Wer „Kriminalität Wien Bezirke“ sucht, will wissen, ob die Gasse sicher ist, in der die Wohnung steht. Die Statistik antwortet auf eine andere Frage: Wie viele Straftaten wurden in einer Verwaltungseinheit angezeigt, bezogen auf deren Wohnbevölkerung. Dieser Beitrag zeigt, wer die Zahlen in Österreich, Deutschland und der Schweiz erhebt, wie Sie sie lesen, wo sie täuschen und wie ein Käufer sie in seine Prüfung einbaut. Die Kriminalstatistik ist dabei ein Lagefaktor unter mehreren; die vollständige Prüfung vor dem Anbot steht in der Hauskauf-Checkliste.
Wer die Zahlen erhebt: Bundeskriminalamt, BKA, BFS und Statistik Austria
Drei Länder, vier Statistiken, eine Gemeinsamkeit: Die Polizeistatistiken zählen, was angezeigt wurde, nicht, was geschehen ist oder was ein Gericht später festgestellt hat.
| Land | Herausgeber und Statistik | Was gezählt wird | Feinste veröffentlichte Ebene | Jüngster Stand |
|---|---|---|---|---|
| Österreich | Bundeskriminalamt (BMI), Kriminalpolizeiliche Anzeigenstatistik | Bei der Polizei angezeigte und an die Staatsanwaltschaft übermittelte Straftaten1 | Bundesland im Kriminalitätsbericht; der Bezirk des Tatorts wird zu jeder Tat erfasst1 | 2025: 538.656 Anzeigen, Aufklärungsquote 53,6 %1 |
| Österreich | Statistik Austria, Verurteilungsstatistik | Rechtskräftige Verurteilungen aus dem Strafregister4 | Keine Ortsstatistik: Sie beschreibt verurteilte Personen, nicht Tatorte4 | 2025: 27.620 Verurteilungen, 25.195 verurteilte Personen4 |
| Deutschland | Bundeskriminalamt (BKA), Polizeiliche Kriminalstatistik | Alle der Polizei bekannt gewordenen und von ihr endbearbeiteten Straftaten2 | Kreis, in Falltabellen mit Häufigkeitszahl je 100.000 Einwohner5 | 2025: 5.508.559 Fälle, Aufklärungsquote 57,9 %2 |
| Schweiz | Bundesamt für Statistik (BFS), Polizeiliche Kriminalstatistik | Polizeilich registrierte Straftaten nach Strafgesetzbuch3 | Kanton; die Kantonspolizeien veröffentlichen eigene Statistiken6 | 2025: 554.963 Straftaten, minus 1,5 % zum Vorjahr3 |
Die Tabelle sagt schon das Wichtigste: Wer eine Zahl für „seine Adresse“ sieht, sieht in Wahrheit die Zahl der Verwaltungseinheit, in der die Adresse liegt.
Kriminalität nach Bezirken statt nach Adresse: wo die amtliche Auflösung endet
Die österreichische Anzeigenstatistik hält zu jeder Straftat das Delikt, den Bezirk des Tatorts, Versuch oder Vollendung und die Klärung fest1. Veröffentlicht wird im jährlichen Kriminalitätsbericht aber nach Bundesländern; die Bezirksranglisten, die Wiener Medien jedes Frühjahr drucken, stammen aus Sonderauswertungen der Landespolizeidirektion und unterscheiden sich je nach Deliktgruppe und Bezugsgröße. In Deutschland stellt das BKA Falltabellen auf Kreisebene ins Netz, samt Häufigkeitszahl5; unterhalb des Kreises, für Stadtteile oder Straßenzüge, gibt es Zahlen nur dort, wo ein Landeskriminalamt oder eine Großstadt einen eigenen Atlas führt. In der Schweiz veröffentlicht das BFS die nationale Statistik und verweist für die regionale Tiefe auf die Kriminalstatistiken der Kantonspolizeien6.
Die grobe Auflösung ist kein Versäumnis. Eine Anzeige ist ein Datensatz über ein Opfer und einen Tatverdächtigen, also personenbezogen. Die Datenschutz-Grundverordnung gilt seit dem 25. Mai 2018 und behandelt den Schutz solcher Daten als Grundrecht des Unionsrechts7; eine Karte mit dem Einbruch im Haus Nummer 12 würde die Betroffenen erkennbar machen, und genau deshalb endet die Veröffentlichung bei der Verwaltungseinheit. Jede Website, die Ihnen einen „Kriminalitätswert für Ihre Adresse“ verspricht, hat deshalb entweder die Bezirkszahl auf Ihre Adresse projiziert oder ein Modell gerechnet, dessen Annahmen sie nicht offenlegt.
Für Sie als Käufer folgt daraus eine einfache Lesehilfe: Der Wert gilt für die Verwaltungseinheit und für jede andere Adresse darin gleichermaßen. Was die Gasse von der Hauptstraße drei Blocks weiter unterscheidet, steht nicht in der Tabelle.
Anzeigen je 100.000 Einwohner: die Häufigkeitszahl und ihre drei Fallen
Absolute Zahlen vergleichen Größen, nicht Risiken. Wien meldet 194.625 Anzeigen, Niederösterreich 76.8381; ohne Bezug zur Einwohnerzahl sagt der Abstand nichts über das Risiko einer einzelnen Person. Deshalb rechnet die Kriminalstatistik in Häufigkeitszahlen: Fälle je 100.000 Einwohner der Wohnbevölkerung. Das BKA weist sie in seinen Kreistabellen direkt aus5; das österreichische Bundeskriminalamt legt seiner Berechnung den Jahresdurchschnitt der Wohnbevölkerung des Vorjahres zugrunde1. Wer die Zahl selbst bildet, braucht also die Anzeigen des Berichtsjahres und die Bevölkerung des Jahres davor.
Drei Lesefehler kommen immer wieder vor:
- Die Gesamtzahl statt der Deliktgruppe. Die Gesamtkriminalität mischt Internetbetrug, Ladendiebstahl und Körperverletzung. Für eine Wohnlage zählen Delikte mit Tatort im öffentlichen Raum und Einbruch, nicht die 63.459 Anzeigen wegen Internetkriminalität, die Österreich 2025 registrierte1 und die keinen Straßenzug unsicherer machen.
- Die Momentaufnahme statt des Trends. Die österreichische Gesamtkriminalität fiel von 537.792 Anzeigen im Jahr 2016 auf 410.957 im Corona-Jahr 2021 und stieg seither wieder auf 538.6561; ein einzelnes Jahr kann ein Ausreißer sein. In Deutschland sank die Fallzahl 2025 um 5,6 Prozent auf 5.508.5592, in der Schweiz um 1,5 Prozent auf 554.963, während schwere Gewaltstraftaten dort um 8,1 Prozent zunahmen3. Lesen Sie mindestens fünf Jahre und je Deliktgruppe.
- Die Anzeige als Verurteilung. Die Polizeistatistik bildet den Stand der polizeilichen Anzeigenlegung ab; wie Staatsanwaltschaft und Gerichte die Fälle später beurteilen, geht nicht mehr ein1. Statistik Austria zählte 2025 27.620 rechtskräftige Verurteilungen4, die Polizei 538.656 Anzeigen1. Die beiden Zahlen messen Verschiedenes und lassen sich nicht gegeneinander verrechnen, aber der Abstand zeigt, wie weit „angezeigt“ von „verurteilt“ entfernt ist.
Innenstadt, Bahnhof, Tourismus: warum Pendler und Gäste die Bezirkszahl verzerren
Die Häufigkeitszahl teilt Straftaten am Tatort durch die Wohnbevölkerung des Gebiets. Wer in einem Bezirk arbeitet, einkauft, ausgeht oder als Tourist übernachtet, steht im Zähler, sobald ihm etwas gestohlen wird, aber nie im Nenner. Das Bundeskriminalamt merkt selbst an, dass Straftaten von Touristen gleichermaßen mitgezählt werden, obwohl diese Personen nicht zur Wohnbevölkerung gehören1; für Straftaten an Touristen gilt dasselbe. Innenstadtbezirke mit wenigen Einwohnern und vielen Besuchern erreichen so Werte, die mit dem Alltag der Bewohner wenig zu tun haben.
Wien insgesamt trägt 2025 mit 194.625 Anzeigen rund 36 Prozent der österreichischen Gesamtkriminalität1, stellt aber nur rund 22 Prozent der Wohnbevölkerung8. Das Bundeskriminalamt spricht von einem überdurchschnittlich hohen Kriminalitätsaufkommen der Bundeshauptstadt in jedem der letzten zehn Jahre und nennt als Einflussfaktoren Anzeigebereitschaft, soziodemografische Ursachen und die räumliche Struktur urbaner Räume, also Größen außerhalb der Polizeiarbeit1. Drei Viertel aller Wiener Raubdelikte ereigneten sich 2025 an öffentlichen Orten, auf Straßen und Parkplätzen, in öffentlichen Verkehrsmitteln und an Haltestellen1, also dort, wo Pendler und Gäste unterwegs sind, nicht in den Wohnstraßen dahinter. Für eine Wohnung im selben Bezirk heißt das keine Entwarnung, aber es heißt, dass die Bezirkszahl den Bahnhofsvorplatz und die ruhige Seitengasse zu einem Mittelwert verschmilzt. Dieselbe Mechanik wirkt in jeder Landeshauptstadt und in jedem Bahnhofsviertel.
Was die Anzeigenstatistik nicht sagt: Dunkelfeld, Anzeigebereitschaft, Aufklärungsquote
Das Bundeskriminalamt nennt die Grenzen seiner Statistik selbst. Sie bildet nur das Hellfeld ab; das Dunkelfeld umfasst jene Straftaten, die nicht angezeigt wurden und der Polizei nie zur Kenntnis gelangen. Ein Anstieg oder Rückgang in einem Deliktsbereich kann deshalb auch eine Verschiebung zwischen Hell- und Dunkelfeld sein, ausgelöst durch veränderte Anzeigebereitschaft, polizeiliche Kontrollmaßnahmen, Gesetzesänderungen oder methodische Anpassungen1. Das deutsche BKA schreibt in derselben Klarheit, dass nicht angezeigte Straftaten in der PKS nicht enthalten sind2. Ein Bezirk mit aufmerksamen Bewohnern und einer nahen Polizeiinspektion kann also mehr Anzeigen zeigen als einer, in dem niemand mehr den Fahrraddiebstahl meldet.
Auch die Aufklärungsquote ist kein Sicherheitsmaß. Österreichweit lag sie 2025 bei 53,6 Prozent, in Vorarlberg bei 63,6, in Kärnten bei 61,3 und in Oberösterreich bei 60,7 Prozent, in Wien bei 44,6 Prozent1. Die Quote hängt davon ab, welche Delikte in einem Land dominieren, denn verschiedene Deliktsbereiche weisen konsistent verschiedene Aufklärungsquoten auf, und das Bundeskriminalamt führt die Unterschiede zwischen den Ländern ausdrücklich auf diese Verteilung und auf soziale und räumliche Strukturen zurück1. Wo der Tatverdächtige von Anfang an bekannt ist, wird geklärt; wo ein Unbekannter in der Menge verschwindet, selten. Ein Bundesland mit viel Innenstadtkriminalität hat deshalb eine niedrigere Quote, ohne dass seine Polizei schlechter arbeitet.
Zwei Dinge fehlen jeder Polizeistatistik ganz: das Sicherheitsgefühl der Bewohner und der Zustand des öffentlichen Raums. Beides prüfen Sie nur vor Ort.
Statistik über Orte, niemals über Menschen: was die Gleichbehandlungsgesetze verlangen
Die Anzeigenstatistik enthält zu Tatverdächtigen Alter, Geschlecht und Staatsangehörigkeit1, und Suchmaschinen schlagen Aufschlüsselungen nach Herkunft vor, sobald jemand „Kriminalstatistik Österreich“ tippt. Für die Frage, ob eine Wohnlage passt, sind diese Tabellen ohne Aussage: Sie beschreiben Tatverdächtige, nicht Nachbarn, und sie sagen nichts über die Straße, in der Sie kaufen wollen. Wer sie trotzdem in eine Kauf- oder Vermietungsentscheidung einbaut, gerät mit dem Gesetz in Konflikt. In Österreich verbietet das Gleichbehandlungsgesetz in seinem dritten Teil jede Diskriminierung aufgrund des Geschlechts oder der ethnischen Zugehörigkeit beim Zugang zu Gütern und Dienstleistungen einschließlich Wohnraum9. In Deutschland gilt das zivilrechtliche Benachteiligungsverbot des § 19 AGG auch für die Vermietung von Wohnraum; ausgenommen sind in der Regel Vermieter mit insgesamt nicht mehr als 50 Wohnungen, und zulässig bleibt eine unterschiedliche Behandlung im Hinblick auf sozial stabile Bewohnerstrukturen10.
Dieser Beitrag und der CheckValue-Bericht halten sich deshalb an eine Regel: Kriminalitätszahlen beschreiben Verwaltungseinheiten, nie Personen oder Gruppen. Eine Häufigkeitszahl ist eine Eigenschaft des Ortes wie der Lärmpegel an der Hauptstraße, keine Eigenschaft der Menschen, die dort wohnen.
Wien, Niederösterreich und der Bundeswert: ein Vergleich mit den Zahlen für 2025
Ein Rechenbeispiel mit amtlichen Eingangsgrößen. Sie vergleichen eine Wohnung in Wien mit einem Haus in Niederösterreich und wollen wissen, wo beide Regionen gegenüber Österreich stehen. Die Anzeigen 2025 stammen aus dem Kriminalitätsbericht des Bundeskriminalamts1, die Wohnbevölkerung ist der Jahresdurchschnitt 2024 von Statistik Austria8, weil die Polizeistatistik das Vorjahr als Nenner nimmt1. Die Häufigkeitszahlen in der vierten Spalte sind daraus gerechnet, nicht amtlich ausgewiesen.
| Region | Anzeigen 20251 | Wohnbevölkerung, Jahresdurchschnitt 20248 | Anzeigen je 100.000 Einwohner (gerechnet) | Aufklärungsquote 20251 |
|---|---|---|---|---|
| Wien | 194.625 | 2.017.314 | rund 9.650 | 44,6 % |
| Niederösterreich | 76.838 | 1.725.711 | rund 4.450 | 54,6 % |
| Österreich | 538.656 | 9.177.915 | rund 5.870 | 53,6 % |
Wien liegt damit um rund zwei Drittel über dem Bundeswert, Niederösterreich um ein Viertel darunter. Bevor Sie daraus eine Kaufentscheidung machen, lesen Sie die Tabelle mit den Abschnitten oben noch einmal: Der Wiener Wert enthält Pendler, Touristen und die 19.683 Anzeigen wegen Internetkriminalität, die 2025 in Wien registriert wurden1 und die am Wohnort niemanden bedrohen; er gilt für die Bundeshauptstadt als Ganzes, vom Bahnhofsviertel bis zur Gartensiedlung. Der niederösterreichische Wert mittelt Speckgürtelgemeinden mit dem Waldviertel. Beide Zahlen sind ein Ausgangspunkt für Fragen an den Ort, keine Antwort auf die Frage nach der Gasse.
Was CheckValue zum Kriminalitätsscore einer Adresse zeigt
Der Bericht übersetzt genau diese Tabelle in einen Score von 1 bis 10 und sagt dazu, auf welcher Ebene er gerechnet ist. Grundlage sind die amtlichen Polizeistatistiken, für Österreich also die Bundesländer, für Deutschland die Kreise, für die Schweiz die Kantone. Die Regionen eines Landes werden nach Anzeigen je 100.000 Einwohner in zehn gleich große Gruppen geteilt; das Zehntel mit den wenigsten Anzeigen erhält die 10, das mit den meisten die 1, und ein Balken mit zehn Segmenten zeigt, wo die Region gegenüber dem Landesdurchschnitt steht. Eine Wiener Adresse trägt damit den Wert Wiens, nicht den ihres Grätzels; das steht so im Bericht, weil eine feinere Zahl nur eine Behauptung wäre. Den Score gibt es für Österreich, Deutschland, die Schweiz, Frankreich, Spanien, Italien und die Vereinigten Staaten; für andere Länder fehlt die vergleichbare amtliche Grundlage, und der Bericht weist dort keinen Score aus.
Nützlich wird der Score im Zusammenspiel mit den anderen Lagedaten desselben Berichts: der Lärmkarte, auf der Hauptstraßen und Bahntrassen sichtbar sind, und der Hochwasserkarte für die Adresse. Kriminalität, Lärm und Wasser sind die drei Lagefaktoren, die sich nicht sanieren lassen, und der Bericht stellt sie neben die Wertspanne, damit Sie sehen, ob der Angebotspreis die Lage schon eingepreist hat. Die kostenlose Vorschau für eine Inseratsadresse zeigt, an welcher Stelle der Score im Bericht steht; weitere Fragen zum Bericht beantwortet die Hilfeseite.
Die Routine vor dem Anbot: Tabelle, drei Besuche, Lokalnachrichten
- Die amtliche Tabelle, nicht die Schlagzeile. Laden Sie den Kriminalitätsbericht des Bundeskriminalamts1, in Deutschland die Kreistabelle T01 mit Häufigkeitszahl5, in der Schweiz die Statistik Ihrer Kantonspolizei6. Notieren Sie die Häufigkeitszahl, den Fünfjahrestrend und die Deliktgruppen Einbruch und Gewalt im öffentlichen Raum.
- Drei Besuche zu drei Tageszeiten. Werktags um sieben Uhr früh, am Freitagabend nach 22 Uhr, am Sonntagnachmittag. Achten Sie auf Beleuchtung, Leerstand, den Zustand der Hauseingänge und darauf, wer sich wo aufhält. Was Sie an drei Abenden sehen, sagt über die Gasse mehr als jede Bezirkszahl.
- Lokalnachrichten der letzten zwölf Monate. Bezirksblätter und Polizeimeldungen zeigen Serien wie Kellereinbrüche oder Autoaufbrüche, die in der Jahresstatistik untergehen. Zählen Sie Ereignisse, nicht Adjektive.
- Die Nachbarn. Fragen Sie im Haus nach Einbrüchen, Fahrraddiebstählen und der Reaktion der Hausverwaltung. Bewohner kennen das Dunkelfeld, das die Statistik nicht kennt.
- Die Lage als Ganzes. Legen Sie das Ergebnis neben die Hochwasserkarte für die Adresse und die Lärmkarte und Energieklasse; wie diese Lagefaktoren in Vergleichskäufen und in Zu- oder Abschlägen sichtbar werden, zeigt der Beitrag zu Wertsteigerung und Wertminderung.
Auf Teneriffa habe ich Käufer erlebt, die eine ganze Ortschaft wegen einer Schlagzeile gestrichen haben, und andere, die neben einer Bushaltestelle gekauft haben, weil die Gemeindestatistik gut aussah. Beiden hätte ein Abend vor Ort mehr gesagt als die Tabelle, und die Tabelle mehr als die Schlagzeile.
Dies ist eine allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung. Jede Zahl trägt das Jahr ihrer Statistik; neuere Jahrgänge finden Sie bei den genannten Ämtern.
Häufige Fragen
Wo finde ich die Kriminalität nach Bezirken in Wien?
Die amtliche Quelle ist der Kriminalitätsbericht des Bundeskriminalamts, der die Anzeigen 2025 nach Bundesländern auswertet; für Wien sind das 194.625 Anzeigen bei einer Aufklärungsquote von 44,6 Prozent. Die Statistik erfasst zwar den Bezirk jedes Tatorts, veröffentlicht die Bezirkswerte aber nicht im Bericht. Bezirksranglisten in Medien beruhen auf Sonderauswertungen der Landespolizeidirektion Wien; prüfen Sie dort immer Bezugsjahr und Deliktgruppe.
Welche Bezirke gelten als die sichersten?
Eine amtliche Rangliste der Bezirke gibt es nicht; der Kriminalitätsbericht stellt Bundesländer gegenüber, und dort liegt Wien nach den Worten des Bundeskriminalamts seit zehn Jahren über dem Durchschnitt, während Niederösterreich 2025 mit 76.838 Anzeigen bei rund 4.450 je 100.000 Einwohner deutlich darunter bleibt. Innerhalb Wiens hängt jede Reihung davon ab, ob man Gesamtkriminalität, Einbruch oder Gewalt im öffentlichen Raum zählt und ob Pendler und Touristen im Zähler stehen.
Woher stammen die Kriminalitätsstatistiken in Österreich, Deutschland und der Schweiz?
In Österreich führt das Bundeskriminalamt im Innenministerium die Kriminalpolizeiliche Anzeigenstatistik, Statistik Austria ergänzt die Verurteilungsstatistik aus dem Strafregister. In Deutschland veröffentlicht das Bundeskriminalamt die Polizeiliche Kriminalstatistik mit Tabellen bis auf Kreisebene, in der Schweiz das Bundesamt für Statistik die Polizeiliche Kriminalstatistik, ergänzt durch die Auswertungen der Kantonspolizeien. Alle drei zählen angezeigte Straftaten, keine Urteile.
Was bedeutet Häufigkeitszahl je 100.000 Einwohner?
Die Häufigkeitszahl teilt die angezeigten Straftaten einer Region durch ihre Wohnbevölkerung und rechnet das Ergebnis auf 100.000 Einwohner hoch, damit ein Bezirk mit 50.000 und ein Bundesland mit zwei Millionen Menschen vergleichbar werden. In Österreich dient dabei der Jahresdurchschnitt der Wohnbevölkerung des Vorjahres als Nenner. Für ganz Österreich ergeben 538.656 Anzeigen im Jahr 2025 rund 5.870 je 100.000 Einwohner; Pendler und Gäste stehen im Zähler, nicht im Nenner.
Gibt es Kriminalitätsdaten auf Adressebene?
Nein. Die Ämter veröffentlichen Anzeigen nach Bundesland, Kreis oder Kanton, weil eine Anzeige ein Datensatz über Opfer und Tatverdächtige ist und eine Karte mit Hausnummern diese Personen erkennbar machen würde. Jede Website, die einen Kriminalitätswert für eine Adresse anzeigt, hat den Wert der Verwaltungseinheit auf die Adresse übertragen oder ein eigenes Modell gerechnet. CheckValue weist den Score deshalb offen auf Bundesland-, Kreis- oder Kantonsebene aus.
Senkt Kriminalität den Immobilienwert?
Sie ist ein Lagefaktor neben Lärm, Hochwasser, Verkehrsanbindung und Infrastruktur, und für Österreich, Deutschland oder die Schweiz gibt es keine belastbare Studie, die einen festen Prozentabschlag je Häufigkeitszahl ausweist. Sichtbar wird der Effekt in den Vergleichskäufen: Wenn Wohnungen in zwei baugleichen Häusern verschiedener Bezirke verschieden bezahlt werden, steckt die Lage im Preis. Lesen Sie die Statistik deshalb zusammen mit den Vergleichskäufen, nicht als eigene Zahl.
Wie berechnet CheckValue den Kriminalitätsscore?
Der Bericht ordnet die Regionen eines Landes nach angezeigten Straftaten je 100.000 Einwohner aus der amtlichen Polizeistatistik in zehn gleich große Gruppen; das Zehntel mit den wenigsten Anzeigen erhält den Score 10, das mit den meisten den Score 1, dargestellt als Zehn-Segment-Balken gegen den Landesdurchschnitt. Gerechnet wird in Österreich je Bundesland, in Deutschland je Kreis, in der Schweiz je Kanton. Den Score gibt es für Österreich, Deutschland, die Schweiz, Frankreich, Spanien, Italien und die USA.
Was sagen die Zahlen nicht?
Sie zeigen nur das Hellfeld, also angezeigte Taten; nicht angezeigte Straftaten fehlen, und Veränderungen der Anzeigebereitschaft oder der polizeilichen Kontrollen verschieben die Zahl, ohne dass sich die Lage ändert. Sie sagen nichts über einzelne Straßen, nichts über das Sicherheitsgefühl der Bewohner und nichts über den Ausgang der Verfahren. Für die Gasse, in der Sie kaufen wollen, bleiben drei Besuche zu verschiedenen Tageszeiten die bessere Quelle.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Zahlen und Regeln tragen das Jahr ihrer Veröffentlichung; die aktuelle Fassung finden Sie in der zitierten Quelle.
Quellen
- 1statisticsKriminalpolizeiliche Anzeigenstatistik, Kriminalitätsbericht 2025: Entwicklung der Kriminalität in ÖsterreichBundeskriminalamt, Bundesministerium für Inneres · 2026538.656 Anzeigen 2025 (+0,8 %), Aufklärungsquote 53,6 %, 345.095 Tatverdächtige; Wien 194.625 Anzeigen und 44,6 %, Niederösterreich 76.838 und 54,6 %, Vorarlberg 63,6 %; Zeitreihe 2016 bis 2025; Methode: Anzeigestatistik, Hellfeld, Bezirk des Tatorts erfasst, Wohnbevölkerung des Vorjahres, Touristen im Zähler.bundeskriminalamt.at ↗
- 2statisticsPolizeiliche Kriminalstatistik 2025Bundeskriminalamt (BKA) · 20265.508.559 erfasste Fälle 2025 (minus 5,6 % gegenüber 5.837.445 im Jahr 2024), Aufklärungsquote 57,9 %; erfasst werden alle der Polizei bekannt gewordenen Straftaten, nicht angezeigte Straftaten (Dunkelfeld) sind nicht enthalten.bka.de ↗
- 3statisticsPolizeiliche Kriminalstatistik 2025 (Medienmitteilung vom 23. März 2026)Bundesamt für Statistik (BFS) · 2026554.963 Straftaten nach Strafgesetzbuch 2025, minus 1,5 % zum Vorjahr, Vermögensstraftaten minus 3,5 %, schwere Gewaltstraftaten plus 8,1 %; 61,8 % der 55 vollendeten Tötungsdelikte im häuslichen Bereich.bfs.admin.ch ↗
- 4statisticsVerurteilungs- und WiederverurteilungsstatistikStatistik Austria · 202627.620 rechtskräftige Verurteilungen 2025 (minus 0,3 %), 25.195 verurteilte Personen, Wiederverurteilungsquote 31,1 %; Quelle ist das Strafregister, die Statistik beschreibt verurteilte Personen, nicht Opfer oder Tatorte.statistik.at ↗
- 5statisticsPKS 2025 Kreis-Falltabellen: T01 Grundtabelle Fälle mit Häufigkeitszahl (HZ), KreiseBundeskriminalamt (BKA) · 2026Falltabellen auf Kreisebene mit Häufigkeitszahl je 100.000 Einwohner für ausgewählte Straftaten und Summenschlüssel; die feinste amtlich veröffentlichte Ebene in Deutschland.bka.de ↗
- 6statisticsKantonale polizeiliche KriminalstatistikenBundesamt für Statistik (BFS) · 2026Verzeichnis der von den Kantonspolizeien veröffentlichten Kriminalstatistiken; die regionale Tiefe unterhalb der nationalen PKS.bfs.admin.ch ↗
- 7officialData protection in the EU (Datenschutz-Grundverordnung, Verordnung (EU) 2016/679)Europäische Kommission · 2026Die DSGVO gilt seit dem 25. Mai 2018; Datenschutz ist ein Grundrecht des Unionsrechts. Grenze für die Veröffentlichung personenbezogener Anzeigedaten auf Adressebene.commission.europa.eu ↗
- 8officialBevölkerung im Jahresdurchschnitt nach BundeslandStatistik Austria · 2026Jahresdurchschnitt 2024: Österreich 9.177.915, Wien 2.017.314, Niederösterreich 1.725.711 Einwohner (Tabelle nach Bundesland); Nenner für die Häufigkeitszahlen im Rechenbeispiel.statistik.at ↗
- 9lawGleichbehandlungsgesetz (GlBG), III. Teil, §§ 30 und 31RIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026Verbot der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts oder der ethnischen Zugehörigkeit beim Zugang zu Gütern und Dienstleistungen einschließlich Wohnraum.ris.bka.gv.at ↗
- 10law§ 19 AGG: Zivilrechtliches BenachteiligungsverbotBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026Benachteiligungsverbot auch bei der Vermietung von Wohnraum; zulässig bleibt eine unterschiedliche Behandlung zur Schaffung und Erhaltung sozial stabiler Bewohnerstrukturen; Vermieter mit insgesamt nicht mehr als 50 Wohnungen fallen in der Regel nicht unter Absatz 1 Nr. 1.gesetze-im-internet.de ↗





