Der Rechner im Internet sagt 328.000 Euro, der Makler beim Erstgespräch 460.000, und das Haus des Nachbarn steht seit fünf Monaten um 479.000 im Inserat. Drei Zahlen für ein Haus, keine davon ein Kaufpreis. Dieser Beitrag erklärt, wie jede dieser Zahlen entsteht, wann ein Rechner zu tief oder zu hoch liegt und wie Sie mit Kaufverträgen und amtlichen Durchschnitten die marktnächste Zahl finden. Die Grundlagen stehen im Leitfaden was Ihr Haus wert ist; hier geht es um die Lücke zwischen den Zahlen.
Online-Bewertung weit daneben: woher die Zahl eines Rechners überhaupt kommt
Jeder Online-Rechner arbeitet mit einer Tabelle, die er nicht zeigt. Aus vielen tausend Preisen hat ein Modell gelernt, was ein Quadratmeter in einem Bezirk kostet und wie Baujahr, Fläche, Grundstück und Objekttyp diesen Wert verschieben; Ihre Adresse landet in einer Zelle dieser Tabelle. Was dort steht, bestimmen zwei Entscheidungen des Betreibers: aus welchen Preisen das Modell gelernt hat und wie fein die Zellen geschnitten sind.
Die Statistik Austria zeigt, wie eine solche Tabelle in transparenter Form aussieht: Ihre Immobilien-Durchschnittspreise beruhen auf Käufen privater Haushalte der Jahre 2021 bis 2025, auf das Preisniveau 2025 gebracht, als geometrische Mittel je Quadratmeter Wohnfläche, getrennt nach drei Bauperioden, drei Wohnflächenklassen und drei Grundstückskategorien, von denen jede ein Drittel der Hausverkäufe im Bezirk abbildet1. Für ein Haus in Graz-Umgebung mit durchschnittlich großem Grundstück, gebaut zwischen 1961 und 1990, mit 100 bis 140 m² Wohnfläche nennt die Tabelle 3.040 Euro je Quadratmeter; die Nachbarzelle für mehr als 140 m² steht bei 2.189 Euro, die Zelle für Baujahre ab 1991 bei 3.903 Euro1. Ein Rechner, der Ihre Angaben falsch einordnet, landet in der falschen Zelle, ohne es zu merken.
Der Unterschied zum Sachverständigen liegt in der Sorgfalt je Objekt. Das Liegenschaftsbewertungsgesetz verlangt im Vergleichswertverfahren tatsächlich erzielte Kaufpreise vergleichbarer Sachen, Zu- und Abschläge für Abweichungen und eine Anpassung an die Preisentwicklung seit dem Kauf2; die deutsche Immobilienwertermittlungsverordnung verlangt eine ausreichende Anzahl von Vergleichspreisen, eine Marktanpassung und die Berücksichtigung besonderer objektspezifischer Grundstücksmerkmale3. Ein Rechner tut dasselbe im Massenverfahren: Vergleichsobjekte nach Postleitzahl, Zu- und Abschläge als Durchschnitt, Zustand nur, wenn Sie ihn angeklickt haben. Wie weit Rechner für dasselbe Haus auseinanderliegen, zeigt der Beitrag zur Genauigkeit der Online-Rechner.
Warum liegt der Angebotspreis fast immer über jeder Bewertung?
Ein Angebotspreis ist keine Bewertung, sondern ein Wunsch mit Verhandlungsreserve. Der Verkäufer legt ihn fest nach anderen Inseraten, nach seinem Einstandspreis samt Investitionen und nach dem, was er für den nächsten Schritt braucht; nichts davon gehört in einen Wert. Das Gesetz sagt das ausdrücklich: Der Verkehrswert ist der Preis, der im redlichen Geschäftsverkehr üblicherweise erzielt werden kann, und die besondere Vorliebe und andere ideelle Wertzumessungen einzelner Personen bleiben außer Betracht2. Das deutsche Baugesetzbuch meint dasselbe mit dem im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erzielbaren Preis ohne Rücksicht auf ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse4.
Dazu kommt die Mechanik des Inserierens: Wer zu hoch startet, kann senken, wer zu niedrig startet, kann nur hoffen; also starten die meisten oben, und die Portale zeigen monatelang Preise, die niemand zahlt. Ein Rechner, der aus Inseraten lernt, übernimmt den Aufschlag; einer, der aus Kaufverträgen lernt, sieht ihn nicht. Wie groß der Abstand in Ihrer Gegend ist, veröffentlicht keine Behörde; Sie messen ihn am Inseratspreis eines verkauften Hauses gegen den späteren Kaufpreis im Grundbuch. Für Käufer rechnet der Beitrag zur Frage, ob der Angebotspreis fair ist, den Aufschlag zurück.
Makler schätzt ganz anders: drei Gründe für die Lücke
Nennt der Makler eine andere Zahl als der Rechner, kann jede Seite recht haben; drei Ursachen erklären fast jede Abweichung.
Der Makler hat das Haus gesehen. Ein Rechner kennt Baujahr und Fläche; der Makler kennt den Wasserfleck im Keller, die neue Küche und die Umfahrungsstraße hinter der Hecke. Liegt er nach der Besichtigung anders als der Rechner, hat er oft etwas gesehen, was der Rechner nicht sehen konnte.
Der Makler bewirbt sich um den Auftrag. Im Erstgespräch konkurriert er mit anderen Büros um Ihre Unterschrift, nicht mit einem Käufer um den Preis; eine hohe Zahl gewinnt den Auftrag und kostet ihn wenig, weil seine Provision ohnehin vom späteren Kaufpreis abhängt. Was danach folgt, beschreibt der Beitrag zur hohen Maklerbewertung mit späterer Preissenkung.
Der Makler rechnet mit anderen Vergleichsobjekten. Er greift auf eigene Abschlüsse, Kollegenberichte und Inserate im Umkreis zurück, ein Rechner auf eine Datenbank, die er nicht kommentiert. Keiner legt Ihnen die Liste ungefragt vor, und genau sie entscheidet über die Zahl.
Der Oberste Gerichtshof hat 2021 festgehalten, was Sie verlangen dürfen. Er stuft den Immobilienmakler als Sachverständigen nach § 1299 ABGB ein, der seine Überlegungen zum Wert offenlegen und auf die Spanne seiner Schätzung hinweisen muss; die Annahme, eine Wertermittlung 15 % unter dem Verkehrswert sei jedenfalls zutreffend, lehnte das Gericht ab, weil sie einen Anreiz schaffen würde, den Wert von vornherein niedrig anzusetzen und schnell zu verkaufen5. Der Maßstab gilt in beide Richtungen: Eine Zahl ohne Herleitung und Spanne erfüllt ihn nicht, ob zu hoch oder zu tief.
Der Oberste Gerichtshof verlangt nachvollziehbare Überlegungen zum Wert und einen Hinweis auf die Schätzungsbandbreite5. Die Schriftform verlangt er nicht, sie ist Ihre eigene Absicherung: Lassen Sie sich Vergleichsobjekte, Methode und Bandbreite schriftlich geben. Eine mündliche Zahl beim Kaffee ist ein Gesprächsangebot, keine Bewertung. Dies ist eine allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung.
Wert zu niedrig geschätzt: wann der Rechner Ihr Haus unterschätzt
Rechner liegen in drei typischen Fällen zu tief.
Das Grundstück zählt nicht mit. Viele Formulare fragen nur nach der Wohnfläche. In Graz-Umgebung liegt ein Haus der Jahre 1961 bis 1990 mit 100 bis 140 m² je nach Grundstückskategorie bei 2.756 oder 3.255 Euro je Quadratmeter1, bei 130 m² ein Unterschied von rund 65.000 Euro. Ein Rechner ohne Grundstücksfrage rechnet mit dem Mittelwert und unterschätzt jedes Haus mit viel Grund.
Die Sanierung ist unsichtbar. Baujahr 1975 heißt für das Modell: Fenster, Dach und Heizung aus 1975. Dass Sie 2018 das Dach gedämmt und 2022 eine Wärmepumpe gesetzt haben, erfährt es nur über eine Zustandsfrage, die viele Rechner nicht stellen. Welche Maßnahmen wie viel bringen, erklärt der Beitrag zur Wertsteigerung durch Zustand, Energie und Ausstattung.
Das Objekt ist selten. Ein Vierkanthof, ein Haus mit Einliegerwohnung oder ein Hanggrundstück mit Seeblick hat in seiner Zelle zu wenige Nachbarn, und das Modell weicht auf gröbere Durchschnitte aus, die für solche Objekte meist zu tief sind. Die Statistik Austria kennzeichnet Bezirke mit wenigen Transaktionen mit einer Fußnote und verzichtet dort auf die Aufteilung nach Grundstücksgröße1; ein Portal-Rechner tut dasselbe stillschweigend.
Bewertung 100.000 Euro zu hoch: wann der Rechner übertreibt
Drei Mechanismen treiben eine Schätzung nach oben.
Das Modell hat aus Inseraten gelernt. Portale haben Angebotspreise im Überfluss und Kaufverträge kaum; ein Modell, das daraus lernt, lernt Verkäuferwünsche samt Verhandlungsreserve und liegt über dem, was Käufer zahlen.
Die Sanierung wird zum Baujahr. Wer „Baujahr 2016“ eingibt, weil damals Heizung und Fenster erneuert wurden, rutscht in die Zelle für Neubauten. In Graz-Umgebung springt der Quadratmeterpreis damit von 3.040 auf 3.903 Euro1, bei 130 m² von rund 395.000 auf rund 507.000 Euro: eine Bewertung, die 112.000 Euro zu hoch ist, aus einem einzigen falsch gesetzten Feld.
Die Daten sind alt, der Markt hat sich bewegt. In Österreich stieg der Häuserpreisindex der Statistik Austria im 2. Quartal 2026 um 5,1 % gegenüber dem Vorjahresquartal, bestehender Wohnraum ebenfalls um 5,1 %6. Die Oesterreichische Nationalbank weist für dasselbe Quartal +3,6 % für Österreich aus, +2,9 % für Wien und +4,2 % für Österreich ohne Wien7. Zwei öffentliche Stellen, zwei Zahlen: Die Statistik Austria rechnet aus den im Grundbuch hinterlegten Kaufverträgen6, die Nationalbank veröffentlicht ihre Reihe mit der DataScience Service GmbH und der TU Wien7. Liegen schon zwei Indizes mit offengelegter Herkunft eineinhalb Prozentpunkte auseinander, überrascht der Abstand zweier Rechner mit unbekannter Datenbasis nicht.
In Deutschland bestimmt der Ort den Trend: Im 2. Quartal 2026 stiegen die Preise laut Statistischem Bundesamt insgesamt um 0,6 % gegenüber dem Vorjahresquartal, Eigentumswohnungen in den sieben Metropolen wurden 0,4 % billiger, in den übrigen kreisfreien Großstädten 2,0 % teurer und in dicht besiedelten ländlichen Kreisen 1,8 % billiger, während Ein- und Zweifamilienhäuser dort 1,0 % zulegten8.
Welche Zahl stimmt? Angebotspreis, Schätzwert, Verkehrswert und Kaufpreis sind verschiedene Dinge
Fünf Begriffe gehen im Alltag durcheinander; die Tabelle trennt sie.
| Zahl | Wer sie nennt | Woraus sie entsteht | Was sie aussagt |
|---|---|---|---|
| Angebotspreis | Verkäufer, Inserat | Wunsch, Verhandlungsreserve, andere Inserate | Obergrenze, bis jemand unterschreibt |
| Online-Schätzwert | Rechner im Internet | Modellzelle aus Inseraten oder Kaufpreisen plus Ihre Angaben | Statistischer Durchschnitt für Objekte wie Ihres |
| Maklereinschätzung | Makler beim Erstgespräch | Besichtigung, eigene Abschlüsse, Interesse am Auftrag | Verkaufsstrategie; erst mit Spanne und Herleitung eine Bewertung5 |
| Verkehrswert | Sachverständiger, Gericht, Bank | Tatsächlich erzielte Kaufpreise vergleichbarer Objekte mit Zu- und Abschlägen23 | Der im redlichen Geschäftsverkehr üblicherweise erzielbare Preis24 |
| Kaufpreis | Kaufvertrag | Verhandlung zwischen einem Käufer und einem Verkäufer | Was ein Haus an einem Tag tatsächlich gekostet hat |
Nur die letzte Zeile ist eine dokumentierte Tatsache. In Österreich fließen die im Grundbuch hinterlegten Kaufverträge in den Häuserpreisindex ein6; in Deutschland muss die beurkundende Stelle jeden Kaufvertrag über ein Grundstück in Abschrift an den Gutachterausschuss senden, der daraus die Kaufpreissammlung führt9. Alle anderen Zeilen sind Meinungen über diese Tatsache, bevor sie eintritt; dass sie voneinander abweichen, ist der Normalfall. Ein Fehler wäre nur, eine davon für den Kaufpreis zu halten.
Verkehrswert nach § 2 LBG und Verkehrswert nach § 194 BauGB meinen dasselbe: den Preis, der ohne persönliche Umstände am Stichtag erzielbar wäre24. Ein Online-Bericht, auch der von CheckValue, ist eine Schätzung dieses Werts und kein Verkehrswertgutachten; wo Gericht, Finanzamt oder Bank ein Gutachten verlangen, ersetzt ihn keine Rechnung im Internet. Dies ist eine allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung.
Rechenbeispiel: ein Haus in Graz-Umgebung und fünf Zahlen dafür
Das Beispiel verwendet ein erfundenes Haus und echte Bezirksdaten: ein Einfamilienhaus in Graz-Umgebung, Baujahr 1982, 130 m² Wohnfläche, 1.000 m² Grundstück, Fenster und Heizung 2016 erneuert. Mit 1.000 m² fällt das Grundstück in die mittlere Kategorie von 880 bis 1.170 m²; für sie, die Bauperiode 1961 bis 1990 und 100 bis 140 m² Wohnfläche nennt die Statistik Austria 3.040 Euro je Quadratmeter1, also rund 395.000 Euro als Bezirksanker.
Die Eigentümer holen fünf Zahlen ein; die Beträge sind Annahmen, die Zellenwerte dahinter echt:
| Zahl (Beispiel) | Woher sie kommt | Betrag | Abstand zum Bezirksanker 395.000 Euro |
|---|---|---|---|
| Angebotspreis des Nachbarhauses | Inserat, seit fünf Monaten online | 479.000 Euro | +21 % |
| Makler A, Erstgespräch | „Mindestens“, ohne Vergleichsobjekte | 460.000 Euro | +16 % |
| Online-Rechner 1 | Liest „saniert 2016“ als Baujahr, Zelle ab 1991: 3.903 Euro/m²1 | 507.000 Euro | +28 % |
| Online-Rechner 2 | Zählt den ausgebauten Keller mit, 150 m², Zelle über 140 m²: 2.189 Euro/m²1 | 328.000 Euro | −17 % |
| Makler B, mit zwei Kaufverträgen | 2.950 und 3.180 Euro/m² aus derselben Gemeinde, auf 130 m² übertragen | 383.500 bis 413.400 Euro | −3 % bis +5 % |
Zwischen der höchsten und der niedrigsten Zahl liegen 179.000 Euro, und beide Online-Werte stammen aus derselben amtlichen Tabelle; nur die Zelle ist eine andere. Rechner 1 hat aus einer Sanierung ein Baujahr gemacht, Rechner 2 aus einem Keller Wohnfläche, Makler A hat die Zahl genannt, die den Auftrag bringt. Die einzige Zahl mit Herleitung ist die von Makler B.
Ich habe oft zwischen einem Eigentümer, einem Kollegen und einem Ausdruck aus dem Internet gesessen, und jeder hatte eine andere Zahl. Entscheidend war nie, wer recht behielt, sondern wer seine Vergleichsobjekte auf den Tisch legen konnte. Wer das nicht kann, verhandelt mit einem Gefühl.
So finden Sie heraus, welche Zahl näher am Markt liegt: fünf Prüfschritte
- Kaufpreise statt Inserate holen. In Österreich liegen die Kaufverträge im Grundbuch, aus dem auch die Statistik Austria rechnet6; in Deutschland führt der Gutachterausschuss die Kaufpreissammlung aus den Abschriften aller beurkundeten Kaufverträge; Auskünfte daraus erhalten Sie bei berechtigtem Interesse und nach den Regeln Ihres Landes, in der Regel als Auswertung und nicht als Liste einzelner Adressen9. Zwei oder drei Verkäufe aus Ihrer Umgebung sind der Maßstab für jede Schätzung; den Weg dorthin beschreibt der Beitrag über Vergleichsverkäufe und Kaufpreise aus dem Grundbuch.
- Die Zelle prüfen. Teilen Sie jede Schätzung durch Ihre Wohnfläche und legen Sie den Quadratmeterpreis neben die Zeile der Statistik Austria für Bezirk, Bauperiode, Flächenklasse und Grundstückskategorie1. Liegt eine Zahl in einer anderen Zelle, wissen Sie, welches Feld der Rechner anders gelesen hat. Wo der Quadratmeterpreis täuscht, steht im Beitrag zum Quadratmeterpreis richtig berechnen.
- Zu- und Abschläge benennen. Schreiben Sie auf, was Ihr Haus vom Bezirksdurchschnitt unterscheidet: Sanierungen mit Jahr, Grundstück, Lage, Lärm. Jeder Posten braucht Richtung und Größenordnung; was ohne Begründung dasteht, streichen Sie.
- Die Zeit korrigieren. Vergleichspreise, die älter als ein paar Monate sind, passen Sie an die Preisentwicklung an, wie es das Gesetz auch von Sachverständigen verlangt2: in Österreich mit dem Häuserpreisindex6, in Deutschland mit der Reihe für Ihren Kreistyp8.
- Spanne und Herleitung verlangen. Vom Makler, weil der Oberste Gerichtshof sie verlangt5; vom Rechner, weil Sie sonst nicht wissen, was er gerechnet hat. Wer beides nicht liefert, hat Ihnen eine Zahl gegeben, keine Bewertung.
Was der CheckValue-Bericht bei dieser Frage zeigt und was er nicht kann
CheckValue ist ein Rechenmodell wie die anderen auch, und der Bericht behauptet keine Genauigkeit in Prozent. Der Unterschied: Er legt die Zeilen offen, um die es hier ging, den Punktwert in seiner Preisspanne, die Vergleichsverkäufe mit Datum und Quadratmeterpreis, den amtlichen Preisindex, jede Anpassung für Zustand, Baujahr, Garage oder Energieklasse mit Koeffizient und Quelle sowie eine nummerierte Quellenliste. Liegt der Bericht anders als Makler oder Inserat, sehen Sie Zeile für Zeile, wo die Abweichung entsteht: bei den Vergleichsobjekten, einer Anpassung oder einer Angabe, die Sie anders gemeint haben. Dieselbe Adresse mit denselben Angaben liefert dasselbe Ergebnis, weil jede Bewertung zweimal gerechnet und gegen frühere Ergebnisse geprüft wird.
Was der Bericht nicht kann: Er besichtigt nicht, kennt den Zustand nur aus Ihren Angaben und Fotos und ist kein Verkehrswertgutachten für Gericht, Finanzamt oder Bank. Wie das Modell Vergleichsobjekte wählt und prüft, erklärt der Beitrag über die Arbeitsweise der KI-Bewertung. Die kostenlose Vorschau Ihres Berichts zeigt den Aufbau mit Beispielzahlen; die Preise für einzelne Berichte und Pakete stehen auf der Preisseite.
Häufige Fragen
Warum ist meine Online-Bewertung so weit daneben?
Ein Rechner ordnet Ihre Angaben einer Zelle in einer Preistabelle zu: Bezirk, Bauperiode, Flächenklasse, oft ohne Grundstück und Zustand. Liegt eine Angabe in der falschen Zelle, etwa das Sanierungsjahr als Baujahr oder der Keller als Wohnfläche, springt der Wert um Zehntausende Euro. Dazu kommt, aus welchen Preisen das Modell gelernt hat: Inserate liegen über Kaufverträgen. Prüfen Sie Ihre Eingaben und vergleichen Sie den Quadratmeterpreis mit der amtlichen Zeile für Ihren Bezirk.
Warum schätzt der Makler mein Haus ganz anders als der Online-Rechner?
Drei Gründe: Der Makler hat das Haus gesehen und kennt Zustand, Ausblick und Störungen, die kein Formular erfasst; im Erstgespräch konkurriert er mit anderen Büros um Ihren Auftrag, und eine hohe Zahl gewinnt die Unterschrift; er rechnet mit eigenen Abschlüssen und Inseraten statt mit einer Datenbank. Nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs schuldet er Ihnen eine begründete Herleitung seiner Zahl samt Spanne. Fragen Sie nach beidem, schriftlich.
Warum weicht der Angebotspreis vom geschätzten Wert ab?
Weil der Angebotspreis ein Wunsch mit Verhandlungsreserve ist und keine Bewertung. Der Verkäufer orientiert sich an anderen Inseraten, an seinem Einstandspreis und an dem, was er für den nächsten Schritt braucht. Das Gesetz schließt genau solche persönlichen Umstände und die besondere Vorliebe aus dem Verkehrswert aus. Ein Inserat markiert die Obergrenze, bis jemand unterschreibt; der Kaufpreis liegt in der Regel darunter, wie weit, zeigt erst der Kaufvertrag.
Wurde mein Haus zu niedrig geschätzt, wenn der Rechner unter dem Nachbarpreis liegt?
Nicht zwingend. Der Nachbarpreis ist meist ein Inserat, also eine Obergrenze. Zu tief liegt ein Rechner typischerweise, wenn er das Grundstück nicht kennt, Sanierungen nicht abfragt, Ihr Objekt selten ist oder Sie am teuren Ende eines großen Bezirks wohnen. In Graz-Umgebung unterscheidet allein die Grundstückskategorie bei Häusern aus den Jahren 1961 bis 1990 mit 100 bis 140 m² Wohnfläche rund 500 Euro je Quadratmeter. Prüfen Sie diese vier Punkte, bevor Sie dem Rechner widersprechen.
Kann eine Online-Bewertung 100.000 Euro zu hoch liegen?
Ja, aus einem einzigen Feld. Wer ein Sanierungsjahr als Baujahr einträgt, rutscht in die Zelle für Neubauten; in Graz-Umgebung steigt der Quadratmeterpreis damit von 3.040 auf 3.903 Euro, bei 130 m² sind das rund 112.000 Euro. Modelle, die aus Inseraten gelernt haben, übernehmen zusätzlich den Aufschlag der Verkäufer, und veraltete Daten liegen in Gegenden mit fallenden Preisen zu hoch. Alle drei Fehler erkennen Sie am Quadratmeterpreis gegen die amtliche Zeile.
Welche Zahl stimmt, wenn Rechner, Makler und Inserat auseinanderliegen?
Keine der drei ist eine Tatsache, nur der Kaufpreis ist eine. Angebotspreis, Online-Schätzwert und Maklereinschätzung sind Meinungen über den Kaufpreis, bevor er zustande kommt. Am nächsten liegt die Zahl, die mit tatsächlich erzielten Kaufpreisen vergleichbarer Objekte begründet ist, mit benannten Zu- und Abschlägen und einer Anpassung an die Preisentwicklung, so wie es das Liegenschaftsbewertungsgesetz und die deutsche ImmoWertV für Sachverständige vorschreiben.
Wie prüfe ich, ob eine Online-Schätzung stimmt?
Fünf Schritte: Holen Sie zwei oder drei Kaufpreise aus Ihrer Umgebung, in Österreich aus dem Grundbuch, in Deutschland über die Kaufpreissammlung des Gutachterausschusses, dort bei berechtigtem Interesse und nach den Regeln Ihres Landes, meist als Auswertung statt als Adressliste. Rechnen Sie jede Schätzung in Euro je Quadratmeter um und legen Sie sie neben die Zeile der Statistik Austria für Ihren Bezirk. Benennen Sie Ihre Zu- und Abschläge. Passen Sie ältere Vergleichspreise mit dem Häuserpreisindex an. Verlangen Sie von jeder Quelle Spanne und Vergleichsobjekte.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Zahlen und Regeln tragen das Jahr ihrer Veröffentlichung; die aktuelle Fassung finden Sie in der zitierten Quelle.
Quellen
- 1statisticsImmobilien-Durchschnittspreise 2025 (Häuser, Wohnungen und Baugrundstücke auf Bezirksebene), Tabelle Häuserpreise 2025Statistik Austria · 2026Tabelle Haeuserpreise2025.ods (erstellt 28.05.2026): Datengrundlage sind die von Privathaushalten getätigten Käufe, Transaktionsdaten 2021 bis 2025, ältere Transaktionen an das Preisniveau 2025 angepasst, geometrische Mittel in Euro je m² Wohnfläche nach drei Bauperioden, drei Wohnflächenklassen und drei Grundstückskategorien („Jede Kategorie bildet ein Drittel der Transaktion ab“, Blatt Grundstücksgrößenzuordnung); Graz-Umgebung, Kategorie B (880 bis 1.170 m² Grund), Bauperiode 1961 bis 1990: 100 bis 140 m² 3.040 €/m², mehr als 140 m² 2.189 €/m²; ab 1991, 100 bis 140 m²: 3.903 €/m²; Kategorie A 2.756 und Kategorie C 3.255 €/m² (1961 bis 1990, 100 bis 140 m²); Bezirke mit wenigen Transaktionen werden per Fußnote nicht nach Grundflächen kategorisiert.statistik.at ↗
- 2lawLiegenschaftsbewertungsgesetz (LBG), Bundesrecht konsolidiertRIS, Bundeskanzleramt Österreich · 2026§ 2 Abs. 2: Verkehrswert ist der Preis, der bei einer Veräußerung der Sache üblicherweise im redlichen Geschäftsverkehr erzielt werden kann; § 2 Abs. 3: die besondere Vorliebe und andere ideelle Wertzumessungen einzelner Personen bleiben außer Betracht; § 4 Abs. 1: Vergleichswert aus tatsächlich erzielten Kaufpreisen vergleichbarer Sachen, die in den wertbeeinflussenden Umständen weitgehend übereinstimmen, Abweichungen durch Zu- oder Abschläge; § 4 Abs. 2: Kaufpreise aus dem redlichen Geschäftsverkehr in zeitlicher Nähe zum Stichtag und in vergleichbaren Gebieten, Anpassung an die Preisentwicklung; § 4 Abs. 3: durch ungewöhnliche Verhältnisse beeinflusste Kaufpreise nur nach wertmäßiger Berichtigung.ris.bka.gv.at ↗
- 3law§ 24 Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV): Grundlagen des VergleichswertverfahrensBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026Abs. 1: Der Vergleichswert wird aus einer ausreichenden Anzahl von Vergleichspreisen ermittelt; Abs. 2: vorläufiger Vergleichswert durch statistische Auswertung der Vergleichspreise oder über objektspezifisch angepasste Vergleichsfaktoren und Bodenrichtwerte; Abs. 3 und 4: Marktanpassung nach § 7 und Berücksichtigung besonderer objektspezifischer Grundstücksmerkmale des Wertermittlungsobjekts.gesetze-im-internet.de ↗
- 4law§ 194 Baugesetzbuch (BauGB): VerkehrswertBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026Der Verkehrswert (Marktwert) wird durch den Preis bestimmt, der zum Wertermittlungsstichtag im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach den rechtlichen Gegebenheiten, den tatsächlichen Eigenschaften, der sonstigen Beschaffenheit und der Lage ohne Rücksicht auf ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse zu erzielen wäre.gesetze-im-internet.de ↗
- 5courtOGH 6 Ob 115/21m vom 06.08.2021: Haftung des Immobilienmaklers für eine nicht nachvollziehbare WertermittlungRIS Judikatur, Oberster Gerichtshof · 2021Der Makler nannte 780.000 € als realistisch, verkauft wurde um 790.000 €, der Gerichtssachverständige ermittelte 1.028.000 €; der OGH stuft den Immobilienmakler als Sachverständigen nach § 1299 ABGB ein, verlangt nachvollziehbare Überlegungen zum Wert und den Hinweis auf die Schätzungsbandbreite und lehnt die Annahme ab, eine Wertermittlung 15 % unter dem Verkehrswert sei jedenfalls zutreffend, weil das einen Anreiz schaffen würde, den Wert von vornherein niedrig festzusetzen und das Objekt schnell zu verkaufen.ris.bka.gv.at ↗
- 6statisticsHäuserpreisindex und OOH PI, 2. Quartal 2026Statistik Austria · 2026Vorläufiger Häuserpreisindex 2. Quartal 2026 (Basis 2025, veröffentlicht 23.09.2026): Gesamt 105,00 und +5,1 % zum Vorjahresquartal, bestehender Wohnraum 105,27 und +5,1 %, neuer Wohnraum 104,13 und +4,9 %; der Index erfasst Käufe privater Haushalte, die Daten stammen aus den im Grundbuch hinterlegten Kaufverträgen.statistik.at ↗
- 7statisticsWohnimmobilienpreisindex (Index 2000 = 100, Veränderung zum Vorjahr in %)Oesterreichische Nationalbank (OeNB), DataScience Service GmbH, TU Wien · 2026Veränderung zum Vorjahresquartal im 2. Quartal 2026: Österreich gesamt +3,6 % (Index 274,0), Wien +2,9 %, Österreich ohne Wien +4,2 %; die Jahreswerte 2023 und 2024 lagen bei −1,6 % und −2,1 %; Quelle laut Tabelle: OeNB, DataScience Service GmbH (DSS), TU Wien, Prof. Feilmayr.oenb.at ↗
- 8statisticsPreise für Wohnimmobilien im 2. Quartal 2026: +0,6 % zum VorjahresquartalStatistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 336 vom 24.09.2026 · 2026Häuserpreisindex Deutschland 2. Quartal 2026: +0,6 % zum Vorjahresquartal und +0,3 % zum Vorquartal; Eigentumswohnungen in den Top-7-Metropolen −0,4 %, in den übrigen kreisfreien Großstädten +2,0 %, in dicht besiedelten ländlichen Kreisen −1,8 %; Ein- und Zweifamilienhäuser in dicht besiedelten ländlichen Kreisen +1,0 % zum Vorjahresquartal.destatis.de ↗
- 9law§ 195 Baugesetzbuch (BauGB): KaufpreissammlungBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · 2026Abs. 1: Zur Führung der Kaufpreissammlung ist jeder Vertrag, durch den sich jemand verpflichtet, Eigentum an einem Grundstück gegen Entgelt zu übertragen, von der beurkundenden Stelle in Abschrift dem Gutachterausschuss zu übersenden; Abs. 4: „Die Kaufpreissammlung darf nur dem zuständigen Finanzamt für Zwecke der Besteuerung übermittelt werden“; Abs. 5: „Auskünfte aus der Kaufpreissammlung sind bei berechtigtem Interesse nach Maßgabe landesrechtlicher Vorschriften zu erteilen“ (abgerufen 10.10.2026).gesetze-im-internet.de ↗





