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Zinshaus-Bewertung und Immobilienportfolio: Eine Methode für alle Einheiten

Zinshaus-Bewertung und Immobilienportfolio: Ertragswert nach LBG und ImmoWertV, Kapitalisierungssatz, Bank-Kennzahlen und Routine für viele Einheiten.

Josef Eckmair MBAAktualisiert: 11 Min. Lesezeit12 quellenGeprüft von Christian Eckmair
Häuserzeile aus Gründerzeit-Zinshäusern in Wien, typischer Bestand eines privaten Immobilienportfolios
Der Wiener Zinshausmarkt zählte 2025 laut WKÖ-Immobilienpreisspiegel 348 Transaktionen und wieder über eine Milliarde Euro Volumen. Bild: Ximonic (Simo Räsänen), CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Private Vermieter mit drei Vorsorgewohnungen, Hausverwaltungen mit Eigentümerberichten, Familien mit einem Gründerzeithaus in Ottakring: Der Wert jeder Einheit stammt aus einer anderen Zeit und einer anderen Quelle, und die Summe darunter bedeutet nichts. Der Markt gibt Anlass, das zu ordnen: Laut WKÖ-Immobilienpreisspiegel 2026 wechselten 2025 österreichweit 91.000 Immobilien den Eigentümer, knapp 9 % mehr als im Jahr davor; in Wien wurden 348 Zinshäuser verkauft, und das Volumen lag erstmals seit 2022 wieder über einer Milliarde Euro3. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie jede Einheit nach demselben Schema bewerten, welche Kennzahlen die Bank daraus liest und wie oft Sie die Zahlen erneuern. Die Miete, mit der alles beginnt, behandelt der Leitfaden Welche Miete kann ich verlangen; dieser Beitrag beginnt dort, wo die Miete feststeht.

Warum eine Methode für alle Einheiten: Bank, Refinanzierung, Verkauf, Versicherung

Fünf Situationen, in denen ein Flickwerk aus Kaufpreisen, alten Bankwerten und Maklermeinungen teuer wird.

Vergleichbarkeit. Welche Einheit verdient ihr Kapital, welche zehrt davon? Das sehen Sie nur, wenn Wert und Miete jeder Einheit zum selben Tag und nach derselben Regel entstanden sind.

Bankkennzahlen. Die Bank rechnet Beleihungsauslauf und Schuldendienstdeckung auf ihre eigenen Werte. In Deutschland ist das der Beleihungswert nach § 3 BelWertV: der Betrag, den die Bank auch in einem schwachen Jahr der Kreditlaufzeit noch für erzielbar hält, ohne Konjunkturspitzen und ohne Spekulationsanteil4. Wer dem eine konsistente eigene Tabelle gegenüberstellt, verhandelt; wer sechs Zahlen aus sechs Quellen bringt, bekommt die Zahl der Bank.

Refinanzierung. Endet die Fixzinsphase, bewertet die Bank neu. Ob Sie nachbesichern müssen oder Spielraum für den nächsten Kauf haben, entscheidet sich an aktuellen Werten, nicht an Erinnerungen.

Verkaufsentscheidung. Welche Einheit geht zuerst? In Österreich fällt beim Verkauf die Immobilienertragsteuer von 30 % auf den Gewinn an; für Altvermögen (Anschaffung vor dem 1. April 2002) sind es pauschal 4,2 % des Verkaufserlöses5. Nach Steuer lassen sich Einheiten nur vergleichen, wenn die Werte davor vergleichbar sind.

Versicherung und Rücklage. Wohnungseigentümer müssen eine angemessene Rücklage bilden; der gesetzliche Mindestbeitrag von 0,90 Euro je Quadratmeter Nutzfläche und Monat darf nur ausnahmsweise unterschritten werden und wird seit 1. Jänner 2024 alle zwei Jahre an den Verbraucherpreisindex angepasst6. Ob die Rücklage zum Gebäude passt und ob die Versicherung den Neuwert trifft, folgt aus dem Sachwertanteil jeder Einheit.

Drei Verfahren je Einheit: Vergleichswert, Ertragswert, Sachwert, und wann welches passt

Das Liegenschaftsbewertungsgesetz nennt drei Verfahren nach dem Stand der Wissenschaft und verlangt mehrere zugleich, wenn sich nur so alle wertbestimmenden Umstände vollständig erfassen lassen1. Für ein Portfolio heißt das: ein Hauptverfahren je Objektart, eine Kontrollrechnung nach dem zweiten, und beides für alle Einheiten dieser Art gleich.

Verfahren Rechtsgrundlage Rechenweg Passt im Portfolio für Kontrollrechnung
Vergleichswert § 4 LBG1 Tatsächliche Kaufpreise vergleichbarer Objekte, angepasst und auf den Stichtag fortgeschrieben Eigentumswohnungen, Reihen- und Einfamilienhäuser Ertragswert aus der erzielbaren Miete
Ertragswert § 5 LBG1; § 27 ImmoWertV2 Nachhaltiger Reinertrag, kapitalisiert mit dem marktüblichen Zinssatz über die Restnutzungsdauer, in Deutschland plus Bodenwert Zinshäuser, vermietete Mehrfamilienhäuser, Gewerbeanteile Kaufpreis je m² Nutzfläche aus Zinshausverkäufen
Sachwert § 6 LBG1 Bodenwert plus Bauwert, also Herstellungswert abzüglich technischer und wirtschaftlicher Wertminderung Eigengenutzte Häuser, Versicherungsneuwert, Sonderobjekte ohne Vergleiche Vergleichswert, wo Verkäufe vorliegen

Die häufigste Inkonsistenz in privaten Portfolios ist der Wechsel der Methode je nach Wunschergebnis: die Vorsorgewohnung nach Vergleichskäufen, weil die Miete niedrig ist, das Zinshaus nach Ertragswert, weil Vergleichskäufe teuer wären. Legen Sie die Zuordnung einmal fest.

Zinshaus-Bewertung im Detail: nachhaltige Miete, Bewirtschaftungskosten, Zinssatz, Restnutzungsdauer

Die nachhaltige Miete. Ausgangspunkt ist der Rohertrag aus der Bewirtschaftung; weichen die tatsächlichen Erträge von dem ab, was bei ordnungsgemäßer Bewirtschaftung nachhaltig erzielbar wäre, sind die nachhaltig erzielbaren Erträge anzusetzen, wofür auch Erträge vergleichbarer Objekte und statistische Daten dienen1. Die ImmoWertV sagt dasselbe mit dem Begriff marktüblich erzielbare Erträge2. Was erzielbar ist, bestimmt in Österreich das Mietrecht: Wohnungen in Gebäuden mit einer Baubewilligung nach dem 30. Juni 1953, ohne öffentliche Mittel errichtet, und Eigentumswohnungen in Gebäuden mit Baubewilligung nach dem 8. Mai 1945 fallen nur unter die Teilanwendung des MRG und sind in der Mietzinsbildung frei; Altbauwohnungen der Kategorien A bis C unterliegen dem Richtwertmietzins mit Zu- und Abschlägen, und befristete Verträge kosten 25 % Abschlag7. Die Richtwerte je Bundesland stehen im Richtwertgesetz und werden vom Justizministerium kundgemacht; für 2019 bis 2022 lagen sie in Wien bei 5,81 Euro und in der Steiermark bei 8,02 Euro je Quadratmeter und Monat, seit 1. April 2026 werden sie jährlich valorisiert, 2026 um höchstens 1 %, 2027 um höchstens 2 %8.

In Deutschland begrenzt § 556d BGB die Miete bei Neuvermietung in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt auf höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete; die zugrunde liegenden Verordnungen laufen spätestens Ende 2029 aus9. In der Schweiz hängen bestehende Mietzinse am hypothekarischen Referenzzinssatz, der seit dem 2. September 2025 1,25 % beträgt und im September 2026 nicht verändert wurde; je 0,25 Prozentpunkte Änderung erlauben 3 % Erhöhung oder begründen 2,91 % Senkung10. Als bundesweite Orientierung nennt der WKÖ-Preisspiegel für neuwertige Mietwohnungen 9,49 Euro je Quadratmeter und Monat3.

Die Bewirtschaftungskosten. Vom Rohertrag gehen die tatsächlichen Kosten für Betrieb, Instandhaltung und Verwaltung, die Abschreibung und ein Ausfallwagnis ab1. Was in Österreich als Betriebskosten gilt, listet § 21 MRG: Wasser, Rauchfangkehrung, Kanal, Müll, Schädlingsbekämpfung, Beleuchtung, Feuer- und Haftpflichtversicherung, Verwaltung, Hausbetreuung; diese Posten trägt im Vollanwendungsbereich der Mieter, nicht der Ertragswert7. Beim Eigentümer bleiben Instandhaltung, Leerstand, Verwaltungshonorar über den gesetzlichen Satz hinaus und bei Eigentumswohnungen die Rücklage6. Der Anteil am Rohertrag hängt vom Alter des Hauses ab; im Rechenbeispiel unten sind 25 % angesetzt, ein Wert, den Sie durch die Abrechnungen Ihrer Hausverwaltung ersetzen.

Der Zinssatz. Er richtet sich nach der bei Sachen dieser Art üblicherweise erzielbaren Kapitalverzinsung, und ein Gutachten muss seine Wahl begründen1. In Deutschland heißt er Liegenschaftszinssatz, wird objektspezifisch angepasst und von den Gutachterausschüssen aus Kaufpreisen abgeleitet2; in der Schweiz heißt er Kapitalisierungssatz und setzt sich aus einem Basiszins, für den der hypothekarische Referenzzinssatz den Anker bildet, und Zuschlägen für Unterhalt, Verwaltung und Risiko zusammen10. Der Kaufpreisfaktor ist sein Kehrwert: 3,33 % sind das Dreißigfache der Jahresnettomiete.

Die Restnutzungsdauer. Die ImmoWertV rechnet den Ertragswert über die Restnutzungsdauer2; ein saniertes Gründerzeithaus hat eine andere als ein unsaniertes. Wie die Renditekennzahlen zusammenhängen, führt der Beitrag zu Bruttorendite, Nettorendite und Kaufpreisfaktor aus.

Portfolio-Kennzahlen: Beleihungsauslauf, Schuldendienstdeckung, Renditespanne, Klumpenrisiko

Beleihungsauslauf ist die Kreditsumme im Verhältnis zum Wert. Die Bank setzt ihren Beleihungswert ein, der nach § 3 BelWertV für die Dauer der Beleihung ohne vorübergehende Marktschwankungen tragfähig sein muss4; Ihr Marktwert liegt darüber, und die Differenz ist der Puffer, um den gestritten wird. Liegt das Darlehen auf einem Wohnobjekt unter 600.000 Euro, reicht der deutschen Bank eine vereinfachte Wertermittlung ohne Gutachten4; die meisten Kredite privater Vermieter fallen in diesen Bereich. In Österreich bewerten die Banken nach internen Regeln, in der Schweiz prüfen sie Belehnung und Tragbarkeit.

Schuldendienstdeckung ist der Reinertrag im Verhältnis zu Zins und Tilgung eines Jahres. Unter 1,0 trägt das Portfolio seine Schulden nicht aus den Mieten; die Bank will einen Abstand darüber sehen.

Renditespanne ist der Abstand zwischen der besten und der schlechtesten Bruttorendite im Bestand. Sie zeigt, welche Einheiten das Kapital tragen und welche es binden, meist die richtwertgebundenen Altbauwohnungen in guter Lage.

Klumpenrisiko ist der Anteil des Werts in einem Bezirk, einem Haus, einem Mietrechtsregime oder einem Jahr, in dem mehrere Zinsbindungen zugleich enden.

Rhythmus für Bestandsimmobilien: jährlicher Stichtag, Auslöser, Indexfortschreibung dazwischen

Ein fester Stichtag im Jahr, etwa der 31. Dezember oder der 30. Juni, für alle Einheiten zugleich; dazwischen bewerten Sie nur bei Auslösern neu: Refinanzierung, Verkaufsabsicht, Sanierung, Mieterwechsel im Altbau, Erbfall. Zwischen zwei Stichtagen genügt die Fortschreibung mit dem amtlichen Index. Die Statistik Austria meldet für bestehende Häuser und Wohnungen im 2. Quartal 2026 einen Anstieg von 5,1 % zum Vorjahresquartal und für das erste Halbjahr 2026 von 4,0 %; über das ganze Jahr 2025 stiegen die Wohnimmobilienpreise um 2,6 %11. Der Index ist ein Bundeswert und kennt Ihr Haus nicht: Nach zwei Fortschreibungen oder nach jeder Sanierung gehört die Einheit wieder vollständig bewertet. In Deutschland leistet der Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamts denselben Dienst, in der Schweiz der Wohnimmobilienpreisindex des Bundesamts für Statistik; welche Reihen es gibt und wo sie stehen, sammelt der Beitrag zu den amtlichen Datenquellen für Immobilienwerte.

Sechs Einheiten in Wien und Graz in einer Tabelle: das Portfolio durchgerechnet

Ein Beispiel mit erfundenem Bestand und echten Bezirkswerten. Die Anker stammen aus den Durchschnittspreisen 2025 der Statistik Austria, geometrische Mittel der Transaktionen 2021 bis 2025 auf dem Preisniveau 202512; Mieten, Kredit und Zinssatz sind Annahmen und als solche gekennzeichnet.

Einheit Fläche, Baujahr Amtlicher Anker je m²12 Wert (Beispiel) Jahresnettomiete (Annahme) Bruttorendite
1 Vorsorgewohnung Wien-Donaustadt, Balkon 52 m², 2016 6.271 € (Donaustadt, ab 1991, unter 54 m², mit Außenfläche) 326.000 € 8.736 € (14 €/m²) 2,7 %
2 Vorsorgewohnung Wien-Favoriten, Balkon 60 m², 2019 5.691 € (Favoriten, ab 1991, 54 bis 77 m², mit Außenfläche) 341.000 € 9.360 € (13 €/m²) 2,7 %
3 Altbauwohnung Wien-Ottakring, Balkon, Vollanwendung MRG 70 m², 1905 5.330 € (Ottakring, bis 1960, 54 bis 77 m², mit Außenfläche) 373.000 € 7.140 € (Richtwertmiete samt Zuschlägen, 8,50 €/m²) 1,9 %
4 Viertelanteil Gründerzeit-Zinshaus Wien-Ottakring 280 m² anteilig, 1898 Ertragswert statt Anker: Rohertrag 28.560 €, Reinertrag 21.420 €, Zinssatz 3,25 % 659.000 € (2.354 €/m²) 28.560 € (8,50 €/m²) 4,3 %
5 Reihenhaus Graz, kleines Grundstück 110 m², 1998 4.452 € (Graz Stadt, ab 1991, 100 bis 140 m², Grundstück unter 740 m²) 490.000 € 14.520 € (11 €/m²) 3,0 %
6 Eigentumswohnung Graz, Balkon 68 m², 1978 2.561 € (Graz Stadt, 1961 bis 1990, 57 bis 78 m², mit Außenfläche) 174.000 € 7.344 € (9 €/m²) 4,2 %
Portfolio 2.363.000 € 75.660 € 3,2 %

Was die Tabelle zeigt, sobald alle Zeilen dieselbe Methode haben: Die beiden Wiener Vorsorgewohnungen und der Altbau liegen unter 3 % brutto, Graz und der Zinshausanteil tragen das Portfolio. Mit einem angenommenen Kredit von 950.000 Euro beträgt der Beleihungsauslauf 40 % auf den Marktwert; zieht die Bank 15 % Sicherheitsabschlag ab, sind es 47 %. Der Schuldendienst bei 3,5 % Zins und 2 % Tilgung macht 52.250 Euro im Jahr; der Reinertrag nach 25 % Bewirtschaftungskosten beträgt 56.745 Euro, die Schuldendienstdeckung also 1,09. Das ist knapp, und die Renditespanne von 1,9 bis 4,3 % sagt, woran es liegt. Das Klumpenrisiko sitzt in Ottakring: 44 % des Werts in einem Bezirk, zwei von sechs Einheiten im Richtwertregime.

Zwei Was-wäre-wenn-Rechnungen gehören auf dasselbe Blatt. Steigt der Zinssatz für den Zinshausanteil von 3,25 auf 3,75 %, fällt sein Ertragswert auf rund 571.000 Euro, ein Minus von 13 % bei unveränderter Miete. Und der Verkaufskandidat ist Einheit 3: niedrigste Rendite, gebundene Miete, gute Lage mit hohem Vergleichswert. Wurde sie 1998 gekauft, gilt sie als Altvermögen, die Immobilienertragsteuer beträgt pauschal 4,2 % des Erlöses, bei 373.000 Euro rund 15.700 Euro5. Tilgen Sie mit dem Erlös 350.000 Euro, sinkt der Schuldendienst auf 33.000 Euro, der Reinertrag der übrigen fünf Einheiten liegt bei 51.390 Euro, und die Schuldendienstdeckung springt auf 1,56. Ob Verkauf oder Halten am Ende richtig ist, hängt an Ihrer Steuer und Ihren Plänen; der Beitrag Wohnung vermieten oder verkaufen rechnet diese Entscheidung über fünf Jahre durch.

Was CheckValue Pro für Bestandshalter zeigt

Wer die Tabelle oben für den eigenen Bestand füllen will, braucht je Einheit dieselbe Herleitung, und dafür sind drei Eigenschaften des Pro-Berichts gemacht.

Die erste ist die gleiche Herleitung für jede Adresse. Wertspanne, Mietschätzung, Bruttorendite und Besitzkosten stehen in jedem Bericht an derselben Stelle und kommen aus denselben amtlichen Reihen, in Wien wie in Graz. Weil dieselbe Adresse mit denselben Angaben immer denselben Wert ergibt, ist ein Stichtag, an dem Sie zwölf Einheiten nacheinander rechnen, ein konsistenter Stichtag.

Die zweite ist der Kontoverlauf. Alle Berichte eines Bestands liegen in einem Konto; wer zum nächsten Stichtag neu rechnet, hat je Einheit eine Zeitreihe statt eines Ordners voller Einzelblätter. Das PDF trägt den Briefkopf der Hausverwaltung, sodass der Eigentümerbericht aus den Berichten selbst besteht.

Die dritte sind Preisindex und Markttempo je Adresse: die amtliche Preisreihe für die Fortschreibung zwischen zwei Stichtagen und die Vermarktungsdauer im Umfeld für die Frage, wie schnell der Verkaufskandidat tatsächlich zu Geld wird.

Was der Bericht nicht leistet: kein Ertragswertgutachten mit begründetem Kapitalisierungszinssatz im Sinn des § 10 LBG1, kein Beleihungswert der Bank4, und er kennt den Richtwertvertrag Ihrer Altbauwohnung nicht. Für richtwertgebundene Einheiten ersetzen Sie seine Mietschätzung durch die Ist-Miete aus der Mietenliste; die Wertspanne aus Vergleichskäufen bleibt brauchbar. Was das Abo für Verwalter und Bestandshalter enthält, beschreibt die Seite CheckValue Pro für Immobilienprofis, die Konditionen je Laufzeit die Preisseite; welche Kostenzeilen aus brutto netto machen, rechnet der Beitrag über die laufenden Kosten einer Immobilie vor.

Berichte für Eigentümer, Banken und Partner: das einseitige Portfolio-Blatt

Ein Blatt, das Sie jedes Jahr zum Stichtag neu ausfüllen, in dieser Reihenfolge:

  1. Kopf: Stichtag, Methode je Objektart, Quellen, Annahmen für Bewirtschaftungskosten und Zinssatz.
  2. Je Einheit: Wert als Spanne mit Punktwert, Ist-Miete und nachhaltige Miete, Bruttorendite, Restlaufzeit der Zinsbindung, Rücklagenstand bei Eigentumswohnungen6.
  3. Portfolio: Summe, Beleihungsauslauf, Schuldendienstdeckung, Renditespanne, Klumpenrisiko.
  4. Veränderung: Wert zum Vorjahr, getrennt in Index und Objekt, damit eine Sanierung nicht als Marktbewegung erscheint.

Die Bank will dazu die Mietenliste, die Betriebskostenabrechnung nach dem Katalog des § 21 MRG7 und die Grundbuchsauszüge; sie wird trotzdem ihren eigenen Beleihungswert ermitteln4, aber sie liest Ihr Blatt, wenn es konsistent ist. Wer als Makler denselben Bestand zum Verkauf einwerten soll, arbeitet mit demselben Blatt weiter; der Beitrag zur Bewertungssoftware für Makler beschreibt die Verkaufsseite.

Grenzen: wann Bank oder Bilanz ein Gutachten verlangen

Drei Situationen, in denen die konsistente Tabelle die Vorbereitung ist, nicht das Ergebnis. Erstens die Bank: In Deutschland verlangt die BelWertV oberhalb von 600.000 Euro Darlehen ein Gutachten statt der vereinfachten Wertermittlung4, und bei jedem neuen Engagement bewertet die Bank selbst, in Österreich mit eigenen Schätzern. Zweitens das Gericht: Bei Erbteilung, Aufteilung nach Scheidung oder Streit unter Miteigentümern bestellt es einen gerichtlich beeideten Sachverständigen und legt den Bewertungsstichtag selbst fest1. Drittens Bilanz und Steuer: Eine GmbH, die Bestand hält, braucht für Wertansätze und Abschreibungen belastbare Nachweise, und der Verkauf löst die Immobilienertragsteuer aus, die der Parteienvertreter berechnet5. Was ein Gutachten kostet und wie es abläuft, steht im Beitrag zu Kosten, Ablauf und Dauer eines Immobiliengutachtens.

Die Portfolios, die mir Hausverwaltungen gezeigt haben, hatten für jede Einheit eine andere Herkunft der Zahl: der Kaufpreis von damals, der Bankwert aus der letzten Umschuldung, die Meinung eines Maklers vom Vorjahr. Sobald wir alle Einheiten mit derselben Methode zum selben Tag gerechnet hatten, war die Frage nach dem Verkaufskandidaten meist in einer Stunde beantwortet.
Josef Eckmair MBA, Mitgründer von CheckValue

Dies ist eine allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung. Richtwerte, Steuersätze, Indexstände und Bezirkswerte tragen das Jahr ihrer Quelle; den aktuellen Stand zeigt die jeweilige Stelle.

Häufige Fragen

Wie bewerte ich ein Zinshaus?

Nach dem Ertragswertverfahren des § 5 LBG: Vom Rohertrag, also den nachhaltig erzielbaren Mieten, ziehen Sie die Kosten für Betrieb, Instandhaltung und Verwaltung, die Abschreibung und ein Ausfallwagnis ab und kapitalisieren den Reinertrag mit dem Zinssatz, der für diese Objektart am Markt üblich ist. In Deutschland kommen nach § 27 ImmoWertV Bodenwert, Restnutzungsdauer und der Liegenschaftszinssatz der Gutachterausschüsse dazu. Als Kontrolle dient der Kaufpreis je Quadratmeter aus Zinshausverkäufen im selben Bezirk.

Wie bewerte ich ein Immobilienportfolio konsistent?

Mit einer Methode je Objektart, einem Stichtag für alle Einheiten, denselben Datenquellen und denselben dokumentierten Annahmen für Bewirtschaftungskosten und Zinssatz. Eigentumswohnungen und Häuser bewerten Sie über Vergleichskäufe, Zinshäuser über den Ertragswert, jeweils mit einer Kontrollrechnung nach der anderen Methode. Zwischen den Stichtagen schreiben Sie mit dem Häuserpreisindex fort. Das Ergebnis ist eine Tabelle mit Wert, Miete, Rendite und Kredit je Einheit, aus der Bankkennzahlen und Verkaufsentscheidungen folgen.

Ertragswert oder Vergleichswert: was passt für Bestandsimmobilien?

Für Eigentumswohnungen, Reihen- und Einfamilienhäuser der Vergleichswert, weil es genug Kaufpreise vergleichbarer Objekte gibt; der Ertragswert aus der erzielbaren Miete dient als Kontrolle. Für Zinshäuser und vermietete Mehrfamilienhäuser der Ertragswert, weil Käufer dort Erträge kaufen; der Kaufpreis je Quadratmeter aus Zinshausverkäufen kontrolliert ihn. § 3 LBG schreibt mehrere Verfahren vor, wenn nur so alle wertbestimmenden Umstände vollständig berücksichtigt werden.

Was ist der Kapitalisierungs- oder Liegenschaftszinssatz?

Der Zinssatz, mit dem der Reinertrag in einen Wert umgerechnet wird. Nach § 5 LBG richtet er sich nach der bei Sachen dieser Art üblicherweise erzielbaren Kapitalverzinsung, und § 10 LBG verlangt, seine Wahl im Gutachten zu begründen. In Deutschland leiten die Gutachterausschüsse den Liegenschaftszinssatz aus Kaufpreisen ab, in der Schweiz setzt sich der Kapitalisierungssatz aus einem Basiszins, für den der hypothekarische Referenzzinssatz von 1,25 % der Anker ist, und Zuschlägen für Unterhalt, Verwaltung und Risiko zusammen. Der Kaufpreisfaktor ist sein Kehrwert: 3,33 % entsprechen dem Dreißigfachen der Jahresmiete.

Wie oft sollte ich Bestandsimmobilien neu bewerten?

Einmal im Jahr zu einem festen Stichtag für alle Einheiten, zusätzlich bei Auslösern wie Refinanzierung, Verkaufsabsicht, Sanierung, Mieterwechsel oder Erbfall. Zwischen zwei Stichtagen reicht die Fortschreibung mit dem Häuserpreisindex der Statistik Austria, der zuletzt (2. Quartal 2026) bei bestehendem Wohnraum 5,1 % über dem Vorjahresquartal lag. Nach spätestens zwei Fortschreibungen oder nach jeder Sanierung gehört die Einheit wieder vollständig bewertet, weil der Index Veränderungen am Objekt nicht sieht.

Welche Kennzahlen verlangen Banken?

Den Beleihungsauslauf, also Kredit im Verhältnis zum Beleihungswert, der nach § 3 BelWertV vorsichtig und über die gesamte Kreditlaufzeit haltbar sein muss und deshalb unter dem Marktwert liegt, und die Schuldendienstdeckung, also Reinertrag im Verhältnis zu Zins und Tilgung. Dazu Mietenliste, Betriebskostenabrechnung, Rücklagenstand und Grundbuchsauszüge. In Deutschland genügt bei Wohnobjekten und Darlehen bis 600.000 Euro eine vereinfachte Wertermittlung statt eines Gutachtens; in der Schweiz prüfen Banken Belehnung und Tragbarkeit.

Wie wirken Richtwertmieten und Mietpreisbremse auf den Ertragswert?

Sie begrenzen die nachhaltige Miete und damit den Ertragswert. In Österreich gilt für Altbauwohnungen der Kategorien A bis C im Vollanwendungsbereich des MRG der Richtwertmietzins mit Zu- und Abschlägen, befristete Verträge kosten weitere 25 %; die Richtwerte werden seit April 2026 jährlich valorisiert, 2026 um höchstens 1 %. In Deutschland darf die Miete in Gebieten mit Mietpreisbremse die Vergleichsmiete um höchstens 10 % übersteigen. Eine Neubauwohnung mit freier Miete kann deshalb je Quadratmeter mehr wert sein als der Altbau nebenan.

Was kostet CheckValue Pro für Portfolios?

Für 49 Euro im Monat bewerten Sie bis zu 30 Adressen, für 249 Euro im Halbjahr 180 und für 399 Euro im Jahr 360, jeweils brutto und mit Ihrem Briefkopf auf dem PDF; jede weitere Bewertung kostet 0,99 Euro, das Abo endet monatlich, einen Gratistest gibt es nicht. Sie erhalten je Einheit eine zitierte Orientierung mit Wertspanne, Miete und Rendite nach derselben Methode, kein Ertragswertgutachten und keinen Beleihungswert.

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Zahlen und Regeln tragen das Jahr ihrer Veröffentlichung; die aktuelle Fassung finden Sie in der zitierten Quelle.

Josef Eckmair MBA
Josef Eckmair MBA
Mitgründer von CheckValue · Geschäftsführer der CBDNOL GmbH · Über 20 Jahre Immobilienerfahrung auf Teneriffa und in Österreich · Geprüft von Christian Eckmair

Josef Eckmair MBA ist Mitgründer von CheckValue und Geschäftsführer der CBDNOL GmbH (Ansfelden, Österreich). Er hat über 20 Jahre Immobilienerfahrung auf Teneriffa und in Österreich und schreibt über Gutachten, Steuern, Verkaufskosten und Bewertungen für Profis.

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Quellen

  1. 1
    lawLiegenschaftsbewertungsgesetz (LBG), Bundesrecht konsolidiert
    RIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026
    Ertragswertverfahren (§ 5) mit Rohertrag, Bewirtschaftungsaufwand, Abschreibung, Ausfallwagnis und marktüblichem Zinssatz; Wahl und Kombination der Verfahren (§§ 3, 4, 6), Begründung des Kapitalisierungszinssatzes (§ 10) und gerichtlich beeidete Sachverständige (§ 8).
    ris.bka.gv.at ↗
  2. 2
    law§ 27 ImmoWertV: Grundlagen des Ertragswertverfahrens
    Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026
    Ertragswert auf Grundlage marktüblich erzielbarer Erträge aus Bodenwert, Reinertrag, Restnutzungsdauer und objektspezifisch angepasstem Liegenschaftszinssatz; drei Verfahrensvarianten.
    gesetze-im-internet.de ↗
  3. 3
    statisticsDer WKÖ-Immobilienpreisspiegel 2026: 91.000 Transaktionen, gebrauchte Eigentumswohnungen Ø 2.278,72 €/m², Neubau Ø 3.602,97 €/m²
    Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) · 2026
    2025: 91.000 Transaktionen (+8,98 %), gebrauchte Eigentumswohnungen Ø 2.278,72 €/m², Erstbezug Ø 3.602,97 €/m², neuwertige Mietwohnungen Ø 9,49 €/m²; Wiener Zinshausmarkt 348 Transaktionen (+19 %) und wieder über eine Milliarde Euro Volumen.
    wko.at ↗
  4. 4
    lawBeleihungswertermittlungsverordnung (BelWertV)
    Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026
    Beleihungswert als vorsichtiger, über die gesamte Dauer der Beleihung erzielbarer Wert ohne spekulative Elemente (§ 3); vereinfachte Wertermittlung ohne Gutachten bei Wohnobjekten und Darlehen bis 600.000 Euro (§ 24).
    gesetze-im-internet.de ↗
  5. 5
    officialImmobilienertragsteuer (ImmoESt): 30 %, Altvermögen 4,2 %
    Unternehmensserviceportal (USP), Bundesministerium für Finanzen · 2026
    Immobilienertragsteuer von 30 % seit 1. Jänner 2016; für Altgrundstücke, die vor dem 1. April 2002 angeschafft wurden, pauschal 4,2 % des Veräußerungserlöses.
    usp.gv.at ↗
  6. 6
    lawWohnungseigentumsgesetz 2002 (WEG), § 31 Rücklage
    RIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026
    Wohnungseigentümer bilden eine angemessene Rücklage; die monatlichen Beiträge dürfen 0,90 Euro je m² Nutzfläche nur ausnahmsweise unterschreiten, der Betrag wird ab 2024 alle zwei Jahre valorisiert (§ 31).
    ris.bka.gv.at ↗
  7. 7
    lawMietrechtsgesetz (MRG), Bundesrecht konsolidiert
    RIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026
    Teilanwendung für Neubauten mit Baubewilligung nach dem 30. Juni 1953 und Wohnungseigentum in Gebäuden mit Baubewilligung nach dem 8. Mai 1945 (§ 1 Abs. 4), Richtwertmietzins für Altbauwohnungen der Kategorien A bis C (§ 16 Abs. 2), Befristungsabschlag von 25 % (§ 16 Abs. 7), Betriebskostenkatalog (§ 21).
    ris.bka.gv.at ↗
  8. 8
    lawRichtwertgesetz (RichtWG), Bundesrecht konsolidiert
    RIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026
    Richtwert je Bundesland als Grundlage des § 16 Abs. 2 MRG (§ 1); Richtwerte 2019 bis 2022, etwa 5,81 Euro für Wien und 8,02 Euro für die Steiermark je m² und Monat (§ 5 Abs. 1); Valorisierung ab 1. April 2026 jährlich, 2026 höchstens 1 %, 2027 höchstens 2 % (§ 5 Abs. 2).
    ris.bka.gv.at ↗
  9. 9
    law§ 556d BGB: Zulässige Miethöhe bei Mietbeginn (Mietpreisbremse, höchstens 10 Prozent über der Vergleichsmiete)
    Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026
    In per Verordnung bestimmten Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt darf die Miete bei Mietbeginn die ortsübliche Vergleichsmiete um höchstens 10 % übersteigen; die Verordnungen treten spätestens am 31. Dezember 2029 außer Kraft.
    gesetze-im-internet.de ↗
  10. 10
    officialHypothekarischer Referenzzinssatz (1,25 % seit 2026)
    Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) · 2026
    Referenzzinssatz 1,25 %, gültig seit 2. September 2025 und am 2. September 2026 unverändert bestätigt; eine Änderung um 0,25 Prozentpunkte erlaubt 3 % Mietzinserhöhung beziehungsweise begründet 2,91 % Senkung.
    bwo.admin.ch ↗
  11. 11
    statisticsHäuserpreisindex und OOH PI (Quartalsdaten, 2. Quartal 2026)
    Statistik Austria · 2026
    Bestehender Wohnraum im 2. Quartal 2026 um 5,1 % und im 1. Halbjahr 2026 um 4,0 % über dem Vorjahr; Jahr 2025 um 2,6 % teurer (Pressemitteilungen vom 23.09.2026 und 26.03.2026).
    statistik.at ↗
  12. 12
    statisticsImmobilien-Durchschnittspreise (Häuser, Wohnungen, Grundstücke auf Bezirksebene)
    Statistik Austria · 2026
    Durchschnittspreise 2025 für Eigentumswohnungen und Häuser je Bezirk, Baujahrs- und Größenklasse als geometrische Mittel der Transaktionen 2021 bis 2025; Werte für Wien-Donaustadt, Favoriten und Ottakring sowie Graz im Rechenbeispiel.
    statistik.at ↗

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