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Miete & Rendite

Sind Immobilien eine gute Geldanlage? Rendite, Preise, Risiken

Sind Immobilien eine gute Geldanlage? Das hängt von Kaufpreis, Miete und Haltedauer ab: Renditen von zwei bis drei Prozent, Risiken, ETF-Vergleich.

Josef Eckmair MBAAktualisiert: 12 Min. Lesezeit12 quellenGeprüft von Christian Eckmair
Saniertes Gründerzeit-Mehrfamilienhaus an einer Leipziger Straßenecke, fünf Geschosse mit Stuckfassade, typisches Objekt einer Anlageentscheidung
Der Häuserpreisindex von Statistik Austria fiel 2023 um 2,9 % und lag im 2. Quartal 2026 wieder 5,1 % über dem Vorjahr; Anlageentscheidungen rechnen über ganze Zyklen. Bild: August Geyler, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Frage stellt sich meist in einem bestimmten Moment: Ein Bauträger bietet eine Vorsorgewohnung an, die Bank legt eine Finanzierung dazu, eine Erbschaft soll angelegt werden. Ein Ja oder Nein gibt es nicht, aber eine Rechnung mit vier Posten: Ertrag aus der Miete, Wertentwicklung über die Haltedauer, Kosten und Steuern beim Kauf und Verkauf, und die Alternative, denselben Betrag anders anzulegen. Wie man die erzielbare Miete herleitet, steht im Leitfaden Welche Miete kann ich verlangen?; hier wird sie eingesetzt.

Welche Mietrendite ist realistisch?

Die Bruttorendite ist die Jahresnettomiete geteilt durch den Kaufpreis, und was dabei herauskommt, hängt weniger von der einzelnen Wohnung ab als vom Preisniveau der Stadt. Statistik Austria weist aus den Grundbuchkäufen privater Haushalte für 2025 einen Medianpreis von 4.162 € je Quadratmeter für Wohnungen und 2.836 € für Häuser aus3. Der Mikrozensus zählt im 2. Quartal 2026 im Bundesschnitt 10,5 € je Quadratmeter inklusive Betriebskosten und 7,9 € ohne sie4. Die 7,9 € gegen den Medianpreis gerechnet ergeben 2,3 %, und das ist eine Untergrenze: Der Schnitt umfasst alle 1,8 Millionen bestehenden Hauptmietverhältnisse, darunter Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen, die 2025 auf 6,1 € netto kamen, und Verträge ab zwanzig Jahren Laufzeit mit 4,7 €. Privat vermietete Wohnungen, deren Vertrag noch keine zwei Jahre alt ist, kamen 2025 dagegen auf 10,8 € netto4, gegen den Medianpreis also auf 3,1 %. Eine Durchschnittswohnung zum Medianpreis liegt damit je nach Vermietung zwischen gut zwei und gut drei Prozent brutto. Das sind Größenordnungen, keine Marktwerte, aber sie erklären, warum ein Inserat mit „5 % Rendite“ eine günstige Lage, eine optimistische Miete oder einen Rechentrick enthält.

Die Tabelle rechnet typische Preisstufen mit angenommenen Nettomieten durch; nur der Medianpreis ist amtlich.

Kaufpreis je m² Angenommene Nettomiete je m² und Monat Jahresmiete je m² Bruttorendite
2.500 € (ländlicher Bezirk) 8,00 € 96 € 3,8 %
4.162 € (Median Österreich 20253) 9,00 € 108 € 2,6 %
5.500 € (Wiener Neubau) 13,00 € 156 € 2,8 %
7.000 € (innerstädtische Lage) 15,00 € 180 € 2,6 %

Die OeNB arbeitet mit dem Kehrwert dieser Zahl: Das Verhältnis von Wohnimmobilienpreisen zu Mieten, die Price-to-Rent Ratio, ist neben dem Verhältnis zu den Einkommen einer ihrer Indikatoren zur frühen Erkennung von Preisblasen5. Steigt es, sinkt die Rendite für den nächsten Käufer. Von brutto zu netto zieht man Rücklage, Verwaltung, Instandhaltung und Leerstand ab und nimmt die Kaufnebenkosten in den Nenner; die Formeln stehen im Beitrag Mietrendite berechnen. Faustregel: Von drei Prozent brutto bleiben gut zwei Prozent netto.

Wie entwickeln sich die Immobilienpreise langfristig?

In Zyklen, und die letzten Jahre waren ein Lehrstück. Die OeNB teilt die Zeit seit 2000 in drei Phasen: Bis 2009 stiegen Preise und Haushaltseinkommen in ähnlichem Maß, ab 2010 folgte eine Boomphase mit niedrigen Zinsen, und mit der geldpolitischen Wende der EZB im Juni 2022 begann die dritte Phase, in der Preise, Bautätigkeit, Transaktionen und Neukredite zurückgingen; den historischen Höchststand erreichten die Preise Mitte 20225. Der Fundamentalpreisindikator der OeNB zeigt für Wien ab 2011 und für Österreich ab 2016 eine Abweichung von den modellbasierten Fundamentalpreisen5.

In Zahlen: Der Häuserpreisindex von Statistik Austria, gerechnet aus den Kaufverträgen privater Haushalte im Grundbuch, fiel 2023 um 2,9 %, ging 2024 um 0,4 % zurück und stieg im 1. Halbjahr 2026 um 3,9 %; im 2. Quartal 2026 lag er 5,1 % über dem Vorjahr und übertraf erstmals den Höchstwert vom 3. Quartal 20221. Der OeNB-Index, eine zweite Messung desselben Marktes, weist für 2025 nominal plus 2,1 % aus, Wien plus 2,9 %, Österreich ohne Wien plus 1,6 %; bei 3,8 % Inflation sanken die Preise real ein weiteres Mal, und gegenüber dem 3. Quartal 2022 lagen sie Ende 2025 nominal 3,3 % tiefer2. In Deutschland verteuerten sich Häuser und Eigentumswohnungen zwischen 2010 und 2025 um rund 82 %; im 2. Quartal 2026 lag der Index nur noch 0,6 % über dem Vorjahresquartal6.

Für die Anlage heißt das dreierlei. Wer am Höchststand Mitte 2022 gekauft hat, war erst im 2. Quartal 2026 nominal wieder auf dem Einstandsniveau1, hatte die Nebenkosten also nach vier Jahren noch nicht verdient. Die 82 % in Deutschland sind das Ergebnis einer langen Niedrigzinsphase bis 2022 und eines Rückgangs danach, kein Normalfall; sie entsprechen rund 4,1 % pro Jahr nominal, ein Teil davon Inflation. Und Indizes sind Durchschnitte über alle Lagen; was den Wert einer einzelnen Wohnung bewegt, steht im Beitrag zur Wertsteigerung einer Immobilie.

Warum die Haltedauer über die Rendite entscheidet

Eine Immobilie ist die Anlage mit den höchsten Ein- und Ausstiegskosten. In Österreich kommen zum Kaufpreis die Grunderwerbsteuer mit in der Regel 3,5 %, die Eintragung ins Grundbuch mit 1,1 % und bei einer Hypothek 1,2 % vom Pfandrecht11, die Maklerprovision mit höchstens 3 % plus 20 % Umsatzsteuer12 sowie die Vertragserrichtung, in der Praxis rund ein Zehntel. Dieses Zehntel ist am Tag nach der Unterschrift weg und muss über Miete und Wertzuwachs zurückverdient werden. Bei zwei Prozent Wertzuwachs dauert das fünf Jahre; bei stagnierenden Preisen trägt es die Miete, und die ist nach Kosten dünn.

Beim Ausstieg kommt die Steuer. Gewinne aus dem Verkauf von Grundstücken unterliegen in Österreich seit 1. Jänner 2016 der Immobilienertragsteuer mit einem besonderen Steuersatz von 30 %; für Grundstücke, die vor dem 1. April 2002 gekauft wurden, kann stattdessen eine Pauschale von 4,2 % des Erlöses gewählt werden, und Werbungskosten lassen sich außer den Kosten der Steuerberechnung und -einhebung nicht abziehen7. Bei einer vermieteten Wohnung knüpft die Steuer an den Veräußerungsgewinn an, nicht an die Besitzdauer: Die Ausnahmen vom besonderen Steuersatz betreffen Fallgruppen wie Umlaufvermögen oder gewerblichen Grundstückshandel, nicht die Jahre zwischen Kauf und Verkauf7. Steuerfrei bleibt dagegen die selbst genutzte Wohnung, wenn Sie dort seit dem Kauf durchgehend zwei Jahre oder innerhalb der letzten zehn Jahre fünf Jahre durchgehend den Hauptwohnsitz hatten, und ein selbst errichtetes Gebäude, soweit es in den letzten zehn Jahren nicht vermietet war10; für die Anlagewohnung greift keine dieser Befreiungen.

Dazwischen liegt die Haltedauer, und sie hat eine steuerliche Untergrenze eigener Art. Wer eine Eigentumswohnung vermietet, muss dem Finanzamt plausibel machen, dass die Vermietung in einem absehbaren Zeitraum einen Gesamtüberschuss bringt; die Liebhabereiverordnung setzt dafür 25 Jahre ab Beginn der entgeltlichen Überlassung an, höchstens 28 Jahre ab dem erstmaligen Anfallen von Aufwendungen8. Die Faustregel: Eine Anlageimmobilie ist eine Entscheidung für zehn Jahre und mehr. Wer in fünf Jahren verkaufen muss, zahlt Kaufnebenkosten, Verkaufskosten und Steuer auf einen Gewinn, den der Zyklus womöglich nicht geliefert hat.

Welche Risiken haben Vorsorgewohnungen?

Vorsorgewohnung ist ein Verkaufsbegriff für eine Neubauwohnung, die zur Vermietung gekauft wird, meist mit Kredit. Die Risiken sind nicht exotisch, stehen aber selten im Prospekt.

  • Kaufpreis über der Rendite. Erstbezug wird zum Neubaupreis verkauft, die Miete folgt dem Markt. In der Tabelle oben steht der Wiener Neubau bei 2,8 % brutto, und das mit einer Miete weit über dem Bundesschnitt4. Was der Prospekt Rendite nennt, ist fast immer brutto.
  • Zins über Rendite. Liegt der Kreditzins über der Nettorendite, kostet jeder finanzierte Euro mehr, als er einbringt. Seit dem Zinsanstieg ab 2022 ist das bei Neubau häufig so: Private Wohnimmobilienkredite kosteten im Schnitt der Boomphase 2,2 % und ab Mitte 2022 bereits 3,2 %5, während aus den 2,8 % brutto des Wiener Neubaus nach Kosten rund zwei Prozent netto werden.
  • Leerstand. Jeder Mieterwechsel kostet Wochen ohne Einnahmen plus Inserat und Ausmalen. Die OeNB nennt dauerhaften Leerstand ein Problem für einen funktionierenden Wohnungsmarkt5; für den Vermieter ist schon der vorübergehende ein Loch in der Rendite.
  • Preiszyklus. Der Häuserpreisindex fiel 2023 um 2,9 % und brauchte bis zum 2. Quartal 2026, um das Niveau von Mitte 2022 zu übersteigen1; inflationsbereinigt gaben die Preise 2025 erneut nach2. Wer die Wertsteigerung fest einplant, kauft eine Prognose mit.
  • Rücklage und Sanierung. Rücklage, Reparaturen und beschlossene Sanierungen trägt der Eigentümer; die Posten listet der Beitrag über Besitzkosten für Haus und Wohnung.
  • Mietrecht. Im Altbau begrenzt das Mietrechtsgesetz die Miete oft, im Neubau gelten Regeln für Befristung und Wertsicherung; was erlaubt ist, erklärt der Beitrag Darf ich so viel Miete verlangen, wie ich will?.
  • Klumpenrisiko. Eine Wohnung ist eine Adresse, ein Baujahr, eine Hausverwaltung; sie lässt sich nicht teilweise verkaufen, und der Verkauf dauert Monate.

Steuerlich ist die Vermietung einer Eigentumswohnung eine Betätigung nach § 1 Abs. 2 Z 3 der Liebhabereiverordnung. Ist im absehbaren Zeitraum kein Gesamtüberschuss zu erwarten, gilt sie als Liebhaberei und nicht als Einkunftsquelle; Verluste bleiben dann steuerlich ohne Wirkung8. Verlangen Sie vor der Unterschrift eine Prognoserechnung über diesen Zeitraum. Dies ist eine allgemeine Information und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung.

Immobilie oder ETF: was sagt die Rechnung?

Die Frage ist fair, weil ein breit gestreuter Aktien-ETF am ehesten dieselbe Rolle übernimmt: langfristig, ohne tägliche Arbeit, mit laufendem Ertrag. Die längste Datenreihe dazu stammt von Jordà, Knoll, Kuvshinov, Schularick und Taylor, die für 16 Industrieländer von 1870 bis 2015 die Gesamtrenditen von Aktien, Wohnimmobilien, Anleihen und Geldmarkt zusammengetragen haben. Ergebnis: Beide brachten real je rund 7 % im Jahr, aber die Standardabweichung der Immobilienrenditen lag mit 10 % weit unter den 22 % der Aktien; seit dem Zweiten Weltkrieg lagen Aktien im Schnitt vorn, um den Preis höherer Schwankungen. Für Deutschland weist die Studie über den gesamten Zeitraum 6,85 % real für Aktien und 7,82 % für Wohnimmobilien aus, seit 1980 aber 10,06 % gegen 4,12 %9.

Kriterium Anlagewohnung Aktien-ETF
Laufender Ertrag Nettomiete, zum Medianpreis gut zwei bis drei Prozent Ausschüttung oder Thesaurierung
Einstiegskosten rund ein Zehntel Nebenkosten (Annahme) Ordergebühr, Fondskosten
Hebel Kredit üblich, wirkt in beide Richtungen ohne Kredit üblich
Streuung eine Adresse Hunderte Unternehmen
Liquidität Verkauf dauert Monate täglich handelbar
Arbeit Mieter, Hausverwaltung, Instandhaltung keine
Schwankung 1870 bis 2015, 16 Länder Standardabweichung 10 %9 Standardabweichung 22 %9
Steuer beim Verkauf in Österreich Immobilienertragsteuer 30 % auf den Gewinn7 Kapitalertragsteuer auf Kursgewinne und Ausschüttungen
Verhalten bei Inflation Mieten und Preise folgen dem Preisniveau mit Verzögerung; 2025 real erneut gesunken2 indirekt über Unternehmensgewinne

Die Rechnung sagt nicht, dass eines besser ist. Sie sagt, dass die Immobilie ihre Rendite aus zwei Quellen holt, Miete und Wert, und dafür Arbeit, Klumpenrisiko und hohe Wechselkosten verlangt. Der eigentliche Unterschied ist der Kredit: Niemand finanziert einen ETF zu achtzig Prozent über zwanzig Jahre, eine Wohnung schon. Dieser Hebel ist der Grund, warum Immobilien in Vermögensstatistiken gut aussehen und bei steigenden Zinsen weh tun.

Rechenbeispiel: Wohnung um 250.000 € gegen denselben Betrag im ETF, zehn Jahre

Ein Beispiel ohne echte Adresse; Annahmen sind gekennzeichnet, Einkommensteuer und Steuern beim Verkauf bleiben auf beiden Seiten weg. Gekauft wird eine gebrauchte 60-m²-Wohnung um 250.000 €, also 4.167 €/m², praktisch der Medianpreis 20253. Die Nettomiete wird mit 11 €/m² angenommen, 660 € im Monat; das entspricht etwa dem, was privat neu vermietete Wohnungen 2025 netto erzielten, und liegt klar über dem Schnitt aller bestehenden Hauptmietverhältnisse von 7,7 €4.

Zeile Rechnung Betrag
Kaufpreis 60 m² × rund 4.167 €/m² 250.000 €
Nebenkosten (Annahme 10 %) 25.000 €
Gesamteinsatz 275.000 €
Jahresnettomiete 660 € × 12 7.920 €
Bruttorendite 7.920 ÷ 250.000 3,2 % (auf den Einsatz 2,9 %)
Nicht überwälzbare Kosten (Annahme 25 % der Miete) Rücklage, Verwaltung, Instandhaltung, Leerstand 1.980 €
Reinertrag 7.920 − 1.980 5.940 €
Nettorendite 5.940 ÷ 275.000 2,2 %
Reinertrag über zehn Jahre 5.940 € × 10, ohne Mietsteigerung 59.400 €

Dazu die Wertentwicklung in drei Szenarien, je mit 3 % Verkaufskosten (Annahme) am Ende. Zur Einordnung: plus 2,1 % für 2025 laut OeNB2, plus 5,1 % im 2. Quartal 2026 und minus 2,9 % für 2023 laut Statistik Austria1.

Szenario Verkaufserlös nach Kosten Plus Reinertrag Endvermögen aus 275.000 € Rendite pro Jahr
A: Preise stehen (0 %) 242.500 € 59.400 € 301.900 € 0,9 %
B: 2 % Wertzuwachs im Jahr 295.600 € 59.400 € 355.000 € 2,6 %
C: 4 % Wertzuwachs im Jahr 359.000 € 59.400 € 418.400 € 4,3 %
ETF mit 3 % im Jahr (Annahme) 369.600 € 3,0 %
ETF mit 5 % im Jahr (Annahme) 447.900 € 5,0 %

Die Lesart: Der ETF muss nur rund 2,6 % im Jahr schaffen, um mit Szenario B gleichzuziehen, vor Steuern und ohne eine Stunde Arbeit. Dafür liefert die Wohnung in Szenario A noch einen positiven Ertrag, während ein Aktienjahrzehnt negativ enden kann; die Studie oben misst das als halb so große Schwankung9. Mit Kredit kippt das Bild: Bei 60 % Fremdfinanzierung, 125.000 € Eigenkapital und 3,5 % Zins (Annahme) kosten die Zinsen 5.250 € im Jahr, vom Reinertrag bleiben 690 €. In Szenario B sind das rund 2,0 % auf das Eigenkapital, weniger als ohne Kredit, weil der Zins über der Nettorendite liegt; in Szenario C rund 5,6 %. Im Kaufjahr weiß niemand, welches Szenario kommt.

Was CheckValue zu einer Anlagewohnung zeigt

Vier Zahlen zur konkreten Adresse braucht die Entscheidung oben: einen Wert, der nicht vom Verkäufer stammt, eine Miete aus Vergleichsobjekten, die daraus folgende Bruttorendite und das Tempo, mit dem in dieser Lage verkauft wird. Der Bewertungsbericht liefert diese vier: Punktwert mit Spanne und Quadratmeterpreis gegen den Bezirksschnitt, Mietschätzung mit Bruttorendite, den amtlichen Preisindex der Region und die Zeit bis zum Verkauf. Liegt der Angebotspreis über der Spanne, sinkt die Rendite sichtbar; liegt die Prospektmiete über der Schätzung, wissen Sie, wo Sie nachfragen müssen.

Was er nicht liefert: Ihren Kreditzins, Ihren Steuersatz, die Protokolle der Eigentümerversammlung und eine Prognose über den Zyklus. Er ist eine Orientierung mit zitierten Quellen, keine Anlageberatung und kein Gutachten. In der kostenlosen Vorschau zur Adresse sehen Sie den Aufbau, ehe Sie bezahlen; für mehrere Angebote gibt es Pakete auf der Preisseite.

In meinen Jahren auf Teneriffa und in Österreich hatten die Anleger, die mit einer Wohnung gut gefahren sind, eines gemeinsam: Sie haben lange gehalten und die Wohnung wie einen kleinen Betrieb geführt, nicht wie eine Wette. Die enttäuschten Käufer hatten fast immer die Wertsteigerung eingeplant und die Kosten nicht. Ich frage heute zuerst, ob jemand die Wohnung auch behalten würde, wenn der Preis sehr lange stehen bleibt.
Josef Eckmair, Mitgründer von CheckValue

Wann eine Immobilie eine gute Geldanlage ist und wann nicht

Die Antwort auf die Titelfrage ist eine Checkliste, keine Prozentzahl. Eine Immobilie ist eine gute Geldanlage, wenn die meisten Punkte zutreffen:

  1. Die Nettorendite liegt über dem Kreditzins, oder Sie zahlen bar und vergleichen mit der sicheren Alternative.
  2. Der Quadratmeterpreis liegt am oder unter dem Bezirksschnitt aus dem Grundbuch3, und die Prospektmiete hält dem Vergleich mit tatsächlich vermieteten Nachbarwohnungen stand; der Mikrozensus-Schnitt ist dabei nur die Untergrenze, nicht der Maßstab4.
  3. Sie können zehn Jahre und mehr halten und drei Monate Leerstand aus dem laufenden Einkommen tragen.
  4. Rücklage, Sanierungsbeschlüsse und Mietrecht der konkreten Wohnung sind geprüft, nicht angenommen.
  5. Die Wohnung ist nicht Ihr gesamtes Vermögen, und Sie würden sie auch kaufen, wenn der Häuserpreisindex zehn Jahre lang stehen bliebe.

Keine gute Geldanlage ist sie, wenn die Rendite nur mit einer Wertsteigerungsannahme positiv wird, wenn der Zins über der Nettorendite liegt, wenn das Geld in fünf Jahren wieder flüssig sein muss oder wenn der Kauf auf dem Prospekt beruht. Wer zwischen Behalten und Verkaufen abwägt, findet die Gegenrechnung im Beitrag Wohnung vermieten oder verkaufen.

Dies ist eine allgemeine Information und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Alle Sätze, Indizes und Durchschnitte gelten mit dem Datum ihrer Quelle.

Häufige Fragen

Welche Mietrendite ist realistisch?

Für eine Durchschnittswohnung zum Medianpreis liegt die Bruttorendite in Österreich zwischen gut zwei und gut drei Prozent. Statistik Austria weist für 2025 einen Medianpreis von 4.162 € je Quadratmeter aus. Der Mikrozensus zählt im 2. Quartal 2026 eine Nettomiete von 7,9 € je Quadratmeter über alle bestehenden Hauptmietverhältnisse, was 2,3 % ergibt; privat vermietete Wohnungen mit einer Vertragsdauer unter zwei Jahren kamen 2025 auf 10,8 € netto, also auf 3,1 %. In günstigen Lagen liegt die Rendite höher, in den teuren Städten darunter.

Wie entwickeln sich die Immobilienpreise langfristig?

In Zyklen. Die OeNB beschreibt seit 2000 drei Phasen: Gleichlauf mit den Einkommen bis 2009, Boom mit niedrigen Zinsen ab 2010, Zinswende und Rückgang ab Mitte 2022. Der Häuserpreisindex von Statistik Austria fiel 2023 um 2,9 % und erreichte im 2. Quartal 2026 mit plus 5,1 % zum Vorjahr erstmals wieder sein Niveau von Mitte 2022. In Deutschland verteuerten sich Häuser und Wohnungen zwischen 2010 und 2025 um rund 82 %, also etwa 4 % pro Jahr nominal, mit einem Einbruch nach 2022.

Welche Risiken haben Vorsorgewohnungen?

Der Kaufpreis für Erstbezug ist hoch und die Bruttorendite entsprechend niedrig, oft unter drei Prozent. Liegt der Kreditzins darüber, kostet jeder finanzierte Euro mehr, als er bringt. Dazu kommen Leerstand zwischen zwei Mietern, Rücklage und Sanierungen, die der Vermieter trägt, ein Preiszyklus, der Käufer vom Hoch 2022 bis 2026 nominal auf dem Einstand hielt, und die Liebhabereiverordnung, die innerhalb von 25 Jahren einen Gesamtüberschuss verlangt.

Immobilie oder ETF: was sagt die Rechnung?

Über 16 Länder und die Jahre 1870 bis 2015 brachten Wohnimmobilien und Aktien real je rund 7 % im Jahr, Immobilien mit halb so großen Schwankungen. Im Rechenbeispiel dieses Beitrags bringt eine Wohnung um 250.000 € bei zwei Prozent Wertzuwachs etwa 2,6 % im Jahr vor Steuern; ein ETF muss nur diese Rate schaffen, um gleichzuziehen. Der Unterschied liegt im Kredit, in der Arbeit und im Klumpenrisiko, nicht in der Rendite an sich.

Ist eine Immobilie eine gute Geldanlage, wenn ich selbst darin wohne?

Dann ist sie zuerst Wohnen und erst danach Anlage. Der laufende Ertrag ist die ersparte Miete, und sie fällt jeden Monat an; die Wertentwicklung folgt denselben Indizes wie bei einer Anlagewohnung. Die Rechnung lautet also: ersparte Miete abzüglich Besitzkosten und Kreditzinsen gegen die Rendite, die das Eigenkapital anderswo brächte. Wer länger als zehn Jahre bleibt, hat die Kaufnebenkosten meist verdient; wer früher umzieht, zahlt sie aus der Wertsteigerung.

Wie lange sollte ich eine Anlageimmobilie halten?

Mindestens zehn Jahre, besser länger. Die Kaufnebenkosten von rund einem Zehntel müssen über Miete und Wertzuwachs zurückverdient werden, der Verkauf kostet noch einmal, und auf den Gewinn fällt in Österreich die Immobilienertragsteuer von 30 % an, bei vermieteten Objekten unabhängig von der Haltedauer. Steuerlich verlangt die Liebhabereiverordnung bei vermieteten Eigentumswohnungen einen Gesamtüberschuss innerhalb von 25 Jahren ab Beginn der Vermietung, höchstens 28 Jahren ab den ersten Aufwendungen.

Hilft der CheckValue-Bericht bei der Anlageentscheidung?

Bei den Ausgangszahlen ja: Der Bewertungsbericht zeigt für die Adresse einen Wert mit Spanne, den Quadratmeterpreis gegen den Bezirksschnitt, eine Mietschätzung mit Bruttorendite, den amtlichen Preisindex der Region und das Markttempo. Damit prüfen Sie, ob Kaufpreis und Miete des Angebots plausibel sind. Kreditzins, Steuersatz, Rücklage und Zyklusprognose müssen Sie selbst einsetzen; der Bericht ist eine Orientierung mit Quellen, keine Anlageberatung.

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Zahlen und Regeln tragen das Jahr ihrer Veröffentlichung; die aktuelle Fassung finden Sie in der zitierten Quelle.

Josef Eckmair MBA
Josef Eckmair MBA
Mitgründer von CheckValue · Über 20 Jahre Immobilienerfahrung auf Teneriffa und in Österreich · Geprüft von Christian Eckmair

Josef Eckmair MBA ist Mitgründer von CheckValue (CBDNOL GmbH, Ansfelden, Österreich). Er hat über 20 Jahre Immobilienerfahrung auf Teneriffa und in Österreich und schreibt über Gutachten, Steuern, Verkaufskosten und Bewertungen für Profis.

Artikel von Josef Eckmair →

Quellen

  1. 1
    statisticsHäuserpreisindex (HPI) und Preisindex für selbstgenutztes Wohneigentum (OOH-PI)
    Statistik Austria · 2026
    HPI aus Grundbuch-Kaufverträgen privater Haushalte: 2. Quartal 2026 vorläufig 105,00 (2025 = 100), +5,1 % zum Vorjahr, bestehender Wohnraum +5,1 %, neuer +4,9 %. Die auf der Seite verlinkte Pressemitteilung vom 23. September 2026 weist für das 1. Halbjahr 2026 +3,9 % aus und hält fest, dass der Index im 2. Quartal 2026 ein Allzeithoch erreichte und damit erstmals den bisherigen Höchstwert vom 3. Quartal 2022 überstieg; Jahresdurchschnitte der revidierten Reihe (Basis 2010): 2023 minus 2,9 % auf 211,68, 2024 minus 0,4 % auf 210,88, 2025 plus 2,5 % auf 216,05; die älteren Pressemitteilungen auf derselben Seite nennen für 2023 noch 2,6 %, das ist der Stand vor der Gesamtrevision.
    statistik.at ↗
  2. 2
    officialPresseaussendung vom 29. Jänner 2026: Wohnimmobilienpreise 2025 nominal +2,1 %, real erneut gesunken
    Oesterreichische Nationalbank (OeNB) · 2026
    Wohnimmobilienpreise Österreich 2025 nominal +2,1 %, Wien +2,9 %, Österreich ohne Wien +1,6 %; bei 3,8 % Inflation real ein weiteres Mal gesunken; seit dem Beginn der Zinswende der EZB im 3. Quartal 2022 nominal um 3,3 % gesunken; gebrauchte und neue Wohnungen in Wien und außerhalb Wiens getrennt ausgewiesen.
    oenb.at ↗
  3. 3
    statisticsImmobilien-Durchschnittspreise 2025: Medianpreise für Häuser, Wohnungen und Grundstücke
    Statistik Austria · 2026
    Medianpreis 2025 für Wohnungen in Österreich 4.162 €/m², für Häuser 2.836 €/m², gerechnet aus den Grundbuchkäufen privater Haushalte des Zieljahres und der vier Vorjahre; veröffentlicht 28. Mai 2026.
    statistik.at ↗
  4. 4
    statisticsWohnkosten: Mieten inklusive Betriebskosten für Hauptmietwohnungen (Mikrozensus-Wohnungserhebung)
    Statistik Austria · 2026
    2. Quartal 2026: durchschnittliche Miete inklusive Betriebskosten 10,5 € je Quadratmeter und 694,7 € je Hauptmietwohnung, ohne Betriebskosten 7,9 € je Quadratmeter, Mittel über 1,82 Millionen bestehende Hauptmietwohnungen. Nach Mietsegment und Vertragsdauer (Mikrozensus Wohnen 2025, Tabelle 4): alle Hauptmietwohnungen 7,7 € netto, Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen 6,1 €, andere Hauptmiete 9,6 €, andere Hauptmiete mit einer Vertragsdauer unter zwei Jahren 10,8 €, Verträge ab zwanzig Jahren 4,7 €; veröffentlicht 8. September 2026.
    statistik.at ↗
  5. 5
    officialOeNB Report 2026/25: Österreichs Wohnimmobilienmarkt 2000–2025, Strukturwandel und Finanzmarktstabilität (Wohnimmobilien-Marktbericht)
    Oesterreichische Nationalbank (OeNB) · 2026
    Drei Phasen des Marktes seit 2000 (Gleichlauf mit den Einkommen bis 2009, Boom ab 2010, Zinswende ab Juni 2022 mit Rückgang von Preisen, Bautätigkeit, Transaktionen und Neukrediten); historischer Höchststand der Preise Mitte 2022; Price-to-Rent und Price-to-Income Ratio als Blasenindikatoren; Fundamentalpreisindikator mit Abweichung für Wien ab 2011 und Österreich ab 2016; durchschnittlicher Zinssatz für Kredite privater Haushalte zur Wohnimmobilienfinanzierung 4,8 % in Phase 1, 2,2 % in Phase 2 und 3,2 % in Phase 3, Finanzierungskosten der Bauunternehmen und Bauträger 5,3 %, 2,2 % und etwa 4 %; dauerhafter Leerstand als Marktproblem.
    oenb.at ↗
  6. 6
    statisticsBaupreise und Immobilienpreisindex: Häuserpreisindex 2. Quartal 2026 und Entwicklung 2010 bis 2025
    Statistisches Bundesamt (Destatis) · 2026
    Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen in Deutschland zwischen 2010 und 2025 um rund 82 % gestiegen; Häuserpreisindex im 2. Quartal 2026 +0,6 % zum Vorjahresquartal; Ausweis nach fünf Regionstypen von sehr ländlich bis Metropolen; Umbasierung auf 2025 = 100 im Juni 2026.
    destatis.de ↗
  7. 7
    officialImmobilienertragsteuer (ImmoESt): besonderer Steuersatz 30 %, Altvermögen 4,2 % des Erlöses
    Unternehmensserviceportal (USP), Bundesministerium für Finanzen · 2026
    Veräußerungsgewinne aus Grundstücken unterliegen seit 1. Jänner 2016 einem besonderen Steuersatz von 30 %; für vor dem 1. April 2002 angeschaffte Grundstücke wahlweise Einkünftepauschalierung von 4,2 % des Verkaufserlöses; Werbungskosten außer den Kosten der Steuerberechnung nicht abziehbar.
    usp.gv.at ↗
  8. 8
    lawLiebhabereiverordnung (BGBl. Nr. 33/1993), § 1 Abs. 2 Z 3 und § 2 Abs. 4, konsolidierte Fassung
    RIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026
    Bewirtschaftung von Eigenheimen, Eigentumswohnungen und Mietwohngrundstücken mit qualifizierten Nutzungsrechten (§ 1 Abs. 2 Z 3); absehbarer Zeitraum für den Gesamtüberschuss 25 Jahre ab Beginn der entgeltlichen Überlassung, höchstens 28 Jahre ab dem erstmaligen Anfallen von Aufwendungen (§ 2 Abs. 4, Fassung BGBl. II Nr. 89/2024).
    ris.bka.gv.at ↗
  9. 9
    studyThe Rate of Return on Everything, 1870–2015 (Working Paper 2017-25)
    Federal Reserve Bank of San Francisco; Òscar Jordà, Katharina Knoll, Dmitry Kuvshinov, Moritz Schularick, Alan M. Taylor · 2017
    Gesamtrenditen für Aktien, Wohnimmobilien, Anleihen und Geldmarkt in 16 Industrieländern 1870 bis 2015: Wohnimmobilien und Aktien real im Schnitt rund 7 % pro Jahr, Standardabweichung 10 % bei Immobilien gegen 22 % bei Aktien; seit dem Zweiten Weltkrieg Aktien im Schnitt vorn bei deutlich höherer Volatilität; Tabelle 5 für Deutschland: gesamter Zeitraum Aktien 6,85 % und Wohnimmobilien 7,82 % real, seit 1980 10,06 % gegen 4,12 %.
    frbsf.org ↗
  10. 10
    officialAusnahmen von der Immobilienertragsteuer: Hauptwohnsitzbefreiung und Herstellerbefreiung
    oesterreich.gv.at (Bundesministerium für Finanzen) · 2026
    Steuerfrei ist der Verkauf von Eigenheimen und Eigentumswohnungen, wenn der Verkäufer seit der Anschaffung bis zur Veräußerung durchgehend mindestens zwei Jahre dort den Hauptwohnsitz hatte oder innerhalb der letzten zehn Jahre mindestens fünf Jahre durchgehend (5-aus-10-Regel), Grund und Boden bis 1.000 m²; Herstellerbefreiung für selbst hergestellte Gebäude, nicht für den Grund und Boden und nicht für den Teil, der in den letzten zehn Jahren der Erzielung von Einkünften gedient hat; Stand 1. Jänner 2026.
    oesterreich.gv.at ↗
  11. 11
    guidanceEine Wohnung kaufen: Nebenkosten, Grunderwerbsteuer 3,5 %, Eintragungsgebühr 1,1 %
    oesterreich.gv.at (Bundeskanzleramt) · 2026
    Beim Wohnungskauf in Österreich fallen an: Grunderwerbsteuer in der Regel 3,5 % vom Kaufpreis, Gebühr für die Eintragung des Wohnungseigentumsrechts ins Grundbuch 1,1 % vom Kaufpreis, bei Belastung mit einer Hypothek zusätzlich 1,2 % vom Wert des Pfandrechts.
    oesterreich.gv.at ↗
  12. 12
    guidanceMaklerprovision beim Immobilienkauf: höchstens 3 % über 36.336,42 Euro plus Umsatzsteuer
    Arbeiterkammer (AK) · 2026
    Beim Kauf gilt kein Bestellerprinzip; die gesetzliche Höchstprovision beträgt bei einem Kaufpreis über 36.336,42 Euro 3 % des Kaufpreises plus 20 % Umsatzsteuer, darunter 4 %; es sind Höchstgrenzen, keine Fixpreise.
    arbeiterkammer.at ↗

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