Die Beschwerden über Gratis-Rechner klingen in Bewertungsportalen immer gleich: „Die Quadratmeter stimmen nicht“, „das Baujahr ist falsch“, „die Vergleichsobjekte liegen in einem anderen Ort“, „meine Wärmepumpe kann ich nirgends eintragen“, „als Eigentümer steht noch der Vorbesitzer da“. Hinter allen fünf steckt derselbe Konstruktionsfehler: Der Rechner hat Ihr Objekt aus fremden Daten zusammengesetzt und lässt Sie keine davon ändern. Dieser Beitrag nimmt die fünf Punkte einzeln. Wo echte Kaufpreise stehen, erklärt der Beitrag zum Vergleichswertverfahren mit echten Kaufpreisen; den Rechenweg vom Datensatz zur Spanne die Erklärung, wie eine KI-Immobilienbewertung rechnet.
Daten zu meiner Wohnung falsch: woher die Zahlen eines Rechners stammen
Kein Gratis-Rechner hat Ihre Wohnung gesehen. Seine Objektdaten sind eine Rekonstruktion aus dem letzten Inserat zu dieser Adresse, aus der Gebäudegrundfläche der Karte mal einer geschätzten Geschoßzahl, aus dem Durchschnitt der Straße für alles, was fehlt, und aus den Eingaben früherer Besucher; jede dieser Quellen kann ein Objekt beschreiben, das es so nicht gibt.
Wie schwer ein Fehler wiegt, hängt davon ab, wo er in der Rechnung sitzt. Nach § 24 ImmoWertV braucht ein Vergleichswert eine ausreichende Zahl von Vergleichspreisen, ersatzweise angepasste Vergleichsfaktoren oder Bodenrichtwerte; der vorläufige Wert entsteht durch statistische Auswertung, wird an den Markt angepasst und zuletzt um besondere objektspezifische Grundstücksmerkmale ergänzt2. Jede Ihrer Angaben greift in einen dieser Schritte ein: Fläche und Baujahr bestimmen die Vergleichsgruppe, die Lage das Gebiet der Vergleichspreise, Zustand, Heizung und Energie wirken erst am Ende über Zu- und Abschläge, der Eigentümer gar nicht. Eine falsche Fläche verfälscht also nicht nur die Multiplikation, sie wählt auch die Vergleichsgruppe aus.
Die Quadratmeter stimmen nicht: Größenklasse, Außenflächen und der Preis je Quadratmeter
Statistik Austria veröffentlicht die Durchschnittspreise für Eigentumswohnungen je Bezirk nach drei Bauperioden und drei Größenklassen, getrennt für Wohnungen ohne und mit Balkon, Terrasse oder Garten; die Werte sind geometrische Mittel aus den Transaktionen 2021 bis 2025 auf dem Preisniveau 20253. Die mittlere Größenklasse reicht in der Steiermark von 57 bis 78 m², in Oberösterreich von 66 bis 84 m², in Wien von 54 bis 77 m²3.
Eine falsche Fläche wirkt deshalb dreifach. Erstens die Multiplikation: zehn Quadratmeter zu viel sind zehn Quadratmeterpreise zu viel. Zweitens der Klassensprung: In Graz kosten kleine Wohnungen unter 57 m² aus der Bauperiode ab 1991 im Schnitt 3.861 Euro je Quadratmeter, mittlere 3.539 Euro und große über 78 m² 3.768 Euro3; wer 76 m² mit 80 m² einträgt, wechselt die Spalte. Drittens die Außenflächen: Dieselbe mittlere Grazer Wohnung steht in der Tabelle mit Außenflächen bei 3.952 Euro je Quadratmeter3; ein Rechner, der aus einem alten Inserat einen Balkon übernimmt, den es nie gab, schiebt die Wohnung in die falsche Tabelle.
Welche Fläche nach Wohnflächenverordnung oder § 17 MRG zählt, steht im Beitrag über falsche Hausdaten und die Flächenregeln; wie ein Quadratmeterpreis zu lesen ist, im Beitrag zum Quadratmeterpreis und seinen Fallen. Für die Eingabe gilt: Nutzfläche aus Einreichplan oder Nutzwertgutachten, nicht die Zahl aus dem Inserat, Balkon oder Terrasse getrennt festhalten.
Falsches Baujahr in der Bewertung: Bauperiode, Sanierung und das rechnerische Baujahr
Das Baujahr wirkt in der Preisstatistik nicht gleitend, sondern in Stufen. Statistik Austria arbeitet mit den Stufen Baujahr bis 1960, 1961 bis 1990 sowie ab 1991; für mittlere Grazer Wohnungen ohne Außenflächen stehen dort 2.407, 2.447 und 3.539 Euro je Quadratmeter3. Ob ein Rechner 1968 oder 1984 anzeigt, ändert nichts; ob er 1989 statt 1993 anzeigt, verschiebt die Wohnung um mehr als 1.000 Euro je Quadratmeter.
Dazu kommt die Frage, was ein Baujahr ist. Die amtliche Statistik definiert es als Jahr der Bezugsfertigstellung; Um-, An- und Erweiterungsbauten ändern es nicht, nur ein vollständiger Wiederaufbau zählt neu4.
Dass eine Sanierung trotzdem zählt, regelt die ImmoWertV in Anlage 2 mit einem Punktemodell: je bis zu 4 Punkte für Dacherneuerung mit Wärmedämmung und für die Dämmung der Außenwände, je 2 für Fenster, Leitungen, Heizungsanlage, Bäder, Innenausbau und Grundriss; ab 11 Punkten gilt ein Gebäude als überwiegend, ab 18 als umfassend modernisiert, und die Restnutzungsdauer wird auf bis zu 70 Prozent der Gesamtnutzungsdauer gestreckt5. Nur eine Kernsanierung macht das Sanierungsjahr zum Baujahr, mit bis zu 90 Prozent Restnutzungsdauer und einem Abschlag für die alte Substanz5. Ein Haus aus 1972 mit neuem Dach, neuen Fenstern, neuer Heizung und gedämmten Außenwänden kommt auf 12 Punkte, bleibt aber ein Haus aus 1972. Für die Eingabe heißt das: Baujahr ist die Fertigstellung, die Sanierung gehört in den Zustand und auf die Fotos; welche Maßnahmen am meisten bewegen, zeigt der Beitrag zur Wertsteigerung durch Ausstattung und Sanierung.
Tragen Sie eine sanierte Wohnung aus den Sechzigern nicht mit „Baujahr 2021“ ein, um die Sanierung zu würdigen. In der Vergleichsgruppe landen dann Neubauwohnungen mit Tiefgarage und Lift, und das Ergebnis ist so falsch wie das zu niedrige Baujahr des Portals, nur in die andere Richtung; das Sanierungsjahr gilt nur bei einer Kernsanierung als Baujahr5.
Vergleichsobjekte aus einer anderen Gegend: was das Gesetz verlangt und wie Sie Vergleichskäufe prüfen
§ 4 LBG lässt nur Kaufpreise vergleichbarer Sachen zu, die in den wertbeeinflussenden Umständen weitgehend übereinstimmen, verlangt Verkäufe aus dem redlichen Geschäftsverkehr in zeitlicher Nähe zum Stichtag und in vergleichbaren Gebieten und erlaubt Abweichungen nur über Zu- oder Abschläge1. Fehlen passende Verkäufe, treten nach der ImmoWertV Vergleichsfaktoren oder Bodenrichtwerte an ihre Stelle2.
Warum Rechner trotzdem Objekte aus einem anderen Ort zeigen: In Ihrer Gasse wurden zuletzt vielleicht zwei Wohnungen verkauft, das Modell will zehn. Also weitet es den Radius und überschreitet dabei Grenzen, die der Markt kennt:
| Nachbarbezirke (Wohnungen mittlerer Größe, Baujahr 1961 bis 1990, ohne Außenflächen) | Euro je m²3 | Unterschied |
|---|---|---|
| Wien 4., Wieden gegenüber Wien 10., Favoriten | 4.921 gegenüber 3.127 | rund 1.800 Euro je m² |
| Linz (Stadt) gegenüber Linz-Land | 3.052 gegenüber 2.670 | rund 380 Euro je m² |
| Graz (Stadt) gegenüber Graz-Umgebung | 2.447 gegenüber 1.891 | rund 560 Euro je m² |
Wieden und Favoriten trennt der Gürtel, Graz und Graz-Umgebung oft nur eine Straße. Ein Verkauf von der anderen Seite dieser Linie ist kein Vergleichsobjekt, solange der Unterschied nicht beziffert und als Abschlag eingerechnet ist.
Prüfen Sie jeden ausgewiesenen Vergleichskauf in dieser Reihenfolge:
- Entfernung. Dieselbe Katastralgemeinde oder zumindest derselbe Bezirk.
- Datum. Je älter der Kaufpreis, desto größer die Korrektur um die Preisentwicklung, die § 4 LBG verlangt1.
- Objektart. Eine Dachgeschoßwohnung ist kein Vergleich für ein Reihenhaus, eine Bauträgerwohnung keiner für Altbestand.
- Bauperiode. Dieselbe Stufe wie Ihr Objekt.
- Größenklasse und Außenflächen. Dieselbe Spalte der amtlichen Tabelle, mit oder ohne Balkon.
Was an mehr als einem Punkt scheitert, streichen Sie; bleiben weniger als drei Verkäufe, haben Sie einen Bezirksdurchschnitt, keinen Vergleichswert. Ein Bericht, der zu jedem Vergleichsobjekt Entfernung, Datum und Anpassung nennt, erlaubt diese Prüfung; ein Rechner, der nur „basierend auf 14 Vergleichsobjekten“ schreibt, verhindert sie.
Wärmepumpe nicht angebbar: wie Heizung und Energieklasse in den Wert kommen
Dass ein Formular keine Wärmepumpe kennt, hat zwei Ursachen: Viele Rechner sind auf Inseratsarchiven aufgebaut, in denen die Heizung nur als kurze Auswahlliste vorkommt, und die amtlichen Preisstatistiken führen keine Spalte für das Heizsystem. In Österreich müssen Anzeigen für Verkauf oder Vermietung Heizwärmebedarf und Endenergiebedarf samt Gesamtenergieeffizienzklasse nennen, und der Verkäufer hat vor der Vertragserklärung einen höchstens zehn Jahre alten Energieausweis vorzulegen6. In Deutschland verlangt § 87 des Gebäudemodernisierungsgesetzes in jeder Immobilienanzeige unter anderem die wesentlichen Energieträger der Heizung, bei Wohngebäuden Baujahr und Energieeffizienzklasse, sobald ein Ausweis vorliegt7.
Wie ungewöhnlich eine Wärmepumpe im Altbestand noch ist, zeigen die Statistiken, und deshalb unterschätzen Durchschnittsmodelle sie. In Deutschland heizten laut Zensus 2022 nur 2 Prozent der Gebäude mit Zentralheizung aus den Baujahren 1991 bis 2000 mit Wärmepumpe, 13 Prozent der Baujahre 2001 bis 2010, 36 Prozent der Baujahre 2011 bis 2019 und 49 Prozent der Neubauten ab 2020; vor Baujahr 2000 waren es 1 bis 2 Prozent4. In Österreich wurden 2023/2024 rund 592.000 von 4,14 Millionen Hauptwohnsitzen mit Solar oder Wärmepumpe beheizt, etwa jeder siebente, nach rund 104.000 im Jahr 2003/20048. Ein Haus aus 1975 mit Wärmepumpe ist ein Ausreißer, und ein Modell, das nur die Bauperiode kennt, rechnet mit dem Heizungsmix dieser Bauperiode.
Der Heizwärmebedarf beschreibt die Gebäudehülle, die Anlage schlägt sich im Endenergiebedarf und in der Effizienzklasse nieder; wer die Wärmepumpe geltend machen will, braucht deshalb den Energieausweis, nicht nur die Rechnung des Installateurs. Bei CheckValue gibt es ebenfalls kein eigenes Feld für die Wärmepumpe; der Bericht weist dafür einen Zu- oder Abschlag für die Energieklasse mit Koeffizient und Quelle aus und führt Solaranlagen als eigenes Anpassungsmerkmal. Wie Energieklasse, Lärm und Lage zusammen wirken, erklärt der Beitrag zu Lärmkarte, Energieausweis und Lagefaktoren.
Zeigt den Vorbesitzer an: woher Eigentümerdaten in Portalen stammen
Steht auf der Objektseite ein Name, der seit Jahren nicht mehr stimmt, ist der Datensatz alt: Der Name stammt aus einem früheren Inserat, einem zugekauften Adressbestand oder einem Telefonverzeichnis, und der Betreiber hat nie ins Grundbuch geschaut. In Österreich wäre das möglich: Nach § 7 des Allgemeinen Grundbuchsgesetzes ist das Grundbuch öffentlich, Einsicht und Auszüge stehen jeder Person offen9. Für Deutschland und die Schweiz erklärt das der Beitrag wem gehört das Grundstück.
Für den Wert ist der Name ohne Belang: Ein Kaufpreis hängt an Lage, Fläche, Baujahr und Zustand, nicht am Eigentümer, und ein Bericht, der den Vorbesitzer anzeigt, verrät nur das Alter seiner Daten. CheckValue nennt einen eingetragenen Eigentümer nur bei US-Adressen, und dort aus den öffentlichen County-Registern; diese Angabe darf nicht für Entscheidungen über Kredit, Beschäftigung, Versicherung oder Mieterauswahl verwendet werden (FCRA). Für europäische Adressen enthält der Bericht keine Eigentümerangabe. Steht Ihr eigener Name falsch auf einer Portalseite, hilft der förmliche Antrag auf Berichtigung aus dem Beitrag über falsche Hausdaten.
Ein Beispiel aus Graz: was jede falsche Angabe am Ergebnis ändert
Ein Beispiel mit erfundener Wohnung und ausschließlich amtlichen Durchschnittspreisen: 70 m² Nutzfläche in Graz (Stadt), Baujahr 1996, dritter Stock, kein Balkon. In der Tabelle von Statistik Austria fällt sie in die Klasse 57 bis 78 m², Bauperiode ab 1991, ohne Außenflächen: 3.539 Euro je Quadratmeter3. Jede Zeile ändert genau eine Angabe und zeigt, was ein Rechner damit ausgewiesen hätte.
| Angabe im Rechner | Spalte der Tabelle3 | Rechnung | Ergebnis | Abweichung |
|---|---|---|---|---|
| Alles richtig | 57 bis 78 m², ab 1991, ohne Außenflächen | 70 × 3.539 | rund 248.000 Euro | |
| Baujahr 1986 statt 1996 | 57 bis 78 m², 1961 bis 1990 | 70 × 2.447 | rund 171.000 Euro | minus 76.000 Euro |
| Vergleichsobjekte aus Graz-Umgebung | Graz-Umgebung, 57 bis 78 m², ab 1991 | 70 × 2.763 | rund 193.000 Euro | minus 54.000 Euro |
| Balkon unterstellt, den es nicht gibt | 57 bis 78 m², ab 1991, mit Außenflächen | 70 × 3.952 | rund 277.000 Euro | plus 29.000 Euro |
| 79 m² statt 70 m² aus dem alten Inserat | über 78 m², ab 1991, ohne Außenflächen | 79 × 3.768 | rund 298.000 Euro | plus 50.000 Euro |
Das ist eine Rechnung mit Bezirksdurchschnitten, keine Bewertung dieser Wohnung; ein echter Bericht nennt Vergleichskäufe und eine Spanne. Die Größenordnungen sind trotzdem lehrreich: Das falsche Baujahr wiegt am schwersten, die Vergleichsobjekte aus der Umgebungsgemeinde kosten mehr als ein Fünftel, und ein erfundener Balkon oder neun Quadratmeter aus einem alten Inserat beschreiben eine Wohnung, die es nicht gibt. Wie Durchschnittspreise, Häuserpreisindex und Bodenrichtwerte zusammenhängen, erklärt der Beitrag über Immobilienpreisspiegel, Häuserpreisindex und BORIS.
Die Checkliste vor dem Klick auf Berechnen
Jede Angabe, die Sie in einen Rechner tippen, sollte ein Blatt Papier hinter sich haben; das erspart jede Diskussion mit Portal, Käufer oder Bank.
- Fläche. Einreichplan oder Nutzwertgutachten aus Kaufakt oder Bauakt; Balkon, Terrasse und Kellerabteil getrennt notieren, weil die amtlichen Tabellen sie getrennt führen3.
- Baujahr. Baubewilligung, Fertigstellungsanzeige oder Kaufvertrag; maßgeblich ist die Fertigstellung, nicht der letzte Umbau4.
- Sanierungen. Rechnungen mit Jahr für Dach, Fenster, Heizung, Dämmung, Leitungen und Bäder5.
- Energie. Der Energieausweis, nicht älter als zehn Jahre, mit Heizwärmebedarf, Endenergiebedarf und Effizienzklasse6; in Deutschland der Ausweis mit dem Energieträger der Heizung7.
- Lage. Katastralgemeinde und Bezirk, um jeden Vergleichskauf gegen die Grenze zu prüfen1.
Mit diesem Blatt gehen Sie in jede Bewertung. Die kostenlose Vorschau Ihres Berichts zeigt die Eingabemaske und den Aufbau mit Musterzahlen, bevor Sie etwas bezahlen; so sehen Sie vorab, wo Ihre Unterlagen hingehören.
Was CheckValue mit Ihren Angaben macht und was es nicht prüft
Für genau diese fünf Beschwerden ist der Bericht gemacht. Sie geben die Adresse ein und tragen Fläche, Grundstück, Zimmerzahl, Baujahr, Zustand und Objektart selbst ein; wer Fotos hochlädt, bekommt daraus eine Einschätzung von Zustand, Grundstück und Umfeld. Erst dann wird gerechnet, und der Bericht nennt Vergleichskäufe, amtlichen Preisindex und Bezirksdurchschnitt mit Quellennummer und jede Anpassung mit Koeffizient und Quelle; die Prüfung aus dem Abschnitt über die Vergleichsobjekte steht also auf dem Papier. Weil dieselbe Adresse mit denselben Eingaben immer dasselbe Ergebnis liefert, ist eine Korrektur einfach: ein zweiter Bericht mit der richtigen Angabe, und die Differenz ist exakt der Wert dieser Angabe. Die Pakete für mehrere Berichte stehen auf der Preisseite.
Genauso wichtig sind die Grenzen. Die Fläche übernimmt der Bericht so, wie Sie sie eingeben; einen Abgleich mit dem Bauakt gibt es nicht, deshalb lohnt das Blatt aus der Checkliste. Er hat kein Feld für die Wärmepumpe, nennt für europäische Adressen keinen Eigentümer und ersetzt keinen Grundbuchsauszug. Und er ist ein KI-Bewertungsbericht mit Spanne und Quellenverzeichnis, kein Gutachten im Sinne des Liegenschaftsbewertungsgesetzes, und genügt nicht, wo Gericht, Bank oder Finanzamt ein solches vorschreiben.
Wenn mir jemand Vergleichsobjekte zeigt, frage ich zuerst, ob ich mit dem Fahrrad hinfahren könnte. Ein Kaufpreis von der anderen Seite der Stadt sagt viel über die andere Seite der Stadt und wenig über die Wohnung, um die es geht. Dasselbe gilt für Eingaben: Jede Zahl, die ich nicht selbst belegen kann, ist eine Vermutung, auch wenn sie in einem Formular steht.
Die gemeinsame Antwort auf alle fünf Beschwerden: Legen Sie die Fakten selbst fest, belegen Sie sie mit Plan, Bescheid und Energieausweis, und verlangen Sie von jeder Bewertung, dass sie Vergleichskäufe und Anpassungen offenlegt. Dies ist eine allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung.
Häufige Fragen
Was mache ich, wenn die Vergleichsobjekte nicht zu meinem Haus passen?
Prüfen Sie jeden Vergleichskauf auf fünf Punkte: Entfernung, Verkaufsdatum, Objektart, Bauperiode und Größenklasse. § 4 LBG verlangt Kaufpreise vergleichbarer Sachen aus vergleichbaren Gebieten in zeitlicher Nähe zum Stichtag; was daran scheitert, streichen Sie. Bleiben weniger als drei passende Verkäufe, ist das Ergebnis ein Bezirksdurchschnitt und kein Vergleich. Ein brauchbarer Bericht zeigt zu jedem Vergleichsobjekt Entfernung, Datum und die vorgenommene Anpassung, damit Sie genau diese Prüfung machen können.
Warum stimmen die Quadratmeter in der Online-Bewertung nicht?
Weil der Rechner die Fläche nicht gemessen, sondern aus einem alten Inserat, einer Gebäudegrundfläche aus der Karte oder dem Durchschnitt der Straße übernommen hat. Dazu kommen drei Flächenbegriffe (Nutzfläche, Wohnfläche, Bruttogrundfläche), die für dieselbe Wohnung drei Zahlen ergeben. Für die Bewertung zählt die Fläche aus Einreichplan oder Nutzwertgutachten; sie entscheidet auch, in welche Größenklasse der amtlichen Preistabellen Ihre Wohnung fällt.
Was bewirkt ein falsches Baujahr in der Bewertung?
Es verschiebt Ihre Wohnung in eine andere Bauperiode der Preisstatistik. Statistik Austria unterscheidet Baujahre bis 1960, von 1961 bis 1990 und ab 1991; in Graz kosteten Eigentumswohnungen mittlerer Größe ohne Außenflächen in der mittleren Periode 2.447 Euro je Quadratmeter, ab 1991 aber 3.539 Euro. Ein Jahr Unterschied innerhalb einer Periode ändert wenig, der Sprung über 1991 sehr viel. Sanierungen gehören nicht ins Baujahr, sondern in den Zustand.
Dürfen Vergleichsobjekte aus einer anderen Gegend stammen?
Nur mit Korrektur. § 4 LBG verlangt Kaufpreise aus vergleichbaren Gebieten und erlaubt Abweichungen allein über begründete Zu- oder Abschläge; die ImmoWertV lässt bei zu wenigen Vergleichspreisen stattdessen Vergleichsfaktoren oder Bodenrichtwerte zu. Ein Verkauf aus dem Nachbarbezirk ist kein Vergleich, solange der Lageunterschied nicht beziffert ist: Zwischen Linz-Stadt und Linz-Land liegen in derselben Bau- und Größenklasse rund 380 Euro je Quadratmeter.
Warum kann ich meine Wärmepumpe in der Bewertung nicht angeben?
Weil viele Rechner auf Inseratsarchiven aufbauen, in denen die Heizung nur als kurze Auswahlliste vorkommt, und weil die amtlichen Preisstatistiken keine Spalte für das Heizsystem führen. Dabei ist die Angabe gesetzlich vorgesehen: In Österreich müssen Anzeigen Heizwärmebedarf und Endenergiebedarf samt Effizienzklasse nennen, in Deutschland den Energieträger der Heizung und die Effizienzklasse. Bringen Sie die Wärmepumpe deshalb über den Energieausweis und den Zustand ein.
Warum zeigt die Bewertung noch den Vorbesitzer an?
Der Name stammt aus einem alten Inserat, einem zugekauften Datensatz oder einem Telefonverzeichnis und wurde beim Verkauf nicht aktualisiert. Maßgeblich ist allein das Grundbuch, das in Österreich nach § 7 GBG öffentlich ist und von jeder Person eingesehen werden kann. Für den Wert spielt der Name keine Rolle; ein Bewertungsbericht braucht ihn nicht. Steht Ihr eigener Name falsch auf einer Portalseite, hilft der förmliche Antrag auf Berichtigung.
Wie korrigiere ich eine falsche Eingabe bei CheckValue?
Sie erstellen einen neuen Bericht mit der richtigen Angabe. Fläche, Grundstück, Zimmerzahl, Baujahr, Zustand und Objektart bestätigen Sie vor jeder Berechnung selbst, und gleiche Adresse mit gleichen Eingaben ergibt dasselbe Ergebnis; deshalb zeigt der zweite Bericht genau, was die korrigierte Angabe wert ist. Der Bericht prüft Ihre Fläche nicht gegen den Bauakt und ersetzt kein Gutachten; er legt offen, mit welchen Vergleichskäufen und Anpassungen er gerechnet hat.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Zahlen und Regeln tragen das Jahr ihrer Veröffentlichung; die aktuelle Fassung finden Sie in der zitierten Quelle.
Quellen
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- 2law§ 24 Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV): Grundlagen des VergleichswertverfahrensBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026Der Vergleichswert wird aus einer ausreichenden Anzahl von Vergleichspreisen ermittelt, ergänzend oder ersatzweise aus objektspezifisch angepassten Vergleichsfaktoren oder Bodenrichtwerten; der vorläufige Vergleichswert entsteht durch statistische Auswertung, wird marktangepasst und um besondere objektspezifische Grundstücksmerkmale ergänzt.gesetze-im-internet.de ↗
- 3statisticsImmobilien-Durchschnittspreise 2025: Wohnungspreise nach Bezirken, Bauperioden und Größenklassen (Tabelle Wohnungspreise2025.ods)Statistik Austria, erstellt am 28.05.2026 · 2026Geometrische Mittel aus Transaktionen 2021 bis 2025, auf das Preisniveau 2025 angepasst, getrennt für Eigentumswohnungen ohne und mit Balkon, Terrasse oder Garten, nach Bauperioden bis 1960, 1961 bis 1990 und ab 1991 sowie drei Größenklassen je Bundesland (Steiermark unter 57, 57 bis 78, über 78 m²; Oberösterreich unter 66, 66 bis 84, über 84 m²; Wien unter 54, 54 bis 77, über 77 m²); Graz (Stadt) 57 bis 78 m² ohne Außenflächen 2.407 / 2.447 / 3.539 €/m², ab 1991 mit Außenflächen 3.952 €/m², über 78 m² ab 1991 3.768 €/m², unter 57 m² ab 1991 3.861 €/m²; Graz-Umgebung 57 bis 78 m² 1961 bis 1990 1.891 €/m², ab 1991 2.763 €/m²; Linz (Stadt) 66 bis 84 m² 1961 bis 1990 3.052 €/m², Linz-Land 2.670 €/m²; Wien-Wieden 54 bis 77 m² 1961 bis 1990 4.921 €/m², Wien-Favoriten 3.127 €/m²; Medianpreise 2025: Wohnungen 4.162 €/m², Häuser 2.836 €/m².statistik.at ↗
- 4statisticsZensus 2022: Knapp die Hälfte der Neubauten mit Zentralheizung heizte mit Wärmepumpe (Pressemitteilung Nr. 52 vom 11. Dezember 2024)Statistisches Bundesamt (Destatis) · 2024Anteil der Wärmepumpen (Solar-/Geothermie, Umwelt- und Abluftwärme) an Gebäuden mit Zentralheizung nach Baujahr: 2 % (1991 bis 2000), 13 % (2001 bis 2010), 36 % (2011 bis 2019), 49 % (ab 2020); bei Baujahren vor 2000, die 85 % des Bestands ausmachen, 1 bis 2 %; Baujahr ist das Jahr der Bezugsfertigstellung, bei Um-, An- und Erweiterungsbauten gilt das ursprüngliche Baujahr; Energieträger ist der, mit dem der größte Teil der Wohnfläche beheizt wird; Tabelle 3000G-3008 der Zensusdatenbank.destatis.de ↗
- 5lawAnlage 2 ImmoWertV (zu § 12 Absatz 5): Modell zur Ermittlung der Restnutzungsdauer von Wohngebäuden bei ModernisierungenBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026Modernisierungspunkte je Element: Dacherneuerung inklusive Wärmedämmung bis 4, Fenster und Außentüren 2, Leitungssysteme 2, Heizungsanlage 2, Wärmedämmung der Außenwände 4, Bäder 2, Innenausbau 2, Grundrissgestaltung 2; Modernisierungsgrad: 0 bis 1 Punkt nicht modernisiert, 2 bis 5 kleine Modernisierungen, 6 bis 10 mittlerer Grad, 11 bis 17 überwiegend, 18 bis 20 umfassend modernisiert; die Restnutzungsdauer wird auf höchstens 70 % der Gesamtnutzungsdauer gestreckt, bei Kernsanierung bis 90 %, und dann gilt das Jahr der fachgerechten Sanierung als Baujahr; das Modell ersetzt nicht die sachverständige Würdigung des Einzelfalls.gesetze-im-internet.de ↗
- 6lawEnergieausweis-Vorlage-Gesetz 2012 (EAVG 2012), Bundesrecht konsolidiertRechtsinformationssystem des Bundes (RIS), Bundeskanzleramt · 2026§ 3: Wird ein Gebäude oder Nutzungsobjekt in einem Druckwerk oder elektronischen Medium zum Kauf oder zur In-Bestand-Nahme angeboten, sind in der Anzeige Heizwärmebedarf und Endenergiebedarf samt Gesamtenergieeffizienzklasse anzugeben, Pflicht für Verkäufer, Bestandgeber und beauftragte Makler; § 4: Vorlage eines höchstens zehn Jahre alten Energieausweises vor Abgabe der Vertragserklärung und Aushändigung binnen 14 Tagen nach Vertragsabschluss; § 7: bei fehlender Aushändigung Klage oder eigene Beschaffung auf Kosten des Verkäufers.ris.bka.gv.at ↗
- 7law§ 87 Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, vormals Gebäudeenergiegesetz): Pflichtangaben in einer ImmobilienanzeigeBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026Liegt bei Aufgabe einer Immobilienanzeige in kommerziellen Medien ein Energieausweis vor, muss die Anzeige die Art des Energieausweises, den Endenergiebedarf oder Endenergieverbrauch, die wesentlichen Energieträger für die Heizung, bei Wohngebäuden das Baujahr und die Energieeffizienzklasse enthalten; verantwortlich sind Verkäufer, Vermieter, Verpächter, Leasinggeber oder Makler.gesetze-im-internet.de ↗
- 8statisticsPrimäres Heizsystem nach überwiegend eingesetztem Energieträger und Art der Heizung 2003 bis 2024 (Mikrozensus Energieeinsatz der Haushalte, Tabelle 08)Statistik Austria, erstellt am 14.05.2025 · 2025Ergebnisse für Österreich 2023/2024: 4.135.500 Hauptwohnsitze, davon Solar und Wärmepumpen 591.874, Fernwärme 1.329.799, Erdgas 843.691, Holz 668.908, Heizöl und Flüssiggas 443.142, Strom 258.086; 2021/2022: Solar und Wärmepumpen 468.029 von 4.040.331; 2003/2004: 103.602 von 3.375.279.statistik.at ↗
- 9law§ 7 Allgemeines Grundbuchsgesetz 1955 (GBG): Öffentlichkeit des GrundbuchsRechtsinformationssystem des Bundes (RIS), Bundeskanzleramt · 2026Abs. 1: Das Grundbuch ist öffentlich. Abs. 2: Jedermann kann das Grundbuch einsehen und Abschriften oder Auszüge daraus erheben; der Grundbuchsführer hat sie zu erteilen.ris.bka.gv.at ↗





