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Miete & Rendite

Mietrendite berechnen: Brutto, Netto und Kaufpreisfaktor mit Beispielen

Mietrendite berechnen: Formeln für Brutto- und Nettorendite und Kaufpreisfaktor, die Kostenzeilen in AT, DE und CH und Beispiel mit Vorsorgewohnung.

Josef Eckmair MBAAktualisiert: 11 Min. Lesezeit12 quellenGeprüft von Christian Eckmair
Taschenrechner, Wohnungsschlüssel und Mietvertrag auf einem Tisch, Berechnung der Mietrendite einer Vorsorgewohnung
Beim Kauf einer Wohnung in Österreich fallen 3,5 Prozent Grunderwerbsteuer und 1,1 Prozent Eintragungsgebühr an, bevor die erste Miete fließt. Bild: Dave Dugdale from Superior, USA, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Wer eine Wohnung zur Vermietung kauft, bekommt vom Verkäufer eine Rendite genannt, und sie ist fast immer die Bruttorendite auf den Kaufpreis ohne Nebenkosten. Das ist die höchste Zahl, die sich ehrlich ausrechnen lässt, und sie sagt am wenigsten. Dieser Beitrag rechnet von dort nach unten bis zur Nettorendite und zur Rendite auf Ihr Eigenkapital, erklärt, warum Gutachter in Österreich, Deutschland und der Schweiz dieselbe Frage mit Zinssätzen statt Prozenten beantworten, und führt eine Wiener Vorsorgewohnung Zeile für Zeile durch. Die erste Zahl jeder Renditerechnung, die erzielbare Miete, behandelt der Leitfaden Welche Miete kann ich verlangen?; hier geht es um alles danach.

Drei Kennzahlen, ein Zweck: Miete und Kaufpreis ins Verhältnis setzen

Alle Renditekennzahlen beantworten dieselbe Frage, was ein Euro Kaufpreis an jährlichem Ertrag bringt, nur mit unterschiedlich viel Ehrlichkeit im Zähler und im Nenner.

Kennzahl Formel Was drin ist Wofür sie taugt
Bruttorendite Jahresnettomiete ÷ Kaufpreis × 100 Nur Miete und Preis Zwei Inserate in einer Minute vergleichen
Nettorendite (Jahresnettomiete − nicht überwälzbare Kosten) ÷ (Kaufpreis + Nebenkosten) × 100 Rücklage, Verwaltung, Instandhaltung, Mietausfall; Nebenkosten im Nenner Entscheiden, ob sich der Kauf trägt
Kaufpreisfaktor Kaufpreis ÷ Jahresnettomiete Kehrwert der Bruttorendite Sprache von Maklern und Zinshausmarkt
Eigenkapitalrendite (Reinertrag − Kreditzinsen) ÷ eingesetztes Eigenkapital × 100 Wirkung des Kredits Vergleich mit anderen Anlagen

Zwei Regeln vorweg. Erstens: „Jahresnettomiete“ heißt Hauptmietzins ohne Betriebskosten und ohne Umsatzsteuer, zwölfmal. Betriebskosten sind ein Durchlaufposten; wer sie in den Zähler nimmt, rechnet mit Geld, das nur über sein Konto läuft. Zweitens: Kaufpreisfaktor und Bruttorendite sind dieselbe Information. Faktor 25 heißt 4 %, Faktor 33 heißt 3 %, Faktor 40 heißt 2,5 %. Wer beide Zahlen nebeneinander liest, liest eine.

Mietrendite berechnen, erste Stufe: die Bruttorendite und ihre Größenordnung

Die Formel ist so einfach, dass sie gefährlich ist: Monatsnettomiete mal zwölf, geteilt durch den Kaufpreis. Eine Wohnung um 320.000 € mit 770 € Nettomiete bringt 9.240 € im Jahr, also 2,89 % brutto. Die Zahl ist richtig und nützlich für genau einen Zweck: zwei Inserate auf denselben Nenner zu bringen, bevor Sie eines davon ernsthaft prüfen.

Wo sie liegt, hängt vom Preisniveau ab, und das lässt sich für Österreich grob einordnen. Der WKÖ-Immobilienpreisspiegel 2026 weist für 2025 gebrauchte Eigentumswohnungen im Österreich-Schnitt mit 2.278,72 €/m² aus und neuwertige Mietwohnungen mit 9,49 €/m² Monatsmiete4. Setzt man diese beiden Durchschnitte roh ineinander, ergibt das 9,49 × 12 ÷ 2.278,72, also rund 5,0 % brutto für eine gebrauchte Wohnung zum Bundesschnitt mit neuwertiger Miete; das ist eine Illustration der Größenordnung, kein Marktwert. Das WKÖ-Mittel ist ein Bundesschnitt über alle Lagen und Baujahre; Statistik Austria weist aus den Grundbuchtransaktionen für Wohnungen in Österreich 2025 einen Median von 4.162 €/m² aus, und die inneren Wiener Bezirke liegen in den Bezirkstabellen nochmals deutlich darüber5, während die Mieten nicht im selben Verhältnis mitgehen. Die Folge: Je teurer die Stadt, desto niedriger die Bruttorendite, und in den gefragten Bezirken von Wien, Berlin oder Zürich liegt sie deutlich unter dem jeweiligen Landesschnitt. Ein Anleger kauft dort nicht die laufende Rendite, sondern die Erwartung auf Wertsteigerung, und sollte das wissen.

Zur Miete im Zähler: Nehmen Sie nicht die Angebotsmiete aus dem Inserat des Verkäufers, sondern eine Miete, die vergleichbare Wohnungen tatsächlich erzielen. Der Mikrozensus von Statistik Austria zählt im 2. Quartal 2026 im Bundesschnitt 10,5 € Miete samt Betriebskosten je Quadratmeter und 694,7 € je Hauptmietwohnung6; das ist ein Mittel über alle Baujahre und deshalb nur eine Untergrenze der Plausibilität für eine Wiener Neubauwohnung, aber wer weit darüber rechnet, sollte wissen, warum.

Nettorendite: die Kostenzeilen in Österreich, Deutschland und der Schweiz

Die Nettorendite ist die Bruttorendite nach Abzug von allem, was Sie nicht auf den Mieter überwälzen können, und mit den Kaufnebenkosten im Nenner. Die Zeilen sind in den drei Ländern dieselben, die Sätze und Namen nicht.

Kostenzeile Österreich Deutschland Schweiz
Kaufnebenkosten (in den Nenner) Grunderwerbsteuer 3,5 %, Eintragungsgebühr 1,1 %, Pfandrechtseintragung 1,2 % vom Kreditbetrag1; Provision höchstens 3 % plus 20 % USt2; Vertragserrichtung Grunderwerbsteuer je Bundesland, Notar und Grundbuch, Provision nach Vereinbarung Handänderungssteuer, Notariat und Grundbuch je Kanton
Betriebskosten Katalog des § 21 MRG, im Mietvertrag überwälzbar7 Umlagefähige Betriebskosten laut Vertrag Nebenkosten laut Mietvertrag
Rücklage der Eigentümergemeinschaft Gesetzliche Mindestrücklage, ab Jänner 2026 1,12 € je m² Nutzfläche im Monat3, trägt der Eigentümer Erhaltungsrücklage im Hausgeld, trägt der Eigentümer Erneuerungsfonds im Stockwerkeigentum
Verwaltung der Vermietung Honorar für Mietenverwaltung oder eigene Zeit, nicht überwälzbar Sondereigentumsverwaltung Liegenschaftsverwaltung
Instandhaltung in der Wohnung Küche, Böden, Bad, Thermenwartung soweit nicht vertraglich beim Mieter Schönheitsreparaturen je nach Vertrag, Geräte Unterhalt Innenausbau
Mietausfall und Leerstand Ausfallwagnis, das auch das Bewertungsgesetz beim Reinertrag verlangt8 Mietausfallwagnis Leerstandsrisiko
Steuern Einkommensteuer auf Mieteinkünfte; beim Verkauf ImmoESt 30 %9 Einkommensteuer auf Mieteinkünfte Einkommenssteuer auf Mietertrag, kantonal

Die Rücklage verdient einen zweiten Blick, weil Verkäufer sie gern als „Betriebskosten“ ausweisen. Sie ist es nicht: Seit Juli 2022 schreibt § 31 WEG eine Mindestrücklage vor, zuerst 0,90 € je Quadratmeter Nutzfläche und Monat, valorisiert auf 1,06 € ab 2024 und 1,12 € ab Jänner 20263, und dieser Betrag ist Vermögensbildung der Eigentümergemeinschaft, die Sie zahlen und nicht überwälzen. Bei 55 m² sind das 739 € im Jahr, die in keiner Bruttorendite vorkommen. Was Eigentum sonst noch Jahr für Jahr kostet, von Versicherung bis Grundsteuer, steht im Beitrag über die Besitzkosten für Haus und Wohnung, Zeile für Zeile.

Kaufpreisfaktor und Liegenschaftszinssatz: die Sprache des Ertragswertverfahrens

Gutachter rechnen die Rendite nicht als Prozent auf den Kaufpreis, sondern umgekehrt: Sie fragen, welchen Wert ein Ertrag hat, wenn man ihn mit dem Zinssatz kapitalisiert, den der Markt für diesen Objekttyp verlangt. Das österreichische Liegenschaftsbewertungsgesetz beschreibt den Ertragswert als den zum angemessenen Zinssatz und entsprechend der Nutzungsdauer kapitalisierten Reinertrag; der Reinertrag ist der Rohertrag nach Abzug des Bewirtschaftungsaufwands für Betrieb, Instandhaltung und Verwaltung und der Abschreibung, unter Bedachtnahme auf das Ausfallwagnis8. Das ist die Nettorendite dieses Beitrags, nur von der anderen Seite gelesen.

In Deutschland heißt der Zinssatz Liegenschaftszinssatz. § 27 ImmoWertV verlangt für den vorläufigen Ertragswert den Bodenwert, den Reinertrag, die Restnutzungsdauer und den objektspezifisch angepassten Liegenschaftszinssatz, und der Ertrag muss marktüblich erzielbar sein, nicht der zufällig vereinbarte10. Die Gutachterausschüsse leiten den Satz aus ausgewerteten Kaufpreisen ab und veröffentlichen ihn nach Objektart und Region; er ist damit die amtliche Antwort auf die Frage, welche Nettorendite der Markt gerade akzeptiert. Wer für eine Berliner Wohnung 2,5 % netto rechnet, während der Gutachterausschuss für diesen Typ einen deutlich höheren Liegenschaftszinssatz ausweist, zahlt mehr als der Markt, und umgekehrt.

Die Schweiz nennt dieselbe Größe Kapitalisierungssatz. Er setzt sich aus einem Basiszins, einem Zuschlag für Unterhalt und Verwaltung und einem Risikozuschlag zusammen. Nicht zu verwechseln ist er mit dem hypothekarischen Referenzzinssatz des Bundesamts für Wohnungswesen, der seit September 2025 bei 1,25 % steht und Anfang September 2026 unverändert bestätigt wurde11: Der Referenzzinssatz wirkt auf der Mietseite, denn bestehende Mietzinse sind an ihn gekoppelt, sodass ein fallender Zins die Miete drücken kann, während der Kaufpreis bleibt.

Der Kaufpreisfaktor ist die Alltagsversion all dessen. Wer sagt, ein Zinshaus koste „das Dreißigfache“, meint dreißig Jahresnettomieten, also 3,3 % brutto; der Wiener Zinshausmarkt, der 2025 mit 348 Transaktionen wieder über eine Milliarde Euro Volumen erreichte4, wird in dieser Sprache gehandelt.

Eigenkapitalrendite mit Kredit: der Hebel wirkt in beide Richtungen

Bis hier war der Kaufpreis bar bezahlt. Mit Kredit ändert sich die Frage: Nicht mehr, was die Wohnung bringt, sondern was Ihr eingesetztes Geld bringt. Die Eigenkapitalrendite ist der Reinertrag nach Kreditzinsen, geteilt durch das eingesetzte Eigenkapital, und sie steigt mit dem Kreditanteil, solange die Nettorendite der Wohnung über dem Kreditzins liegt. Liegt sie darunter, kehrt sich der Hebel um: Jeder fremdfinanzierte Euro kostet mehr Zins, als er Ertrag bringt, und die Rendite auf das Eigenkapital fällt unter die der Wohnung. Bei Neubauwohnungen mit niedriger Bruttorendite ist das seit dem Zinsanstieg häufig der Fall, und das Rechenbeispiel weiter unten zeigt es in Zahlen.

Zwei Missverständnisse dazu. Die Tilgung ist kein Verlust, sondern Vermögensaufbau, aber sie muss monatlich aus anderem Einkommen bezahlt werden, wenn der Reinertrag sie nicht deckt. Und die Wertsteigerung ist eine Hoffnung, keine Zeile; wer sie in die Rendite einrechnet, bewertet die Zukunft, nicht die Wohnung.

Fallen: Angebotsmieten, Richtwert, Mietpreisbremse, Leerstand, Sanierungsstau

  • Angebotsmieten. Das Inserat des Verkäufers nennt, was er sich wünscht, nicht, was bezahlt wird. Prüfen Sie die Miete gegen den Mikrozensus6 und gegen vergleichbare Wohnungen, deren Inserat nach zwei Wochen verschwunden ist.
  • Richtwert. In Österreich begrenzt im Vollanwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes in der Regel der Richtwertmietzins die Miete, im freifinanzierten Neubau gilt der Markt7. Eine Rendite für eine Altbauwohnung, die mit der Neubaumiete gerechnet ist, ist keine.
  • Mietpreisbremse. In Deutschland darf die Miete zu Beginn eines Mietverhältnisses in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt die ortsübliche Vergleichsmiete um höchstens 10 Prozent übersteigen12. Wer in Berlin oder München eine höhere Miete in die Rendite schreibt, schreibt eine Rückforderung mit.
  • Leerstand. Zwischen zwei Mietern liegen in der Praxis einige Wochen ohne Miete, dazu Ausmalen und Inserat. Ein Ausfallwagnis von einigen Prozent der Jahresmiete ist deshalb keine Vorsicht, sondern Buchhaltung, und das Bewertungsgesetz verlangt es ausdrücklich8.
  • Sanierungsstau. Beschlossene, aber noch nicht abgerechnete Arbeiten stehen in den Protokollen der Eigentümerversammlung, nicht im Inserat; trifft das auf eine schwache Rücklage, wird daraus eine Sonderzahlung im ersten Jahr.
  • Steuer beim Ausstieg. Der Gewinn aus dem Verkauf unterliegt in Österreich seit 2016 der Immobilienertragsteuer von 30 %, Werbungskosten sind bis auf die Kosten der Steuerberechnung nicht abziehbar9. Wer die Rendite über die Haltedauer rechnet, rechnet sie mit.

Vorsorgewohnung in der Donaustadt um 320.000 €: von brutto bis zur Eigenkapitalrendite

Alle Zahlen sind Beispielwerte, keine echte Adresse; Annahmen sind als solche gekennzeichnet, Umsatzsteuer und Vorsteuerabzug bleiben weg. Gekauft wird eine 55-m²-Neubauwohnung mit Balkon im 22. Bezirk um 320.000 €, also 5.818 €/m². Statistik Austria weist für Wohnungen in der Donaustadt mit Baujahr ab 1991, 54 bis 77 m² und Außenflächen 5.598 €/m² aus5; der Kaufpreis liegt knapp 4 % über dem Bezirksschnitt, für Erstbezug plausibel. Die Nettomiete wird mit 14,00 €/m² angenommen, also 770 € im Monat, deutlich über dem Bundesschnitt inklusive Betriebskosten von 10,5 €/m²6, wie es für Wiener Neubau typisch, aber am konkreten Objekt zu belegen ist.

Zeile Rechnung Betrag
Kaufpreis 320.000 €
Grunderwerbsteuer 3,5 %1 320.000 × 3,5 % 11.200 €
Eintragungsgebühr 1,1 %1 320.000 × 1,1 % 3.520 €
Provision 3 % plus 20 % USt2 9.600 + 1.920 11.520 €
Pfandrechtseintragung 1,2 %1 Kredit 192.000 × 1,2 % 2.304 €
Vertragserrichtung und Treuhand (Annahme) 4.800 €
Gesamtkosten Nebenkosten 33.344 €, das sind 10,4 % 353.344 €
Jahresnettomiete 770 € × 12 9.240 €
Bruttorendite 9.240 ÷ 320.000 2,89 % (auf Gesamtkosten 2,62 %)
Kaufpreisfaktor 320.000 ÷ 9.240 34,6
Rücklage3 1,12 € × 55 m² × 12 739 €
Mietenverwaltung (Annahme) 300 €
Instandhaltung innen (Annahme 1 € je m² und Monat) 55 × 12 660 €
Mietausfall (Annahme 3 % der Miete)8 9.240 × 3 % 277 €
Reinertrag 9.240 − 1.976 7.264 €
Nettorendite 7.264 ÷ 353.344 2,06 %

Jetzt der Kredit: 40 % Eigenmittel auf den Kaufpreis plus die gesamten Nebenkosten ergeben 161.344 € Eigenkapital, der Kredit beträgt 192.000 €. Bei 3,5 % Zins (Annahme) kosten die Zinsen 6.720 € im Jahr; vom Reinertrag bleiben 544 €, die Eigenkapitalrendite vor Steuern und vor Tilgung liegt bei 0,34 %. Bei 2,0 % Zins wären es 3.840 € Zinsen, 3.424 € Rest und 2,12 %. Der Hebel hat sich umgekehrt, weil die Nettorendite von 2,06 % unter dem Kreditzins liegt; jede Tilgungsrate kommt aus dem Gehalt. Die Wohnung ist damit nicht schlecht, aber sie ist keine Ertragsanlage, sondern ein Sparplan mit Mieter, dessen Rendite von der Wertentwicklung abhängt, und genau so sollte man sie kaufen oder lassen.

Was CheckValue zur Rendite einer Adresse zeigt

Für einen Anleger, der mehrere Inserate vergleicht, sind drei Teile des Berichts die Abkürzung zu den ersten Zeilen der Tabelle oben. Die Mietschätzung für die Adresse liefert den Zähler der Bruttorendite aus zitierten Quellen statt aus dem Wunsch des Verkäufers, und die Bruttorendite steht gleich darunter, gerechnet auf den geschätzten Wert, sodass ein Angebotspreis über der Wertspanne sofort als niedrigere Rendite sichtbar wird. Die Besitzkosten des Berichts sind die Kostenzeilen, die aus brutto netto machen; sie geben Größenordnungen für Rücklage, Erhaltung und Verwaltung vor, die Sie mit den Zahlen der Hausverwaltung ersetzen. Dass gleiche Eingaben zur gleichen Adresse dasselbe Ergebnis liefern, ist beim Vergleich von fünf Wohnungen wichtiger, als es klingt: Sie vergleichen Objekte, nicht Tagesform.

Was der Bericht nicht weiß: Ihren Kreditzins, Ihren Steuersatz, den Richtwert einer konkreten Altbauwohnung und den Sanierungsbeschluss in den Protokollen. Die Nettorendite und die Eigenkapitalrendite rechnen Sie mit diesen Angaben weiter; der Bericht ist eine Orientierung mit Quellen, kein Gutachten. Die kostenlose Vorschau für die Adresse des Inserats zeigt Mietschätzung und Bruttorendite im Aufbau des Berichts, bevor Sie ihn kaufen; wer regelmäßig Objekte vergleicht, findet die Pakete für mehrere Berichte auf der Preisseite. Für Vermieter mit vielen Einheiten geht der Beitrag zur Portfoliobewertung für Vermieter und Hausverwaltungen weiter.

In mehr als zwanzig Jahren im Immobiliengeschäft habe ich Vorsorgewohnungen fast immer über die Bruttorendite angeboten gesehen und fast nie über die Nettorendite, und die Käufer, die später enttäuscht waren, hatten die Rücklage und den Leerstand nicht gerechnet, nicht die Miete. Ich rechne seither jede Wohnung zuerst mit den Kostenzeilen durch und erst dann mit der Miete. Die Reihenfolge ändert die Entscheidung öfter, als man glaubt.
Josef Eckmair, Mitgründer von CheckValue

Kaufen, halten oder verkaufen: die Rendite als Entscheidungsgröße

Die Nettorendite beantwortet drei Fragen zu verschiedenen Zeitpunkten. Vor dem Kauf vergleicht sie das Objekt mit dem Kreditzins und mit dem, was der Markt laut Liegenschaftszinssatz oder Kaufpreisfaktor vergleichbarer Verkäufe verlangt; liegt sie darunter, kaufen Sie Wertsteigerungshoffnung, und das darf man, wenn man es weiß. Während des Haltens zeigt sie, ob eine Mieterhöhung im rechtlichen Rahmen712 oder eine Kostenprüfung bei der Hausverwaltung mehr bringt als ein Verkauf. Vor dem Verkauf wird sie zur Vergleichsgröße: Was bringt der Nettoerlös nach Immobilienertragsteuer9 und Verkaufskosten in einer anderen Anlage, gegen das, was die Wohnung netto abwirft?

Für die dritte Frage gibt es einen eigenen Beitrag, der die Rechnung über fünf Jahre mit Steuern in allen drei Ländern durchführt: Wohnung vermieten oder verkaufen. Die Rendite ist dort eine Zeile von mehreren, und das ist die richtige Einordnung: Sie ist die Größe, mit der man Objekte vergleicht, nicht die, mit der man sein Leben plant.

Dies ist eine allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung. Die genannten Sätze und Durchschnitte gelten mit dem Datum ihrer Quelle.

Häufige Fragen

Wie berechne ich die Mietrendite?

Die Bruttorendite ist die Jahresnettomiete ohne Betriebskosten geteilt durch den Kaufpreis, mal hundert. Die Nettorendite zieht von der Jahresmiete alle Kosten ab, die Sie als Vermieter nicht auf den Mieter überwälzen können, und teilt den Rest durch den Kaufpreis samt Nebenkosten. In Österreich schlagen dafür rund zehn Prozent auf: die Grunderwerbsteuer mit 3,5 %, die Eintragungsgebühr mit 1,1 %, die Provision mit höchstens 3 % zuzüglich Umsatzsteuer, dazu Vertragserrichtung und bei Kredit 1,2 % für die Pfandrechtseintragung.

Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Nettorendite?

Die Bruttorendite ignoriert alle Kosten und eignet sich nur für den schnellen Vergleich zweier Inserate. Die Nettorendite rechnet ab, was tatsächlich bei Ihnen bleibt: nach Rücklage, Verwaltung, Instandhaltung im Inneren der Wohnung, Mietausfall und den Kaufnebenkosten im Nenner. Im Rechenbeispiel dieses Beitrags liegen zwischen beiden 0,8 Prozentpunkte, und bei einer Bruttorendite von knapp drei Prozent entscheidet dieser Abstand über Sinn oder Unsinn des Kaufs.

Was ist eine gute Mietrendite in Österreich?

Eine feste Zahl gibt es nicht, weil Lage, Baujahr und Mietrecht die Rendite bestimmen. Als Anhaltspunkt: Der WKÖ-Preisspiegel 2026 nennt für gebrauchte Eigentumswohnungen im Österreich-Schnitt 2.278,72 €/m² und für neuwertige Mietwohnungen 9,49 €/m² Monatsmiete; roh ineinander gesetzt ergibt das rund fünf Prozent brutto. In Wien liegen die Quadratmeterpreise weit über dem Bundesschnitt, die Renditen entsprechend darunter. Gut ist eine Rendite, die netto über Ihrem Kreditzins liegt.

Was ist der Kaufpreisfaktor, und wie hängt er mit der Rendite zusammen?

Der Kaufpreisfaktor, in Deutschland auch Vervielfältiger genannt, ist der Kaufpreis geteilt durch die Jahresnettomiete: Er sagt, wie viele Jahresmieten Sie für die Wohnung bezahlen. Er ist der Kehrwert der Bruttorendite, ein Faktor 25 entspricht 4 %, ein Faktor 40 entspricht 2,5 %. Makler und Zinshausinvestoren rechnen in Faktoren, Privatanleger in Prozent; beide sagen dasselbe. Ein hoher Faktor heißt teuer im Verhältnis zur Miete, nicht automatisch überteuert.

Welche Kosten gehören in die Nettorendite?

Alles, was der Mieter nicht trägt: die Rücklage der Eigentümergemeinschaft, in Österreich seit Jänner 2026 mindestens 1,12 € je Quadratmeter Nutzfläche und Monat, die Kosten der Vermietungsverwaltung, die Instandhaltung im Inneren der Wohnung, Mietausfall und Leerstand zwischen zwei Mietern sowie nicht überwälzbare Betriebskosten. Im Nenner stehen Kaufpreis plus Nebenkosten. Einkommensteuer auf die Mieteinkünfte und die Immobilienertragsteuer beim späteren Verkauf gehören in die Gesamtrechnung über die Haltedauer, nicht in die Rendite je Jahr.

Was ist der Liegenschaftszinssatz?

Der Liegenschaftszinssatz ist der Zinssatz, mit dem im deutschen Ertragswertverfahren der Reinertrag einer Immobilie kapitalisiert wird; § 27 ImmoWertV verlangt einen objektspezifisch angepassten Satz neben Bodenwert, Reinertrag und Restnutzungsdauer. Die Gutachterausschüsse leiten ihn aus tatsächlich bezahlten Kaufpreisen ab, deshalb ist er die amtliche Antwort auf die Frage, welche Rendite der Markt für einen Objekttyp in einer Region gerade akzeptiert. Österreichs Liegenschaftsbewertungsgesetz spricht vom angemessenen Zinssatz, die Schweiz vom Kapitalisierungssatz.

Wie wirkt die Finanzierung auf die Eigenkapitalrendite?

Der Kredit wirkt als Hebel in beide Richtungen. Liegt die Nettorendite der Wohnung über dem Kreditzins, steigt die Rendite auf Ihr eingesetztes Eigenkapital mit jedem fremdfinanzierten Euro; liegt sie darunter, sinkt sie, und im Rechenbeispiel dieses Beitrags (gut zwei Prozent netto, dreieinhalb Prozent Kreditzins) bleibt vom Reinertrag nach Zinsen fast nichts übrig. Die Tilgung ist dabei kein Verlust, sondern Sparen, aber sie muss aus anderem Einkommen kommen.

Wie berechne ich die Bruttorendite in der Schweiz?

Gleich wie in Österreich: Nettomietzins mal zwölf, geteilt durch den Kaufpreis in Franken. Zwei Dinge sind anders. Der hypothekarische Referenzzinssatz des Bundesamts für Wohnungswesen, aktuell 1,25 %, koppelt bestehende Mietzinse an das Zinsniveau, sodass Mieten mit dem Zins fallen können. Und Gutachter kapitalisieren den Ertrag mit einem Kapitalisierungssatz, der Zins, Unterhalt und Risiko zusammenfasst; er entspricht dem deutschen Liegenschaftszinssatz und ist nicht mit dem Referenzzinssatz zu verwechseln.

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Zahlen und Regeln tragen das Jahr ihrer Veröffentlichung; die aktuelle Fassung finden Sie in der zitierten Quelle.

Josef Eckmair MBA
Josef Eckmair MBA
Mitgründer von CheckValue · Geschäftsführer der CBDNOL GmbH · Über 20 Jahre Immobilienerfahrung auf Teneriffa und in Österreich · Geprüft von Christian Eckmair

Josef Eckmair MBA ist Mitgründer von CheckValue und Geschäftsführer der CBDNOL GmbH (Ansfelden, Österreich). Er hat über 20 Jahre Immobilienerfahrung auf Teneriffa und in Österreich und schreibt über Gutachten, Steuern, Verkaufskosten und Bewertungen für Profis.

Artikel von Josef Eckmair →

Quellen

  1. 1
    guidanceEine Wohnung kaufen: Grunderwerbsteuer 3,5 %, Eintragungsgebühr 1,1 %, Pfandrecht 1,2 %
    oesterreich.gv.at (Bundeskanzleramt) · 2026
    Nebenkosten beim Wohnungskauf in Österreich: Grunderwerbsteuer in der Regel 3,5 % vom Kaufpreis, Eintragungsgebühr 1,1 %, bei einer Hypothek 1,2 % vom Wert des Pfandrechts für dessen Eintragung; Vertrag durch Kanzlei oder Notariat, Eigentum mit Grundbucheintragung.
    oesterreich.gv.at ↗
  2. 2
    guidanceMaklerprovision: Höchstsätze beim Kauf (3 % über 36.336 Euro) und bei der Miete
    Arbeiterkammer (AK) · 2026
    Höchstprovision beim Kauf 3 % des Kaufpreises über 36.336,42 Euro (4 % darunter), jeweils plus 20 % Umsatzsteuer; Höchstgrenzen, keine Fixpreise; kein Bestellerprinzip beim Kauf.
    arbeiterkammer.at ↗
  3. 3
    guidanceInstandhaltungsrücklage im Wohnungseigentum (Mindestrücklage 1,12 €/m² ab 2026)
    Infina · 2026
    Seit Juli 2022 gilt nach § 31 WEG eine gesetzliche Mindestrücklage von 0,90 € je Quadratmeter Nutzfläche und Monat, valorisiert auf 1,06 € ab Jänner 2024 und 1,12 € ab Jänner 2026.
    infina.at ↗
  4. 4
    statisticsDer WKÖ-Immobilienpreisspiegel 2026: 91.000 Transaktionen, gebrauchte Eigentumswohnungen Ø 2.278,72 €/m², Neubau Ø 3.602,97 €/m²
    Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) · 2026
    Österreich-Durchschnitt 2025: gebrauchte Eigentumswohnungen 2.278,72 €/m², Erstbezug 3.602,97 €/m², neuwertige Mietwohnungen 9,49 €/m² Monatsmiete; Wiener Zinshausmarkt 2025 mit 348 Transaktionen und mehr als einer Milliarde Euro Volumen.
    wko.at ↗
  5. 5
    statisticsImmobilien-Durchschnittspreise 2025: Eigentumswohnungen nach Bezirk, Baujahr, Größe und Außenflächen
    Statistik Austria · 2026
    Bezirkstabellen aus Grundbuchtransaktionen privater Haushalte 2021 bis 2025, auf das Preisniveau 2025 angepasst; Wien 22., Baujahr ab 1991, 54 bis 77 m², mit Außenflächen: 5.598 €/m²; Medianpreis 2025 für Wohnungen in Österreich 4.162 €/m².
    statistik.at ↗
  6. 6
    statisticsWohnkosten: Mieten und Betriebskosten für Hauptmietwohnungen (Mikrozensus)
    Statistik Austria · 2026
    Durchschnittliche Miete inklusive Betriebskosten im 2. Quartal 2026: 10,5 € je Quadratmeter und 694,7 € je Hauptmietwohnung, quartalsweise aus der Mikrozensus-Wohnungserhebung; Tabellen nach Bundesland.
    statistik.at ↗
  7. 7
    lawMietrechtsgesetz (MRG), Bundesrecht konsolidiert
    RIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026
    Katalog der auf Mieter überwälzbaren Betriebskosten und laufenden öffentlichen Abgaben (§ 21), Richtwertmietzins als Obergrenze im Vollanwendungsbereich (§ 16), Anwendungsbereich des Gesetzes (§ 1).
    ris.bka.gv.at ↗
  8. 8
    lawLiegenschaftsbewertungsgesetz (LBG), § 5 Ertragswertverfahren
    RIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026
    Der Ertragswert ist der zum angemessenen Zinssatz und über die Nutzungsdauer kapitalisierte Reinertrag; der Reinertrag ergibt sich aus dem Rohertrag nach Abzug des Bewirtschaftungsaufwands für Betrieb, Instandhaltung und Verwaltung sowie der Abschreibung, unter Bedachtnahme auf das Ausfallwagnis.
    ris.bka.gv.at ↗
  9. 9
    officialImmobilienertragsteuer (ImmoESt): 30 %, Altvermögen 4,2 %
    Unternehmensserviceportal (USP), Bundesministerium für Finanzen · 2026
    Veräußerungsgewinne aus Grundstücken unterliegen seit 1. Jänner 2016 einem besonderen Steuersatz von 30 %; für vor dem 1. April 2002 angeschaffte Alt-Grundstücke gilt eine Pauschale von 4,2 % des Verkaufserlöses (18 % bei Umwidmung); Werbungskosten sind bis auf die Kosten der Steuerberechnung nicht abziehbar.
    usp.gv.at ↗
  10. 10
    law§ 27 ImmoWertV: Grundlagen des Ertragswertverfahrens
    Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026
    Der Ertragswert wird aus marktüblich erzielbaren Erträgen ermittelt; der vorläufige Ertragswert beruht auf Bodenwert, Reinertrag, Restnutzungsdauer und dem objektspezifisch angepassten Liegenschaftszinssatz (§ 33); drei Verfahrensvarianten.
    gesetze-im-internet.de ↗
  11. 11
    officialHypothekarischer Referenzzinssatz (1,25 %, seit September 2025)
    Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) · 2026
    Der hypothekarische Referenzzinssatz für Mietverhältnisse beträgt seit dem 2. September 2025 1,25 % und wurde am 1. September 2026 unverändert bestätigt; er ist die Grundlage für Mietzinsanpassungen bei bestehenden Mietverträgen.
    bwo.admin.ch ↗
  12. 12
    law§ 556d BGB: Zulässige Miethöhe bei Mietbeginn (Mietpreisbremse, höchstens 10 Prozent über der Vergleichsmiete)
    Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026
    In von den Landesregierungen bestimmten Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt darf die Miete zu Beginn des Mietverhältnisses die ortsübliche Vergleichsmiete um höchstens 10 Prozent übersteigen; die Verordnungen laufen spätestens Ende 2029 aus.
    gesetze-im-internet.de ↗

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