Die Frage kommt fast immer vom Kontoauszug. Dort steht ein runder Betrag, 1.000 Euro, und am Jahresende passt er zu keiner Zahl, die der Steuerberater nennt. Der Grund ist selten ein Rechenfehler, sondern eine Begriffsverwirrung: Die Summe, die der Mieter überweist, ist nicht Ihr Ertrag, und der Ertrag ist nicht das, was auf dem Konto bleibt. Dieser Beitrag trennt die drei Ebenen, nennt jede Abzugszeile mit ihrer Rechtsgrundlage und rechnet ein ganzes Jahr in drei Varianten durch, einmal ohne Kredit, einmal mit. Wie hoch die Miete für Ihre Adresse überhaupt angesetzt werden kann, klärt davor der Leitfaden zur erzielbaren Miete.
Sind die 1.000 Euro Ihre Miete oder die Miete plus Betriebskosten?
Ein Mietvertrag kennt drei Zahlen. Der Hauptmietzins oder die Nettomiete ist der Preis für die Wohnung. Die Betriebskosten sind der Anteil Ihres Mieters an den Kosten des Hauses. Beides zusammen plus Umsatzsteuer und allfällige Zuschläge ergibt die Gesamtmiete, und genau diese Summe landet auf dem Konto.
Im Vollanwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes steht abschließend in § 21, was zu den Betriebskosten zählt: Wasserversorgung samt der gebotenen Überprüfung der Leitungen, Eichung, Wartung und Ablesung der Messvorrichtungen, Rauchfangkehrung, Kanalräumung, Unratabfuhr, Schädlingsbekämpfung, Beleuchtung der allgemeinen Teile, Feuerversicherung in Höhe des Wiederherstellungswerts, Haftpflicht- und Leitungswasserschadenversicherung, Versicherungen gegen Glasbruch und Sturmschaden, Verwaltung, Hausbetreuung und die anteilig anrechenbaren laufenden öffentlichen Abgaben2. Sie dürfen diese Posten als gleichbleibenden Teilbetrag einheben und müssen bis zum 30. Juni des Folgejahres darüber abrechnen2. Fällt die Wohnung nur unter die Teilanwendung, etwa in einem ohne öffentliche Mittel nach dem 30. Juni 1953 bewilligten Neubau oder als Eigentumswohnung in einem Gebäude mit Baubewilligung nach dem 8. Mai 1945, gelten die §§ 21 bis 24 nicht und der Umfang richtet sich nach dem Mietvertrag10. Wirtschaftlich bleiben die Betriebskosten in beiden Fällen ein Durchlaufposten: Was hereinkommt, geht in gleicher Höhe an Hausverwaltung, Wasserwerk und Versicherer weiter.
Die Größenordnung liefert der Mikrozensus. Im 2. Quartal 2026 zahlten Hauptmieter in Österreich durchschnittlich 694,7 Euro im Monat, davon 520,8 Euro Nettomiete und 176,5 Euro Betriebskosten1. Rund 25 Prozent dieser durchschnittlichen Überweisung gehören damit nie Ihnen. Wer die Frage nach den 1.000 Euro beantworten will, muss deshalb zuerst wissen, welche der drei Zahlen gemeint ist. Die seriöse Antwort lautet: Rechnen Sie immer ohne Betriebskosten weiter, und behandeln Sie die Gesamtmiete nur als Kassenposten.
Welche Kosten darf ich von der Miete abziehen?
Jetzt beginnt die eigentliche Rechnung, und sie läuft in zwei Spuren, die oft verwechselt werden. Die eine Spur ist das Geld, das Ihr Konto verlässt. Die andere Spur sind die Werbungskosten, also die Beträge, die die steuerpflichtigen Einkünfte mindern. Manche Posten stehen in beiden Spuren, manche nur in einer.
| Posten | Zahlt der Mieter | Belastet Ihr Konto | Mindert die Steuer |
|---|---|---|---|
| Betriebskosten nach dem Katalog des § 21 MRG2 | ja | als Durchlaufposten | neutral |
| Rücklage der Eigentümergemeinschaft4 | nein | ja | je nach Verwendung |
| Instandhaltung in der Wohnung | nein | ja | ja |
| Mietverwaltung, Inserate, Neuvermietung | nein | ja | ja |
| Kreditzinsen3 | nein | ja | ja |
| Kredittilgung | nein | ja | nein |
| Abschreibung des Gebäudes3 | nein | nein | ja |
| Leerstand und Mietausfall | nein | als fehlende Einnahme | ja, weil nichts zufließt |
Zwei Zeilen verdienen eine Erklärung. Die Rücklage schreibt das Wohnungseigentumsgesetz vor: Die Eigentümer haben eine angemessene Vorsorge für künftige Aufwendungen zu treffen, ausdrücklich auch für eine thermische Sanierung, und der monatliche Gesamtbeitrag darf 0,90 Euro je Quadratmeter Nutzfläche nur in Ausnahmefällen unterschreiten, etwa bei einem Neubau oder einer bereits hohen Rücklage4. Dieser Betrag wird seit 2024 alle zwei Jahre an den Verbraucherpreisindex angepasst4; nach dem Indexstand vom Juni 2025 liegt er seit 1. Jänner 2026 bei 1,12 Euro je Quadratmeter und Monat5. Für 70 Quadratmeter sind das 78,40 Euro, die Ihr Mieter nicht trägt.
Die Abschreibung ist der einzige Posten, der die Steuer senkt, ohne Geld zu kosten. In Österreich dürfen Sie ohne Nachweis der Nutzungsdauer jährlich 1,5 Prozent der Bemessungsgrundlage ansetzen; ohne Nachweis eines anderen Aufteilungsverhältnisses sind dabei 40 Prozent der Anschaffungskosten eines bebauten Grundstücks als Grund und Boden auszuscheiden, und das Finanzministerium darf abweichende Verhältnisse per Verordnung festlegen3. Die Grundanteilverordnung 2016 verfeinert diesen Satz: 20 Prozent in Gemeinden unter 100.000 Einwohnern mit Baulandpreisen unter 400 Euro je Quadratmeter, 30 Prozent in größeren oder teureren Gemeinden bei mehr als zehn Wohn- oder Geschäftseinheiten im Haus und 40 Prozent dort bei bis zu zehn Einheiten11. In Deutschland gelten 2 Prozent für Wohngebäude, die vor dem 1. Januar 2023 fertiggestellt wurden, und 3 Prozent für jüngere Fertigstellungen; für Neubauten mit Baubeginn zwischen Oktober 2023 und Oktober 2029 ist zudem eine degressive Abschreibung von 5 Prozent vom Restwert möglich8. Welche Posten ein Objekt unabhängig von der Vermietung kostet, listet der Beitrag zu den Besitzkosten einer Immobilie auf.
Wie werden Mieteinnahmen in Österreich und Deutschland versteuert?
Eine eigene Steuer auf Miete existiert in keinem der beiden Länder. Der Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten zählt zu den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung, wird mit Ihren übrigen Einkünften zusammengelegt und nach dem Einkommensteuertarif belastet. Ihr Gehalt entscheidet damit mit, wie viel von der Miete bleibt.
Für 2026 nennt der österreichische Tarif sechs Stufen: steuerfrei bis 13.539 Euro, dann 20 Prozent bis 21.992 Euro, 30 Prozent bis 36.458 Euro, 40 Prozent bis 70.365 Euro, 48 Prozent bis 104.859 Euro und 50 Prozent darüber6. In Deutschland bleiben 12.348 Euro frei, der Satz von 42 Prozent beginnt bei 69.879 Euro und 45 Prozent bei 277.826 Euro9. Dieselben 300 Euro Überschuss kosten eine Teilzeitkraft also 60 Euro und eine Oberärztin 144 Euro.
Daraus folgt eine praktische Regel: Fragen Sie nicht, wie viel Steuer auf die Miete entfällt, sondern in welcher Tarifstufe Ihr letzter Euro landet. Wer die Wohnung günstig an Verwandte vergibt, verschiebt diese Rechnung zusätzlich, weil das Finanzamt dann die Fremdüblichkeit prüft; die Grenzen dafür erklärt der Beitrag zur steuerlichen Untergrenze der Miete.
Wie viel Miete darf ich steuerfrei einnehmen?
Für Mieteinnahmen gibt es keinen eigenen Freibetrag, wie es ihn für manche Nebentätigkeiten gibt. Steuerfrei bleibt nur, was der Tarif ohnehin freistellt, also 13.539 Euro Einkommen in Österreich6 und 12.348 Euro in Deutschland9, jeweils über alle Einkunftsarten zusammengerechnet. Wer ohne weiteres Einkommen eine Garconniere vermietet, zahlt deshalb oft tatsächlich nichts; wer daneben Lohn bezieht, zahlt ab dem ersten Euro Überschuss.
Zwei Zahlen werden dabei regelmäßig verwechselt. Gezählt wird nicht die Miete, sondern der Überschuss nach Abzug der Werbungskosten. Und die Pflicht zur Erklärung hängt an einer eigenen Grenze: Wer lohnsteuerpflichtige Einkünfte bezieht, ist in Österreich zu veranlagen, sobald der Gesamtbetrag der anderen Einkünfte 730 Euro übersteigt7.
Die 730-Euro-Grenze ist eine Erklärungspflicht, keine Freigrenze für die Steuer. Sie greift auch dann, wenn die Vermietung erst im Dezember beginnt oder wenn das Finanzamt von ihr noch nichts weiß. Wer sie übersieht, riskiert eine Nachforderung7 samt Anspruchszinsen, die ab 1. Oktober des Folgejahres laufen, 2 Prozent über dem Basiszinssatz betragen und für höchstens 48 Monate festgesetzt werden12.
1.000 Euro Miete, ein Jahr lang: drei Varianten gerechnet
Ein Beispiel mit gekennzeichneten Annahmen, ohne echte Adresse. Die Wohnung hat 70 Quadratmeter, liegt in Linz in einem Haus mit zehn Wohneinheiten, wurde 2005 gebaut und 2018 um 245.000 Euro gekauft. Linz liegt über der Schwelle von 100.000 Einwohnern, und bei bis zu zehn Einheiten entfallen damit 40 Prozent auf Grund und Boden11; der Gebäudewert beträgt 147.000 Euro und die Abschreibung 1,5 Prozent davon, also 2.205 Euro im Jahr3. Die Rücklage folgt dem Mindestbetrag von 1,12 Euro je Quadratmeter5, Leerstand, Verwaltung und Instandhaltung sind Annahmen, der Grenzsteuersatz von 40 Prozent entspricht einem Einkommen zwischen 36.458 und 70.365 Euro6.
| Position | 1.000 € ohne Betriebskosten | 1.000 € inklusive Betriebskosten | 1.000 € ohne Betriebskosten, mit Kredit |
|---|---|---|---|
| Zahlungseingang im Jahr | 12.000 € | 12.000 € | 12.000 € |
| Betriebskosten weitergeleitet, 190 € im Monat (Annahme)1 | 0 € | 2.280 € | 0 € |
| Leerstand und Mietausfall, 4 % (Annahme) | 480 € | 389 € | 480 € |
| Rücklage, 1,12 € je m²45 | 941 € | 941 € | 941 € |
| Mietverwaltung, 30 € im Monat (Annahme) | 360 € | 360 € | 360 € |
| Instandhaltung in der Wohnung (Annahme) | 500 € | 500 € | 500 € |
| Kreditzinsen (Annahme)3 | 0 € | 0 € | 3.000 € |
| Kredittilgung (Annahme) | 0 € | 0 € | 4.000 € |
| Geld vor Steuer | 9.719 € | 7.530 € | 2.719 € |
| Steuerpflichtige Einkünfte nach Abschreibung3 | 8.455 € | 6.266 € | 5.455 € |
| Einkommensteuer, 40 % Grenzsteuersatz6 | 3.382 € | 2.506 € | 2.182 € |
| Bleibt im Jahr | 6.337 € | 5.024 € | 537 € |
| Bleibt im Monat | 528 € | 419 € | 45 € |
Die erste Spalte ist die Antwort auf die Titelfrage: 528 Euro von 1.000, also knapp 53 Prozent. Die zweite Spalte zeigt, was die Begriffsverwirrung kostet. Wer die Betriebskosten mitzählt, startet mit derselben Zahl und endet bei 419 Euro, weil 2.280 Euro nie sein Geld waren. Das sind 19 Prozent der Zahlung; im Mikrozensus-Durchschnitt liegt der Anteil höher, weil die durchschnittliche Nettomiete je Quadratmeter niedriger ist als in diesem Beispiel.
Die dritte Spalte ist die ehrlichste. Von 1.000 Euro Monatsmiete bleiben bei 3.000 Euro Zinsen und 4.000 Euro Tilgung 45 Euro im Monat an freiem Geld, und trotzdem ist diese Variante nicht die schlechteste: Die Tilgung baut jedes Jahr 4.000 Euro Vermögen auf, sie steht nur auf der falschen Seite des Kontoauszugs. Die Zinsen senken zusätzlich die Steuer um 1.200 Euro3, die Tilgung nicht.
In der Steuerzeile fehlt die Rücklage bewusst. Ob eine Einzahlung schon im Jahr der Zahlung oder erst bei ihrer Verwendung durch die Eigentümergemeinschaft als Werbungskosten gilt, hängt vom Einzelfall ab und gehört zu den Fragen für Ihre Steuerberatung; die Tabelle rechnet die vorsichtige Variante. Fällt die Rücklage schon früher ins Gewicht, sinkt die Steuer um 376 Euro.
Wenn mir Eigentümer in Österreich oder auf Teneriffa von ihrer Rendite erzählen, nennen sie fast immer die Summe, die der Mieter überweist. Ich frage dann nach dem letzten Jahresabschluss der Hausverwaltung und nach dem Steuerbescheid, und erst mit diesen zwei Papieren wird aus der Erzählung eine Rechnung. Oft bleibt mehr übrig als befürchtet, nur eben nicht da, wo die Leute hinschauen.
500 Euro Mieteinnahmen: wie viel Steuer fällt an?
Dieselbe Mechanik, kleinere Zahlen. Eine Garconniere mit 40 Quadratmetern, 2015 um 120.000 Euro gekauft, liegt in einer Stadt über 100.000 Einwohnern in einem Haus mit zehn Wohneinheiten (Annahme) und wird für 500 Euro im Monat ohne Betriebskosten vermietet, also 6.000 Euro im Jahr. Der Grundanteil beträgt deshalb ebenfalls 40 Prozent11, der Gebäudewert 72.000 Euro und die Abschreibung 1.080 Euro3. Der Erhaltungsaufwand ist mit 300 Euro angenommen, verwaltet wird selbst, ein Kredit läuft nicht.
Die steuerpflichtigen Einkünfte betragen 6.000 Euro minus 1.080 Euro Abschreibung minus 300 Euro Erhaltung, also 4.620 Euro. Darauf fallen je nach Tarifstufe rund 924 Euro bei 20 Prozent, 1.386 Euro bei 30 Prozent oder 1.848 Euro bei 40 Prozent an6. Pro Monat sind das 77 bis 154 Euro. Vom Konto gehen zusätzlich 538 Euro Rücklage ab (1,12 Euro je Quadratmeter5), sodass bei 30 Prozent Grenzsteuersatz 3.776 Euro im Jahr bleiben, also 315 Euro im Monat.
Weil 4.620 Euro deutlich über 730 Euro liegen, besteht für Angestellte und Pensionisten die Pflicht zur Veranlagung7. Fällt das Gesamteinkommen dagegen unter 13.539 Euro, etwa in einem Jahr ohne Erwerbstätigkeit, bleibt der Überschuss steuerfrei6.
Wie rechne ich aus dem Überschuss die Nettorendite?
Die Zahl, die übrig bleibt, wird erst durch den Einsatz vergleichbar. Nehmen Sie die Jahresmiete ohne Betriebskosten, ziehen Sie Leerstand, Rücklage, Verwaltung und Instandhaltung ab und teilen Sie durch den Kaufpreis samt Nebenkosten. Im Beispiel oben sind das 9.719 Euro auf 265.000 Euro Einsatz (Kaufpreis plus angenommene Nebenkosten), also 3,7 Prozent. Die Bruttorendite auf den reinen Kaufpreis zeigt 4,9 Prozent, die Rendite nach Steuer 2,4 Prozent.
Drei Regeln halten die Zahl brauchbar. Erstens: Die Einkommensteuer bleibt außerhalb der Renditeformel, weil sie an Ihrer Person hängt und nicht am Objekt. Zweitens: Die Nebenkosten des Kaufs gehören in den Nenner, sonst wirkt jedes Objekt um ein Zehntel besser. Drittens: Ein Kredit verändert nicht die Objektrendite, sondern die Rendite auf Ihr Eigenkapital. Formeln, Benchmarks und den Kaufpreisfaktor behandelt der Beitrag zur Mietrendite und Nettorendite.
Was ein Bewertungsbericht zu dieser Rechnung beiträgt
Die Tabelle oben steht und fällt mit zwei Eingaben, die niemand aus dem Gedächtnis kennt: der Miete, die für diese Adresse erzielbar ist, und dem Wert der Wohnung. Beides liefert ein Bewertungsbericht von CheckValue für die eingegebene Adresse: eine Mietschätzung aus Vergleichsobjekten und amtlichen Marktdaten, die daraus abgeleitete Bruttorendite und eine Aufstellung der Besitzkosten, jeder Posten mit nummerierter Quelle. Sie können damit die obersten und die untersten Zeilen der Rechnung füllen, statt sie zu schätzen.
Was der Bericht nicht leistet: Er kennt Ihren Anschaffungspreis nicht, rechnet keine Abschreibung, keinen Grenzsteuersatz und keine Einkommensteuer, und er ersetzt weder eine Steuerberatung noch ein Sachverständigengutachten, wo das Gesetz eines verlangt. Diese Zeilen bleiben Ihre Arbeit. Wie der Aufbau des Berichts aussieht, zeigt die kostenlose Vorschau für Ihre Adresse; die Beträge für einzelne Berichte und Pakete finden Sie auf der Preisseite. Wenn Sie nach dieser Rechnung zum Schluss kommen, dass sich das Vermieten nicht trägt, hilft der Beitrag vermieten oder verkaufen bei der Gegenrechnung.
Dies ist eine allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung. Tarifstufen, Grenzen und Mindestbeträge gelten mit dem Stand ihrer Quelle; für Ihren Fall sind Steuerberatung und Finanzamt zuständig.
Häufige Fragen
Wie werden Mieteinnahmen in Österreich und Deutschland versteuert?
Eine eigene Mietsteuer gibt es nicht. Der Überschuss aus der Vermietung wandert in Ihr Gesamteinkommen und wird mit dem Tarif der Einkommensteuer belastet. In Österreich bleiben 2026 die ersten 13.539 Euro Einkommen steuerfrei, danach greifen 20, 30, 40, 48 und 50 Prozent. In Deutschland steht der Grundfreibetrag bei 12.348 Euro, der Satz von 42 Prozent beginnt bei 69.879 Euro. Entscheidend ist also, was Sie sonst verdienen.
Welche Kosten darf ich von der Miete abziehen?
Alles, was der Vermietung dient: Kreditzinsen, Grundsteuer und Versicherungen, Erhaltung und Reparaturen in der Wohnung, Honorare für Verwaltung und Neuvermietung, Inserate, Fahrten zum Objekt und die Abschreibung des Gebäudes. In Österreich sind das ohne Nachweis der Nutzungsdauer 1,5 Prozent der Bemessungsgrundlage pro Jahr, wobei je nach Größe der Gemeinde, Baulandpreis und Zahl der Einheiten im Haus 20 bis 40 Prozent der Anschaffungskosten als Grund und Boden ausgeschieden werden. Die Kredittilgung zählt nicht dazu.
Wie viel Miete darf ich steuerfrei einnehmen?
Für Mieteinnahmen selbst gibt es keinen Freibetrag. Wirksam wird nur der steuerfreie Teil des Tarifs: 13.539 Euro Einkommen in Österreich, 12.348 Euro in Deutschland, jeweils über alle Einkunftsarten zusammen. Wer Lohn oder Pension bezieht, muss in Österreich eine Erklärung abgeben, sobald die anderen Einkünfte 730 Euro übersteigen. Gezählt wird dabei der Überschuss nach Abzug der Werbungskosten, nicht die Miete.
Wie rechne ich die Nettorendite?
Nehmen Sie die Jahresmiete ohne Betriebskosten, ziehen Sie Leerstand, Rücklage, Verwaltung und Instandhaltung ab und teilen Sie das Ergebnis durch den Kaufpreis samt Nebenkosten. Im Beispiel dieses Beitrags ergeben 9.719 Euro bei 265.000 Euro Einsatz 3,7 Prozent, während die Bruttorendite auf den reinen Kaufpreis 4,9 Prozent anzeigt. Die Einkommensteuer bleibt außerhalb der Formel, damit Objekte vergleichbar bleiben.
Was bleibt von 1.000 Euro Mieteinnahmen?
Bei 1.000 Euro reiner Miete bleiben in der Modellrechnung dieses Beitrags 528 Euro im Monat, also knapp 53 Prozent. Enthalten die 1.000 Euro auch die Betriebskosten, sinkt der Rest auf 419 Euro, weil bei dieser Wohnungsgröße etwa ein Fünftel der Zahlung, rund 190 Euro im Monat, an die Hausverwaltung weitergeht. Läuft ein Kredit mit 3.000 Euro Zinsen und 4.000 Euro Tilgung, bleiben 45 Euro freies Geld plus Vermögensaufbau.
Wie viel Steuer fällt auf 500 Euro Mieteinnahmen an?
500 Euro im Monat sind 6.000 Euro im Jahr. Bei einer 40 Quadratmeter großen Wohnung, 120.000 Euro Kaufpreis und 300 Euro Erhaltungsaufwand bleiben nach einer Abschreibung von 1.080 Euro rund 4.620 Euro steuerpflichtige Einkünfte. Darauf fallen je nach Grenzsteuersatz etwa 924 Euro (20 Prozent), 1.386 Euro (30 Prozent) oder 1.848 Euro (40 Prozent) an, also 77 bis 154 Euro im Monat.
Sind Betriebskosten Teil meiner Mieteinnahmen?
Steuerlich ja, wirtschaftlich nein. Die vom Mieter gezahlten Betriebskosten sind Einnahme und in gleicher Höhe Ausgabe, sobald Sie sie an Hausverwaltung, Stadtwerke und Versicherer weiterleiten. In der Vollanwendung des Mietrechtsgesetzes zählt § 21 abschließend auf, was dazugehört: Wasser, Messvorrichtungen, Rauchfangkehrung, Kanal, Müll, Schädlingsbekämpfung, Beleuchtung, Feuer-, Haftpflicht- und Leitungswasserschadenversicherung, Verwaltung und Hausbetreuung sowie die laufenden öffentlichen Abgaben; im Teilanwendungsbereich, etwa im Neubau, richtet sich der Umfang nach dem Mietvertrag. Für die Frage, was übrig bleibt, rechnen Sie ohne diesen Durchlaufposten.
Wie viel bleibt von der Miete, wenn ein Kredit läuft?
Deutlich weniger freies Geld, aber nicht weniger Vermögen. Die Zinsen mindern die Steuer, die Tilgung nicht: Sie verlässt das Konto, ohne abziehbar zu sein. Im Beispiel dieses Beitrags bleiben von 1.000 Euro Monatsmiete 45 Euro im Monat übrig, während gleichzeitig 4.000 Euro Schulden pro Jahr verschwinden. Wer nur auf den Kontostand schaut, unterschätzt diese Variante systematisch.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Zahlen und Regeln tragen das Jahr ihrer Veröffentlichung; die aktuelle Fassung finden Sie in der zitierten Quelle.
Quellen
- 1statisticsWohnkosten: Miete und Betriebskosten für Hauptmietwohnungen (Mikrozensus, Quartalsergebnisse)Statistik Austria · 2026Tabelle „Ergebnisse im Überblick“ (Mikrozensus, 2. Quartal 2026): Miete inklusive Betriebskosten 694,7 € je Hauptmietwohnung und 10,5 € je m², Nettomiete ohne Betriebskosten 520,8 € und 7,9 € je m², Betriebskosten 176,5 € und 2,7 € je m².statistik.at ↗
- 2lawMietrechtsgesetz (MRG), § 21 Betriebskosten und laufende öffentliche AbgabenRIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026§ 21 Abs. 1: Katalog der Betriebskosten von der Wasserversorgung (Z 1) über Eichung, Wartung und Ablesung der Messvorrichtungen (Z 1a), Rauchfangkehrung, Kanalräumung, Unratabfuhr und Schädlingsbekämpfung (Z 2), Beleuchtung (Z 3), Feuerversicherung (Z 4), Haftpflicht- und Leitungswasserschadenversicherung (Z 5), Glasbruch- und Sturmschadenversicherung (Z 6) bis zu Verwaltung (Z 7) und Hausbetreuung (Z 8); Abs. 2: anteilig anrechenbare laufende öffentliche Abgaben; Abs. 3: Jahrespauschalverrechnung und Abrechnung spätestens zum 30. Juni des folgenden Kalenderjahres.ris.bka.gv.at ↗
- 3lawEinkommensteuergesetz 1988 (EStG), § 16 WerbungskostenRIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026§ 16 Abs. 1 Z 1: Schuldzinsen als Werbungskosten; Z 2: Abgaben und Versicherungsbeiträge für das Einkunftsquellenvermögen; Z 8 lit. d: ohne Nachweis der Nutzungsdauer jährlich 1,5 % der Bemessungsgrundlage als Absetzung für Abnutzung; ohne Nachweis eines anderen Aufteilungsverhältnisses sind 40 % der Anschaffungskosten eines bebauten Grundstücks als Grund und Boden auszuscheiden, dies gilt nicht bei offenkundig erheblich abweichenden tatsächlichen Verhältnissen, und der Bundesminister für Finanzen kann abweichende Aufteilungsverhältnisse per Verordnung festlegen.ris.bka.gv.at ↗
- 4lawWohnungseigentumsgesetz 2002 (WEG), § 31 RücklageRIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026§ 31 Abs. 1: angemessene Rücklage mit Bedacht auf künftige Aufwendungen einschließlich thermischer Sanierung; der Monatsbeitrag darf 0,90 € je m² Nutzfläche nur ausnahmsweise unterschreiten (hohe bestehende Rücklage, Neuerrichtung, durchgreifende Sanierung, Erhaltungspflicht bei Reihenhausanlagen); Abs. 5: Anpassung des Betrags ab 1. Jänner 2024 jedes zweite Jahr nach dem Verbraucherpreisindex 2020, Verlautbarung durch die Wirtschaftskammer.ris.bka.gv.at ↗
- 5guidanceMindestrücklage nach dem Wohnungseigentumsgesetz ab 1.1.2026Wirtschaftskammer Österreich (WKO), Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder · 2026Valorisierung nach § 31 Abs. 5 WEG 2002: Indexwert 102,6 (Juni 2021) zu 128,1 (Juni 2025) ergibt aus 0,90 € einen Betrag von 1,12 € je m² Nutzfläche und Monat ab 1. Jänner 2026.wko.at ↗
- 6lawEinkommensteuergesetz 1988 (EStG), § 33 Steuersätze und SteuerabsetzbeträgeRIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026Tarifstufen in der für 2026 geltenden Fassung: 0 % bis 13.539 €, 20 % bis 21.992 €, 30 % bis 36.458 €, 40 % bis 70.365 €, 48 % bis 104.859 €, 50 % darüber; 55 % für Einkommensteile über einer Million Euro bis 2029.ris.bka.gv.at ↗
- 7lawEinkommensteuergesetz 1988 (EStG), § 41 Veranlagung von lohnsteuerpflichtigen EinkünftenRIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026§ 41 Abs. 1 Z 1: Wer lohnsteuerpflichtige Einkünfte bezieht, ist zu veranlagen, wenn er andere Einkünfte bezogen hat, deren Gesamtbetrag 730 Euro übersteigt.ris.bka.gv.at ↗
- 8law§ 7 EStG: Absetzung für Abnutzung, Gebäudesätze und degressive Abschreibung für WohngebäudeBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026§ 7 Abs. 4 Nr. 2: 3 % jährlich für Wohngebäude, die nach dem 31. Dezember 2022 fertiggestellt wurden, 2 % für Fertigstellung vor dem 1. Januar 2023 und nach dem 31. Dezember 1924; Abs. 5a: degressive Abschreibung von 5 % vom Restwert für Wohngebäude, deren Herstellung nach dem 30. September 2023 und vor dem 1. Oktober 2029 begonnen wurde.gesetze-im-internet.de ↗
- 9law§ 32a EStG: Einkommensteuertarif (Grundfreibetrag und Tarifstufen)Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026Geltende Fassung ab 2026: zu versteuerndes Einkommen bis 12.348 € steuerfrei, Progressionszonen bis 17.799 € und bis 69.878 €, 42 % ab 69.879 €, 45 % ab 277.826 €.gesetze-im-internet.de ↗
- 10lawMietrechtsgesetz (MRG), § 1 AnwendungsbereichRIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026§ 1 Abs. 4: Für Mietgegenstände in einem Gebäude, das ohne öffentliche Mittel aufgrund einer nach dem 30. Juni 1953 erteilten Baubewilligung neu errichtet wurde, sowie für Wohnungseigentum in Gebäuden mit Baubewilligung nach dem 8. Mai 1945 gelten nur die §§ 14, 16b, 29 bis 36, 45, 46 und 49, nicht jedoch die übrigen Bestimmungen des I. und II. Hauptstückes und damit nicht § 21.ris.bka.gv.at ↗
- 11lawGrundanteilverordnung 2016 (GrundanteilV 2016), § 2RIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026Verordnung des Bundesministers für Finanzen zu § 16 Abs. 1 Z 8 lit. d EStG, BGBl. II Nr. 99/2016. § 2 Abs. 1: 20 % Grundanteil in Gemeinden mit weniger als 100.000 Einwohnern, wenn der durchschnittliche Quadratmeterpreis für baureifes Land unter 400 € liegt; Abs. 2: in Gemeinden mit mindestens 100.000 Einwohnern oder einem Quadratmeterpreis ab 400 € sind 30 % auszuscheiden, wenn das Gebäude mehr als 10 Wohn- oder Geschäftseinheiten umfasst, und 40 % bei bis zu 10 Einheiten.ris.bka.gv.at ↗
- 12lawBundesabgabenordnung (BAO), § 205 AnspruchszinsenRIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026§ 205 Abs. 1: Differenzbeträge an Einkommensteuer sind ab 1. Oktober des dem Jahr des Entstehens des Abgabenanspruchs folgenden Jahres zu verzinsen; Abs. 2: 2 % über dem Basiszinssatz, Festsetzung für einen Zeitraum von höchstens 48 Monaten.ris.bka.gv.at ↗





