Die Frage klingt nach einer Liste mit zehn Punkten, bekommt aber eine klare Rangfolge, sobald man sie in Euro rechnet. Oben steht die Zahl im Inserat, weil sie auf den gesamten Kaufpreis wirkt und nicht auf eine einzelne Rechnung. Darunter stehen zwei Posten, die im Einzelfall größer ausfallen können: ein Vertragstermin, der eine Steuerbefreiung verfehlt, und fehlende Unterlagen, die den Abschluss verzögern oder dem Käufer Ansprüche verschaffen. Was am Ende vom Kaufpreis übrig bleibt, rechnet der Leitfaden zu Verkaufskosten und Nettoerlös Posten für Posten durch. Hier geht es um die Beträge, die Sie gar nicht erst verlieren müssen.
Warum der zu hohe Startpreis mehr kostet als jeder andere Fehler
Drei Kostenarten laufen zusammen, wenn die Zahl im Inserat über der Spanne liegt, die der Markt zahlt. Die erste ist Zeit. Jede weitere Woche Vermarktung kostet Zinsen auf den restlichen Kredit, Betriebskosten, Versicherung und im Winter Heizung für ein Haus, in dem meist niemand mehr wohnt. Die zweite ist der dokumentierte Preisverlauf: Die Portale zeigen jede Reduktion an, und wer ein Objekt mit zwei Senkungen im Verlauf sieht, rechnet mit der dritten und bietet entsprechend. Die dritte ist der Startvorteil, den es nur einmal gibt. In den Tagen nach der Veröffentlichung erreicht ein Inserat alle Suchagenten im Zielgebiet; danach bleibt nur mehr der dünne Zustrom jener Menschen, die ihre Suche gerade erst beginnen.
Diese drei Posten erklären, warum eine Preiskorrektur den ursprünglichen Fehler nicht heilt. Der Verkäufer verhandelt dann nicht mehr mit den aktiven Suchenden vom ersten Tag, sondern mit den Übriggebliebenen, und die wissen, dass das Objekt steht. Die folgende Übersicht ordnet die üblichen Fehler nach dem Geld, das sie bewegen.
| Fehler | Wo das Geld verloren geht | Größenordnung |
|---|---|---|
| Startpreis deutlich über der Wertspanne | Längere Vermarktung, sichtbare Senkungen, Abschluss unter Marktniveau | Im Rechenbeispiel unten rund 21.000 € bei einem Haus um 399.000 € |
| Hauptwohnsitzbefreiung um Monate verfehlt | 30 % Immobilienertragsteuer auf den Veräußerungsgewinn34 | Bei 143.000 € Gewinn rund 42.900 € |
| Deutschland: Verkauf innerhalb der Zehnjahresfrist | Einkommensteuer auf den Gewinn aus dem privaten Veräußerungsgeschäft8 | Je nach Steuersatz des Verkäufers |
| Provision und Inseratskosten als Abzugsposten unterstellt | Diese Werbungskosten mindern den steuerpflichtigen Gewinn nicht4 | 30 % der angenommenen Abzüge |
| Anzeige ohne Energiekennzahlen, Ausweis fehlt | Verwaltungsstrafe in Österreich, Geldbuße in Deutschland, Gewährleistung567 | Bis 1.450 € bzw. bis zehntausend Euro |
| Unterlagen erst nach der Besichtigung | Finanzierung stockt, Käufer springt ab, Vermarktung beginnt von vorn | Eine weitere Vermarktungsrunde |
Wie lege ich den Angebotspreis richtig fest?
Marktgerecht heißt nicht niedrig, sondern belegt, und dafür genügen drei Zahlen. Die erste ist der Bezirkswert. Die Immobilien-Durchschnittspreise der Statistik Austria beruhen auf Käufen privater Haushalte und liegen für Häuser und Wohnungen bezirksweise in neun Größenkategorien vor; im Jahr 2025 betrug der Median bei Wohnhäusern 2.836 €/m² und bei Wohnungen 4.162 €/m²1. Die zweite Zahl ist die Zeitkorrektur, denn ein Vergleichskauf aus dem Vorjahr ist kein Preis von heute: Der Häuserpreisindex, berechnet aus den im Grundbuch hinterlegten Kaufverträgen, erreichte im 2. Quartal 2026 vorläufig 105,00 Punkte und lag damit 5,1 % über dem Vorjahresquartal2. Die dritte ist der Zuschnitt Ihres Objekts: Zustand, Baujahr, Grundfläche, Lage innerhalb der Siedlung.
Aus diesen drei Zahlen entsteht eine Spanne, keine einzelne Ziffer. Welche Strategie Sie innerhalb der Spanne wählen, wie die Preisfilter der Portale wirken und wann ein Bieterverfahren trägt, behandelt der Beitrag Angebotspreis festlegen ausführlich. Für die Fehlerfrage zählt nur eine Regel: Der eigene Kaufpreis von damals, die offene Restschuld und die Rechnung der neuen Heizung gehören nicht in die Kalkulation, weil der Käufer sie nicht kennt und nicht bezahlt.
Wann und wie stark sollte ich den Preis senken?
Der Zeitpunkt ist leichter zu erkennen, als viele glauben. Vier Wochen mit ordentlichen Fotos, vollständiger Beschreibung und ohne einen einzigen Besichtigungstermin sind eine Antwort des Marktes und kein Zufall. Wer dann wartet, verliert weiter Geld, und zwar mit jedem Monat die Haltekosten.
Die Höhe entscheidet über die Wirkung. Eine Senkung muss das Objekt in eine neue Käufergruppe befördern, also unter die nächste runde Suchgrenze fallen, nach der Interessenten ihre Obergrenze einstellen. Von 449.000 € auf 439.000 € zu gehen bringt niemanden Neuen; der Schritt auf 399.000 € erreicht alle, die bis 400.000 € suchen. Ebenso wichtig ist die Zahl der Schritte: Eine einzige klare Reduktion wirkt wie eine Korrektur, drei kleine wie ein Signal, dass es sich zu warten lohnt. Ob Sie die Senkung überhaupt brauchen oder besser eine Saison abwarten, hängt am Markttempo Ihrer Lage; der Beitrag zum richtigen Verkaufszeitpunkt zeigt, woran Sie es ablesen.
Der Fehler, der den Preisfehler überholt: eine verfehlte Steuerfrist
Der Preisfehler kostet Prozente des Kaufpreises, der Fristenfehler kostet 30 % des Gewinns. In Österreich bleibt der Verkauf eines Eigenheims oder einer Eigentumswohnung steuerfrei, wenn es dem Verkäufer seit dem Kauf oder der Fertigstellung zwei Jahre ohne Unterbrechung als Hauptwohnsitz gedient hat, oder im Zehnjahreszeitraum vor dem Verkauf fünf Jahre lang ohne Unterbrechung, und der Hauptwohnsitz in beiden Fällen aufgegeben wird3. Begünstigt ist dabei auch der Grund und Boden bis 1.000 m²; eine Toleranzfrist von einem Jahr mildert den Zeitpunkt des Einzugs oder Auszugs ab4.
Das Heikle am zweiten Tatbestand ist, dass sich das Zehnjahresfenster mit jedem Monat weiterschiebt. Wer vor Jahren ausgezogen ist, verliert die Befreiung irgendwann, ohne etwas zu tun, und zwar an einem Datum, das in keinem Kalender steht. Danach gilt der Normalfall: 30 % Immobilienertragsteuer auf die Differenz zwischen Erlös und Anschaffungskosten, bei Altgrundstücken aus der Zeit vor April 2002 wahlweise pauschal 4,2 % des Erlöses4. Dazu kommt eine Rechnung, die viele falsch aufstellen: Maklergebühren, Inserate und Kosten für ein Gutachten sind keine abzugsfähigen Werbungskosten, sie mindern den steuerpflichtigen Gewinn also nicht4.
In Deutschland greift die Zehnjahresfrist des privaten Veräußerungsgeschäfts: Besteuert wird der Gewinn, sofern vom Kauf bis zum Verkauf höchstens zehn Jahre vergangen sind. Frei bleibt, was der Eigentümer die ganze Zeit selbst bewohnt hat oder jedenfalls im Verkaufsjahr samt den zwei Kalenderjahren zuvor8. Ein Verkauf im neunten Jahr nach dem Kauf eines vermieteten Hauses kostet damit Einkommensteuer auf den gesamten Gewinn; frei wird der Verkauf erst, wenn seit dem Kauf mehr als zehn Jahre vergangen sind. Welcher Tag für die Frist zählt, klären Sie vor der Unterschrift mit Notar oder Steuerberater.
Was kostet ein Verkauf ohne Energieausweis und ohne Unterlagen?
Der Energieausweis ist kein Formalakt, sondern eine Pflicht mit Preisschild. In Österreich müssen schon in der Verkaufsanzeige Heizwärmebedarf, Endenergiebedarf und die Gesamtenergieeffizienzklasse stehen, und zwar beim Verkäufer wie beim beauftragten Makler; fehlen sie, ist das eine Verwaltungsübertretung mit einer Geldstrafe bis zu 1.450 €5. Dieselbe Strafe droht, wenn der Verkäufer dem Käufer nicht rechtzeitig vor dessen Vertragserklärung einen höchstens zehn Jahre alten Ausweis vorlegt oder ihn nicht binnen 14 Tagen nach Vertragsabschluss aushändigt5.
Teurer als die Strafe ist die Rechtsfolge. Legt der Verkäufer keinen Ausweis vor, so gilt das Gebäude kraft Gesetzes als so energieeffizient, wie es Baujahr und Bauart erwarten lassen, und diese Rechtsfolge ist vertraglich nicht abdingbar5. Ein schlecht gedämmtes Haus wird so rechtlich zu einem durchschnittlichen Haus seines Baujahrs, mit allen Ansprüchen, die daraus entstehen. In Deutschland verlangt das Gebäudemodernisierungsgesetz den Ausweis spätestens bei der Besichtigung und die Übergabe unverzüglich nach dem Kaufvertrag6; die unterlassene Vorlage ist eine Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße bis zu zehntausend Euro7.
Die übrigen Unterlagen kosten keine Strafe, aber Wochen: Grundbuchsauszug, Plansatz und Baubewilligung, Betriebskostenaufstellung, bei Wohnungseigentum die Protokolle und die Rücklage, bei Sanierungen die Rechnungen. Eine Bank beginnt die Finanzierung erst, wenn diese Mappe vollständig ist. Fehlt sie beim ersten Termin, verschiebt sich die Zusage um einen Monat, und in diesem Monat sieht der Käufer drei weitere Häuser.
Welche Fehler machen Privatverkäufer bei Besichtigungen?
Vier Muster wiederholen sich, und alle vier kosten Geld statt Nerven. Erstens Termine ohne Vorprüfung: Wer nicht fragt, ob eine Finanzierungszusage oder zumindest ein Bankgespräch vorliegt, führt reihum Fremde durch das Haus und verliert Wochen an jemanden, der nicht kaufen kann. Zweitens verschwiegene Mängel. Der feuchte Keller, die Lärmquelle hinter der Hecke, die alte Elektrik fallen spätestens bei der Bankschätzung auf, und dann verhandelt der Käufer mit einem Argument statt mit einem Gefühl.
Drittens das Verhandeln im Stiegenhaus. Ein Preis, der am Ende der Besichtigung mündlich nachgegeben wird, ist der neue Startpunkt für alles Weitere; die ruhige Antwort lautet, dass Sie Anbote schriftlich entgegennehmen. Viertens ein zu schöner Energieausweis: Die Kennzahlen eines vorgelegten Ausweises gelten in Österreich als bedungene Eigenschaft des Gebäudes, und der Aussteller haftet dem Käufer unmittelbar für ihre Richtigkeit5. Eine freundlich gerechnete Zahl schafft also keinen Vorteil, sondern einen Anspruch.
Führen Sie eine kurze Liste mit Datum, Namen und Rückmeldung je Termin. Nach fünf Besichtigungen zeigt diese Liste deutlicher als jedes Bauchgefühl, ob der Preis bremst, die Beschreibung falsche Erwartungen weckt oder ein konkreter Mangel die Entscheidung blockiert.
Welche Gebühren und Kosten fallen beim Hausverkauf an?
Die Gebührenseite ist der am besten planbare Teil des Verkaufs, und genau deshalb selten der teuerste Fehler. Den größten Posten bildet die Maklerprovision: Ihr Höchstbetrag liegt in Österreich bei 4 % des Wertes bis 36.336,42 € und bei 3 % darüber, dazu kommt die Umsatzsteuer9. Wie sich Provision, Eigenleistung und Mischformen rechnen, vergleicht der Beitrag Haus verkaufen mit oder ohne Makler.
Dazu zählen beim Verkäufer der Energieausweis, die Löschung eigener Pfandrechte, gegebenenfalls eine Entschädigung an die kreditgebende Bank und die Immobilienertragsteuer, wenn keiner der Befreiungstatbestände zutrifft4. Auf der Käuferseite stehen dagegen Grunderwerbsteuer und Eintragungsgebühr, meist zusätzlich das Honorar für die Vertragserrichtung. Unsichtbar bleiben die Posten, die niemand in Rechnung stellt und die mit der Vermarktungsdauer wachsen: Kreditzinsen, Betriebskosten, Versicherung, Heizung, Fahrten. Sie sind der Grund, warum die Zahl im Inserat am Anfang dieser Rangliste steht.
Rechenbeispiel: ein Haus um 399.000 € mit und ohne die zwei teuersten Fehler
Ein Beispiel mit erfundenem Haus und amtlichem Preisniveau. Verkauft wird ein Einfamilienhaus mit 140 m² Wohnfläche, Baujahr 1998, guter Zustand, in einem ländlichen Bezirk. Gerechnet mit dem österreichischen Medianpreis für Wohnhäuser von 2.836 €/m²1 ergibt das rund 397.000 €; mit Zu- und Abschlägen für Grundstück und Zustand nehmen wir eine Spanne von 385.000 bis 405.000 € an. Die Verläufe darunter sind Annahmen, die Preisbasis und die Steuersätze sind belegt.
| Variante | Start und Verlauf | Ergebnis |
|---|---|---|
| A: marktgerecht | 399.000 €, Besichtigungen ab Woche 1, Abschluss in Woche 7 | 393.000 €, keine Senkung im Verlauf |
| B: Wunschpreis | 449.000 €, fünf Wochen ohne Termin, Senkung auf 419.000 €, dann auf 399.000 € | 377.000 € im achten Monat, zwei Reduktionen sichtbar |
| C: wie A, Frist verfehlt | 399.000 €, Abschluss wie in Variante A, Vertrag rund 14 Monate zu spät | 393.000 € minus 42.900 € Immobilienertragsteuer |
Variante B kostet gegenüber A 16.000 € im Kaufpreis und sechs zusätzliche Monate Haltekosten; bei angenommenen 850 € im Monat für Zinsen, Betriebskosten und Versicherung sind das weitere 5.100 €, zusammen rund 21.000 € oder gut 5 % des Kaufpreises. Variante C zeigt die Fallhöhe der Steuerfrist: Der Verkäufer hat das Haus 2014 um 250.000 € gekauft, von Jänner 2015 bis März 2020 dort den Hauptwohnsitz gehabt und ist dann ausgezogen. Bei einem Vertrag bis März 2025 hätte das Zehnjahresfenster die vollen fünf Jahre Hauptwohnsitz enthalten und der Gewinn wäre befreit gewesen3. Im Mai 2026 liegen im Fenster nur noch drei Jahre und zehn Monate, also werden aus 143.000 € Gewinn 42.900 € Steuer4. Ein Termin, kein Preis.
Was CheckValue vor dem Inserat zeigt und was nicht
Gegen die beiden teuersten Fehler hilft Vorarbeit, und zwei Teile des Berichts sind genau dafür gedacht. Die Wertspanne mit Punktwert stellt den Quadratmeterpreis Ihrer Adresse neben den Bezirksdurchschnitt, mit den Quellen im Anhang; das ist die Rechnung aus dem Beispiel oben für Ihr Haus. Das Markttempo daneben sagt, wie lange vergleichbare Objekte in Ihrer Umgebung angeboten werden, und damit, wie viel Verhandlungsluft eine Lage überhaupt verträgt. Dazu kommen die Abschnitte zu Eigentumskosten und Verkaufskosten, die zeigen, welche Posten zwischen Kaufpreis und Nettoerlös liegen.
Was der Bericht nicht leistet, gehört in dieselbe Liste. Er nennt keinen Angebotspreis, weil das eine Entscheidung ist und keine Berechnung. Er prüft keine Steuerfristen; dafür brauchen Sie Notar oder Steuerberater mit Ihren Anschaffungsunterlagen. Ein Gutachten ist er nicht: Niemand hat das Haus betreten, und für Gericht, Behörde oder eine Bankschätzung braucht es weiterhin eine befugte Sachverständige oder einen befugten Sachverständigen. Den Aufbau der Abschnitte zeigen die Musterberichte auf der Startseite; für Ihr eigenes Objekt öffnet die kostenlose Vorschau für Ihre Adresse alle Seiten, bevor Sie etwas kaufen.
Die bittersten Gespräche in meinen Jahren im Immobiliengeschäft waren nie die über die Provision, sondern die nach dem Verkauf, wenn jemand erfährt, dass ein paar Monate früherer Vertrag den Gewinn steuerfrei gelassen hätte. Der Preis lässt sich nachverhandeln, ein Datum nicht.
Dies ist eine allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung. Prozentsätze, Beträge und Fristen tragen das Jahr ihrer Quelle; die geltenden Werte finden Sie dort.
Häufige Fragen
Wie lege ich den Angebotspreis richtig fest?
Sie belegen ihn, statt ihn zu wünschen. Grundlage sind die Bezirkswerte der amtlichen Immobilien-Durchschnittspreise, eine Zeitkorrektur über den Häuserpreisindex und der Zuschnitt Ihres Objekts nach Zustand, Baujahr und Grundfläche. Daraus entsteht eine Spanne von etwa fünf Prozent Breite. Erst in diese Spanne legen Sie die Zahl, die im Inserat steht, und zwar mit Blick auf die runden Suchgrenzen der Portale.
Wann und wie stark sollte ich den Preis senken?
Bleibt das Inserat drei bis vier Wochen ohne einen Besichtigungstermin, hat der Markt geantwortet. Dann senken Sie einmal und so weit, dass der Preis unter der nächsten runden Suchgrenze liegt, also etwa von 449.000 € auf 399.000 €. Jede Folge kleiner Reduktionen erzieht Interessenten zum Abwarten und endet in unserer Erfahrung tiefer als ein einziger klarer Schritt.
Was kostet ein Verkauf ohne Energieausweis und ohne Unterlagen?
In Österreich ist eine Verkaufsanzeige ohne Heizwärmebedarf, Endenergiebedarf und Gesamtenergieeffizienzklasse eine Verwaltungsübertretung mit einer Geldstrafe bis zu 1.450 €, ebenso die fehlende Vorlage oder Aushändigung des Ausweises. In Deutschland sieht das Gebäudemodernisierungsgesetz für die unterlassene Vorlage eine Geldbuße bis zu zehntausend Euro vor. Teurer als die Strafe ist meist die Verzögerung: ohne Ausweis, Plansatz und Grundbuchsauszug finanziert keine Bank.
Welche Fehler machen Privatverkäufer bei Besichtigungen?
Vier wiederholen sich: Termine ohne vorab geprüfte Finanzierungszusage, Mängel, die verschwiegen statt angesprochen werden, Verhandeln im Stiegenhaus ohne Bedenkzeit, und ein Ausweis mit zu schönen Kennzahlen. Die Energiekennzahlen eines vorgelegten Ausweises gelten in Österreich als bedungene Eigenschaft des Gebäudes, der Aussteller haftet dem Käufer dafür unmittelbar.
Welche Gebühren fallen beim Hausverkauf an?
Der Verkäufer trägt in Österreich die Maklerprovision, die bei einem Wert über 36.336,42 € auf 3 % gedeckelt ist, dazu Umsatzsteuer, den Energieausweis, die Löschung eigener Pfandrechte und die Immobilienertragsteuer, sofern keine Befreiung greift. Grunderwerbsteuer und Eintragungsgebühr zahlt üblicherweise der Käufer, ebenso die Vertragserrichtung.
Welche Kosten entstehen beim Hausverkauf?
Neben den Gebühren laufen Kosten mit, die niemand in Rechnung stellt: Zinsen auf den restlichen Kredit, Betriebskosten, Versicherung und Heizung für ein leeres Haus, dazu Fahrten zu Terminen und Fotos. Diese Posten wachsen mit jeder Woche Vermarktung und sind der Grund, warum ein zu hoher Startpreis doppelt kostet.
Wie viel Steuer kostet ein Verkauf wenige Monate neben der Frist?
Die Immobilienertragsteuer beträgt 30 % des Veräußerungsgewinns. Verfehlt der Vertragstermin die Hauptwohnsitzbefreiung, also zwei durchgehende Jahre seit dem Kauf oder fünf durchgehende Jahre im Zehnjahresfenster davor, wird aus steuerfrei voll steuerpflichtig. Bei 143.000 € Gewinn sind das rund 42.900 €. Prüfen Sie den Termin vor der Unterschrift mit Notar oder Steuerberater.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Zahlen und Regeln tragen das Jahr ihrer Veröffentlichung; die aktuelle Fassung finden Sie in der zitierten Quelle.
Quellen
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- 2statisticsHäuserpreisindex und OOH PI, 2. Quartal 2026Statistik Austria · 2026HPI Gesamt 105,00 im 2. Quartal 2026, vorläufig +5,1 % zum Vorjahresquartal (bestehender Wohnraum +5,1 %, neuer Wohnraum +4,9 %); Datenbasis sind die im Grundbuch hinterlegten Kaufverträge privater Haushalte.statistik.at ↗
- 3law§ 30 EStG 1988: Private Grundstücksveräußerungen, HauptwohnsitzbefreiungRIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026§ 30 Abs. 2 Z 1: steuerfrei, wenn das Eigenheim oder die Eigentumswohnung ab der Anschaffung oder Herstellung mindestens zwei Jahre durchgehend oder innerhalb der letzten zehn Jahre mindestens fünf Jahre durchgehend als Hauptwohnsitz gedient hat und der Hauptwohnsitz aufgegeben wird.ris.bka.gv.at ↗
- 4guidanceImmobilienverkäufe: Steuerfolgen im privaten BereichWirtschaftskammer Österreich (WKO), Stand 01.07.2026 · 2026Immobilienertragsteuer 30 % des Veräußerungsgewinns; Hauptwohnsitzbefreiung für Grund und Boden bis 1.000 m², Toleranzfrist von einem Jahr; Altgrundstücke pauschal 4,2 % des Erlöses; der Abzug von Werbungskosten wie Inserate, Gutachten oder Maklergebühren ist nicht zulässig.wko.at ↗
- 5lawEnergieausweis-Vorlage-Gesetz 2012 (EAVG 2012), Bundesrecht konsolidiertRIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026§ 3 Pflichtangaben in Anzeigen (Heizwärmebedarf, Endenergiebedarf, Gesamtenergieeffizienzklasse); § 4 Vorlage eines höchstens zehn Jahre alten Ausweises vor der Vertragserklärung, Aushändigung binnen 14 Tagen; § 6 Kennzahlen als bedungene Eigenschaft nach § 922 ABGB; § 7 bei fehlender Vorlage gilt eine dem Alter und der Art entsprechende Gesamtenergieeffizienz als vereinbart; § 9 Geldstrafe bis zu 1.450 €.ris.bka.gv.at ↗
- 6law§ 80 GModG: Ausstellung und Verwendung von EnergieausweisenBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026Abs. 3 und 4: Beim Verkauf ist ein Energieausweis auszustellen, wenn keiner vorliegt; Verkäufer oder Makler haben ihn spätestens bei der Besichtigung vorzulegen und unverzüglich nach Abschluss des Kaufvertrages zu übergeben.gesetze-im-internet.de ↗
- 7law§ 108 GModG: BußgeldvorschriftenBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026Abs. 1 Nr. 18 erfasst die nicht, nicht richtig oder nicht rechtzeitig erfolgte Vorlage des Energieausweises nach § 80 Abs. 4; nach Abs. 2 Nr. 2 beträgt die Geldbuße in diesen Fällen bis zu zehntausend Euro.gesetze-im-internet.de ↗
- 8law§ 23 EStG: Private Veräußerungsgeschäfte (Zehnjahresfrist, Eigennutzung)Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026Abs. 1 Satz 1 Nr. 1: steuerpflichtig, wenn zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als zehn Jahre liegen; ausgenommen sind Objekte, die im Zeitraum ausschließlich oder im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden.gesetze-im-internet.de ↗
- 9lawImmobilienmaklerverordnung (IMV): Höchstbeträge der ProvisionRIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026§ 15 Abs. 2: Höchstbetrag der Vermittlungsprovision 4 % des Wertes bis 36.336,42 € und 3 % bei höherem Wert; § 16 regelt, wie dieser Wert berechnet wird.ris.bka.gv.at ↗





