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Quadratmeterpreis berechnen: Formel, Wohnfläche und Fallen beim Vergleich

Quadratmeterpreis berechnen und richtig vergleichen: welche Fläche zählt, wo der Bezirksdurchschnitt steht und warum kleine Wohnungen teurer wirken.

Christian EckmairAktualisiert: 11 Min. Lesezeit10 quellenGeprüft von Josef Eckmair MBA
Maßband und Wohnungsgrundriss auf einem Tisch, Vorbereitung zum Berechnen des Quadratmeterpreises
2025 kostete der Quadratmeter einer gebrauchten Eigentumswohnung in Österreich im Schnitt 2.278,72 Euro, im Neubau 3.602,97 Euro (WKÖ-Immobilienpreisspiegel 2026). Bild: Personal Creations, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Der Quadratmeterpreis ist die Währung, in der über Immobilien gesprochen wird: im Inserat, am Küchentisch, in der Zeitung. Er macht ein Reihenhaus in Tulln mit einer Wohnung in Ottakring vergleichbar, und genau darin liegt seine Gefahr, weil er alles gleich aussehen lässt, was nicht gleich ist. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie den Quadratmeterpreis berechnen, welche Fläche Sie in Österreich, Deutschland und der Schweiz einsetzen dürfen, wo der amtliche Bezirksdurchschnitt steht und an welchen fünf Stellen die Zahl täuscht. Er ist der zweite Baustein der Frage Was ist mein Haus wert: Der Quadratmeterpreis liefert den Anker, die Vergleichskäufe den Feinschliff.

Quadratmeterpreis berechnen: die Formel und die richtige Fläche

Kaufpreis geteilt durch Fläche, das Ergebnis in Euro je Quadratmeter: 320.000 Euro für 80 m² sind 4.000 Euro je Quadratmeter. Die Rechnung dauert fünf Sekunden. Was länger dauert, ist die Frage, welche 80 m² gemeint sind, denn dieselbe Wohnung hat je nach Regelwerk drei verschiedene Flächen, und wer Preise mit unterschiedlichen Flächenbegriffen vergleicht, vergleicht zwei Zahlen, die nichts miteinander zu tun haben.

Wer „Quadratmeterpreis Hausbau“ sucht, meint etwas anderes: die Baukosten je Quadratmeter Neubau. Das ist eine Kostengröße, kein Marktpreis, und sie entwickelt sich eigenständig. Der deutsche Baupreisindex für Wohngebäude lag im Mai 2026 um 5,0 % über dem Vorjahresmonat, während der Häuserpreisindex im 2. Quartal 2026 nur 0,6 % zulegte3. Dieser Beitrag behandelt den Marktpreis, also das, was Käufer je Quadratmeter Bestand bezahlen.

Österreich: Nutzfläche nach § 2 WEG 2002

Im Wohnungseigentum gilt die Nutzfläche des § 2 Abs. 7 WEG 2002: die gesamte Bodenfläche des Wohnungseigentumsobjekts abzüglich der Wandstärken und der Durchbrechungen in den Wänden. Treppen, offene Balkone und Terrassen sowie Zubehörobjekte wie Keller- oder Dachbodenräume, Hausgärten und Lagerplätze bleiben außen vor; Keller- und Dachbodenräume zählen nur mit, soweit sie nach ihrer Ausstattung für Wohn- oder Geschäftszwecke geeignet sind4. Der Balkon steht also nicht im Nenner. Genau deshalb führt die Statistik Austria ihre Durchschnittspreise getrennt für Wohnungen ohne und mit Balkon, Terrasse oder Garten2. Die Flächenaufmaße selbst regelt die ÖNORM B 1800, auf die Nutzwertgutachten und Kaufverträge verweisen.

Deutschland: Wohnflächenverordnung

Deutschland rechnet nach der Wohnflächenverordnung. Zur Wohnfläche gehören die Grundflächen der Räume, die ausschließlich zur Wohnung gehören, einschließlich Balkonen, Loggien, Dachgärten und Terrassen; nicht dazu gehören Zubehörräume wie Keller, Abstellräume außerhalb der Wohnung, Waschküchen, Bodenräume, Trockenräume, Heizungsräume und Garagen5. Wie viel davon zählt, regelt § 4: Räume mit mindestens zwei Metern lichter Höhe voll, zwischen einem und zwei Metern zur Hälfte, unbeheizbare Wintergärten und Schwimmbäder zur Hälfte, Balkone, Loggien, Dachgärten und Terrassen in der Regel zu einem Viertel, höchstens zur Hälfte6. Eine Dachgeschoßwohnung mit viel Schräge hat nach WoFlV deutlich weniger Fläche als nach dem Bauplan, und ihr Quadratmeterpreis steigt entsprechend.

Schweiz: Nettowohnfläche nach SIA 416

In der Schweiz gibt es keine gesetzliche Wohnflächendefinition. Die Branche arbeitet mit der Norm SIA 416, die zwischen Bruttogeschossfläche (mit Wänden und Erschließung) und Nettoflächen unterscheidet; Bewertungen und viele Inserate nennen die Nettowohnfläche, also die nutzbare Fläche innerhalb der Wohnung. Fragen Sie beim Vergleich zweier Zürcher Angebote immer, welche Fläche gemeint ist: Ein Preis je Quadratmeter Bruttogeschossfläche sieht automatisch günstiger aus als derselbe Preis je Quadratmeter Nettowohnfläche.

Wo der amtliche Bezirksdurchschnitt steht

Ein Quadratmeterpreis ist erst dann eine Aussage, wenn ein zweiter danebensteht. Drei Länder, drei Wege zur Referenz:

Land Preisniveau je m² Wohnfläche Bodenwert getrennt Trend
Österreich Immobilien-Durchschnittspreise der Statistik Austria: Bezirksebene, Häuser und Wohnungen nach drei Größenklassen und drei Bauperioden, Kaufverträge 2021 bis 2025 auf das Preisniveau 2025 gebracht2; WKÖ-Immobilienpreisspiegel des Fachverbands mit Österreich-Schnitt1 Baugrundstückspreise je Bezirk und Gemeinde, ebenfalls Statistik Austria2 Häuserpreisindex, quartalsweise7
Deutschland Kein amtlicher Wohnflächenpreis; Grundstücksmarktberichte und Vergleichsfaktoren der Gutachterausschüsse Bodenrichtwerte über BORIS-D8, nach § 196 BauGB als durchschnittliche Lagewerte je Zone zu Beginn jedes zweiten Kalenderjahres ermittelt und für jedermann abrufbar9 Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamts3
Schweiz Kein amtlicher Quadratmeterpreis; Marktdaten privater Anbieter und kantonale Statistiken Kantonal unterschiedlich Wohnimmobilienpreisindex IMPI des BFS, quartalsweise mit Veränderungsraten10

Zwei Zahlen zur Einordnung des Niveaus: Der Median aller Wohnungskäufe privater Haushalte lag 2025 in Österreich bei 4.162 Euro je Quadratmeter, der für Häuser bei 2.836 Euro2. Der WKÖ-Immobilienpreisspiegel nennt für gebrauchte Eigentumswohnungen 2.278,72 Euro und für Neubau 3.602,97 Euro1. Dass zwei amtlich klingende Zahlen so weit auseinanderliegen, hat einen einfachen Grund: andere Grundgesamtheit, andere Methode, hier ein Median aller Kaufverträge, dort eine Erhebung des Fachverbands. Nennen Sie die Quelle deshalb immer mit, sonst vergleichen Sie zwei Statistiken statt zwei Wohnungen.

Für die Suche „Quadratmeterpreis Wien“ heißt das: Es gibt nicht einen Wiener Preis, sondern 23 Bezirke mal neun Kategorien mal zwei Tabellen. Eine Wohnung mit 54 bis 77 m² aus der Bauperiode 1961 bis 1990 kostete 2025 ohne Freifläche in Simmering im Durchschnitt 3.254 Euro, in der Josefstadt 5.227 Euro je Quadratmeter2. Der „Wiener Durchschnitt“ liegt irgendwo dazwischen und beschreibt keine dieser beiden Wohnungen.

Warum der Quadratmeterpreis täuscht: Größe, Grundanteil, Zustand, Stockwerk, Aussicht

Der Größeneffekt. Kleine Wohnungen kosten je Quadratmeter mehr als große, weil Küche, Bad, Erschließung und Grundanteil Fixkosten sind, die sich auf weniger Fläche verteilen. Die amtlichen Zahlen zeigen das in fast jedem Bezirk: In der Leopoldstadt kostete eine Wohnung aus der Zeit bis 1960 unter 54 m² im Schnitt 4.914 Euro, zwischen 54 und 77 m² 4.630 Euro und über 77 m² 4.509 Euro je Quadratmeter; in Floridsdorf lauten die Werte für die Bauperiode 1961 bis 1990 3.411, 3.225 und 3.021 Euro2. Wer den Preis einer 45-m²-Wohnung auf seine 95 m² hochrechnet, überschätzt seinen Wert um neun bis dreizehn Prozent, bevor er überhaupt über den Zustand nachgedacht hat.

Bei Häusern ist der Effekt noch größer, weil das Grundstück mitgekauft wird: In Floridsdorf kostete ein Haus der Bauperiode 1961 bis 1990 auf durchschnittlich großem Grund mit weniger als 100 m² Wohnfläche 6.486 Euro je Quadratmeter, mit 100 bis 140 m² 4.785 Euro und mit mehr als 140 m² 3.519 Euro2. Fast die Hälfte weniger je Quadratmeter, für dasselbe Grundstück mit mehr Haus darauf.

Der Grundanteil. Beim Haus steckt im Quadratmeterpreis der Wohnfläche ein Grundstück, das mit der Wohnfläche nichts zu tun hat. Dazu unten ein eigener Abschnitt.

Zustand und Baujahr. Die Bauperiode ist die dritte Achse der amtlichen Tabellen, und sie wiegt schwer: Dieselbe Größenklasse kostete in Floridsdorf ohne Freifläche aus der Zeit bis 1960 3.169 Euro, aus 1961 bis 1990 3.225 Euro und ab 1991 4.645 Euro je Quadratmeter2. Innerhalb einer Bauperiode entscheidet der Zustand, und den kennt keine Statistik.

Stockwerk, Lift, Aussicht, Freifläche. Der Balkon allein macht in Wien einen deutlichen Unterschied: In Floridsdorf 3.225 Euro ohne und 3.759 Euro mit Außenfläche für dieselbe Größen- und Bauperiodenklasse2, also rund 17 %. Erdgeschoß ohne Lift, Innenhof ohne Licht, Blick auf die Tangente: Nichts davon steht im Quadratmeterpreis, alles davon im Kaufpreis. Was einzelne Merkmale wert sind, behandelt der Beitrag zur Wertsteigerung und Wertminderung einer Immobilie.

Haus mit Grundstück: Boden und Gebäude getrennt rechnen

Beim Einfamilienhaus versagt der Quadratmeterpreis der Wohnfläche als alleinige Größe, weil zwei Dinge in einem Preis stecken. Die Statistik Austria löst das Problem, indem sie Häuser in drei Grundstückskategorien einteilt, deren Grenzen je Bezirk verschieden sind. Im Bezirk Tulln gilt ein Grundstück unter 610 m² als klein, zwischen 610 und 890 m² als durchschnittlich und darüber als groß2. Ein Haus ab Baujahr 1991 mit 90 bis 130 m² Wohnfläche kostete dort auf kleinem Grund im Schnitt 3.642 Euro, auf großem Grund 4.473 Euro je Quadratmeter Wohnfläche2. Dieselbe Wohnfläche, 23 % Unterschied, allein wegen des Gartens.

Sauberer ist die getrennte Rechnung: Bodenwert plus Gebäudewert. Für den Boden veröffentlicht die Statistik Austria Durchschnittspreise je Quadratmeter Baugrundstück auf Bezirks- und Gemeindeebene; im Bezirk Tulln waren das 2025 im Bezirksdurchschnitt 237,50 Euro, in der Gemeinde Klosterneuburg 718,70 Euro und in Tulln an der Donau 346,20 Euro je Quadratmeter2. In Deutschland übernehmen diese Rolle die Bodenrichtwerte der Gutachterausschüsse, die über BORIS-D abrufbar sind8 und nach § 196 BauGB als durchschnittliche Lagewerte je Richtwertzone ermittelt werden9. Ziehen Sie den Bodenwert vom Kaufpreis ab, bleibt der Preis des Gebäudes, und erst den dürfen Sie durch die Wohnfläche teilen und mit anderen Häusern vergleichen.

Ein Beispiel: Ein Haus in Klosterneuburg mit 120 m² Wohnfläche auf 700 m² Grund wird um 780.000 Euro angeboten, also 6.500 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Nach Abzug des Bodenwerts von rund 503.000 Euro (700 m² mal 718,70 Euro) bleiben 277.000 Euro für das Gebäude oder rund 2.308 Euro je Quadratmeter. Dasselbe Haus in einer Gemeinde mit 240 Euro Bodenwert wäre bei gleichem Gebäudewert um 445.000 Euro zu haben. Der Quadratmeterpreis der Wohnfläche hätte Ihnen von diesem Unterschied nichts erzählt.

Angebotspreis ist nicht Kaufpreis: Warum Portalwerte je Quadratmeter zu hoch liegen

Die Quadratmeterpreise, die Portale und Maklerseiten für Bezirke ausweisen, stammen aus Inseraten. Ein Inserat nennt den Wunsch des Verkäufers am ersten Tag, ein Kaufvertrag das Ergebnis nach Besichtigungen und Verhandlung. Die amtlichen Durchschnittspreise der Statistik Austria beruhen ausschließlich auf Kaufverträgen, sind geometrische Mittel und rechnen ältere Transaktionen auf das Preisniveau 2025 hoch2; das ist die Referenz, gegen die Sie jeden Portalwert halten sollten. Warum Online-Rechner aus demselben Grund über dem Markt liegen, zeigt der Test der Online-Bewertungen; wie Sie an einzelne Kaufpreise aus Ihrer Straße kommen, der Beitrag über Vergleichskäufe aus dem Grundbuch.

Zwei Verzerrungen kommen dazu. Erstens bleiben überteuerte Inserate länger online und gehen deshalb mit mehr Gewicht in Portaldurchschnitte ein, während realistisch bepreiste Objekte schnell verschwinden. Zweitens der Zeitfaktor: Der Häuserpreisindex der Statistik Austria weist für bestehenden Wohnraum im 2. Quartal 2026 ein Plus von 5,1 % gegenüber dem Vorjahresquartal aus7, der deutsche Häuserpreisindex im selben Zeitraum 0,6 %3. Ein Quadratmeterpreis aus einem Kaufvertrag des Vorjahres braucht in Wien also eine Zeitkorrektur nach oben, in Hamburg kaum eine; wer alte Kaufpreise mit neuen Inseraten mischt, verwechselt Trend mit Verhandlungsspielraum. Ob ein konkretes Inserat fair bepreist ist, prüfen Sie Schritt für Schritt im Beitrag Ist der Angebotspreis fair?.

Zwei 80-m²-Wohnungen in der Leopoldstadt, 25 % auseinander und beide plausibel

Die beiden Objekte sind erfunden, die Referenzwerte amtlich: Zwei Eigentumswohnungen mit je 80 m² Nutzfläche stehen im selben Grätzel im 2. Bezirk zum Verkauf, beide Baujahr 1972.

Wohnung A Wohnung B
Lage im Haus Erdgeschoß, Hoflage, kein Lift 4. Stock mit Lift, straßenseitig, Ausblick
Freifläche keine Balkon 6 m²
Zustand Bad und Fenster original Bad 2021 saniert, Fenster neu
Angebotspreis 340.000 Euro 425.000 Euro
Quadratmeterpreis (80 m²) 4.250 Euro 5.313 Euro
Amtliche Referenz, Bauperiode 1961 bis 1990, über 77 m²2 4.483 Euro ohne Außenfläche 5.023 Euro mit Außenfläche
Abstand zur Referenz −5 % +6 %

Beide Preise sind plausibel, obwohl sie 25 % auseinanderliegen. Wohnung A liegt unter ihrer Referenz, weil Erdgeschoß, Hoflage und Sanierungsbedarf zusammen mehr kosten, als der Durchschnitt ihrer Klasse abbildet; Wohnung B liegt darüber, weil Lift, Ausblick und frisches Bad in der Klasse „mit Außenfläche“ nicht mitgezählt sind. Wer nur die beiden Quadratmeterpreise vergleicht, hält A für ein Schnäppchen oder B für überteuert. Wer die passende amtliche Tabelle danebenlegt, sieht, dass beide etwa dort stehen, wo sie hingehören, und verhandelt bei A über den Sanierungsbedarf statt über den Bezirk.

Der Fehler, der in der Praxis am häufigsten passiert, ist der umgekehrte: Ein Verkäufer nimmt den Quadratmeterpreis von Wohnung B als Bezirksniveau und inseriert seine Erdgeschoßwohnung ohne Balkon um 420.000 Euro. Wie ein Bericht Quadratmeterpreis, Bezirksdurchschnitt und Vergleichskäufe für eine Adresse auf einer Seite zusammenführt, zeigt der Musterbericht für Berlin an einem deutschen Beispiel.

Was CheckValue zum Quadratmeterpreis Ihrer Adresse zeigt

Für die Frage dieses Beitrags sind drei Teile des Berichts gemacht. Der Bericht stellt den Quadratmeterpreis Ihres Objekts neben den Durchschnitt Ihres Bezirks, sodass die Abweichung als Zahl vor Ihnen liegt und nicht als Gefühl; die Wertspanne darum herum zeigt, wie sicher diese Einordnung ist. Die Vergleichskäufe, auf denen der Wert beruht, stehen dabei, sodass Sie Größe, Baujahr und Lage der Vergleichsobjekte selbst einordnen können, statt einem Bezirksdurchschnitt zu vertrauen, der Ihre Wohnung nie gesehen hat. Und die Fläche geben Sie in der Einheit ein, in der Ihre Unterlagen sie führen, Quadratmeter oder Quadratfuß, sodass ein Haus in Florida und eine Wiener Wohnung nach derselben Methode gerechnet werden.

Der Bericht ist kein Gutachten, und niemand misst nach: Gerechnet wird mit der Fläche, die Sie eingeben, weshalb die Nutzfläche aus Nutzwertgutachten oder Plan stammen sollte und nicht aus dem Inserat. Wie diese Darstellung für Ihr Objekt aufgebaut ist, sehen Sie in der kostenlosen Vorschau Ihres Berichts; die Werte selbst erscheinen nach dem Kauf.

Kauf, Miete, Neubau: drei Quadratmeterpreise, die Sie nicht mischen dürfen

Der Begriff Quadratmeterpreis steht für drei verschiedene Größen, die in Gesprächen ständig durcheinandergeraten.

  • Kaufpreis je Quadratmeter Bestand: der Gegenstand dieses Beitrags, 2025 im Österreich-Schnitt 2.278,72 Euro für gebrauchte Eigentumswohnungen1; in den Bezirkstabellen der Statistik Austria reicht die Spanne von unter 1.000 Euro im Waldviertel bis über 9.000 Euro in der Inneren Stadt2.
  • Kaufpreis je Quadratmeter Neubau: 3.602,97 Euro im Österreich-Schnitt1, also rund 58 % mehr als Bestand. Wer einen Neubauwert als Referenz für seine Wohnung aus 1975 nimmt, liegt von vornherein daneben.
  • Miete je Quadratmeter und Monat: eine völlig andere Einheit. Der WKÖ-Immobilienpreisspiegel nennt für Neuvermietungen im Schnitt 9,49 Euro je Quadratmeter und Monat1. Kauf- und Mietpreis verbindet nur die Rendite, und die behandelt der Beitrag zur Bruttorendite und Nettorendite.

Und dann sind da noch die Baukosten je Quadratmeter, die mit dem Marktpreis nur den Namen teilen. Ein Haus, das 4.000 Euro je Quadratmeter zu bauen kostet, ist deshalb nicht 4.000 Euro je Quadratmeter wert: Im Bezirk Gmünd liegt nach den amtlichen Tabellen jeder Hauswert darunter, im Bezirk Mödling fast jeder Wert der Bauperiode ab 1991 darüber2.

Dies ist eine allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung.

Bei fast jeder Besichtigung, die ich begleitet habe, fiel der Satz „Das ist aber ein hoher Quadratmeterpreis“. Fast nie wusste der, der ihn sagte, ob die Fläche mit oder ohne Balkon gerechnet war und welche Größenklasse er im Kopf hatte. Wer diese beiden Fragen stellt, bevor er die Zahl ausspricht, ist im Gespräch schon weiter als die meisten.
Christian Eckmair, Mitgründer von CheckValue

Häufige Fragen

Wie berechne ich den Quadratmeterpreis einer Wohnung?

Teilen Sie den Kaufpreis durch die Wohnnutzfläche. In Österreich ist das im Wohnungseigentum die Nutzfläche nach § 2 Abs. 7 WEG 2002, also die Bodenfläche ohne Wandstärken, Treppen, offene Balkone, Terrassen und Zubehör wie Keller oder Garage. In Deutschland gilt die Wohnflächenverordnung, nach der Balkone meist zu einem Viertel und Raumteile zwischen einem und zwei Metern Höhe zur Hälfte zählen. 320.000 Euro für 80 m² Nutzfläche ergeben 4.000 Euro je Quadratmeter.

Was ist ein guter Quadratmeterpreis?

Einen guten Quadratmeterpreis gibt es nur im Vergleich. Der Österreich-Schnitt lag 2025 laut WKÖ-Immobilienpreisspiegel bei 2.278,72 Euro für gebrauchte und 3.602,97 Euro für neue Eigentumswohnungen. Ob ein konkreter Preis gut ist, zeigt erst der Bezirkswert der Statistik Austria für dieselbe Größenklasse und Bauperiode: Liegt das Angebot deutlich darüber, muss ein Grund erkennbar sein, etwa Sanierung, Balkon oder Ausblick; liegt es darunter, suchen Sie den Haken.

Wie hoch ist der Quadratmeterpreis in Wien nach Bezirken?

Die Statistik Austria weist für jeden Wiener Bezirk Durchschnittspreise nach drei Größenklassen und drei Bauperioden aus, getrennt für Wohnungen mit und ohne Freifläche. Für Wohnungen mit 54 bis 77 m² aus der Bauperiode 1961 bis 1990 ohne Außenfläche reichte die Spanne 2025 von 3.127 Euro in Favoriten bis 5.227 Euro in der Josefstadt; die Innere Stadt liegt mit 8.287 Euro nochmals darüber. Einen einzigen Wiener Quadratmeterpreis gibt es nicht.

Zählen Balkon, Terrasse, Keller und Dachschräge zur Wohnfläche?

Das hängt vom Land ab. In Österreich zählen offene Balkone, Terrassen, Treppen und Zubehör wie Keller nicht zur Nutzfläche nach § 2 Abs. 7 WEG 2002; Keller- und Dachbodenräume nur, wenn sie zum Wohnen geeignet ausgestattet sind. In Deutschland gehören Balkone, Loggien und Terrassen zur Wohnfläche, werden aber nach § 4 WoFlV in der Regel nur zu einem Viertel angerechnet; Raumteile unter einem Meter Höhe zählen nicht, zwischen einem und zwei Metern zur Hälfte, Keller und Garagen bleiben außen vor.

Wie berechne ich den Quadratmeterpreis bei einem Haus mit Grundstück?

Trennen Sie Boden und Gebäude. Multiplizieren Sie die Grundstücksfläche mit dem Bodenwert, in Österreich dem Baugrundstückspreis der Statistik Austria für Bezirk oder Gemeinde, in Deutschland dem Bodenrichtwert aus BORIS-D, und ziehen Sie das Ergebnis vom Kaufpreis ab. Den Rest teilen Sie durch die Wohnfläche; erst dieser Gebäudepreis je Quadratmeter ist mit anderen Häusern vergleichbar. Ein Quadratmeterpreis auf die Wohnfläche allein bestraft kleine Häuser auf großen Grundstücken.

Warum haben kleine Wohnungen einen höheren Quadratmeterpreis?

Weil Küche, Bad, Anschlüsse und der Anteil am Grundstück fixe Kosten sind, die sich bei einer kleinen Wohnung auf weniger Quadratmeter verteilen. Die amtlichen Wiener Zahlen zeigen den Effekt in fast jedem Bezirk: In Floridsdorf kosteten Wohnungen der Bauperiode 1961 bis 1990 ohne Freifläche unter 54 m² 3.411 Euro, über 77 m² nur 3.021 Euro je Quadratmeter. Vergleichen Sie deshalb ausschließlich innerhalb Ihrer Größenklasse, so wie es die Statistik mit ihren neun Kategorien vormacht.

Quadratmeterpreis Kauf oder Miete: was ist der Unterschied?

Zwei verschiedene Einheiten: Der Kaufpreis je Quadratmeter wird einmal bezahlt, die Miete je Quadratmeter fällt monatlich an. Der WKÖ-Immobilienpreisspiegel nennt für 2025 im Österreich-Schnitt 2.278,72 Euro Kaufpreis je Quadratmeter für gebrauchte Eigentumswohnungen und 9,49 Euro Miete je Quadratmeter und Monat bei Neuvermietung. Der Zusammenhang zwischen beiden ist die Bruttorendite, also Jahresmiete geteilt durch Kaufpreis. Für die Bewertung einer selbst genutzten Wohnung zählt der Kaufpreis je Quadratmeter, für ein Zinshaus die Miete.

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Zahlen und Regeln tragen das Jahr ihrer Veröffentlichung; die aktuelle Fassung finden Sie in der zitierten Quelle.

Christian Eckmair
Christian Eckmair
Mitgründer von CheckValue · Über 20 Jahre Immobilienerfahrung auf Teneriffa und in Österreich · Geprüft von Josef Eckmair MBA

Christian Eckmair ist Mitgründer von CheckValue und der CBDNOL GmbH (Ansfelden, Österreich). Er ist seit über 20 Jahren auf Teneriffa und in Österreich im Immobiliengeschäft tätig – Kauf, Sanierung, Vermietung und Verkauf von Wohnimmobilien – und schreibt über Immobilienwerte, Kaufprüfung und Grundbuch.

Artikel von Christian Eckmair →

Quellen

  1. 1
    statisticsDer WKÖ-Immobilienpreisspiegel 2026: 91.000 Transaktionen, gebrauchte Eigentumswohnungen 2.278,72 €/m², Neubau 3.602,97 €/m²
    Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder · 2026
    Erhebung des Fachverbands vom 24.03.2026: 91.000 Immobilientransaktionen in Österreich 2025; gebrauchte Eigentumswohnungen im Schnitt 2.278,72 €/m² (+1,82 %), Erstbezug 3.602,97 €/m² (+1,23 %), Neuvermietung 9,49 €/m² und Monat (+2,04 %).
    wko.at ↗
  2. 2
    statisticsImmobilien-Durchschnittspreise 2025 (Häuser, Wohnungen und Baugrundstücke auf Bezirks- und Gemeindeebene)
    Statistik Austria · 2026
    Kaufverträge privater Haushalte 2021 bis 2025, an das Preisniveau 2025 angepasst, geometrische Mittel, Tabellen vom 28.05.2026; Median 2025: Wohnungen 4.162 €/m², Häuser 2.836 €/m²; Bezirkswerte nach Größenklasse, Bauperiode und (Häuser) Grundstückskategorie, Wohnungen getrennt mit und ohne Außenflächen; Baugrundstückspreise je Bezirk und Gemeinde.
    statistik.at ↗
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    statisticsBaupreise und Immobilienpreise: Häuserpreisindex und Baupreisindex
    Statistisches Bundesamt (Destatis) · 2026
    Häuserpreisindex 2. Quartal 2026: +0,6 % zum Vorjahresquartal, +0,3 % zum Vorquartal (24.09.2026); Baupreisindex für Wohngebäude Mai 2026: +5,0 % gegenüber Mai 2025 (10.07.2026).
    destatis.de ↗
  4. 4
    lawWohnungseigentumsgesetz 2002 (WEG 2002), Bundesrecht konsolidiert
    RIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026
    § 2 Abs. 7: Nutzfläche ist die gesamte Bodenfläche abzüglich Wandstärken und Durchbrechungen; Treppen, offene Balkone, Terrassen und Zubehörobjekte zählen nicht, Keller- und Dachbodenräume nur bei wohn- oder geschäftstauglicher Ausstattung; § 2 Abs. 3 definiert Zubehör-Wohnungseigentum (Keller, Dachboden, Hausgarten, Lagerplatz).
    ris.bka.gv.at ↗
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    law§ 2 WoFlV: Zur Wohnfläche gehörende Grundflächen
    Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026
    Balkone, Loggien, Dachgärten und Terrassen gehören zur Wohnfläche, wenn sie ausschließlich zur Wohnung gehören; Zubehörräume wie Keller, Abstellräume außerhalb der Wohnung, Waschküchen, Bodenräume, Trockenräume, Heizungsräume und Garagen sowie Geschäftsräume nicht.
    gesetze-im-internet.de ↗
  6. 6
    law§ 4 WoFlV: Anrechnung der Grundflächen
    Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026
    Räume mit mindestens zwei Metern lichter Höhe zählen voll, zwischen einem und zwei Metern zur Hälfte; unbeheizbare Wintergärten und Schwimmbäder zur Hälfte; Balkone, Loggien, Dachgärten und Terrassen in der Regel zu einem Viertel, höchstens zur Hälfte.
    gesetze-im-internet.de ↗
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    statisticsHäuserpreisindex und OOH PI, 2. Quartal 2026
    Statistik Austria · 2026
    Vorläufiger Häuserpreisindex 2. Quartal 2026 (Basis 2025): bestehender Wohnraum +5,1 %, neuer Wohnraum +4,9 % gegenüber dem Vorjahresquartal.
    statistik.at ↗
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    officialBORIS-D: Bodenrichtwertinformationssystem für Deutschland
    Arbeitsgemeinschaft der Vorsitzenden der Gutachterausschüsse / Länder · 2026
    Länderübergreifender Zugang zu den Bodenrichtwerten der Gutachterausschüsse je Quadratmeter Grundstücksfläche.
    bodenrichtwerte-boris.de ↗
  9. 9
    law§ 196 BauGB: Bodenrichtwerte
    Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026
    Bodenrichtwerte sind durchschnittliche Lagewerte für den Boden je Richtwertzone, zu Beginn jedes zweiten Kalenderjahres zu ermitteln; jedermann kann bei der Geschäftsstelle Auskunft verlangen.
    gesetze-im-internet.de ↗
  10. 10
    statisticsImmobilienpreise: Schweizerischer Wohnimmobilienpreisindex IMPI
    Bundesamt für Statistik (BFS) · 2026
    Quartalsweiser Preisindex für Wohneigentum mit Veränderungsraten gegenüber dem Vorquartal und dem Vorjahresquartal; ein Index für die Entwicklung, kein Quadratmeterpreis.
    bfs.admin.ch ↗

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