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Immobilienwert

Welche App kann den Immobilienwert ermitteln? Vier App-Typen

Welche App kann den Immobilienwert ermitteln? Die vier App-Typen, ihre Datenquellen, die nötigen Angaben und wann statt der App ein Gutachten zählt.

Christian EckmairAktualisiert: 9 Min. Lesezeit9 quellenGeprüft von Josef Eckmair MBA
Smartphone mit einer Immobilienbewertung in der Hand, im Hintergrund die Fassade eines Einfamilienhauses mit Garten
Bezirksdurchschnitt statt Besichtigung: In Linz-Land kostete ein Haus mit 110 bis 150 m² Wohnfläche aus der Bauperiode 1961 bis 1990 auf einem Grundstück von 610 bis 840 m² durchschnittlich 3.279 Euro je Quadratmeter Wohnfläche (Datenbasis 2021 bis 2025, Preisniveau 2025). Bild: Ermell, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Frage nach der richtigen App hat einen praktischen Kern: Sie möchten eine Zahl für Ihre Adresse, ohne vorher jemandem Ihre Telefonnummer zu geben. Technisch können das heute zahlreiche Anwendungen, inhaltlich unterscheiden sie sich in genau drei Punkten, nämlich woher ihre Preisdaten kommen, welche Angaben sie abfragen und was nach dem Ergebnis mit Ihren Daten passiert. Dieser Beitrag sortiert die App-Typen, rechnet ein oberösterreichisches Haus durch drei verschiedene Fragebögen und zeigt, welche amtlichen Daten Sie auch ohne Installation bekommen.

Die vier App-Typen und woher ihre Zahlen kommen

Alle Bewertungs-Apps arbeiten mit demselben Grundgedanken: Sie zerlegen beobachtete Preise in bewertete Eigenschaften und setzen daraus einen Wert für Ihr Objekt zusammen. Das deutsche Recht nennt dieses Vorgehen Vergleichswertverfahren und regelt es in den §§ 24 bis 26 der Immobilienwertermittlungsverordnung, neben Ertragswert- und Sachwertverfahren5. Unterschiedlich ist nicht die Rechenart, sondern der Zweck, für den die App gebaut wurde.

App-Typ Datengrundlage Was Sie bezahlen Wofür der Anbieter sie betreibt
Portal-App eines Anzeigenmarkts überwiegend Angebotspreise aus eigenen Inseraten Kontaktdaten Inserate, Maklervermittlung
App einer Bank oder Bausparkasse eigene Finanzierungs- und Abschlussdaten Kontaktdaten Finanzierungsgespräche
App eines Maklerunternehmens Inserate plus eigene Abschlüsse Kontaktdaten Vermittlungsaufträge
Berichts-App mit Bezahlbericht amtliche Kaufpreisdaten, Indizes, Vergleichsobjekte Vorschau gratis, Bericht kostenpflichtig den Bericht selbst

Für Sie folgt daraus eine einfache Lesehilfe. Wer die Bewertung verschenkt, verdient an dem, was danach kommt. Wer am Bericht verdient, braucht Ihre Rufnummer nicht. Welche Werte Gratis-Rechner im Vergleich zu Sachverständigen ausgeworfen haben, hat der Beitrag über die Genauigkeit von Online-Rechnern zusammengetragen; die Methodik hinter jeder Wertermittlung erklärt der Leitfaden Was ist mein Haus wert.

Wie genau sind Bewertungs-Apps?

Eine ehrliche Antwort beginnt mit dem, was in dieser Produktgruppe fehlt: eine geprüfte Fehlerquote in Prozent. Keine der gängigen Apps legt eine solche Quote samt nachvollziehbarer Methode offen, und wo eine Prozentzahl auftaucht, fehlt die prüfbare Rechenbasis dazu. Prüfbar ist stattdessen die Datenbasis, und die amtlichen Quellen legen ihre Grenzen selbst offen.

Hinter den amtlichen Durchschnittspreisen für Österreich stehen fünf Jahrgänge echter Verträge, 2021 bis 2025; ein Regressionsmodell hebt die älteren Jahrgänge auf das Preisniveau 2025, und ausgewiesen wird je Bezirk ein geometrisches Mittel1. Eine App, die darauf aufsetzt, nennt Ihnen also einen Mehrjahresdurchschnitt, geglättet über neun Größenkategorien je Bezirk, jeweils in drei Bauperioden. Die Verordnung formuliert dieselbe Einschränkung von der anderen Seite: Die für eine Wertermittlung erforderlichen Daten werden aus der Kaufpreissammlung auf Grundlage einer ausreichenden Anzahl geeigneter Kaufpreise ermittelt5. Wo diese Anzahl fehlt, weichen Modell und Statistik auf gröbere Mittel aus, und die App sagt es Ihnen nicht.

Der zweite Genauigkeitsfaktor ist das Alter der Daten. Der österreichische Häuserpreisindex stand im zweiten Quartal 2026 bei 105,00 Punkten auf Basis 2025, bestehender Wohnraum lag 5,1 % über dem Vorjahresquartal2. In Deutschland betrug derselbe Abstand im selben Quartal 0,6 %3. Dieselbe Rechenart mit einem Jahr alten Daten produziert damit in Österreich einen deutlich zu tiefen Wert und in Deutschland einen fast richtigen. Fragen Sie deshalb nicht, wie genau die App ist, sondern aus welchem Jahr ihre Vergleichskäufe stammen.

Welche Daten muss ich in die App eingeben?

Sieben Angaben entscheiden, ob die Schätzung überhaupt in der richtigen Tabellenzelle landet: Adresse, Objekttyp, Wohnfläche, Grundstücksfläche, Zimmerzahl, Baujahr und Zustand. Das ist keine Geschmacksfrage, sondern folgt dem Aufbau der amtlichen Tabellen. Die Statistik Austria unterscheidet je Bezirk drei Grundstücksgrößen und drei Wohnflächenklassen, zusammen die neun Größenkategorien der Tabellen, und darin jeweils drei Bauperioden1. Fehlt eine dieser Angaben im Formular, muss das Modell zwischen Spalten raten.

Die Verordnung trennt dabei zwei Ebenen, die in App-Formularen gern verschwimmen. Allgemeine Grundstücksmerkmale gehen in die Vorstufe der Berechnung ein, besondere objektspezifische Grundstücksmerkmale werden erst am Ende als marktüblicher Zu- oder Abschlag berücksichtigt5. Übersetzt heißt das: Bezirk, Baujahr und Fläche bestimmen den Ausgangswert, während das sanierte Bad, der Lift, die Photovoltaikanlage und der Wasserfleck im Keller nachträglich dazukommen. Apps, die nach dem Zustand gar nicht fragen, lassen diese zweite Ebene einfach weg. Wie sich der Quadratmeterpreis daraus zusammensetzt und wo er in die Irre führt, steht im Beitrag über den Quadratmeterpreis und seine Fallen.

Fotos sind die jüngste Ergänzung. Einige Apps lassen Sie Bilder von Bad, Küche, Fassade und Umgebung hochladen und leiten daraus eine Zustandsstufe ab. Das ersetzt keine Besichtigung, schließt aber die Lücke zwischen „Baujahr 1978“ und „zuletzt 2019 saniert“, die ein Dropdown-Feld offenlässt.

Wenn mir am Telefon jemand seine Wohnung beschreibt, frage ich nach dem Grundstück und nach dem Jahr der letzten Sanierung, bevor ich irgendeine Zahl ausspreche. Genau diese zwei Fragen lassen die meisten Formulare weg, und danach wundern sich alle über das Ergebnis.
Christian Eckmair, Mitgründer von CheckValue

Beispiel: ein Haus in Linz-Land durch drei Fragebögen

Ein Rechenbeispiel mit erfundenem Objekt und echten Bezirksdaten. Angenommen, Sie besitzen ein Einfamilienhaus im Bezirk Linz-Land, Baujahr 1978, 130 m² Wohnfläche, Grundstück 700 m². Für diese Konstellation weist die Statistik Austria bei einem durchschnittlich großen Grundstück von 610 bis 840 m², Bauperiode 1961 bis 1990 und Wohnfläche zwischen 110 und 150 m² einen Durchschnitt von 3.279 Euro je Quadratmeter Wohnfläche aus1. Für 130 m² ergibt das rund 426.000 Euro als amtlichen Anker.

Jetzt tippen Sie dasselbe Haus in drei Apps mit unterschiedlich ausführlichen Formularen. Die App, die nach der Grundstücksgröße fragt, landet in der richtigen Spalte. Die beiden anderen müssen schätzen:

Welche Grundstücksgröße das Formular zugrunde legt Kategorie Durchschnitt je m² Wohnfläche Ergebnis für 130 m²
unter 610 m² A 3.051 Euro rund 397.000 Euro
610 bis 840 m² B 3.279 Euro rund 426.000 Euro
über 840 m² C 3.429 Euro rund 446.000 Euro

Die Durchschnitte stammen aus den Häuserpreistabellen 2025 für den Bezirk Linz-Land1, die Ergebnisse für 130 m² sind daraus gerechnet. Zwischen der kleinsten und der größten Grundstückskategorie liegen rund 49.000 Euro, und zwar allein wegen einer Angabe, die viele Formulare nicht abfragen.

Noch größer ist der Hebel bei der Adresse selbst. Dieselbe Zelle, nur in Linz(Stadt) statt im Umlandbezirk, liegt bei 4.489 Euro je Quadratmeter1. Das sind für unser Haus rund 584.000 Euro, also etwa 157.000 Euro mehr als im Bezirk daneben. Eine App mit einer schlechten Adressvervollständigung, die Ihre Gemeinde der Stadt zuordnet, irrt damit um mehr als ein Drittel. Prüfen Sie nach der Eingabe, welcher Bezirk im Ergebnis steht.

Was passiert mit meinen Daten nach der Bewertung?

Die Antwort steht vor dem Download, nicht im Kleingedruckten. Apple verlangt von jedem Entwickler, alle Datenarten anzugeben, die er oder seine Drittanbieter-Partner erheben, und offenzulegen, ob diese Daten mit Ihrer Identität verknüpft oder zum Tracking verwendet werden; Tracking ist dabei als Verknüpfung Ihrer App-Daten mit Daten Dritter für zielgerichtete Werbung oder als Weitergabe an Datenhändler definiert7. Ohne diese Angaben lässt sich eine App nicht einreichen7. Google Play zeigt dieselbe Art von Erklärung im Abschnitt Datensicherheit des Store-Eintrags: welche Nutzerdaten erhoben werden, wie sie verwendet werden und ob sie an Dritte gehen8.

Beide Angaben kommen vom Entwickler selbst. Die Google-Hilfe hält ausdrücklich fest, dass die optionale unabhängige Sicherheitsprüfung im Namen des Entwicklers erfolgt und dabei nicht geprüft wird, ob die Offenlegung im Abschnitt Datensicherheit korrekt und vollständig ist8. Die Store-Angabe sagt Ihnen also, was ein Anbieter zu tun zugibt, nicht was er tatsächlich tut.

Drei Blicke genügen vor der Installation. Erstens: Steht unter den Datenarten ein Punkt zum Tracking, rechnen Sie mit Werbeprofilen. Zweitens: Wird die Telefonnummer als Pflichtfeld erhoben, ist der Anruf Teil des Produkts. Drittens: Sehen Sie nach, ob der Anbieter die Weitergabe an Dritte angibt, denn genau darüber wandern Adressen zu Vermittlern. In der CheckValue-App verlangt die Vorschau keine Rufnummer, und es ruft niemand zurück.

Welche amtlichen Daten Sie auch ohne App bekommen

Keine Behörde in Österreich, Deutschland oder der Schweiz betreibt eine Wert-App für einzelne Adressen. Amtlich sind die Daten, nicht die Schätzung, und diese Daten sind frei zugänglich.

In Österreich veröffentlicht die Statistik Austria die Immobilien-Durchschnittspreise als Tabellen zum Herunterladen, auf Bezirksebene für Häuser und Wohnungen und zusätzlich auf Gemeindeebene für Baugrundstücke; die Ausgabe 2025 wurde am 28. Mai 2026 erstellt1. Dazu kommt der Häuserpreisindex für die Marktrichtung2. In Deutschland stellt BORIS-D als Gemeinschaftsprojekt mehrerer Bundesländer die Bodenrichtwerte der Gutachterausschüsse einheitlich online bereit4, und Destatis veröffentlicht neben dem Häuserpreisindex die Kaufwerte für Bauland mit 271,86 Euro je Quadratmeter3. In der Schweiz erscheint der Wohnimmobilienpreisindex des Bundesamts für Statistik als Indexwert auf der Basis viertes Quartal 2019 gleich 100 sowie als Veränderungsrate gegenüber dem Vorquartal und dem Vorjahresquartal9.

Damit haben Sie den Bezirksdurchschnitt und die Richtung des Markts kostenlos. Was Ihnen fehlt, ist die Zuordnung Ihres konkreten Objekts zu diesen Zahlen. Welche Register und Statistiken welche Lücke füllen, listet der Beitrag über amtliche Datenquellen für Immobilienpreise.

Was die CheckValue-App zeigt und was sie nicht leistet

CheckValue ist eine dieser Apps, und es wäre unredlich, das zu verschweigen. Drei Eigenschaften unterscheiden den Bericht von einer Gratis-Zahl. Neben dem Punktwert erscheinen die Spanne und die Vergleichsobjekte, aus denen sie hergeleitet wurde. Hinter jeder Marktzahl und jedem Zuschlag steht eine nummerierte Quelle, unter anderem die oben genannten Statistikämter und Register. Und dieselbe Adresse mit denselben Angaben führt zum selben Wert, weil jedes Ergebnis zweimal unabhängig entsteht und mit früheren Läufen abgeglichen wird.

Nicht leisten kann der Bericht dreierlei: Er ist kein Gutachten, er ersetzt keines, und er beruht auf keiner Besichtigung. Eine Genauigkeit in Prozent nennen wir nicht, weil es keine Zahl gibt, die für ein Bauernhaus im Mühlviertel und eine Neubauwohnung in Salzburg gleichzeitig stimmt. Wie der Bericht rechnet und wo die Methode endet, steht auf der Seite zur Rechenweise und ihren Grenzen; die kostenlose Vorschau für Ihre Adresse zeigt den Aufbau, bevor Sie etwas bezahlen, und die Preise für Einzelbericht, Paket und Pro stehen offen auf der Preisseite: 4,99 € für einen Bericht, 9,99 € für drei, 24,99 € für zehn und 49 € im Monat für Pro mit 30 Berichten und eigenem Briefkopf. Welche Rechenschritte zwischen Adresse und Spanne liegen, zeigt der Beitrag darüber, wie eine KI-Bewertung intern vorgeht.

Wann brauche ich statt der App ein Gutachten?

Sobald eine Zahl unterschrieben werden muss, endet die Zuständigkeit jeder App. Das österreichische Liegenschaftsbewertungsgesetz regelt die Bewertung von Liegenschaften, Liegenschaftsteilen und Überbauten in allen gerichtlichen Verfahren sowie in jenen Verwaltungsverfahren, deren Bescheid durch Gerichtsanrufung außer Kraft tritt6. Maßstab ist der Verkehrswert, den das Gesetz als den im redlichen Geschäftsverkehr bei einem Verkauf üblicherweise erzielbaren Preis beschreibt6. Dem Sachverständigen schreibt es außerdem vor, im Gutachten den Zweck, den Bewertungsstichtag und den Tag der Besichtigung anzuführen6.

An diesem Besichtigungstag scheitert jede App, weil niemand vor Ort war. Dasselbe gilt für das Vergleichswertverfahren nach § 4 des Gesetzes: Es verlangt tatsächlich erzielte Kaufpreise vergleichbarer Sachen, zeitnah zum Stichtag, mit begründeten Zu- oder Abschlägen6. In Deutschland geben die §§ 24 bis 39 der Immobilienwertermittlungsverordnung den Rahmen für dieselbe Aufgabe vor5. Für Scheidung, Erbteilung, Pflichtteil, Finanzamtsstreit oder ein Gerichtsverfahren brauchen Sie deshalb einen Sachverständigen. Was das kostet und wie es abläuft, steht im Beitrag über Kosten und Ablauf eines Immobiliengutachtens.

Für alles davor, also Verkaufsvorbereitung, Kaufprüfung, Mietkalkulation oder das erste Gespräch unter Miterben, genügt eine nachvollziehbare Schätzung mit offenen Quellen. Dies ist eine allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung.

Häufige Fragen

Wie genau sind Bewertungs-Apps?

Eine geprüfte Fehlerquote in Prozent veröffentlicht keine der gängigen Apps mit nachvollziehbarer Methode; wo eine Prozentzahl genannt wird, fehlt die prüfbare Grundlage dazu. Prüfbar ist nur die Datengrundlage: Die Durchschnittspreise der Statistik Austria beruhen auf Kaufverträgen der Jahre 2021 bis 2025, ältere Transaktionen werden auf das Preisniveau 2025 angehoben. Eine App liefert deshalb einen Durchschnitt über mehrere Jahre und neun Größenkategorien je Bezirk, jeweils in drei Bauperioden, nicht den Preis Ihres Hauses an diesem Dienstag.

Welche Daten muss ich in die App eingeben?

Adresse, Objekttyp, Wohnfläche, Grundstücksfläche, Zimmerzahl, Baujahr und Zustand sind das Minimum, mit dem eine Schätzung überhaupt in die richtige Tabellenzelle kommt. Die amtlichen Durchschnitte unterscheiden Bezirk, drei Grundstücksgrößen, drei Wohnflächenklassen und drei Bauperioden. Fragt eine App die Grundstücksgröße nicht ab, muss sie zwischen drei Spalten raten, und das sind bei einem Haus in Linz-Land rund 49.000 Euro.

Was passiert mit meinen Daten nach der Bewertung?

Das steht vor dem Download in der Store-Angabe. Apple verlangt von Entwicklern die Offenlegung aller erhobenen Datenarten und die Angabe, ob Daten mit Ihrer Identität verknüpft oder zum Tracking verwendet werden. Google Play zeigt dieselben Angaben im Abschnitt Datensicherheit. Beide Angaben stammen vom Entwickler selbst; Google weist auf seiner Hilfeseite darauf hin, dass die unabhängige Sicherheitsprüfung, die im Auftrag des Entwicklers erfolgt, die Vollständigkeit dieser Offenlegung nicht kontrolliert.

Wann brauche ich statt der App ein Gutachten?

Sobald eine Behörde, ein Gericht oder eine Gegenpartei eine Unterschrift verlangt. Das österreichische Liegenschaftsbewertungsgesetz regelt die Bewertung in gerichtlichen Verfahren und verlangt im Gutachten den Zweck, den Bewertungsstichtag und den Tag der Besichtigung. Genau diesen Besichtigungstag kann keine App liefern, weil niemand vor Ort war. Für Verkaufsvorbereitung, Kaufprüfung oder Erbengespräche ohne Streit genügt eine nachvollziehbare Schätzung.

Gibt es eine amtliche App für den Immobilienwert?

Nein, keine Behörde in Österreich, Deutschland oder der Schweiz betreibt eine Wert-App für einzelne Adressen. Amtlich sind die Daten, nicht die Schätzung: die Immobilien-Durchschnittspreise der Statistik Austria, die Bodenrichtwerte der Gutachterausschüsse über das Länderportal BORIS-D und die Preisindizes der Statistikämter. Jede App, die eine Zahl für Ihre Adresse ausgibt, rechnet auf eigenes Risiko weiter.

Welche App bewertet eine Immobilie ohne Telefonnummer?

Apps, die am Bericht verdienen, brauchen keine Rufnummer, weil sie keinen Vermittlungsauftrag suchen. In der CheckValue-App sehen Sie die Vorschau des Berichts nach der Adresse und wenigen Objektangaben, ohne Telefonnummer und ohne Makleranruf. Gratis-Rechner von Portalen und Maklerunternehmen verlangen in der Regel Kontaktdaten, weil die Bewertung dort der Einstieg in ein Verkaufsgespräch ist.

Funktioniert eine Bewertungs-App auch für Wohnungen und Grundstücke?

Für Wohnungen ja, für Grundstücke nur eingeschränkt. Die Statistik Austria weist Häuser und Wohnungen auf Bezirksebene aus, Baugrundstücke zusätzlich auf Gemeindeebene, weil Grundstückspreise innerhalb eines Bezirks extrem streuen. In Deutschland sind die Bodenrichtwerte der Gutachterausschüsse die bessere Quelle für unbebaute Flächen. Für Gewerbeanteile, Bauernhöfe oder Baurechtsobjekte stößt jede App an ihre Grenze.

Was kostet eine App, die den Immobilienwert ermittelt?

Die Vorschau in der CheckValue-App ist kostenlos, ein einzelner Bericht kostet 4,99 €, drei Berichte kosten 9,99 €, zehn Berichte 24,99 €, und Pro für gewerbliche Nutzer liegt bei 49 € im Monat mit 30 Berichten und eigenem Briefkopf auf dem PDF. In der App und auf der Website gelten dieselben Preise. Gratis-Rechner von Portalen und Maklerunternehmen verlangen stattdessen Ihre Kontaktdaten, und die sind der eigentliche Preis.

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Zahlen und Regeln tragen das Jahr ihrer Veröffentlichung; die aktuelle Fassung finden Sie in der zitierten Quelle.

Christian Eckmair
Christian Eckmair
Mitgründer von CheckValue · Geschäftsführer der CBDNOL GmbH · Über 20 Jahre Immobilienerfahrung auf Teneriffa und in Österreich · Geprüft von Josef Eckmair MBA

Christian Eckmair ist Mitgründer von CheckValue und Geschäftsführer der CBDNOL GmbH (Ansfelden, Österreich). Er ist seit über 20 Jahren auf Teneriffa und in Österreich im Immobiliengeschäft tätig – Kauf, Sanierung, Vermietung und Verkauf von Wohnimmobilien – und schreibt über Immobilienwerte, Kaufprüfung und Grundbuch.

Artikel von Christian Eckmair →

Quellen

  1. 1
    statisticsImmobilien-Durchschnittspreise 2025: Häuser, Wohnungen und Baugrundstücke
    Statistik Austria · 2026
    Tabellen erstellt am 28.05.2026, Datenbasis 2021 bis 2025, alle Preise in Euro je m² Wohnfläche als geometrische Mittel, Transaktionen vor 2025 auf das Preisniveau 2025 angepasst; Bezirk Linz-Land, Bauperiode 1961 bis 1990, Wohnfläche 110 bis 150 m²: Kategorie A (Grundstück unter 610 m²) 3.051, Kategorie B (610 bis 840 m²) 3.279, Kategorie C (über 840 m²) 3.429 Euro je m²; dieselbe Zelle in Linz(Stadt), Kategorie B: 4.489 Euro je m². Österreichweite Medianwerte 2025: Häuser 2.836, Wohnungen 4.162 Euro je m². Baugrundstücke auch auf Gemeindeebene.
    statistik.at ↗
  2. 2
    statisticsHäuserpreisindex und OOH PI, 2. Quartal 2026
    Statistik Austria · 2026
    Vorläufige Werte für das 2. Quartal 2026 auf Basis 2025: Gesamtindex 105,00 und 5,1 % über dem Vorjahresquartal, bestehender Wohnraum 105,27 (5,1 %), neuer Wohnraum 104,13 (4,9 %).
    statistik.at ↗
  3. 3
    statisticsBaupreise und Immobilienpreisindex
    Statistisches Bundesamt (Destatis) · 2026
    Häuserpreisindex 2. Quartal 2026: 0,6 % über dem Vorjahresquartal (Pressemitteilung vom 24.09.2026); die Seite weist außerdem den Baupreisindex für Wohngebäude (5,5 % im August 2026 gegenüber August 2025) und Kaufwerte für Bauland von 271,86 Euro je Quadratmeter aus.
    destatis.de ↗
  4. 4
    officialBORIS-D: Bodenrichtwertinformationssystem für Deutschland
    Gutachterausschüsse für Grundstückswerte der Länder · 2026
    Gemeinschaftsprojekt mehrerer Bundesländer, das die Bodenrichtwerte der Gutachterausschüsse einheitlich online für die breite Öffentlichkeit bereitstellt; die Daten liefern die Gutachterausschüsse für Grundstückswerte, parallel zu den Landesportalen.
    bodenrichtwerte-boris.de ↗
  5. 5
    lawImmobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV)
    Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2021
    § 6 nennt Vergleichswert-, Ertragswert- und Sachwertverfahren als die Verfahren der Wertermittlung (geregelt in §§ 24 bis 26, 27 bis 34 und 35 bis 39); § 8 unterscheidet allgemeine Grundstücksmerkmale (Abs. 2, im vorläufigen Verfahrenswert) von besonderen objektspezifischen Grundstücksmerkmalen (Abs. 3, erst am Ende durch marktübliche Zu- oder Abschläge); die allgemeinen Wertverhältnisse regeln § 6 Abs. 2 und § 7. § 12 Abs. 2 verlangt, dass die für die Wertermittlung erforderlichen Daten aus der Kaufpreissammlung auf Grundlage einer ausreichenden Anzahl geeigneter Kaufpreise ermittelt werden.
    gesetze-im-internet.de ↗
  6. 6
    lawLiegenschaftsbewertungsgesetz (LBG), Bundesrecht konsolidiert
    RIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026
    § 1 Geltungsbereich: Bewertung von Liegenschaften, Liegenschaftsteilen und Überbauten in gerichtlichen Verfahren sowie in Verwaltungsverfahren, deren Bescheid durch Gerichtsanrufung außer Kraft tritt; § 2 Verkehrswert ist der Preis, der bei einer Veräußerung der Sache üblicherweise im redlichen Geschäftsverkehr erzielt werden kann; § 4 Vergleichswertverfahren mit tatsächlich erzielten Kaufpreisen vergleichbarer Sachen und Zu- oder Abschlägen; § 9 verlangt im Gutachten Zweck, Bewertungsstichtag und den Tag der Besichtigung.
    ris.bka.gv.at ↗
  7. 7
    guidanceApp Privacy Details on the App Store
    Apple Developer · 2026
    Entwickler müssen alle Datenarten angeben, die sie oder ihre Drittanbieter-Partner erheben, und offenlegen, ob die Daten mit der Identität der Nutzer verknüpft oder zum Tracking verwendet werden; Tracking ist dort als Verknüpfung der App-Daten mit Daten Dritter für zielgerichtete Werbung oder als Weitergabe an Datenhändler definiert. Die Angabe ist Voraussetzung für die Einreichung neuer Apps und Updates.
    developer.apple.com ↗
  8. 8
    guidanceApp-Datenschutz und Sicherheit im Abschnitt Datensicherheit von Google Play
    Google Play-Hilfe · 2026
    Entwickler geben im Abschnitt Datensicherheit des Store-Eintrags an, welche Arten von Nutzerdaten die App erhebt, wie sie verwendet werden und ob sie an Dritte weitergegeben werden; zur optionalen unabhängigen Sicherheitsprüfung hält die Seite wörtlich fest: „Die Drittanbieter, die diese Prüfung durchführen, tun das im Namen des Entwicklers. Dabei wird nicht geprüft, ob die Offenlegung des Entwicklers im Abschnitt zur Datensicherheit korrekt und vollständig ist.“ Seite am 10. Oktober 2026 abgerufen.
    support.google.com ↗
  9. 9
    statisticsImmobilienpreise: Schweizerischer Wohnimmobilienpreisindex
    Bundesamt für Statistik (BFS) · 2026
    Das BFS veröffentlicht den Wohnimmobilienpreisindex als Indexwerte auf der Basis 4. Quartal 2019 gleich 100 sowie als Veränderungsraten gegenüber dem Vorquartal und dem gleichen Quartal des Vorjahres.
    bfs.admin.ch ↗

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