„Haus geerbt, was tun?“ ist eine Frage, die in einer schlechten Woche gestellt wird. Das Haus ist voll, der Notar hat noch nicht geschrieben, die Schwester will verkaufen, der Bruder will einziehen, und die Bank fragt nach dem Kredit der Eltern. Dieser Beitrag ordnet, was in Österreich, Deutschland und der Schweiz zu tun ist, in der Reihenfolge, in der es anfällt: Verfahren, Steuern, Wert, Entscheidung. Wie ein Hauswert überhaupt zustande kommt, aus Vergleichskäufen, Bezirksdurchschnitt und Zustand, erklärt der Grundlagenbeitrag Was ist mein Haus wert; dieser Text behandelt, was eine Erbschaft an Verfahren, Steuern und Fristen dazulegt.
Die ersten 30 Tage nach dem Erbfall: Verlassenschaft, Unterlagen, Wertüberblick, Gespräch unter Erben
Das österreichische Verlassenschaftsverfahren beginnt ohne Ihr Zutun. Die Sterbeurkunde geht vom Standesamt an jenes Bezirksgericht, in dessen Sprengel der Verstorbene zuletzt gewohnt hat; von dort erhält der nach der Verteilungsordnung zuständige Notar eine Sterbemitteilung und lädt als Gerichtskommissär zur Todesfallaufnahme ein, meist die Person, die das Begräbnis bestellt hat4. Bei diesem Termin werden Angehörige, Vermögen und Schulden anhand eines Fragenkatalogs erhoben, und im Zentralen Testamentsregister wird nachgesehen, ob ein Testament hinterlegt ist4. Übersteigt das Vermögen die Schulden, folgt die Abhandlung: Die Erben erklären, ob sie bedingt oder unbedingt antreten, und mit dieser Erklärung gehen Vermögen und Schulden gemeinsam auf sie über4. Den Schluss bildet der Einantwortungsbeschluss: Er benennt die Erben und ihre Quoten, und mit Rechtskraftstempel öffnet er den Weg ins Grundbuch4.
Die Kosten sind überschaubar, aber nicht null: Der Notar erhält als Gerichtskommissär eine Gebühr nach dem Gerichtskommissionstarifgesetz, die sich nach dem Wert des Vermögens richtet und vom Gericht bestimmt wird, dazu kommt eine Gerichtsgebühr von 5 Promille des reinen Verlassenschaftsvermögens, mindestens 100 €5.
Die Wochen bis zur Todesfallaufnahme sind Ihre Vorbereitungszeit. Unterlagen: Grundbuchsauszug, Bauakt, Pläne, Energieausweis, Kreditverträge, Versicherungen; der Gerichtskommissär fragt danach, jeder Käufer später auch. Wertüberblick: Bezirksdurchschnitt für Größe, Grundstück und Bauperiode plus zwei oder drei Kaufverträge aus der Nachbarschaft, damit die erste Zahl im Familiengespräch eine Quelle hat. Gespräch unter Erben: Wer will wohnen, wer will Geld, wer will Zeit? Vor dem Notartermin geklärt, spart das mehr als jede Steueroptimierung danach.
Was in Österreich anfällt: Verlassenschaft, Einantwortung, Grunderwerbsteuer im Stufentarif, Eintragungsgebühr
Österreich gehört mit Schweden zu den OECD-Ländern ohne Erbschaftssteuer6. An ihre Stelle tritt beim Erwerb einer Liegenschaft von Todes wegen die Grunderwerbsteuer, und zwar nicht vom Kaufpreis, den es nicht gibt, sondern vom Grundstückswert; der Erwerb durch Erbanfall gilt kraft Gesetzes als unentgeltlich1. Der Tarif ist gestaffelt: 0,5 % bis 250.000 €, danach 2 % bis 400.000 €, darüber 3,5 % des Grundstückswerts1. Die Steuerschuld entsteht nicht mit dem Tod, sondern mit der Rechtskraft des Einantwortungsbeschlusses1; zwischen beiden Zeitpunkten liegen oft viele Monate.
Den Grundstückswert bestimmen die Erben nach Wahl auf einem von drei Wegen. Das Pauschalwertmodell der Grundstückswertverordnung addiert Grundwert und Gebäudewert: die Grundfläche mal dem dreifachen Bodenwert, den das Finanzamt zuletzt festgestellt hat und über FinanzOnline bekannt gibt, mal einem Hochrechnungsfaktor, den die Anlage der Verordnung je Bezirk oder Gemeinde vorgibt; dazu die Nutzfläche mal einem Baukostenfaktor des Bundeslandes, angesetzt mit 100 %, 80 %, 65 % oder 30 % je nach Alter und Sanierungsstand des Gebäudes7. Die Preisspiegelmethode nimmt die zuletzt veröffentlichten Immobilien-Durchschnittspreise der Statistik Austria für den Bezirk und setzt 71,25 % des Tabellenwerts als Grundstückswert an7; Statistik Austria weist die Tabellen ausdrücklich als dafür geeignet aus8. Der dritte Weg ist der Nachweis eines niedrigeren gemeinen Werts, etwa durch ein Schätzungsgutachten, den das Gesetz ausdrücklich zulässt1; er lohnt sich bei sanierungsbedürftigen Häusern in teurer Lage.
Dazu kommt das Grundbuch. Die Eintragungsgebühr beträgt 1,1 % des Werts des Rechts9, aber für Übertragungen im Familienkreis, an Ehegatten, Kinder, Eltern, Geschwister, Nichten oder Neffen, gilt als Bemessungsgrundlage der dreifache Einheitswert, höchstens 30 % des Werts9. Umgeschrieben werden muss in jedem Fall: Stellen die Erben binnen einer Frist, die ein Jahr nicht erheblich übersteigt, keinen Antrag, bringt der Gerichtskommissär die Anträge selbst beim Grundbuchsgericht ein5.
Beim späteren Verkauf greift die Immobilienertragsteuer. Erbschaft und Schenkung selbst lösen keine ImmoESt aus, aber der Erbe übernimmt die steuerliche Position des Erblassers: Anschaffungszeitpunkt und Anschaffungskosten des Rechtsvorgängers zählen2. Hat der Erblasser vor dem 31. März 2002 gekauft oder gebaut, ist das Haus Altvermögen; der Fiskus unterstellt dann pauschal Anschaffungskosten von 86 % des Erlöses, versteuert werden 14 % mit 30 %, im Ergebnis 4,2 % des Verkaufspreises2. Bei jüngeren Anschaffungen sind es 30 % des tatsächlichen Gewinns, weshalb die Rechnungen der Eltern über Anbau, Dach oder Fenster bares Geld sind2. Die Hauptwohnsitzbefreiung muss der Erbe selbst erfüllen: Nur wer innerhalb der letzten zehn Jahre fünf Jahre durchgehend im Haus gewohnt hat, auch als Mitbewohner der Eltern, verkauft steuerfrei2.
Dies ist eine allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung.
Erbschaftsteuer in Deutschland: Freibeträge, Familienheim und der Wert, den das Finanzamt festsetzt
In Deutschland entscheidet der Wert am Todestag über die Erbschaftsteuer, und zuerst über die Frage, ob überhaupt eine anfällt. Steuerfrei bleibt der Erwerb bis zu den Freibeträgen: Ehegatten und eingetragene Lebenspartner 500.000 €, jedes Kind 400.000 €, Enkel 200.000 €, entferntere Verwandte und Fremde 20.000 €10. Erben drei Kinder ein Haus im Wert von 900.000 €, bleibt jedes mit seinem Drittel unter dem Freibetrag, sofern nicht weiteres Vermögen dazukommt.
Das Elternhaus hat eine eigene Befreiung. Kinder erwerben das vom Erblasser bis zum Tod selbst bewohnte Haus steuerfrei als Familienheim, wenn sie es unverzüglich selbst beziehen und die Wohnfläche 200 m² nicht übersteigt; die Befreiung fällt rückwirkend weg, wenn die Selbstnutzung innerhalb von zehn Jahren ohne zwingenden Grund endet, und sie gilt nicht für den Teil, den ein Erbe bei der Nachlassteilung an einen Miterben abgibt11. Wer das Haus behalten und bewohnen will, sollte diese zehn Jahre in die Entscheidung einrechnen.
Den Wert setzt das Finanzamt in typisierenden Massenverfahren vom Schreibtisch aus fest, ohne Besichtigung, im Vergleichswert-, Ertragswert- oder Sachwertverfahren; seit 2023 geänderte Ansätze führen tendenziell zu höheren Werten, vermietete Objekte werden mit 90 % angesetzt, und die Erben müssen das Finanzamt binnen drei Monaten unterrichten12. Gegen den Feststellungsbescheid ist binnen eines Monats nach Zustellung Einspruch möglich12, und § 198 BewG öffnet zwei Wege zum niedrigeren gemeinen Wert: ein Gutachten des Gutachterausschusses oder eines bestellten bzw. zertifizierten Sachverständigen, oder ein Kaufpreis, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr binnen eines Jahres vor oder nach dem Stichtag erzielt wurde3. Ein Gutachten kostet mindestens 2.000 € und lohnt sich nur, wenn der Finanzamtswert den Freibetrag übersteigt12; wer ohnehin binnen Jahresfrist verkauft, hat den Nachweis mit dem Kaufvertrag in der Hand3. Ob der spätere Verkauf einkommensteuerpflichtig ist, hängt in Deutschland von der Zehnjahresfrist des § 23 EStG ab, die der Beitrag zu den Verkaufskosten und dem Nettoerlös erklärt.
Kantonale Erbschaftssteuern in der Schweiz: Steuerwert für die Steuer, Verkehrswert für die Erbteilung
Der Bund kennt keine Erbschaftssteuer; sie ist Sache der Kantone, und alle außer Schwyz und Obwalden erheben eine, Solothurn als Nachlasssteuer auf den Nachlass statt auf den Erbanfall6. Wo sie erhoben wird, sind Ehegatten befreit und direkte Nachkommen in der Regel ebenfalls oder mit einem sehr bescheidenen Satz belastet6. Grundstücke setzen die meisten Kantone mit jenem Wert an, den der Erblasser zuletzt in seiner Vermögenssteuererklärung deklariert hat; einzelne Kantone rechnen beim Erbgang stattdessen mit Verkehrswert, Ertragswert oder einer Mischung aus beiden6. Für die Steuer zählt also ein Steuerwert, für die Erbteilung unter Geschwistern der Verkehrswert; verbindlich Auskunft gibt die kantonale Steuerverwaltung.
Den Wert ermitteln: Pauschalwertmodell, Preisspiegel, Gutachten, Vergleichskäufe
Bei der Immobilienbewertung nach einer Erbschaft laufen vier Werte nebeneinander, und der häufigste Fehler ist, sie zu verwechseln. Der Pauschalwert und der Preisspiegelwert sind Steuerwerte für die Grunderwerbsteuer; sie sind bewusst schematisch, und die Preisspiegelmethode setzt nur 71,25 % des Bezirksdurchschnitts an7. Der Bezirksdurchschnitt der Statistik Austria ist eine Marktzahl, gerechnet als geometrisches Mittel der Käufe privater Haushalte aus fünf Jahren, valorisiert auf das Zieljahr, getrennt nach Grundstücksgröße, Wohnfläche und Bauperiode8; er sagt, was Häuser dieser Klasse im Bezirk kosten, nicht, was Ihres wert ist. Die Vergleichskäufe aus der Urkundensammlung des Grundbuchs und das Gutachten eines Sachverständigen sind die Werte für das eigentliche Haus, mit Zustand, Lage und Grundstück.
Für das Familiengespräch reicht meist die Mitte: Bezirksdurchschnitt der richtigen Klasse, zwei bis drei Kaufverträge aus der Umgebung, ein dokumentierter Zu- oder Abschlag für den Zustand. Das Gutachten kommt, wenn sich die Erben nicht einigen oder ein Steuerwert angefochten werden soll. Liegt zwischen Todestag und Bewertung Zeit, muss der Wert auf den Stichtag zurückgerechnet werden; wie das mit dem Häuserpreisindex geht und welcher Tag in welchem Land zählt, erklärt der Beitrag zur Immobilienbewertung bei Erbschaft und Scheidung.
Geerbtes Haus verkaufen, behalten oder vermieten: die Matrix für Erbengemeinschaften
Drei Erben, ein Haus, vier Wege. Die Tabelle zeigt, was jeder Weg mit dem Wert macht und woran er scheitert.
| Weg | Was mit dem Wert geschieht | Steuer in Österreich | Woran es scheitert | Passt, wenn |
|---|---|---|---|---|
| Ein Erbe übernimmt und zahlt die anderen aus | Der Wert wird zur Auszahlungsbasis; jeder Euro Streit ist ein Euro Auszahlung | Grunderwerbsteuer auf den Grundstückswert; ob der Ausgleich als Erbanfall oder als Kauf gilt, klärt der Notar vor der Einantwortung1 | Am Wert, an der Finanzierung des Übernehmers | Jemand will wohnen und kann die Auszahlung finanzieren |
| Gemeinsam verkaufen | Der Markt setzt den Wert | ImmoESt 30 % oder 4,2 % bei Altvermögen; Hauptwohnsitzbefreiung nur für Erben mit eigener Wohnzeit2 | Am Angebotspreis und am Tempo | Niemand will wohnen, Auszahlungen oder Kredite drängen |
| Gemeinsam vermieten | Der Wert bleibt, Mieteinnahmen werden geteilt | Einkünfte aus Vermietung bei jedem Erben, ImmoESt erst beim späteren Verkauf2 | An Verwaltung, Rücklagen, Mieterwechsel, Kündigungsschutz | Gute Lage, Erben einig, niemand braucht sofort Geld |
| Teilungsklage oder Versteigerung | Der Preis entsteht im Zwangsverfahren, ohne Vermarktung und ohne Wahl des Zeitpunkts | Wie beim Verkauf | An allem, was vorher nicht geklärt wurde | Als letzte Option, wenn ein Erbe blockiert |
Der dritte Weg wird unterschätzt, weil er nach Arbeit klingt, und überschätzt, weil er nach Rendite klingt; welche Zahlen ihn tragen, rechnet der Beitrag Wohnung vermieten oder verkaufen durch. Für den ersten Weg gilt: Ein Ausgleich unter Geschwistern kann steuerlich zum Kauf werden. Das Gesetz stuft einen Erwerb ab einer Gegenleistung von mehr als 30 % des Grundstückswerts als teilentgeltlich und ab mehr als 70 % als entgeltlich ein; nur der Erwerb durch Erbanfall selbst gilt stets als unentgeltlich1. Ob eine Ausgleichszahlung noch zur Erbteilung gehört oder schon ein Kauf unter Geschwistern ist, klärt der Notar, bevor der Einantwortungsbeschluss rechtskräftig wird, nicht danach.
Elternhaus in Niederösterreich, drei Erben: Auszahlung und ImmoESt durchgerechnet
Ein Beispiel mit erfundenem Haus und amtlichen Bezirksdaten. Die Eltern haben 1990 im Bezirk Sankt Pölten-Land ein Einfamilienhaus mit 130 m² Wohnfläche auf 900 m² Grund gebaut; 2026 stirbt der überlebende Elternteil, drei Kinder erben zu je einem Drittel. Statistik Austria weist für Sankt Pölten-Land bei Häusern der Kategorie B (Grundstücke von 740 bis 1.030 m²), Bauperiode 1961 bis 1990 und Wohnfläche von 90 bis 130 m² einen Durchschnitt von 2.762 €/m² aus8; mal 130 m² sind das rund 359.000 €, und zwei Kaufverträge aus der Gemeinde (Annahme) bestätigen eine Spanne um 360.000 €.
| Größe | Rechnung (Beispiel) | Ergebnis |
|---|---|---|
| Marktwert aus Bezirksdurchschnitt | 130 m² × 2.762 €/m²8 | ≈ 359.000 € |
| Grundstückswert nach Preisspiegelmethode | 359.000 € × 71,25 %7 | ≈ 255.800 € |
| Grundstückswert je Erbe (ein Drittel) | 255.800 € ÷ 3 | ≈ 85.300 € |
| Grunderwerbsteuer je Erbe | 85.300 € × 0,5 %1 | ≈ 426 € |
| Eintragungsgebühr, Obergrenze für alle drei | 1,1 % von höchstens 30 % des Werts9 | ≈ 1.185 € |
| Gerichtsgebühr der Verlassenschaft | 5 Promille von 360.000 € (ohne Schulden)5 | 1.800 € |
| Auszahlung, wenn die Tochter übernimmt | 2 × 360.000 € ÷ 3 | 240.000 € (je 120.000 €) |
| ImmoESt bei gemeinsamem Verkauf um 360.000 € | Altvermögen, 4,2 %2 | 15.120 € (je 5.040 €) |
Zwei Lesarten des Beispiels. Erstens: Die Grunderwerbsteuer ist mit rund 1.300 € für alle drei der kleinste Posten der Tabelle und kein Grund für oder gegen den Verkauf. Zweitens: Die ImmoESt kostet beim Verkauf 15.120 €, entfällt aber für den Anteil eines Kindes, das selbst fünf der letzten zehn Jahre den Hauptwohnsitz im Haus hatte2; das entscheidet über mehrere tausend Euro, also prüfen Sie die Meldezettel vor dem Verkaufsgespräch. Übernimmt die Tochter und zahlt 240.000 € aus, braucht sie eine Finanzierung, und die Bank bewertet das Haus nach ihrer eigenen Vorsicht, nicht nach dem Familienpreis.
Was CheckValue für das Familiengespräch zeigt, kein Gutachten
Für Erben ist der Bericht das Papier für den Küchentisch, nicht für das Finanzamt. Drei Teile helfen an der Stelle, an der die meisten Erbengemeinschaften stecken bleiben. Die Wertspanne mit den Vergleichsverkäufen ist die Marktzahl, die neben dem Pauschalwert, dem Preisspiegelwert und der Erwartung des Bruders liegen sollte, mit nummerierten amtlichen Quellen, sodass niemand glauben muss, sondern nachschlagen kann. Die Mietschätzung mit Bruttorendite auf derselben Seite beantwortet den dritten Weg der Matrix: Was brächte das Haus vermietet, und lohnt sich das im Verhältnis zum Wert? Und der amtliche Preisindex für die Umgebung zeigt, wie sich die Preise dort zuletzt bewegt haben.
Der Bericht lässt sich als PDF per Link teilen, und dieselbe Adresse mit denselben Angaben ergibt bei jedem Erben denselben Wert; wollen drei Geschwister je einen eigenen Abruf mit eigenen Angaben zum Zustand, passt das Dreierpaket aus der Übersicht der Berichtspreise. Was der Bericht nicht ist, steht ebenso fest: kein Gutachten, kein Nachweis nach § 198 BewG3, nichts, was ein Finanzamt oder ein Verlassenschaftsgericht als Beweis nimmt, und niemand hat das Haus besichtigt. Wo Erben streiten oder ein Steuerwert angefochten werden soll, kommt der Sachverständige; der Bericht bereitet dieses Gespräch vor. Für die betroffene Adresse zeigt die kostenlose Vorschau, wie die Seiten aufgebaut sind, bevor Sie einen Bericht kaufen.
Fehler, die Erben Geld kosten: Verkauf unter Wert an Geschwister, fehlende Einantwortung, verpasste Fristen
Der Freundschaftspreis unter Geschwistern. Wer das Elternhaus dem Bruder um 250.000 € statt um 360.000 € überlässt, verschenkt nicht nur 110.000 € geteilt durch die Miterben; er verschiebt in Österreich die Einordnung des Erwerbs zwischen unentgeltlich, teilentgeltlich und entgeltlich mit den entsprechenden Folgen für die Grunderwerbsteuer1. Ein Preis unter Wert ist eine Entscheidung, die man mit dem Notar trifft, nicht am Telefon.
Der Verkauf vor der Einantwortung. Bis der Einantwortungsbeschluss rechtskräftig ist, sind die Erben nicht im Grundbuch und können nicht als Eigentümer verkaufen4. Ein vorher angenommenes Anbot bindet Sie trotzdem, und der Käufer wartet auf ein Verfahren, dessen Dauer Sie nicht steuern. Bewerten und Interessenten sammeln dürfen Sie; unterschreiben erst mit dem Beschluss in der Hand.
Fristen, die leise ablaufen. In Deutschland drei Monate für die Mitteilung an das Finanzamt und ein Monat für den Einspruch gegen den Feststellungsbescheid12, ein Jahr für den Kaufpreis als Nachweis des niedrigeren Werts3, zehn Jahre Selbstnutzung für das Familienheim11. In Österreich rund ein Jahr für den Grundbuchsantrag nach der Einantwortung5 und die Fünfjahresfrist der Hauptwohnsitzbefreiung, die der Erbe selbst erfüllt haben muss2. Und in allen drei Ländern: die Rechnungen der Eltern, die den steuerpflichtigen Gewinn beim Verkauf senken, gehören nicht in den Container, sondern in einen Ordner2.
Die Erbengemeinschaften, die ich begleitet habe, sind selten am Geld gescheitert, sondern daran, dass jeder eine andere Zahl im Kopf hatte und niemand sagen konnte, woher sie kam. Sobald eine Spanne mit Kaufverträgen auf dem Tisch lag, war das Gespräch über Behalten oder Verkaufen ein anderes.
Wie Ehegatten dieselbe Wertfrage bei einer Trennung lösen, zeigt der Beitrag zum Eigenheim bei Scheidung und zur Auszahlung des Partners. Dies ist eine allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung; Tarife, Freibeträge und Fristen tragen das Jahr ihrer Quelle.
Häufige Fragen
Haus geerbt: was tun in den ersten Wochen?
Sie müssen das Verfahren nicht anstoßen: Das Standesamt meldet den Todesfall dem Bezirksgericht, und der zuständige Notar lädt als Gerichtskommissär zur Todesfallaufnahme. Nutzen Sie die Wochen bis dahin für drei Dinge: Grundbuchsauszug, Bauakt, Energieausweis, Kredit- und Versicherungsunterlagen zusammentragen, eine belastbare Wertspanne aus Bezirksdurchschnitt und Kaufverträgen der Umgebung bilden und mit den Miterben klären, ob jemand das Haus behalten will. Verkaufen können Sie erst nach der Einantwortung.
Welche Steuer fällt beim Verkauf eines geerbten Hauses in Österreich an?
Beim Erwerb selbst keine Erbschaftssteuer, sondern Grunderwerbsteuer im Stufentarif auf den Grundstückswert, in den meisten Fällen 0,5 % je Erbteil, dazu die Eintragungsgebühr. Beim späteren Verkauf greift die Immobilienertragsteuer: 30 % des Gewinns, wobei Anschaffungszeitpunkt und Anschaffungskosten des Erblassers zählen. Hat er vor dem 31. März 2002 gekauft oder gebaut, gilt Altvermögen mit pauschal 4,2 % des Verkaufserlöses. Die Hauptwohnsitzbefreiung steht nur Erben zu, die selbst mindestens fünf der letzten zehn Jahre dort gewohnt haben.
Wie wird eine geerbte Immobilie bewertet?
Für die österreichische Grunderwerbsteuer nach Wahl der Erben: mit dem Pauschalwertmodell aus Grundfläche, dreifachem Bodenwert und Gebäudewert nach Nutzfläche und Alter, mit 71,25 % des Bezirksdurchschnitts der Statistik Austria oder mit einem Schätzungsgutachten, wenn es einen niedrigeren Wert belegt. Für die Aufteilung unter den Erben zählt dagegen der Marktwert: Kaufverträge der Umgebung, der Bezirksdurchschnitt für Größe und Bauperiode und bei Streit ein Sachverständigengutachten. Für die deutsche Erbschaftsteuer setzt das Finanzamt den Wert von Amts wegen fest.
Wann darf ich das geerbte Haus verkaufen?
Sobald der Einantwortungsbeschluss rechtskräftig ist. Er benennt die Erben mit ihren Quoten und wird mit Rechtskraftstempel beim Grundbuch vorgelegt; erst dann sind die Erben Eigentümer und können als Verkäufer auftreten. Bis dahin können Sie Interessenten suchen, bewerten lassen und ein Anbot vorbereiten, aber keinen Eigentumsübergang durchführen. Rechnen Sie zwischen Todesfall und Einantwortung mit Monaten, in umfangreichen Verlassenschaften mit länger.
Wie hoch ist die Erbschaftsteuer in Deutschland, und was ist das Familienheim?
Steuer fällt nur an, soweit der Erwerb die Freibeträge übersteigt: 500.000 € für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner, 400.000 € für jedes Kind, 200.000 € für Enkel, 20.000 € für entferntere Verwandte und Fremde. Das vom Erblasser selbst bewohnte Haus bleibt für Kinder als Familienheim steuerfrei, wenn sie unverzüglich einziehen, die Wohnfläche 200 m² nicht übersteigt und sie zehn Jahre dort wohnen bleiben; ziehen sie früher ohne zwingenden Grund aus, entfällt die Befreiung rückwirkend.
Wie zahle ich meine Geschwister aus?
Von einem Wert aus, den alle akzeptieren, bevor jemand eine Zahl nennt: Bezirksdurchschnitt für Größe, Grundstück und Bauperiode, dazu zwei oder drei Kaufverträge aus der Umgebung, bei Uneinigkeit ein gemeinsam beauftragter Sachverständiger. Der Ausgleich sollte noch im Verlassenschaftsverfahren mit dem Notar geregelt werden, weil davon abhängt, ob der Erwerb steuerlich als Erbanfall oder als Kauf unter Geschwistern gilt. Ein Bericht mit Wertspanne und Quellen eignet sich für das erste Gespräch, ist aber kein Gutachten.
Muss ich den Grundbuchstand nach der Erbschaft ändern?
Ja. Liegenschaften in der Verlassenschaft müssen nach der Einantwortung auf die Erben umgeschrieben werden; stellen die Erben binnen einer Frist von etwa einem Jahr nach Rechtskraft keinen Antrag, bringt der Gerichtskommissär die Anträge selbst beim Grundbuchsgericht ein. Die Eintragungsgebühr beträgt 1,1 % der Bemessungsgrundlage, die bei Übertragungen im Familienkreis mit dem dreifachen Einheitswert, höchstens 30 % des Werts, deutlich unter dem Marktwert liegt. Ohne Eintragung können Sie weder verkaufen noch belasten.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Zahlen und Regeln tragen das Jahr ihrer Veröffentlichung; die aktuelle Fassung finden Sie in der zitierten Quelle.
Quellen
- 1lawGrunderwerbsteuergesetz 1987 (GrEStG), Bundesrecht konsolidiertRIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026§ 4 Abs. 1: Steuer mindestens vom Grundstückswert, Nachweis eines geringeren gemeinen Werts zulässig; § 7 Abs. 1 Z 1: Erwerb durch Erbanfall gilt als unentgeltlich, sonst unentgeltlich bis 30 %, teilentgeltlich bis 70 % Gegenleistung; § 7 Abs. 1 Z 2 lit. a: Stufentarif 0,5 % für die ersten 250.000 €, 2 % für die nächsten 150.000 €, 3,5 % darüber; § 8 Abs. 4: Steuerschuld beim Erbanfall mit Rechtskraft des Einantwortungsbeschlusses.ris.bka.gv.at ↗
- 2guidanceImmobilienverkäufe: Steuerfolgen im privaten Bereich (ImmoESt 30 %, Altvermögen 4,2 %, Hauptwohnsitzbefreiung)Wirtschaftskammer Österreich (WKO) · 2026Sondersteuersatz 30 % auf Erlös minus Anschaffungskosten; Grundstücke, die vor dem 31.3.2002 angeschafft wurden, gelten als Altvermögen mit pauschalen Anschaffungskosten von 86 % des Erlöses, also 4,2 % Steuer; Erbschaft und Schenkung lösen keine ImmoESt aus, beim späteren Verkauf zählen Anschaffungszeitpunkt und Anschaffungskosten des Rechtsvorgängers; Hauptwohnsitzbefreiung bei zwei Jahren ab Anschaffung oder fünf der letzten zehn Jahre, bei unentgeltlichem Erwerb auch Zeiten als Mitbewohner.wko.at ↗
- 3law§ 198 BewG: Nachweis des niedrigeren gemeinen Werts (Gutachten)Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026Weist der Steuerpflichtige einen niedrigeren gemeinen Wert nach, ist dieser anzusetzen; als Nachweis dienen ein Gutachten des Gutachterausschusses oder bestellter bzw. nach DIN EN ISO/IEC 17024 zertifizierter Sachverständiger oder ein im gewöhnlichen Geschäftsverkehr innerhalb eines Jahres vor oder nach dem Stichtag erzielter Kaufpreis.gesetze-im-internet.de ↗
- 4guidanceAbwicklung eines Verlassenschaftsverfahrens (Notar als Gerichtskommissär, Einantwortung)oesterreich.gv.at (Bundeskanzleramt) · 2026Das Standesamt übermittelt die Sterbeurkunde dem Bezirksgericht, der zuständige Notar lädt als Gerichtskommissär zur Todesfallaufnahme (zumeist den Besteller des Begräbnisses), erhebt das Vermögen und fragt das Testamentsregister ab; Erbantrittserklärung bedingt oder unbedingt, mit ihr werden auch die Schulden übernommen; der Einantwortungsbeschluss legt Erben und Quoten fest und ist mit Rechtskraftstempel für die Grundbuchseintragung nötig.oesterreich.gv.at ↗
- 5guidanceKosten eines Verlassenschaftsverfahrensoesterreich.gv.at (Bundeskanzleramt) · 2026Gebühr des Notars als Gerichtskommissär nach Gerichtskommissionstarifgesetz, bestimmt vom Verlassenschaftsgericht; Gerichtsgebühr 5 Promille des reinen Verlassenschaftsvermögens, mindestens 100 €; Liegenschaften müssen auf die Erben umgeschrieben werden, nach etwa einem Jahr ohne Antrag bringt der Gerichtskommissär die Anträge selbst ein.oesterreich.gv.at ↗
- 6officialErbschafts- und Schenkungssteuern (Dossier Steuerinformationen, Ausgabe Dezember 2024)Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV), Schweizerische Steuerkonferenz · 2024Der Bund kennt keine Erbschaftssteuer, alle Kantone außer Schwyz und Obwalden erheben eine, Solothurn als Nachlasssteuer; Ehegatten sind befreit, direkte Nachkommen in der Regel befreit oder sehr niedrig besteuert; Grundstücke werden in der Mehrheit der Kantone mit dem Wert aus der letzten Vermögenssteuererklärung des Erblassers angesetzt, sonst nach Verkehrs- oder Ertragswert; Österreich und Schweden kennen als OECD-Länder keine Erbschaftssteuer.estv2.admin.ch ↗
- 7lawGrundstückswertverordnung (GrWV), PauschalwertmodellRIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026§ 2: Grundwert aus Grundfläche mal dreifachem Bodenwert (Anfrage über FinanzOnline) mal Hochrechnungsfaktor aus der Anlage, Gebäudewert aus Nutzfläche mal Baukostenfaktor, angesetzt mit 100 %, 80 %, 65 % oder 30 % je nach Alter und Sanierung; § 3: Preisspiegelmethode mit den zuletzt veröffentlichten Immobiliendurchschnittspreisen der Statistik Austria, Grundstückswert 71,25 % des ermittelten Wertes.ris.bka.gv.at ↗
- 8statisticsImmobilien-Durchschnittspreise (Häuser, Wohnungen, Grundstücke auf Bezirksebene)Statistik Austria · 2026Bezirksdurchschnitte aus Käufen privater Haushalte in neun Größenkategorien, Vorjahre valorisiert, geometrische Mittel, laut Grundstückswertverordnung als Grundlage der Grunderwerbsteuer beim unentgeltlichen Erwerb verwendbar; Tabelle Häuserpreise 2025 (erstellt 28.05.2026, Datenbasis 2021 bis 2025): Sankt Pölten-Land, Kategorie B (Grundstücke von 740 bis 1.030 m²), Bauperiode 1961 bis 1990, Wohnfläche 90 bis 130 m², 2.762 €/m²; Median Wohnhäuser Österreich 2025: 2.836 €/m².statistik.at ↗
- 9lawGerichtsgebührengesetz (GGG), Tarifpost 9 Grundbuch und § 26aRIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026Tarifpost 9 lit. b Z 1: Eintragungsgebühr für den Erwerb des Eigentums 1,1 % vom Wert des Rechts; § 26a Abs. 1: bei Übertragungen an Ehegatten, Verwandte in gerader Linie, Geschwister, Nichten oder Neffen ist Bemessungsgrundlage der dreifache Einheitswert, höchstens 30 % des Werts des einzutragenden Rechts.ris.bka.gv.at ↗
- 10law§ 16 ErbStG: Freibeträge (Ehegatten 500.000 €, Kinder 400.000 €)Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026Freibeträge bei unbeschränkter Steuerpflicht: Ehegatten und Lebenspartner 500.000 €, Kinder 400.000 €, Enkel 200.000 €, übrige Personen der Steuerklasse I 100.000 €, Steuerklassen II und III 20.000 €.gesetze-im-internet.de ↗
- 11law§ 13 ErbStG: Steuerbefreiungen (Familienheim)Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026Abs. 1 Nr. 4c: steuerfreier Erwerb des vom Erblasser selbst genutzten Familienheims durch Kinder, wenn der Erwerber es unverzüglich selbst bewohnt und die Wohnfläche 200 m² nicht übersteigt; die Befreiung entfällt rückwirkend, wenn die Selbstnutzung innerhalb von zehn Jahren ohne zwingenden Grund endet; keine Befreiung, soweit das Familienheim bei der Nachlassteilung auf einen Miterben übertragen wird.gesetze-im-internet.de ↗
- 12studyWertermittlung durch das Finanzamt: Fiskus bewertet Immobilien häufig höher (Gutachten ab 2.000 Euro)Stiftung Warentest (test.de), 18.02.2026 · 2026Das Finanzamt ermittelt den Verkehrswert in typisierenden Massenverfahren vom Schreibtisch aus, ohne Besichtigung, Stichtag bei Erbschaft ist der Todestag; seit 2023 geänderte Ansätze im Ertrags- und Sachwertverfahren führen zu höheren Werten; vermietete Objekte werden mit 90 % angesetzt; Erben müssen das Finanzamt binnen drei Monaten unterrichten; Einspruch binnen eines Monats nach Zustellung des Feststellungsbescheids; eigenes Gutachten ab mindestens 2.000 €, sinnvoll nur, wenn der Wert den Freibetrag übersteigt.test.de ↗





