ausgezahlt wird, wenn die Eigentumseintragung gesichert und Ihr Pfandrecht gelöscht ist.
- Grundbuch: Die Eintragungsgebühr beträgt 1,1 % des Wertes, für ein neues Pfandrecht 1,2 %8; nach der üblichen Vertragsgestaltung trägt sie der Käufer, Sie sorgen für die Löschungsquittung Ihrer Bank.
In Deutschland verläuft der Weg ähnlich, mit dem Notar als Pflichtstation für den Vertrag5; in der Schweiz übernehmen das kantonale Grundbuchamt und die kantonale Beurkundung die letzten Schritte6.
Der Preisfehler: warum Privatverkäufer zu hoch starten und was er kostet
Wer sein Haus selbst verkauft, kennt jede Fliese und jedes Wochenende, das darin steckt, und beides fließt in die Zahl im Inserat. Käufer kennen weder die Fliesen noch die Wochenenden. Sie kennen die drei anderen Häuser im Bezirk, die gerade online sind, und die Kaufverträge, die ihr Bankberater im Kopf hat. Der Wunschpreis trifft deshalb auf Schweigen, nicht auf ein Gegenangebot, und die Wochen, in denen die aktiven Suchenden ein neues Inserat wahrnehmen, gehen verloren.
Wie weit Inserat und Grundbuch in Österreich auseinanderliegen, zeigt die Gegenüberstellung von Inseraten und Grundbuchpreisen, die willhaben und IMMOunited für das Jahr 2020 anhand von mehr als 100.000 Anzeigen vorgenommen haben: Bei Einfamilienhäusern reichte der Abschlag je Bundesland von Vorarlberg mit knapp 3 % bis Tirol mit rund 30 %, die Steiermark lag bei 15 %, Niederösterreich bei 21 %; bei Wohnungen fiel die Schere kleiner aus11. Der Abstand entsteht nicht durch harte Käufer, sondern durch Verkäufer, die zu hoch starten, und Privatverkäufer sind dafür anfälliger als Makler, die dieselbe Straße dreimal verkauft haben.
Die Rechnung dahinter ist einfach: Gespart werden bis zu 3,6 % Provision. Wer 10 % zu hoch startet, nach drei Monaten zweimal sichtbar senkt und am Ende 4 % unter dem abschließt, was ein marktgerechter Start gebracht hätte, hat mehr verloren als gespart, und dazu drei Monate Kredit und Betriebskosten bezahlt. Der Privatverkauf funktioniert deshalb nur mit einem Preis, der auf Kaufverträgen steht, nicht auf Erinnerungen.
Netto-Vergleich an einem Haus um 450.000 € in Graz-Umgebung: volle Provision, verhandelte Provision, Privatverkauf
Ein Beispiel mit erfundenem Haus und amtlichen Bezirksdaten. Verkauft wird ein Einfamilienhaus im Bezirk Graz-Umgebung, Baujahr 1998, 115 m² Wohnfläche, Grundstück 1.000 m². Statistik Austria weist für diesen Bezirk bei Häusern der Kategorie B (Grundstücke von 880 bis 1.170 m²), Bauperiode ab 1991 und Wohnfläche von 100 bis 140 m² einen Durchschnitt von 3.903 €/m² aus12; mal 115 m² sind das rund 449.000 €, der Verkauf gelingt in allen drei Varianten um 450.000 €. Die Zeilen zeigen nur, was sich zwischen den Wegen unterscheidet; Immobilienertragsteuer und Kreditablösung wären in allen drei gleich und stehen im Beitrag zu den Verkaufskosten.
| Position | Makler, volle Provision | Makler, verhandelt 2 % | Privatverkauf |
|---|---|---|---|
| Verkaufspreis | 450.000 € | 450.000 € | 450.000 € |
| Provision Verkäufer (3 % bzw. 2 %, plus 20 % USt)12 | 16.200 € | 10.800 € | 0 € |
| Energieausweis (Pflicht in allen Fällen7, Annahme) | 400 € | 400 € | 400 € |
| Privatinserate und Fotos (Annahme) | 0 € | 0 € | 600 € |
| Gerichtsgebühr Löschungsgesuch (Annahme) | 50 € | 50 € | 50 € |
| Vertragserrichtung und Treuhand | trägt der Käufer laut Vereinbarung | trägt der Käufer | trägt der Käufer |
| Erlös vor Steuer und Kreditablösung | 433.350 € | 438.750 € | 448.950 € |
Zwischen dem ersten und dem dritten Weg liegen 15.600 €, also 3,5 % des Preises. Diese Summe ist der Lohn für die Abende und Wochenenden, die Inserat, Besichtigungen und Käuferfragen kosten, und sie ist zugleich der Betrag, der bei einem Startpreis von 495.000 € statt 450.000 € nach drei Monaten sichtbarer Senkungen leicht wieder verschwindet. Die mittlere Spalte zeigt, was ein Gespräch vor dem Alleinauftrag wert ist: 5.400 € für eine Frage.
Was CheckValue für Ihre Preisfindung und für Käuferfragen liefert
Beim Privatverkauf fehlt Ihnen ein Blatt, das der Makler immer dabei hat: eine Zahl mit Belegen, die Sie einem Käufer über den Tisch schieben können, wenn er sagt, der Makler seines Bekannten halte das Haus für 40.000 € weniger wert. Drei Teile des Berichts ersetzen dieses Blatt. Die Wertspanne mit den Vergleichsverkäufen und den nummerierten amtlichen Quellen ist Ihr Argument in der Verhandlung; der Käufer und sein Bankberater können jede Zahl nachschlagen, statt Ihnen glauben zu müssen. Die Zeile mit Verkaufskosten und Nettoerlös, die der Bericht für die Adresse ausweist, ist die Tabelle oben für Ihr Haus, bevor Sie den ersten Makler anrufen. Und das PDF, das sich per Link teilen lässt, geht an ernsthafte Interessenten mit, sodass alle über dieselben Zahlen reden; dieselbe Adresse mit denselben Angaben liefert jedem Abruf denselben Wert.
Was der Bericht nicht ist: ein Gutachten, eine Besichtigung oder ein Ersatz für den Vertragserrichter. Er sagt nicht, ob das Dach dicht ist, und wo eine Bank oder ein Gericht einen Sachverständigen verlangt, ersetzt er ihn nicht. Den Aufbau für Ihre Adresse zeigt die kostenlose Vorschau des Berichts; Makler, die Verkäufern einen belegten Preis statt eines Auftragspreises vorlegen wollen, finden die Variante mit eigenem Briefkopf in der Übersicht der Berichtspreise.
Rechtliche Pflichten beim Privatverkauf: Energieausweis, Gewährleistung, Geldwäscheprüfung, Treuhand
Der Energieausweis ist die Pflicht, die Privatverkäufer am häufigsten vergessen: Alter unter zehn Jahren, Vorlage vor der Vertragserklärung, Aushändigung binnen 14 Tagen, und kein Vertrag kann diese Pflicht abbedingen7. Wer bei der Besichtigung zur Energiekennzahl nur mit den Schultern zuckt, hat dem Käufer ein Argument geschenkt.
Die Gewährleistung regelt der Kaufvertrag. Zwischen Privaten wird sie üblicherweise eingeschränkt, aber bekannte Mängel gehören in den Vertrag, nicht ins Schweigen: der feuchte Kellerwinkel, die Stromleitung ohne Befund, der Streit mit dem Nachbarn um den Zaun. Was Sie wissen und nicht sagen, holt Sie nach der Übergabe ein; was im Vertrag steht, ist erledigt. Lassen Sie den Vertragserrichter die Formulierung wählen.
Die Geldwäscheprüfung erledigt der Vertragserrichter: Er identifiziert Käufer und Verkäufer und fragt nach der Herkunft des Kaufpreises. Wundern Sie sich nicht, wenn auch Sie als Verkäufer Ausweis und Kontodaten vorlegen müssen. Die Treuhand schützt beide Seiten: Der Käufer zahlt nicht an Sie, sondern auf das Anderkonto, und Sie übergeben nicht gegen ein Versprechen, sondern gegen den Nachweis, dass das Geld dort liegt. In Deutschland tritt der Notar an diese Stelle, ohne den kein Grundstückskaufvertrag wirksam wird5; in der Schweiz das kantonale Grundbuchamt mit seinen Gebühren und Abgaben6.
Dies ist eine allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung. Welche Klauseln Ihr Vertrag braucht, entscheidet der Vertragserrichter mit Blick auf Ihr Haus.
Mischformen: Makler nur für den Vertrag, Fixpreis-Anbieter, Privatinserat auf willhaben und ImmoScout24
Zwischen Alleinauftrag und Alleingang liegen drei Wege. Teilleistung: Sie inserieren und besichtigen selbst und holen einen Makler nur für Bewertung und Verhandlung; achten Sie darauf, dass der Vertrag genau die Leistung nennt, denn Provision gebührt nach dem Maklergesetz nur für die verdienstliche Tätigkeit, die zum Abschluss führt, und die bloße Namhaftmachung eines Interessenten begründet keinen Anspruch4. Fixpreis-Anbieter übernehmen Exposé, Portalinserate und Anfragen gegen ein Pauschalhonorar, Besichtigungen und Verhandlung bleiben bei Ihnen. Privatinserat plus Vertragserrichter ist der klassische österreichische Weg: Sie vermarkten, Notar oder Rechtsanwalt wickeln ab.
Ein Fall verdient Aufmerksamkeit: Meldet sich auf Ihr Privatinserat ein Makler mit einem Kunden, wird er Sie um einen Maklervertrag bitten. Provision fällt nur an, wenn ein gültiger Maklervertrag besteht und die Vermittlung zum Vertrag führt2; ohne Vertrag mit Ihnen zahlt nur sein Kunde. Ein solcher Vertrag kann allerdings auch ohne Unterschrift zustande kommen, sobald Sie seine Dienste annehmen, und der Makler muss Sie vorher ausdrücklich auf Provisionspflicht und Höhe hinweisen1. Klären Sie die Frage deshalb schriftlich, bevor er einen Besichtigungstermin bekommt; ob Sie zustimmen, ist Ihre Entscheidung und Teil der Preisverhandlung.
Ich habe Verkäufer erlebt, die die Provision gespart und den Preis verschenkt haben, und andere, die ohne Makler besser gefahren sind, weil sie ihr Haus und ihre Straße kannten. Der Unterschied war nie der Makler. Es war die Frage, ob jemand die Kaufverträge der Umgebung gelesen hatte, bevor die erste Zahl fiel.
Wann der Verkauf zeitlich passt, behandelt der Beitrag zum richtigen Verkaufszeitpunkt; wie Makler selbst mit einem Bericht unter eigenem Briefkopf arbeiten, der Beitrag zur Bewertung vor dem Listing für Makler.
Häufige Fragen
Soll ich mein Haus mit oder ohne Makler verkaufen?
Rechnen Sie drei Dinge gegeneinander: die Provision, die Sie sparen, die Zeit, die Sie für Inserat, Besichtigungen und Käuferfragen aufbringen können, und das Risiko, den Preis falsch zu setzen. Wer die Kaufverträge der Nachbarschaft kennt, Zeit für Termine hat und mit Fremden verhandeln mag, verkauft in Österreich gut privat, weil Notar oder Rechtsanwalt die rechtliche Seite ohnehin übernehmen. Wer weit weg wohnt oder schnell verkaufen muss, kauft mit der Provision Zeit und Reichweite.
Wie hoch ist die Maklerprovision in Österreich beim Verkauf?
Die Immobilienmaklerverordnung legt Höchstbeträge fest: 4 % des Wertes bei Kaufpreisen bis 36.336,42 € und 3 % darüber, plus 20 % Umsatzsteuer; brutto sind das 3,6 % des Kaufpreises. Der Makler darf diesen Betrag von jeder Seite verlangen, die ihn beauftragt hat, häufig also von Verkäufer und Käufer. Es sind Obergrenzen, keine Tarife; der Rechner der Arbeiterkammer zeigt den zulässigen Höchstbetrag für Ihren Kaufpreis.
Gilt das Bestellerprinzip auch beim Verkauf?
Nein. Das Bestellerprinzip gilt in Österreich seit 1. Juli 2023 nur für die Vermittlung von Mietwohnungen: Dort zahlt die Provision, wer den Makler beauftragt hat, in der Praxis die Vermieterseite. Beim Kauf gelten die allgemeinen Regeln, der Makler darf von Verkäufer und Käufer je bis zu 3 % plus Umsatzsteuer verlangen. Deutsche Käufer von Häusern und Wohnungen zahlen nach § 656d BGB nie mehr Provision als der Verkäufer, der den Makler geholt hat, also höchstens die Hälfte.
Brauche ich für den Privatverkauf einen Notar oder Anwalt?
In Österreich ja, aber nicht wegen einer Formpflicht für den Kaufvertrag selbst, sondern weil Eigentum erst mit der Eintragung im Grundbuch übergeht und dafür beglaubigte Unterschriften, die Selbstberechnung der Steuern und die treuhändige Abwicklung des Kaufpreises nötig sind. Rechtsanwalt oder Notar errichten den Vertrag, halten den Kaufpreis auf einem Treuhandkonto und zahlen aus, wenn der Käufer eingetragen ist. In Deutschland ist die notarielle Beurkundung des Kaufvertrags gesetzlich vorgeschrieben.
Kann ich die Maklerprovision als Verkäufer verhandeln?
Ja, die Sätze der Verordnung sind Höchstgrenzen. Verhandeln Sie vor dem Alleinvermittlungsauftrag, nicht nach dem ersten Interessenten, und verhandeln Sie über Leistung statt nur über Prozent: eine Staffel mit niedrigerem Satz oberhalb eines Zielpreises, eine kürzere Befristung des Alleinauftrags oder der Verzicht auf die Käuferprovision, damit der Käufer mehr zahlen kann. Ein Makler, der mit einem belegten Preis statt eines Auftragspreises kommt, ist seine Provision eher wert als einer, der nur billiger ist.
Muss ich beim Privatverkauf einen Energieausweis vorlegen?
Ja. Wer verkauft, zeigt den Interessenten rechtzeitig vor deren Vertragserklärung einen Energieausweis, der nicht älter als zehn Jahre ist, und übergibt ihn spätestens 14 Tage nach dem Abschluss im Original oder als vollständige Kopie. Bei einer einzelnen Wohnung darf zwischen dem Ausweis für die Wohnung, ein vergleichbares Objekt im Haus oder das ganze Gebäude gewählt werden. Vertraglich ausschließen lässt sich die Pflicht nicht, also bestellen Sie den Ausweis vor dem Inserat.
Was ist der häufigste Fehler beim Privatverkauf?
Der Startpreis. Eigentümer kennen ihr Haus zu gut und den Markt zu wenig, setzen den Wunschpreis ins Inserat und verlieren die ersten Wochen, in denen die aktiven Suchenden das Objekt sehen. Die Auswertung von willhaben und IMMOunited für 2020 zeigt bei Einfamilienhäusern je Bundesland Abschläge zwischen knapp 3 % und rund 30 % vom Inseratspreis. Eine Wertspanne mit Kaufverträgen aus der Umgebung, vor dem Inserat erstellt, kostet wenig und verhindert genau diesen Fehler.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Zahlen und Regeln tragen das Jahr ihrer Veröffentlichung; die aktuelle Fassung finden Sie in der zitierten Quelle.
Quellen
- 1lawImmobilienmaklerverordnung (IMV): Standes- und Ausübungsregeln für Immobilienmakler, HöchstprovisionenRIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026§ 15 Abs. 2: Höchstprovision 4 % des Wertes bis 36.336,42 € und 3 % bei höherem Wert; § 2: Sorgfalt eines ordentlichen Immobilienmaklers; § 4 Abs. 1 Z 2: Hinweis auf Provisionspflicht und Provisionshöhe.ris.bka.gv.at ↗
- 2guidanceMaklerprovision: Höchstsätze beim Kauf (3 % über 36.336 Euro) und bei der MieteArbeiterkammer (AK) · 2026Beim Kauf höchstens 4 % bis 36.336,42 € und 3 % darüber, jeweils plus 20 % Umsatzsteuer; gesetzliche Höchstgrenzen, keine Fixpreise; Bestellerprinzip seit 1. Juli 2023 nur bei Mietwohnungen; Provision nur bei gültigem Maklervertrag und erfolgreicher Vermittlung.arbeiterkammer.at ↗
- 3law§ 656d BGB: Vereinbarungen über die Maklerkosten (Käufer zahlt höchstens die Hälfte)Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026Hat nur eine Partei den Maklervertrag geschlossen, ist eine Kostenüberwälzung auf die andere nur wirksam, wenn die beauftragende Partei mindestens in gleicher Höhe zahlungspflichtig bleibt; der Anspruch gegen die andere Partei wird erst nach Zahlungsnachweis fällig.gesetze-im-internet.de ↗
- 4lawMaklergesetz (MaklerG), Bundesrecht konsolidiertRIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026§ 3: redliche und sorgfältige Interessenwahrung auch bei Tätigkeit für beide Seiten; § 6: Provision nur, wenn das Geschäft durch verdienstliche Tätigkeit des Maklers zustande kommt, bloße Namhaftmachung genügt nicht; § 7: Anspruch entsteht mit Rechtswirksamkeit des Geschäfts, kein Vorschuss; § 14: Alleinvermittlungsauftrag nur befristet auf angemessene Dauer; § 15: Entschädigung ohne Vermittlungserfolg nur bis zur Höhe der Provision und nur in den genannten Fällen.ris.bka.gv.at ↗
- 5law§ 311b BGB: Notarielle Beurkundung von GrundstückskaufverträgenBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026Ein Vertrag über die Übertragung von Grundstückseigentum bedarf in Deutschland der notariellen Beurkundung.gesetze-im-internet.de ↗
- 6officialGrundbuch in der Schweiz: Öffentlichkeit, Eigentümerauskunft ohne Interessennachweiscadastre.ch, Eidgenössisches Amt für Grundbuch- und Bodenrecht / swisstopo · 2024Die Kantone führen das Grundbuch und erheben Gebühren für Eintragungen; in den meisten Kantonen unterliegt die Übertragung von Eigentum einer Rechtsverkehrsteuer; Name der Eigentümerschaft, Erwerbsdatum und Dienstbarkeiten sind ohne Interessennachweis erhältlich.cadastre.ch ↗
- 7guidanceEnergieausweis: Vorlage- und Aushändigungspflicht (zehn Jahre gültig, Übergabe binnen 14 Tagen)oesterreich.gv.at (Bundeskanzleramt) · 2026Verkäufer müssen einen höchstens zehn Jahre alten Energieausweis rechtzeitig vor der Vertragserklärung vorlegen und binnen 14 Tagen nach Vertragsabschluss aushändigen; bei einer einzelnen Wohnung Wahl zwischen Wohnungs-, Vergleichs- und Gebäudeausweis; die Pflicht kann nicht vertraglich ausgeschlossen werden.oesterreich.gv.at ↗
- 8lawGerichtsgebührengesetz (GGG), Tarifpost 9 GrundbuchRIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026Tarifpost 9 lit. b Z 1: Eintragungsgebühr für den Erwerb des Eigentums 1,1 % vom Wert des Rechts; Z 4: Eintragung eines Pfandrechts 1,2 %.ris.bka.gv.at ↗
- 9guidanceAK MaklerprovisionsrechnerArbeiterkammer (AK) · 2026Rechner der Arbeiterkammer für den zulässigen Höchstbetrag der Provision bei Kauf und Miete.maklerprovision.arbeiterkammer.at ↗
- 10guidanceGrundbuchseinsicht: jede Person kann Einsicht nehmenoesterreich.gv.at (Bundeskanzleramt) · 2026In das Grundbuch kann jede Person Einsicht nehmen, sowohl in das Hauptbuch als auch in die Urkundensammlung mit den Kaufverträgen; Abfrage bei Gericht, bei Notaren oder über das Internet.oesterreich.gv.at ↗
- 11studyImmobilien Kaufpreis: Wo die Chancen beim Verhandeln in Österreich am besten sindtrend.at · 2022willhaben und IMMOunited verglichen mehr als 100.000 Anzeigen des Jahres 2020 mit den Kaufpreisen im Grundbuch (Artikel vom 24.11.2022): bei Einfamilienhäusern lag der Abschlag je Bundesland zwischen knapp 3 % (Vorarlberg) und rund 30 % (Tirol), in der Steiermark bei 15 %, in Niederösterreich bei 21 %; bei Wohnungen war die Schere kleiner.trend.at ↗
- 12statisticsImmobilien-Durchschnittspreise (Häuser, Wohnungen, Grundstücke auf Bezirksebene)Statistik Austria · 2026Häuserpreise 2025 (erstellt 28.05.2026, Datenbasis 2021 bis 2025, geometrische Mittel): Graz-Umgebung, Kategorie B (Grundstücke von 880 bis 1.170 m²), Bauperiode ab 1991, Wohnfläche 100 bis 140 m²: 3.903 €/m²; Medianpreis für Wohnhäuser in Österreich 2025: 2.836 €/m².statistik.at ↗





